Wer sich mit High-End-Fahrrädern beschäftigt, wird sicher feststellen, dass statt eines exquisiten Fahrrades einige alternative Geldanlagen möglich wären.
Warum kosten manche Fahrräder mehr als ein Auto?
Was auf den ersten Blick absurd klingt, hat mehrere Gründe: Bei den teuersten Fahrrädern der Welt geht es meist nicht um reine Funktion. Es geht um Prestige, Materialfetisch, Handwerkskunst - oder um Kunst.
Manche Modelle sind Unikate, vergoldet, mit Diamanten besetzt oder in Zusammenarbeit mit berühmten Automarken, Designern und Künstlern entstanden. Andere wiederum setzen Maßstäbe in Sachen Technik, Leichtbau oder Aerodynamik.
Die teuersten Mountainbikes im Überblick
Für alle, die mehr Extravaganz auf zwei Rädern suchen oder sehen wollen, was aktuell technisch möglich ist, zeigen wir die Mountainbikes mit den sportlichsten Preisen.
Bei der Suche nach den teuersten Mountainbikes, die man serienmäßig erwerben kann, trifft man auf die üblichen Verdächtigen. Auch wenn beispielsweise Specialized und Scott ihre Preise in der Luxus-Klasse leicht gesenkt haben, finden sich einige Marken wie Rocky Mountain und Cannondale, die exklusive Räder jenseits der magischen 10000-Euro-Marke anbieten.
Neben Modellen, die schon 2016 in unseren "Charts" aufgetaucht sind, aber auch noch serienmäßig beim Händler stehen, stellen wir Ihnen auch edle Neuheiten vor, die Biken zum Luxus-Sport machen.
Einige der teuersten Mountainbikes im Detail
- Intense Recluse SL Factory: Das für 2017 neue Intense Recluse Factory zeichnet sich durch einen leichten Carbon-Rahmen aus, der mit edlen Titan-Bauteilen versehen ist. Gabel und Dämpfer von Fox bieten vorne 150 und hinten 140 Millimeter Federweg. Srams XX1-Gruppe wechselt die Gänge auf der E13-Kassette und Shimano-XTR-Bremsen bringen das für den All-Mountain-Einsatz konzipierte Bike sicher zum Stehen. Mit den Factory-Varianten des Spider, Carbine und Tracer bietet Intense noch drei weitere Luxus-Mountainbikes im Bereich von jeweils 12500 Euro an.
- Cannondale Scalpel-SI Black Inc: Das neue Race-Fully von Cannondale wurde vor wenigen Monaten beim BIKE-Festival enthüllt. Im Vergleich zum Vorgängermodell rollt das Scalpel nun auf 29-Zoll-Laufrädern. Das Vollcarbon-Fully verfügt über eine Shimano XTR Di2-Schaltung, Shimano XTR-Bremsen sowie Enve Carbon-Laufräder. Das Bike ist außerdem mit einem Full-Sprint-Hebel ausgestattet, mit dem sich die 100 Millimeter in Gabel und Dämpfer (Rock Shox Monarch) mit einem Knopfdruck blockieren lassen.
- Intense Primer SL Factory: Ist das neue Primer von Intense das schnellste Trail-Bike des Planeten? Es ist jedenfalls eines der teuersten auf diesem Einsatzgebiet. Die High-End-Variante besitzt einen leichten Carbon-Rahmen, der mit Titan-Bauteilen veredelt ist. Neben Srams XX1 Eagle-Gruppe verbaut Intense eine 130er Fox 34 Float Factory-Gabel und einen Fox Float Factory-Dämpfer. Leichte 29-Zoll-Laufräder mit Carbon-Felgen von DT Swiss im Boost-Standard sind bei der SL Factory-Ausführung des Primer serienmäßig verbaut.
- BMC Fourstroke 01 XTR Di2: Im Vergleich zu 2016 wurden am Fourstroke lediglich kleine optische Updates, jedoch keine technischen Veränderungen vorgenommen. Auch ist das BMC ein richtiges Wettkampfgerät: 29er-Laufräder, Race-Geometrie, die APS-Federung und eine hohe Rahmensteifigkeit verleihen dem Fully Stabilität, Sicherheit und Schnelligkeit. Der leichte Carbon-Rahmen macht das BMC Fourstroke zu einer echten Rennmaschine. An neuester Technik fehlt es diesem Bike auch nicht: Die elektronische Shimano XTR Di2 mit 2x11-Antrieb sorgt für nahtlose Schaltvorgänge und ideal abgestufte Übersetzungen.
- Pivot Switchblade: Das mit einem Eurobike-Award 2016 ausgezeichnete Switchblade ist bei identischem Federweg mit 27,5+ sowie 29 Zoll kompatibel. Der Carbon-Rahmen besitzt eine neue, lange und flache Geometrie und wiegt inklusive Dämpfer unter drei Kilogramm. Beim vielseitigen Allmountain wird mit der elektronischen Shimano XTR Di2 geschaltet. Gabel und Dämpfer kommen aus dem Hause Fox und bieten vorne 150 Millimeter (auf 160 optional erweiterbar) und hinten 135 Millimeter Federweg.
