Cannondale ist Kult. Der amerikanische Bikehersteller aus Bedford, Pennsylvania, ist bereits seit dem Jahr 1971 prominent auf dem Markt vertreten und zählt heute zu den führenden Fahrradmarken im Bereich der sportlichen Bikes, vor allem in den Bereichen Mountainbike und Rennrad. Wir zeigen dir, mit welchen Technologien der amerikanische Hersteller arbeitet, wie sich die einzelnen Bikes unterscheiden und geben dir Antworten zu den wichtigsten Fragen über das aktuelle Cannondale Rennrad-Sortiment.
Hervorragende Cannondale Rahmen aus Alu und Carbon
Bereits Anfang der 1980er-Jahre konnten die Cannondale-Experten ihren Erfinder- und Innovationsgeist unter Beweis stellen. Sie brachten mit dem CAAD ("Cannondale Advanced Aluminum Design") ein Bike mit einem hochwertigen Aluminium-Rahmen heraus, der bis heute äußerst populär ist. Der Rahmen besteht aus einer komplexen Alu-Konstruktion aus hochfestem 6069 Aluminium, dass mithilfe modernster Strömungsmodellierung bis zur Perfektion entwickelt wurde. Beim aktuellen Top-Modell CAAD12 wird statt dem traditionellen Butting-Verfahren die sogenannte SmartForm-Technologie angewandt, die für reibungslos glatte Rohrenden sorgt und somit mögliche Spannungspunkte bei gleichbleibender Steifigkeit und Stabilität reduziert sowie Gewicht einspart.
Dass Cannondale das mittlerweile zum Kult aufgestiegene CAAD trotz unveränderter Geometrie Jahr für Jahr weiter optimieren kann und regelmäßig neue Bestmarken beim Gewicht-zu-Steifigkeits-Verhältnis von Aluminum-Rennradrahmen erzielt, bestätigt den Drang nach Perfektion der Entwickler und zeugt von hochentwickelten Fertigungsprozessen mit innovativen Technologien. Mit der gleichen Motivation wird auch bei den Carbon-Rahmen gearbeitet. Vor allem bei den höherpreisigen Modellen findet man mittlerweile ausschließlich Rennräder aus den superleichten Kohlestoff-Fasern, da die Gewichtsreduzierung zusammen mit der Steifigkeit zu den wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung von überlegenen Rennradrahmen zählt und Carbon dem Aluminium in beiden Punkten deutlich überlegen ist sowie mehr Potential für Verbesserungen bietet. Carbon hat unbestreitbar das aktuell beste Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht, also ist bei geringerem Gewicht noch steifer als ein Rahmen aus Alu.
Mit seinen hochwertigen Rahmen haben Cannondale Rennräder in der Vergangenheit durch außerordentlich gute Qualität auf sich aufmerksam gemacht. Das Topmodell Super Six Evo wurde 2012 von der Fachpresse als das beste Rennrad der Welt betitelt und ist auch in der aktuellen Modellreihe 2022 wieder ein klassisches Rennrad auf Top-Niveau, dass sich durch hochwertige Komponenten, eine aggressive Geometrie und ein unvergleichliches Fahrgefühl auszeichnet.
Rennräder für jeden Einsatzzweck
Rennrad ist nicht gleich Rennrad. Der Fahrradmarkt ist mittlerweile so segmentiert, dass es für jeden Einsatzzweck und Streckentyp speziell entwickelte Räder gibt. Cannondale Rennräder teilen sich ebenfalls in verschiedenen Kategorien auf, um bestimmte Riding Styles anzusprechen.
