Damen E-Bike Nabenschaltung Test: Ein umfassender Ratgeber

Nabenschaltungen sind für viele E-Bike-Fahrer eine attraktive Alternative zur weiter verbreiteten Kettenschaltung. Die wartungsarmen Schaltsysteme sind einfacher zu bedienen und weniger fehleranfällig als Kettenschaltungen. Damit vereinfachen Sie gerade Anfängern den Einsteig in die zweirädrige Elektromobilität.

Was ist eine Nabenschaltung?

Eine klassische Nabenschaltung besteht aus mehreren Zahnrädern. Unmittelbar auf der Radachse ist das sogenannte Sonnenrad angebracht, dessen Ritzel nach außen weisen. Um dieses Sonnenrad herum sind mehrere sogenannte Umlaufräder installiert. Um diese Umlaufräder herum befindet sich ein Hohlrad. Dabei handelt es sich um einen Ring, auf dessen Innenseite sich wiederum Zahnradritzel finden.

Beim Schalten wechselt die Nabenschaltung zwischen verschiedenen Umlaufrädern, um die Übersetzungsrate zwischen Sonnen- und Hohl- bzw. Laufrad zu verändern. Da die komplette Schaltmechanik in einem geschützten Gehäuse lagert, ist die Nabenschaltung gegen Wetter, Schmutz und andere Umwelteinflüsse weitgehend geschützt.

1. Wie viele Gänge sollte mein E-Bike mit Nabenschaltung haben?

Klassische Nabenschaltungen verfügten lange nur über zwei oder drei Gänge. Inzwischen sind Sieben- bis Elf-Gang-Modelle bei den meisten Fahrrädern und E-Bikes der Standard. Vor allem E-Bike-Nabenschaltungen mit 8 Gängen sind populär. Vereinzelt werden auch Nabenschaltungen mit 14 oder sogar 18 Gängen angeboten.

Gerade bei E-Bikes ist ein so breites Spektrum aber meist nicht erforderlich, da der Elektromotor bei starken Anstiegen einen Teil der Arbeit übernimmt und so die Justierung des Tretwiderstands weniger wichtig wird. Dennoch gibt es auch am E-Bike Einsatzzwecke für solche Schaltungen. Gerade wenn Sie als Reise- oder Tourenradler weitere Strecken mit dem E-Bike zurücklegen, profitieren Sie mit einem 18-Gang-Getriebe vom größeren Übersetzungsspektrum.

Den Elektromotor können Sie dann dauerhaft im sparsamen Eco-Mode laufen lassen und so über längere Strecken nutzen. Wenn Sie Ihr Rad dagegen vor allem in der Stadt und für kürzere Wege verwenden, sind Sieben- oder Acht-Gang-Schaltungen vollkommen ausreichend.

2. E-Bike mit Nabenschaltung oder Kettenschaltung: Was ist besser?

Ketten- und Nabenschaltungen haben am E-Bike genau wie bei konventionellen Rädern unterschiedliche Vor- und Nachteile. So sind Nabenschaltungen in der Regel zum Beispiel etwas schwerer als Kettenschaltungen. Dennoch werden Sie am Markt auch ein leichtes E-Bike mit Nabenschaltung finden.

Zudem ist es aufgrund des höheren Preises der Schaltmechanik schwieriger, ein E-Bike mit Nabenschaltung günstig zu bauen als eines mit Kettengetriebe. Andererseits ist ein E-Fahrrad mit Nabenschaltung erheblich wartungsärmer als andere Modelle. Der höhere Preis bei der Anschaffung relativiert sich dadurch im Laufe der Jahre, da Sie weniger Geld in Reparaturen investieren müssen.

Tipp: Oft haben E-Bikes mit Nabenschaltung Rücktrittbremsen. Das ist aber nicht zwingend der Fall. E-Bikes mit Nabenschaltung ohne Rücktritt werden ebenfalls angeboten. In Tests werden auch solche Modelle immer wieder auf ihre Qualität geprüft. Wenn Sie also zum Beispiel ein E-Bike mit Nabenschaltung und Scheibenbremse suchen, helfen aktuelle Tests von Stiftung Warentest und anderen Einrichtungen Ihnen, diese zu identifizieren.