- Cannondale Habit-CRB Black Inc: "Wenn du nach einem Bike suchst, das alles kann, dann nimm ein Habit", lautet es im Hause Cannondale. Das Habit-CRB Black Inc ist dabei das Nonplusultra, was auch unschwer an seinem stolzen Preis zu erkennen ist. Durch seine Kombination aus 120 Millimetern Federweg vorne und hinten, einer abgestimmten Trail-Geometrie und der hochwertigen Ausstattung ist das Habit verspielt, agil und sehr leistungsfähig in jedem Gelände. Geschaltet wird, wie bei den meisten Top-Modellen in dieser Liga, mit der elektronischen Shimano XTR Di2. Zu kaufen gibt’s das Fully nur mit 27,5-Zöllern.
- Merida Ninety-Six 9000-E: Auch Merida arbeitet derzeit mit den leichtesten Materialien: Das Cross-Country-Fully bringt mit seinem Carbon-Rahmen laut Hersteller 9,87 Kilo auf die Waage. Am Edel-Merida mit 100 Millimetern Federweg an Gabel und Dämpfer ist außerdem der Boost-Standard verbaut. Je nach Rahmengröße kann das Bike mit 27,5 (S und M) oder 29 Zoll (M, L und XL) gekauft werden.
- Pivot Mach 4 Carbon: Neben dem Switchblade findet man auch das Mach 4 von Pivot im Luxus-Segment der Mountainbikes. Mit dem leichten Carbon-Rahmen soll das Fully sowohl auf Cross-Country-Strecken als auch auf Trails Spaß machen. Mit 115 Millimetern Federweg am Heck und 120 Millimetern in der Front filtert das Fox-Fahrwerk auch grobe Schläge souverän weg und gibt sehr definiertes Feedback. Wie in dieser Preisklasse üblich, ist das universell einsetzbare Pivot mit Shimanos XTR Di2 ausgestattet.
- Rocky Mountain Element 999 RSL: Der Race-Klassiker von Rocky Mountain wurde komplett überarbeitet und dabei mehr auf Trail getrimmt. Die 120-Millimeter-Gabel arbeitet mit einem feinfühligen 100-Millimeter-Heck zusammen. Das Ride9-System von Instinct und Co. kommt jetzt auch am Element zum Einsatz, wodurch die Geometrie und das Fahrwerk auf persönliche Vorlieben angepasst werden können.
- Bianchi Methanol CV: Ein Hardtail für knapp 10000 Euro? Da staunt man nicht schlecht. Zustande kommt dieser stolze Preis des Methanol CV durch hochwertige Komponenten und die neueste Technologie: Laut Bianchi soll Countervail 80 Prozent der Vibrationen absorbieren. Der Rahmen besteht aus einem visko-elastischen Carbon-Material, das bereits an den Rennrädern des italienischen Herstellers verbaut wird und erstmalig auch am Methanol zu Einsatz kommt.
Teure Mountainbikes 2025
Hier kommen die 6 teuersten verfügbaren Bikes auf dem Markt, Stand März 2025 (UVPs):
- Scott Spark RC SL: Die Schweizer haben gleich zwei Bikes im Sortiment, für die sie ganze 14.999 Euro aufrufen. Dafür gibt’s neben Edel-Parts das vollelektronische Fahrwerk Flight Attendant von Sram.
- Specialized S Works Epic 8: Für mehrere Modelle ruft Specialized 14.500 Euro auf. Gewicht laut Hersteller: 10,6 Kilo (ohne Pedale).
- Pinarello Dogma XC: Die Italiener verlangen 13.690 Euro für das Worldcup-Renngerät von Promi-Racer Tom Pidcock. Bei den Anbauteilen wurde nur das Edelste ausgewählt, was man auch wirklich erwarten darf bei so einem Preis.
- BMC Fourstroke 01 Team: Für die limitierte Worldcup-Edition des Fourstroke 01 Team rufen die Schweizer 13.499 Euro auf. Das edle Cross-Country-Gerät mit Öhlins-Fahrwerk und Ultra-Light-Anbauteile garantiert maximalen Vortrieb und Status auf der Hausrunde.
- Stoll M3 Stage Race Lightweight: Stoll bietet ihr Highend-Modell des M3 Stage Race für 12 500 CHF an, was einem Euro-Preis von rund 13.270 Euro entspricht. Dafür gibt’s ein 9400 Gramm (Herstellerangabe) leichtes Cross-Country-Bike mit 130 Millimeter Hub in Front und Heck, dazu edle Komponenten und Anbauteile.
- Trek Supercaliber SLR 9.9: Mit 12.999 Euro schafft es das Cross-Country-Arbeitsgerät von Worldcupperin Evie Richards und Co. Die 110-mm-Federgabel und der IsoStrut-Dämpfer im Heck mit 80 mm Federweg werden von der Flight Attendant Technologie gesteuert.
