Kindern wird das Tragen eines Fahrradhelms bereits bei den ersten Versuchen anerzogen. Erwachsene sind hier deutlich sturer und vor allem viele Damen greifen aus Eitelkeit nur ungern zu einem Helm. Doch der Trend wandelt sich langsam, denn nicht mehr nur Radsportler sind mit einem Helm auf den Strecken unterwegs. Sogar in der City und im täglichen Straßenverkehr trifft man immer mehr helmtragende Erwachsene.
Die wichtigsten Eigenschaften eines Fahrradhelms
Ein Fahrradhelm soll im Ernstfall Kopfverletzungen verhindern. Das heißt: er fängt die Energie des Aufpralls ab, verteilt die Wucht auf der äußeren Schicht und bietet trotzdem sicheren Halt auf dem Kopf. Damit der Helm genau auf diese Art funktioniert, besitzt er ein Grundgerüst aus Hartschaum (EPS). Es liegt am Kopf an und verteilt die Aufprallenergie. Um das doch recht empfindliche Material vor Brüchen zu schützen, gibt es bei jedem Modell eine glatte und stabile Schale aus Kunststoff. Kleiner Tipp: Prüfe, ob sich die Schale vom Hartschaum lösen und eindrücken lässt.
Die harte Außenschale verhindert, dass sich spitze Gegenstände durch den Helm bohren und auch beispielsweise Rutschbewegungen auf dem harten Asphalt abgefangen werden. Preisintensive Modelle besitzen keine Schale mehr aus Kunststoff, sondern aus Kohlefaserverbund (Carbon). Sie halten einer höheren Beanspruchung stand und sind deutlich leichter.
Passform und Komfort
Im Inneren der Helme ist meist ein Ring aus weichem Kunststoff eingearbeitet, um ihn perfekt an deine Kopfform anzupassen. Ein solches Modell schützt nur, wenn es fest am Kopf sitzt und nicht wackelt oder seitlich weggezogen werden kann. Die meisten Hersteller arbeiten mit einem kleinen Drehrad am Hinterkopf. Du setzt den Helm also auf und ziehst ihn dann über das Drehrad fest. Auch der Kunststoffring ist in der Größe verstellbar.
Daneben richtet sich die Passform immer nach dem Hersteller. Amerikanische Modelle fallen beispielsweise immer etwas weiter aus, während italienische Helme recht schmal wirken. Grundsätzlich gilt: die Helmschale muss von sich aus schon gut passen. Eine schlecht sitzende Schale lässt sich auch durch das Rückhaltesystem nicht perfekt an den Kopf anpassen, damit er optimal geschützt ist. Am besten probierst du den Helm also aus und ziehst ihn dann fest.
Natürlich gibt es auch noch Radhelme, die kein solches Verstellsystem haben. Ein zweites Verschlusssystem ist der Kinnriemen. Er führt zwei Bänder an den Seiten des Kopfs entlang und lässt sich unter dem Kinn verschließen. Die Länge sollte so eingestellt sein, dass noch etwa ein bis zwei Finger Platz haben. Außerdem sind die Riemen so geteilt, dass ein vorderer Strang und ein hinterer Strang unter den Ohren zusammenlaufen und dann verbunden werden. Die perfekte Länge ist durch Halteklemmen zu fixieren und darf nicht verrutschen. Der Verschluss selbst ist als Klick- oder Magnetverschluss zu bekommen. Hier spielt es eine Rolle, wie einfach du ihn nach der Fahrt öffnen willst.
Die Passform hängt natürlich stark von der Helmgröße ab. Die meisten Hersteller haben hier einheitliche Bezeichnungen, die sich nach dem Kopfumfang richten. Je größer der Umfang, desto größer muss natürlich auch der Helm ausfallen. Um die perfekte Größe zu ermitteln, brauchst du also zunächst deinen Kopfumfang. Du legst dir ein Maßband vom Nacken bis zur Stirnmitte und misst den Kopf an seiner breitesten Stelle. Da die Größen relativ eng beieinander liegen, sollte der passende Helm schnell gefunden sein. Im Zweifel immer die nächste Größe wählen, um Druckstellen zu vermeiden. Nach dem Einstellen kannst du ihn nicht mehr nach vorne ziehen oder nach hinten schieben. Bestenfalls legt sich die Stirn in Falten bei diesem Versuch.