Klassische Rennräder
Die klassischen Rennräder sind wahre Allzweckwaffen und sowohl am Berg als auch im Sprint durch ihr geringes Gewicht und die hohe Steifigkeit die beste Wahl. Neben dem aktuell neuesten CAAD12 hat Cannondale seit 2017 auch ein CAAD für Einsteiger auf den Markt gebracht. Das CAAD Optimo ist der perfekte kleine Bruder und kommt im Vergleich zum CAAD12 mit abgespeckten Komponenten daher, setzt aber auf die gleiche Geometrie und besitzt somit alle Stärken des Kult-Renners. Selbst das Niedrig-Preis-Modell wurde dabei mit der Save Micro-Suspension ausgestattet, bei der Flex-Zonen in den Sitz- und Kettenstreben Stöße und Erschütterungen absorbieren. High-Tech macht bei Cannondale Rennrädern also nicht beim Preis halt.
Das SuperSix Evo ist das Top-Modell in dem Bereich und setzt selbstverständlich auf Carbon statt Aluminium. Die sogenannte Road Race Geometrie, die auch bei den CAAD-Modellen verwendet wird, sorgt dank flachem Rücken für noch mehr Tempo. Außerdem sind die Bikes so gebaut, dass sie reaktionsfreudiger agieren und in allen Lenkerposition besonders wendig sind. Neu seit 2017: optionale Scheibenbremsen. Dafür hat Cannondale den Rahmen von Grund auf neu entwickelt und neue Rohrprofile für sowohl das vordere und hintere Rahmendreieck eingesetzt. Auch 2019 wurde das SuperSix Evo nicht grundsätzlich mit Scheibenbremsen geliefert. Die Geometrie des hochgelobten 2016er Modells bleibt aber bestehen. Das neuere SuperSix Evo mit verbesserter Carbon-Schichtung bietet mehr Steifigkeit und Nachgiebigkeit und wurde daraufhin optimiert, die Kräfte, die durch die Scheibenbremsen wirken, optimal zu verteilen. Allerdings rollt ein neuer Satz Laufräder unter dem SuperSix, statt Mavic liefert jetzt Fulcrum.
Langstrecken-Rennräder
Die Sparte Endurance bezeichnet Rennräder für die Langstrecke. Hier steht also der Komfort im Vordergrund. Das Cannondale Synpase ist hier aktuell das einzige Modell besticht mit seiner speziellen Geometrie, die das perfekte Gleichgewicht zwischen aggressiv-gestreckter Rennposition und dem Komfort einer aufrechten Sitzposition trifft. Dies wird über ein flacheren Lenkwinkel, ein etwas längeren Radstand und ein erhöhtes Steuerrohr erreicht. So werden lange Tage im Sattel kein Problem, und das Handling auch auf schwierigen Straßenbelägen zum Kinderspiel.
Für maximale Steifigkeit setzt Cannondale bei diesem Modell auf die sogenannte Power-Pyramide, bei der sich das Sitzrohr asymmetrisch teilt und mit dem extrem breiten BB30A-Tretlager verbindet. Der Komfort wird über die Save-Mikrofederung erhöht, die das Rad sanft über Unebenheiten gleiten lässt. Ab dem Baujahr 2019 gibt es das Synapse nur noch mit Scheibenbremsen, daher muss es auch eine kleine Namensänderung über sich ergehen lassen: es heißt neuerdings Synapse Disc
All-Road Bikes
Ein Road Bike, mit dem du wirklich überall hinkommst, auch im Gelände, ist das Gravelbike Slate. Das erste Cannondale Rennrad mit Lefty-Federgabel ist als sogenanntes Allroad-Bike konzipiert, dass mit hoher Vielseitigkeit punktet und sowohl auf der Straße als auch im Offroad-Bereich und Cyclocross-Bereich seine Stärken hat. Das Slate gehört zum Bereich der New Road Bikes, die auch abseits der Straße eingesetzt werden können. Cannondale bietet hier außerdem die SE Kollektion an, die ausgewählte Synapse Modelle mit breiteren Felgen und Reifen sowie einer angepassten Schaltung ausstattet.
Für alle Sparfüchse hat Cannondale ab 2019 mit dem Topstone ein Einsteigermodell veröffentlicht, dass zeigen soll, wie viel Spaß ein Rennrad abseits der geteerten Wege machen kann. Ein günstiger Alurahmen beheimatet breite Reifen, drei Flaschenhalter und komfortable Extras wie Schutzbleche und Gepäcktäger.