3. Sind elektronische Nabenschaltungen sinnvoll?

Neben den klassischen Nabenschaltungen mit mechanischer Übertragung zwischen Armatur und Schaltung gibt es inzwischen auch elektronisch geschaltete Modelle. Bei diesen übernimmt ein kleiner, an der Nabe angebrachter Elektromotor den eigentlichen Schaltvorgang. Das ermöglicht zum Beispiel die Konstruktion von E-Bikes mit Nabenschaltung als Automatik sowie kabellose Schaltungen.

Hinweis: Wenn Sie sich eine besonders leichte E-Bike-Nabenschaltung wünschen, ist die elektronische Lösung nicht die beste Wahl. Wählen Sie in diesem Fall lieber eine mechanisch angesteuerte E-Bike-Nabenschaltung mit 8 Gängen oder weniger.

Vor- und Nachteile elektronischer Nabenschaltungen:

  • Vorteile:
    • Noch einfacheres Schalten
    • Drahtlose Modelle kommen ohne Verkabelung aus
    • Schaltvorgänge per App elektronisch auslesbar
    • Kann Schaltempfehlungen geben
    • Einige E-Bikes mit Nabenschaltung sind Automatik-Modelle, die von selbst schalten
  • Nachteile:
    • Deutlich teurer als andere Nabenschaltungen
    • Erfordert Akkukapazität und verringert so die maximale Reichweite in km
    • Etwas höheres Gewicht in kg

4. Wo und wie kann ich ein E-Bike mit Nabenschaltung fahren?

E-Bikes mit Nabenschaltung für Herren und E-Bikes mit Nabenschaltung für Damen werden in den verschiedensten Bauformen angeboten. Vor allem kommen Nabenschaltungen aber in „normalen“ Cityrädern und in E-Bikes mit Nabenschaltung in Trekking-Bauweise zum Einsatz. Bei diesen Rädern wirkt sich das im Vergleich zu den meisten Kettenschaltungen kleinere Übersetzungsspektrum weniger negativ aus als zum Beispiel bei Mountainbikes.

Dennoch ist es grundsätzlich auch möglich, ein E-MTB mit Nabenschaltung zu betreiben. Sinnvoll kann das zum Beispiel bei größeren Mountainbike-Touren sein. Die geringere Fehleranfälligkeit der Nabenschaltung macht sich dabei besonders bezahlt.

Einsatzzwecke von E-Bikes mit Nabenschaltung:

  • In der Stadt und auf Straßen: Problemlose Nutzung, in weniger hügeligen Städten reicht eine geringe Anzahl Gänge.
  • Feld- und Waldwege: Nutzung möglich.

ADAC Test von preiswerten E-Bikes

Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h getestet. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe. Bei den meisten der getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs fielen dabei die geringe Reichweite des Akkus und die lange Ladedauer auf sowie Defizite beim Antrieb.

Testergebnisse im Detail:

Hersteller/Modell Preis in Euro ADAC Urteil
Deruiz E-Bike Quartz, 28 Zoll Trekking Elektrofahrrad 1399 2,5
Fischer E-Bike Cita 2.2i 1949 2,5
Lidl/Crivit Urban E-Bike Y.2 1599 2,8
F.lli Schiano E-Moon 28 Zoll E-bike Pedelec 899 3,2
Heybike EC 1-ST 1195 -
Grundig - "mangelhaft"
Mokwheel - "mangelhaft"
Decathlon Elops 900E 1299 3,0
Prophete Geniesser City E-Bike 28" 1600 3,0
Zündapp Z502 E Bike 28 Zoll Elektrofahrrad 1799 3,0

Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test ist mit dem Deruiz auch ein entspannter Tagesausflug möglich. Die angenehme Ergonomie, ein stabiles und laufruhiges Fahrverhalten sowie die guten Bremsen überzeugten auch beim Praxistest. Preislich liegt das E-Bike der Marke Deruiz mit rund 1400 Euro im unteren Drittel der Testkandidaten - damit ist es günstig und trotzdem zu empfehlen.

Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Die Leistung in der höchsten Unterstützungsstufe dürfte etwas stärker sein. Verbesserungspotential bietet der Informationsumfang auf dem Display.

E-Bike Typen

Verschiedene Brems- oder Schaltungs­arten können sich zwar für eine Nutzungs­art eignen, für eine andere aber weniger. Besonders wartungs­arm sind Naben­schaltungen. Sie lassen sich im Stand schalten, sind berg­auf aber etwas im Nachteil. Naben­schaltungen sind ein typisches Merkmal von City-E-Bikes.