Kannst du den Helm auch etwa 15 Minuten ohne Druckstellen tragen, scheint ein guter Tragekomfort gefunden.
Design und Farbgebung
Neben Größe und Passform setzen viele Frauen auf ein formschönes Design. Der Helm muss also nicht nur vom Aufbau her zu den persönlichen Ansprüchen passen, sondern auch von der Farbgebung. Helle und leuchtende Farben sind ebenso beliebt wie Helme in Weiß (White) oder Schwarz (Black). Es ist also ein Mythos, dass Frauen lieber Pink bevorzugen. Darf es auch etwas gewagter sein? Dann entscheide dich für den floralen Look oder ein sportliches Muster auf dem Helm.
Speziell für lange Haare: Helme mit Hair Port
Frauen mit langen Haaren setzen auf spezielle Helme mit einem sogenannten Hair Port. Hierbei handelt es sich um einen Durchlass für den langen Zopf am Hinterkopf. Außerdem kann die platte Frisur nicht immer vermieden werden. Am besten nimmst du die Haare als Zopf zusammen und verzichtest auf eine aufwendige Hochsteckfrisur. Mit einem Kamm und etwas Haarspray lässt sich auch nach dem Radfahren wieder eine lockere Frisur zaubern, die nicht zu platt am Kopf anliegt. Auf dein Zubehör für unterwegs kommt es also an. Oder man passt seine Frisur einfach an den Helm an.
Sicherheitsaspekte und Normen
Täglich verunglücken Radfahrer im Alltag und bei Stadtfahrten. Um erheblichen Kopfverletzungen und den schweren Folgen vorzubeugen, sollte der Fahrradhelm auch bei Erwachsenen selbstverständlich sein. Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland allerdings noch nicht. Während die Helme früher noch aus einfachen Schutzkappen bestanden, steckt heute ein wahres Sicherheitssystem dahinter. Viele Helme nutzen unter anderem das MIPS-System, bei dem mehrere Materialien und Schutzzonen zusammenwirken. Bei einem Aufprall wird der Kopf also nicht nur vor äußeren Einflüssen geschützt, sondern auch vor einer schweren Gehirnerschütterung. Außerdem befinden sich in jedem Helm Polster für einen angenehmen und besseren Tragekomfort.
Wird ein Fahrradhelm in Deutschland oder der EU verkauft, muss er zahlreiche Normen und Anforderungen erfüllen. Schließlich sollst du als Träger einen Sturz unbeschadet überstehen. Die Materialien müssen außerdem unschädlich und wetterbeständig sein. Der TÜV prüft beispielsweise, wie schnell das Material ermüdet oder ob es falsch brechen könnte. Die Aufkleber im Inneren des Helms verraten dir mehr über die Normen. Neben dem TÜV, GS- oder CE-Siegel ist auch die DIN EN 1078 vermerkt. Hierbei handelt es sich um einen Falltest mit einem Dummy, den der Helm sicher überstehen muss.
Belüftung und Komfort bei warmem Wetter
Natürlich sollst du mit deinem neuen Helm auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren können. Aus diesem Grund muss ein Fahrradhelm für Damen immer mit mehreren Lüftungsöffnungen versehen sein. Die Luft strömt an der Vorderseite ein und tritt im besten Fall an der Rückseite wieder aus. Derart optimierte Luftkanäle haben meist aber nur sportliche Radhelme. Achte darauf, dass die vorderen Öffnungen immer mit einem Netz versehen sind, damit sich keine Fremdkörper oder Insekten während der Fahrt im Helm verfangen.
Wann sollte ein Helm ausgetauscht werden?
Wichtig: Nach einem Sturz ist der Helm immer zu tauschen.