Touring
Für Tourenfreunde die auch mal gerne mit Gepäck reisen gibt es das Modell Touring. Ein extrem stabiler Alurahmen, funktionale Komponenten und praktische Anbauteile wie Gepäckträger und Schutzbleche machen aus dem Cannondale Rennrad den perfekten Packesel für längere Strecken. Weitere Modelle des Road Segments der Amerikaner: SuperX und CAADX Cyclocross Bikes, CAAD Track Bahnräder und das Slice Triathlonrad.
Modelle für Frauen
Für die Damenwelt hat Cannondale zahlreiche Modelle parat. Neben dem Synapse und den CAAD Modellen gibt es auch das SuperSix Evo und das Slate in einer Women Version, die sich durch spezielle Komponenten und eine einzigartige Farbgebung auszeichnet. Ansosnten dürfen sich Frauen über die gleiche Performance freuen wie die Herren und von einem ebenbürtigen Sortiment wählen.
Neue Cannondale Gravel Bikes
Die Trendkategorie Gravel Bike ist auch bei Cannondale gerade ein heißes Thema und wird mit der neuen New Road Kategorie bzw. den SE Modellen stark fokussiert. Für 2018 bekamen die Modellreihen SuperX, Synapse und CAADX eine optimierte Version für den Gravel- und Touring Alltag, die auch 2021 weitergeführt werden. Beispiellose Traktion, viel Schlammfreiheit und präzises, direktes Handling für jedes Terrain sind die Haupteigenschaften.
Worauf du beim Kauf eines Cannondale Rennrads achten solltest
- Aluminium-Rahmen haben ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, Carbonrahmen sind leichter und steifer
- Elektrische Schaltungen sind teuer, aber bestechen mit höchster Schaltpräzision
- 25mm Reifen immer beliebter - besseres Rollverhalten, mehr Traktion bei etwas mehr Gewicht
- Carbon Laufräder sind teuer, aber bieten Top-Performance bei minimalem Gewinn
- Probesitzen, um die perfekte Kombination aus Lenker, Vorbau und Rahmen zu finden.
Cannondale SuperSix Evo Lab71: Infos & Test-Note
Das Cannondale SuperSix Evo Lab71 Unter dem schicken Lackkleid, das sich um Sitzrohr und Sattelstütze wie eine zarte Schicht Blattgold legt, verbirgt sich einer der leichtesten Rahmen (848 Gramm) im Feld. Durch die verhältnismäßig schwere Gabel (435 Gramm) verpasst das SuperSix ein noch besseres Gesamtgewicht, allerdings sind nur zwei Mitbewerber leichter. Bemerkenswert: Das Top-Modell ist trotz One-Piece-Cockpit von Motorsport-Spezialist Momo Design nicht schneller als eine günstigere Ausstattungsvariante mit geklemmtem Aero-Lenker. Mit 210 Watt für 45 km/h fährt das Lab71 trotzdem weit vorne im dicht gestaffelten Peloton.
Konsequenz des Leichtbaus ist die relativ geringe Frontsteifigkeit, die dem Cannondale im Grenzbereich etwas von seiner Spurtreue nimmt. Dagegen federt die Sattelstütze vorbildlich. Die voluminösen Tubeless-Reifen und die gemäßigte Sitzposition runden den hohen Fahrkomfort ab. Über Nackenschmerzen oder Sitzprobleme muss man sich beim SuperSix keine Gedanken machen.
Das High-End-Rad Lab71 ist das Äquivalent zu Luxuslabeln wie S-Works (Specialized) oder CFR (Canyon), bestätigt aber leider auch die Entwicklungsrichtung der Preise in dieser Rad-Kategorie: immer weiter nach oben. Mit 15.500 Euro nimmt das Cannondale den Spitzenplatz im Testfeld ein. Wer weniger Augenmerk aufs Gewicht legt, findet im SuperSix Hi-Mod 2 eine vielversprechende Alternative - und spart 6500 Euro.