Luxus auf zwei Rädern - (fast) ohne Grenzen
Ob vergoldetes Sammlerstück, futuristisches Leichtbauwunder oder kunstvolles Designobjekt: Die teuersten Fahrräder der Welt spielen in einer eigenen Liga. Und sie zeigen, dass auch ohne Motor ordentlich Geld bewegt werden kann - nur eben mit Muskelkraft.
Extravagante E-Bikes
E-Bikes erleben in Deutschland und eigentlich in der ganzen Welt einen unvergleichlichen Boom. Anstatt den schnöden Mammon im Tausch gegen einen müden Kleinwagen bei einem gierigen Autohändler abzuliefern hat man jetzt eine echte Alternative.
Terminus M55
Mit 120 km/h Topspeed und einem Kaufpreis von 27.000 € ist dieses E-Bike das wohl schnellste und teuerste in Serie gefertigte Elektro-Fahrrad der Welt.
Im Terminus M55 arbeiten 2000 Watt für satten Fahrspaß. Und um neidischen Unkenrufen zuvorzukommen: mit einer „Tankfüllung“ kommt das M55 immerhin 80 Kilometer weit.
Der Gesetzgeber macht auch deutlich, dass das M55 nicht im breiten E-Bike-Pulk zuhause ist: für das M55 benötigt man ein Nummernschild, da es schneller als 25 km/h fährt.
PG Blacktrail
Bis vor kurzem noch schwelgte die Regensburger Boliden-Schmiede PG-Bikes im High-Speed-Himmel. Satte 100 km/h bringt das BlackTrail auf den Tacho und auf die Straße.
Ausgestattet mit innenbelüfteten Scheibenbremsen, einer hochwertigen LED-Beleuchtungsanlage und speziell entwickelten Reifen, setzt das Blacktrail neue Standards für Luxus und Leistung. Sein Hybridmotor und die Verwendung von hochwertigen Materialien wie Titan, Carbon und Aluminium machen es zu einem wahren Juwel der Technik, das seinen Preis von 27.000 Euro rechtfertigt.
Haibike Xduro Full Seven Carbon: Ein Hai auf Bergtour
Das Haibike Xduro Full Seven Carbon kostet fast so viel wie ein neuer VW Polo: 11 999 Euro. Ist es das auch wert? Nach einer Tour über Berg und Tal mit dem Elektro-Mountainbike weiß man die Antwort.
Zum Preis von 11 999 Euro gibt es ein Maximum an Ausstattung und Qualität: Motor, Akku und Display von Bosch, Scheibenbremsen von Magura, Antrieb von Shimano. Nicht zu vergessen: das Premium-Image.
Das Haibike Xduro Full Seven Carbon ist auch in anderer Hinsicht extrem: Es ist verhältnismäßig leicht. 19 Kilogramm, weniger als eine (volle) Bierkiste wiegt das komplett ausgerüstete Haibike. Andere E-Bikes wiegen dagegen mindestens 21 Kilogramm.
Das geht nur mit Carbonrahmen, von der Winora-Tochterfirma Haibike in Deutschland entwickelt. Gefertigt wird er - wie fast jeder Fahrrad-Rahmen - in Asien.
So fährt es
Mit aktiviertem Boschmotor stürmt der Hai so flott den Hang hinauf, dass man anfangs vom starken Antritt überrascht wird - wer das Gleichgewicht verliert, dem fährt das Rad (für einen halben Meter) glatt davon!
Der Antrieb sitzt am tiefsten Punkt des Rahmens, günstig für den Schwerpunkt, und schiebt gewaltig - in der „Turbo“-Stufe wie Windstärke 12 im Rücken...
Doch schaltet man die Elektrik aus, tritt sich das E-Bike locker und leicht wie ein normales Fahrrad!
Auf normalen Bergtouren genügt der dritthöchste Fahrmodus „Eco“ vollkommen - mit fast 100 Kilometer Reichweite!
Einzig der breite Lenker ist bei schmaleren Passagen im Wald oder auf der Straße zwischen Autos etwas hinderlich, macht das Bike in Kombination mit der kurzen Bauweise und tiefem Tretlager sehr manövrierfähig.
Dank per Knopfdruck versenkbarem Sattel ist Downhill ein Vergnügen: Gewichtsverlagerungen gelingen extrem schnell, das erhöht die Sicherheit.
Technische Daten
Rahmen: Carbon
Motor: Bosch Performance CX (250W)
Bremsen: Magura MT8 (Zwei-Kolben-System)
Kette/Schaltung: Shimano
Akku: Bosch PowerPack 500 Wh
Preis: 11 999 Euro
Das Haibike Xduro in der Topausstattung ist ein Prestige-Rad der Superlative, klarer Fall - auch für ein Viertel des Kaufpreises geht es kaum schlechter über Stock und Stein. Doch die Materialschlacht in Spitzenverarbeitung fühlt sich einfach gut an.
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