Auswahl von Herstellern und Modellen
Du kennst nun die wichtigsten Kriterien zum Kauf eines neuen Fahrradhelms. Jetzt musst du dich nur noch für einen Hersteller und ein Design entscheiden. Fehlt nur noch der richtige Hersteller. Jeder Anbieter bringt seine eigenen Besonderheiten und Eigenschaften mit sich. Daneben gibt es noch andere Marken, die im Bereich der Fahrradhelme sehr beliebt sind.
Beispiele für beliebte Modelle
- UVEX Onyx: Sehr gut für Damen mit einem kleinen oder schmalen Kopf geeignet. Die Größen beginnen ab einem Kopfumfang von 52 cm.
- UVEX I-vo-Cc: Mit der Inmould-Technologie gefertigt, atmungsaktive Polster und ein professionelles Gurtband-System.
- Abus: Bietet einen Allrounder für den Alltag und den Radsport mit dynamischem Design und LED-Rücklicht.
- Nutcase Skaterhelm: Robuste Verarbeitung, ABS-Hartschale, Innenschale mit Hartschaum und Magnetverschluss am Kinnriemen.
Uvex Urban Planet LED Fahrradhelm
Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.
Der Uvex Urban Planet LED schnürt für rund 100 Euro ein attraktives Gesamtpaket. Der Helm ist sehr robust und sowohl hinten als auch im Bereich der Schläfen weit nach unten gezogen. Das sollte im Falle eines Sturzes die Sicherheit erhöhen. Der Tragekomfort ist klasse, der Kopfschutz lässt sich schnell und individuell anpassen. Ein abnehmbares LED-Licht und reflektierende Gurtstreifen erhöhen die Sicherheit.
Uvex Finale Visor Fahrradhelm
Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.
Tragekomfort und Passform des Uvex-Helms sind vorzüglich. Dieser umschließt exakt den Kopf, drückt nicht und reibt nicht. An den Seiten ist der Helm weit heruntergezogen, was das subjektive Sicherheitsempfinden erhöht. Über das rückseitige Rädchen lässt sich die Passform maßgeschneidert anpassen. Der untere Helmbereich wird durch eine zweite Polycarbonat-Schale zusätzlich geschützt. Die gesamte Verarbeitung des in Deutschland hergestellten Helms ist exzellent. Außenhaut und Innenschutz gehen nahtlos ineinander über. Es gibt keine störenden Nähte oder hässliche Klebereste.
Abus Pedelec 2.0 Fahrradhelm
Fahrradhelme gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Viele unterscheiden sich in Nuancen. Deshalb ist der Abus Pedelec 2.0 eine echte Perle, weil er neben seiner ohnehin schon guten Ausstattung ein absolutes Alleinstellungsmerkmal besitzt: Er hat einen Regenschutz integriert.
Für eine optimale Belüftung hat Abus den Pedelec 2.0 mit vier Luftein- und neun Luftauslässen versehen. Rückseitig ist ein LED-Licht integriert. Hier kann man per Knopfdruck zwischen rotem Dauer- und rotem Blinklicht wählen. Der interne Akku wird per USB geladen. Darunter befindet sich der besondere Clou des Helms. Klappt man diese mit etwas Kraft nach unten, so öffnet sich ein Geheimversteck mit einer schwarzen Regenhaube. Diese wird über den Helm gezogen und vorne mit zwei Gummibändern unten eingehakt. Das dauerte im Test nur wenige Sekunden. Die schwarze Außenhaut ist mit kleinen Reflektorstreifen überzogen. Ein nasser Kopf wird durch dieses Regencape zuverlässig verhindert.
Tipps und Tricks für die Frisur unter dem Helm
Frauen haben meist noch mehr Eitelkeit gegenüber einem Fahrradhelm als Männer. Der Grund: ihre Frisur wird unter dem Helm zerstört. Allerdings ist das bei den modernen Helmen nicht immer der Fall. Ein Pferdeschwanz lässt sich leicht unter dem Helm verstauen und auch das Volumen ist nicht zwingend gefährdet. Schließlich sitzt der Helm nicht vollkommen auf dem Kopf auf, sondern nur an festen Punkten.