Geometrie
- Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 534/570/165 Millimeter
- Stack/Reach/STR: 581/384 Millimeter/1,51
- Stack+/Reach+/STR+: 631/577 Millimeter/1,09
- Radstand/Nachlauf: 995/60 Millimeter
Ausstattung
- Antrieb/Schaltung: SRAM Red AXS (2x12; 48/35, 10-33 Z., PM)
- Bremsen: SRAM Red HRD (160/140 mm)
- Reifen: Vittoria Corsa Pro TLR 29 mm (eff.: 29 mm)
- Laufräder: Reserve 42/49 Turbulent Aero
- Laufradgewichte: 1135/1474 Gramm (v./h.)
Messwerte
- Gewicht Komplettrad: 6810 Gramm
- Luftwiderstand: 210 Watt
- Frontsteifigkeit: 7,4 N/mm
- Tretlagersteifigkeit: 57 N/mm
- Komfort Heck: 133 N/mm
- Komfort Front: 92 N/mm
Vor- und Nachteile des Cannondale SuperSix Evo Lab71
- Plus: leichter Rahmen, sehr komfortabel, schickes Design
- Minus: nicht besonders steif, extrem teuer
So testet TOUR
Gewicht (25 Prozent der Gesamtnote): Für die Bewertung zählt das gewogene Komplettradgewicht in der einheitlichen Testradgröße 56-57 Zentimeter. Wir weisen zur Orientierung aber auch die Laufradgewichte aus. Die Notenskala ist so gelegt, dass bei einem mittleren Streckenprofil von 1000 Höhenmetern pro 100 Kilometern die physikalische Wirkung von Gewicht und Aerodynamik für die Durchschnittsgeschwindigkeit vergleichbar ist. Zur Orientierung: Die aerodynamische Optimierung des Rades kann auf solch einer Strecke bis zu knapp vier Kilogramm Gewicht kompensieren. Gleichzeitige Bestnoten in Gewicht UND Aerodynamik schließen sich aus, aber es gibt Rennräder, die einen sehr guten Kompromiss finden. Ist die Strecke bergiger als unsere Referenzstrecke, nimmt die Bedeutung des Gewichts zu, ist die Strecke flacher, wird die Aerodynamik wichtiger.
Luftwiderstand (25 Prozent): Dynamisch gemessen im Windkanal, mit TOUR-Dummy, drehenden Rädern, bewegten Beinen und über ein großes Spektrum von Anströmwinkeln. Verdichtet zu einer Aerodynamik-Note für typische Umweltbedingungen. Frontsteifigkeit (10 Prozent): Wichtige Größe für die Lenkpräzision und das Vertrauen ins Rad bei hohem Tempo, ermittelt im TOUR-Labor. Es wird eine Gesamtsteifigkeit am fahrfertig montierten Rahmen-Set ermittelt, also inklusive Gabel. Die Steifigkeitswerte werden gedeckelt. Ziel sind nicht unendlich steife, sondern ausreichend fahrstabile Rahmen.
Tretlagersteifigkeit (10 Prozent): Verrät, wie stark der Rahmen bei harten Tritten, zum Beispiel im Sprint, nachgibt. Diese Messung findet ebenfalls im TOUR-Labor statt, mit einer realitätsnahen Aufspannung, bei der sich der Rahmen wie im Fahrbetrieb verformen kann. Komfort Heck (10 Prozent): Ein Maß für die Nachgiebigkeit bei Fahrbahnstößen, gemessen im TOUR-Labor. Es wird ein Federweg bei Belastung der Sattelstütze gemessen. Der Messwert korreliert sehr gut mit den Fahreindrücken und dem Komfortempfinden. Gute Noten bedeuten auch eine ordentliche Fahrdynamik, die sich auf schlechten Straßen positiv auf die Geschwindigkeit auswirkt.