City-E-Bikes eignen sich für bequeme Radlerinnen und Radler, die keine größeren Strecken zurücklegen wollen. Die aufrechte Sitzposition verschafft Überblick im Verkehr. Da dieser E-Bike-Typ häufig mit Nabenschaltung und immer häufiger auch mit einem Riemenantrieb ausgerüstet ist, fallen selten Wartungsarbeiten an. Weit verbreitet sind Tiefeinsteiger mit V-förmigem Rahmen. Er erleichtert Menschen, die weniger beweglich sind, das Aufsteigen beträchtlich. City-E-Bikes werden aber auch mit Diamant- und Trapezrahmen angeboten.

Sportlicher als City-, aber komfortabler als Mountainbikes sind Trekking-E-Bikes. Sie sind eine gute Allround-Lösung für Menschen, die viel radeln und das Bike sowohl im Alltag als auch auf Touren nutzen wollen. Die Hersteller statten ihre Trekkingräder daher üblicherweise mit Lichtanlage, Schutzblechen und Gepäckträger aus. Typisch sind außerdem eine leicht nach vorn geneigte Sitzposition, eine Ketten­schaltung und ein belast­barer Gepäckträger.

Der am häufigsten verkaufte E-Bike-Typ in Deutsch­land ist das E-Mountainbike. Ketten­schaltung und kräftige Motoren sind da Stan­dard. Typisch ist außerdem ein sogenannter Sloping-Rahmen, bei dem das Ober­rohr in Richtung Sattel leicht abfällt. Zunehmend werden E-Mountain­bikes aber auch in anderen Rahmenvarianten angeboten.

E-Bike Trends 2025

  • Leichtere Systeme: Der Trend geht klar zu Light-E-Bikes mit kleinerem Akku und Motor - weniger Gewicht, mehr Natürlichkeit beim Fahren.
  • Smartere Technik: E-Bikes werden vernetzter - mit GPS-Tracking, Over-the-Air-Updates, Apps und Diebstahlschutzfunktionen.
  • Neue Motoren: Bosch & Co. bringen kompaktere, leisere und gleichzeitig leistungsfähigere Antriebe auf den Markt.
  • Mehr Integration: Kabel verschwinden, Displays werden unsichtbarer - das Design wird cleaner, Technik tritt in den Hintergrund.
  • Vielfalt für alle: Vom Citybike bis zum High-End-Gravel-E-Racer - fast jede Fahrradkategorie ist elektrifiziert, inklusive speziell abgestimmter Geometrien für Frauen, Senioren oder sportliche Fahrer.

Tipps für den Kauf eines E-Bikes

  • Probefahrt: Egal, wie gut Sie sich informiert haben: Machen Sie unbedingt eine Probefahrt. Wenn möglich, mit verschiedenen Modellen, Antriebssystemen und auch Rahmenformen.
  • Gepäck: Bringen Sie Ihr übliches Gepäck mit zur Probefahrt. In unseren Tests von E-Bikes haben wir immer wieder einzelne Modelle, deren Fahrverhalten sich verschlechtert, sobald Gepäck im Spiel ist.
  • Gewicht: Wenn Sie Ihr Rad beispiels­weise in den Keller oder in die Wohnung tragen müssen, sollten Sie es vor Ort unbe­dingt anheben und ein paar Meter tragen.
  • Händler: Checken Sie, ob ein lokaler Händler bei Ihnen vor Ort die Marke betreut. Das kann die Wartung und Ersatz­teil­beschaffung vereinfachen.

Nabenschaltungen für E-Bikes sind wartungsärmer als Kettenschaltungen. Wenn allerdings etwas kaputtgeht, ist eine Reparatur beim Fachmann erforderlich. Nabenschaltungen sind auch beim E-Bike teurer als Kettenschaltungen. Durch ihre längere Haltbarkeit machen die Schaltungen sich aber bezahlt. Allerdings haben Nabenschaltungen meist ein weniger breites Schaltspektrum als Kettenschaltungen.

Ob sich der Kauf eines E-Bikes mit Nabenschaltung für Sie lohnt, erfahren Sie in der Kaufberatung bei welt.de.

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