Wichtig ist trotzdem, dass der Helm auch mit Mütze oder Frisur fest und sicher sitzt, da er sonst bei einem Sturz schnell verrutschen könnte. Setze den Helm auf den Kopf und lege deine Haare zurecht. Ziehe nun das Einstellsystem fest und prüfe die Gurtbänder auf ihre Länge. Der Helm darf auch ohne Kinnriemen nicht mehr wackeln oder verrutschen.
Frisuren-Tipps
- Tiefer Pferdeschwanz: Ideal unter dem Helm und für nicht ganz frisch gewaschene Haare.
- Zopffrisur: Kann unter dem Helm drücken.
Lebensdauer und Pflege
Die Lebenserwartung bei Damenhelmen liegt bei etwa 4 bis 5 Jahren. Danach ermüden die Materialien langsam und der Helm sollte ausgetauscht werden. Von der Preisspanne her bekommst du eine große Auswahl, je nach Material. Besteht dein Helm aus Kunststoff und ist eher einfach gehalten, beginnen die Modelle bei 30 bis 40 Euro.
Hinsichtlich Pflege und Design ist noch zu erwähnen, dass du den Helm bei der Lagerung keiner direkten Sonnenstrahlung aussetzen sollst.
Fahrradhelmtypen
Von der Form her unterscheiden sich die Damenmodelle je nach Geschmack und Einsatzbereich. Es gibt recht rundliche Helme, die auch den Hinterkopf gut mit abdecken und an den Seiten weiter ins Gesicht reichen. Oder du entscheidest dich für eine dynamische Form mit vielen Luftlöchern und einem recht spitz zulaufenden Hinterkopf.
Im Sportbereich sind jedoch spezielle Helme auf dem Fahrrad gefragt. Zum Beispiel mit einem MTB oder beim Downhill brauchst du einen speziellen Fullface-Helm, der weitere Teile vom Gesicht schützt. Die Helme auf dem BMX haben eher einen Urban Look und ganz spezielle Muster.
Zusätzliche Sicherheitsmerkmale
Für noch mehr Sicherheit kannst du beim Design auf Reflektoren achten. Sie sind auf den ersten Blick unauffällig am Helm integriert, leuchten jedoch im Dunkeln. Ein solches Design bietet sich für alle Radfahrer an, die auch abends noch mit dem Bike unterwegs sind.
Fahrradhelme im Test: Vergleichstabelle
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Fahrradhelme und ihre Eigenschaften:
| Modell | Besonderheiten | Geeignet für |
|---|---|---|
| UVEX Onyx | Kleine Köpfe, geringes Gewicht | Alltag, Radsport |
| UVEX I-vo-Cc | Inmould-Technologie, atmungsaktive Polster | Alltag, Radsport |
| Abus (verschiedene Modelle) | Dynamisches Design, LED-Rücklicht | Alltag, Radsport |
| Nutcase Skaterhelm | Robuste Verarbeitung, ABS-Hartschale | Skaten, Radfahren |
| Uvex Urban Planet LED | Tiefgezogene Bauweise, LED-Licht, reflektierende Gurtbänder | Straßenverkehr, Inlineskates, E-Scooter, Mountainbike |
| Uvex Finale Visor | Klappbares Visier, Beleuchtung, Insektenschutz | Ganzjährig, jedes Wetter |
| Abus Pedelec 2.0 | Integrierter Regenschutz, LED-Licht | E-Bike, Alltag |
Ein Fahrradhelm für Damen ist zwar noch keine Pflicht, trägt aber einem hohen Sicherheitsstandard auf dem Rad bei. Für optimalen Schutz bei einem Sturz oder einem Aufprall benötigt der Helm die richtige Größe und Passform. Außerdem sollte er ausreichend Innenpolster haben und einfach einzustellen sein. Die bunten Designs und die dynamischen Formen kreieren einen ganz eigenen Look, ohne wie eine Schildkröte auszusehen. Du brauchst dir also selbst mit einer gewissen Eitelkeit keine Gedanken mehr machen. Aufwendige Frisuren sind zwar nicht empfehlenswert, doch für lange Haare oder einen Pferdeschwanz haben die Hersteller bequem vorgesorgt. Achte beim Kauf daneben auf die Belüftung und die gängigen Sicherheitssiegel.
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