Komfort Front (5 Prozent): Analog zum Heck wird die Verformung des Lenkers unter Last ermittelt. Eine gute Note bedeutet viel Federkomfort, was die Hände auf langen Touren entlastet. Starke Sprinter, die viel Steifigkeit wünschen, sollten aber eher auf einen steifen Lenker achten. Schalten (5 Prozent): Die Schalteigenschaften werden im Fahrtest ermittelt. Bewertet wird nicht der Preis oder die Qualitätsanmutung einzelner Komponenten, sondern ausschließlich die Funktion des gesamten Getriebes. Dabei spielen beispielsweise auch die Zugverlegung, die Qualität der Züge und die montierte Kette eine Rolle.
Bremsen (5 Prozent): Ähnlich wie beim Schalten zählt auch hier der Test auf der Straße, es fließen zusätzlich die Erfahrungen aus unseren unzähligen Tests von Bremsen mit in die Bewertung ein. Dabei wird nicht das Bauteil selbst, sondern die Funktion als Zusammenspiel von Bremskörper, Belägen, Felgen bzw. Scheiben und Zügen sowie Zugverlegung bewertet: Wie gut lassen sich die Bremsen modulieren? Wie standhaft sind die Bremsen, wie lang sind die Bremswege?
Reifen (5 Prozent): Bewertet werden Rollwiderstand und Grip - soweit bekannt aus einem unserer unabhängigen Reifentests oder anhand des Fahreindrucks. Die Gesamtnote wird arithmetisch aus den prozentual unterschiedlich gewichteten (Prozentangaben in Klammern) Einzelnoten gebildet.
Cannondale SuperSix Evo Hi-Mod 2 im TOUR-Test
Der Start in die aktuelle Rennsaison ließ sich für EF Education EasyPost sensationell gut an. Das US-Team, das 2022 lange Zeit gegen den Abstieg aus der World Tour gekämpft hatte, fuhr binnen weniger Wochen mehr Siege ein als im gesamten vergangenen Jahr. Bei den Frühjahrsklassikern und der Tour de France konnten die “Pink Panther” diesen Trend zwar nicht mehr nachhalten; dennoch präsentiert sich die Equipe um den Deutschen Jonas Rutsch in den vergangenen Monaten wie ausgewechselt.
Laut Rutsch liege es neben einer klaren Rollenverteilung im Team vor allem am Material: dem neuen SuperSix Evo von Cannondale. “Es ist definitiv das beste Straßenrad von Cannondale, auf dem ich bislang gesessen bin”, sagt der Klassikerspezialist, der auf dem Renner als Teil einer Spitzengruppe lange die Flandern-Rundfahrt prägte. TOUR stellte das Renngerät von Cannondale in der Ausstattung als Hi-Mod 2 im Windkanal, Labor und Fahrbetrieb auf die Probe.
Cannondale SuperSix - Schnell wie Aero-Spezialisten
Wie der Vorgänger ist auch die vierte Ausbaustufe des SuperSix als Wettkampf-Allrounder konzipiert, der verschiedene Terrains unter die Reifen nimmt und bei EF Education-EasyPost als Hauptarbeitsgerät zum Einsatz kommt. Das neue ist allerdings um eine Rennklasse schneller als das alte Modell. 12 Watt muss der Fahrer bei einer Anströmgeschwindigkeit von 45 km/h weniger leisten, um den Luftwiderstand des Rades zu überwinden.
Mit 207 Watt zählt das SuperSix damit zu den schnellsten Serienrädern der Welt und schafft den Anschluss zu Spezialisten wie dem Scott Foil oder Stevens Arcalis. Selbst Cannondales SystemSix, vor vier Jahren mit 203 Watt noch der schnellste Aero-Bolide im TOUR-Test, liegt in Reichweite.
Schwerer Antrieb und Laufradsatz
Optisch grenzt sich das SuperSix klar von den Aero-Flundern ab und kommt mit einem moderat optimierten Rahmen-Set, das zu den leichtesten auf dem Markt zählt. Speziell das Sitzrohr mit stromlinienförmigem Querschnitt und die grazile Carbonsattelstütze sind sehr markant. Außerdem verlaufen die Leitungen nun erstmals teilweise integriert.
Beim Gesamtgewicht fällt das Hi-Mod 2 hingegen etwas ab. Sowohl der Antrieb mit Shimanos Ultegra Di2 als auch der vergleichsweise schwere Laufradsatz der Eigenmarke Hollowgram machen sich auf der Waage bemerkbar. Auf der Straße präsentiert sich das Cannondale als agiler Flitzer, auf dem sich relativ mühelos Höhenmeter sammeln lassen und in der Ebene ordentlich geballert werden kann.
Großer Pluspunkt ist wie beim Vorgänger der beeindruckende Komfort, eine Co-Produktion der gut federnden Aero-Stütze und des Sitzrohrs, das Richtung Tretlager schlanker wird. Mit bis zu 30 Millimeter breiten Reifen ließe sich das SuperSix zudem noch besser für Rüttelpisten wappnen. Abgerundet wird der komfortable Fahreindruck durch die für ein Wettkampfrad relativ aufrechte Sitzposition.
SuperSix oder SystemSix?
Damit läuft das SuperSix dem SystemSix den Rang ab. Bei Gewicht und Komfort lässt die Neuheit den Aero-Boliden aus demselben Stall klar hinter sich, bei den aerodynamischen Qualitäten trennen beide Modelle nur noch Nuancen.
Der Leichtbau offenbart jedoch eine Schwachstelle: die Steifigkeitswerte. Speziell die Gabel schneidet auf dem TOUR-Prüfstand nur durchschnittlich ab und verformt sich bei seitlicher Krafteinwirkung vergleichsweise stark. Leichte Rennfahrer werden davon nichts merken und das SuperSix auch bei hohem Tempo punktgenau in die Kurve legen können, schwerere Piloten dürften sich jedoch eine etwas fahrstabilere Basis wünschen - sofern der Renner überhaupt zum Budget passt.
Keine günstige Variante
Zwar bietet Cannondale drei Qualitätsstufen an, die sich um bis zu 160 Gramm bei Rahmengewicht und Ausstattungen unterscheiden. Eine wirklich günstige Variante findet sich allerdings nicht. Bereits die Basisversionen mit 930 Gramm schwerem Carbonrahmen und Ultegra Di2 oder SRAM Force AXS kosten fast 7000 Euro; für das von uns getestete Hi-Mod 2 mit Lenker-Vorbau-Einheit werden 9000 Euro fällig. Extrem fällt der Preissprung zu den beiden Top-Modellen aus, die deutlich über 10000 Euro liegen und mit einem einteiligen Carbon-Cockpit ausgestattet sind, das in Kooperation mit dem italienischen Motorsport-Spezialisten Momo Design entwickelt wurde. Die Profi-Variante namens Lab71, eine neue Premiummarke des US-Herstellers, basiert laut Cannondale auf einem 770 Gramm leichten Rahmen - im Peloton ein neuer Bestwert. Oder wie Rutsch sagen würde: “Das beste Straßenrad von Cannondale.”
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 8999 Euro |
| Gewicht Rahmen/Gabel/Steuerlager | 864/450/56 Gramm |
| Sitz-/Ober-/Steuerrohr | 535/570/165 Millimeter |
| Stack/Reach/STR | 581/386 Millimeter/1,51 |
| Radstand/Nachlauf | 1005/46 Millimeter |
| Antrieb/Schaltung | Shimano Ultegra Di2 (2x12; 52/36, 11-30 Z.) |
| Bremsen | Shimano Ultegra (160/160 Millimeter) |
| Laufräder/Reifen (Gewichte) | Cannondale Hollowgram 50 R-SL/Continental Grand Prix 5000 25 Millimeter (v./h.: 1203/1603 g) |
| Gewicht Komplettrad | 7,3 Kilo |
| Lenkkopfsteifigkeit | 90 Nm/° |
| Seitensteifigkeit Gabel | 40 N/mm |
| Tretlagersteifigkeit | 56 N/mm |
| Federhärte Sattelstütze | 120 N/mm |
| Aerodynamik | 207 Watt |
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