Datteln-Hamm-Kanal-Radweg: Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse

Es gibt kaum einen anderen Ort, an dem man so viel Geschichte, Kultur und Natur auf einmal zu sehen bekommt, wie entlang der Kanäle im Ruhrgebiet. Einst handelte es sich bei den Kanälen lediglich um Bundeswasserstraßen, doch heute gibt es dort ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten und Attraktionen.

Insgesamt verlaufen vier Kanäle direkt durchs Ruhrgebiet: der Datteln-Hamm-Kanal, der Dortmund-Ems-Kanal, der Rhein-Herne-Kanal und der Wesel-Datteln-Kanal. All diese Kanäle haben gemeinsam, dass sie von vielen außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten umgeben sind, die sich unmöglich alle aufzählen lassen.

Der Datteln-Hamm-Kanal: Eine Reise durch das Ruhrgebiet

Mit seiner Länge von ganzen 50 Kilometern ist der Datteln-Hamm-Kanal lange nicht mehr nur ein Zweckmittel für die Beförderung von Schiffsgütern. Der Kanal hat sich mit der Zeit zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt, das von vielen verschiedenen Freizeitattraktionen umgeben ist und daher viele Besucher anlockt. Wie der Name schon sagt, führt der Kanal von der Stadt Hamm über Bergkamen, Lünen und Waltrop bis nach Datteln, wo er in den Dortmund-Ems-Kanal abzweigt.

Der erste Teil des Kanals von Datteln bis zum heutigen Standpunkt der Schleuse Werries in Hamm, wurde bereits 1914 fertiggestellt. Bis zum Jahre 1933 wurde der Kanal bis zum RWE Kraftwerk Westfalen ausgebaut, wodurch er heute auf eine beeindruckende Länge von 50 Kilometern kommt.

Die Reise geht los: wir starten in Datteln, wo der Datteln-Hamm-Kanal in dem Dortmund-Ems-Kanal mündet und seinen eigenen Weg bis nach Hamm geht. Schon hier in Datteln finden wir die erste populäre Sehenswürdigkeit direkt am Ufer des Kanals und zwar die „Halde Losheide“, von welcher aus man einen einmaligen Blick aufs Wasser hat. Doch unsere Reise geht weiter in Richtung Waltrop.

Schon hier beginnt der moderne und gepflegte Radweg entlang des Datteln-Hamm-Kanals, auf welchem Spaziergänger und Radfahrer auf dem gesamten Weg bis nach Hamm die Aussicht aufs Wasser genießen können. Vorbei an der Stadt Waltrop und der wunderschönen Reitanlage Schloss Willbringen, gelangen wir nun durch ein Industriegelände zum Naturschutzgebiet „Welschenkamp“ in der Stadt Lünen, direkt am Datteln-Hamm-Kanal.

Auf einer Fläche von 28 Hektar findet sich hier eine malerische Naturlandschaft mit vielen heimischen Tieren und Pflanzen. In Wäldern und auf Ackerflächen, können wir hier die Natur voll und ganz auf uns wirken lassen! Der Weg entlang des Kanals führt uns an insgesamt 43 Brücken vorbei und eine der eindrucksvollsten Brücken liegt hier in Lünen.

Die moderne Bebelbrücke bietet einen außergewöhnlichen Anblick für Spaziergänger und Radfahrer. Kurz hinter der Brücke liegt auf der südlichen Seite des Kanals auch der Seepark Lünen, in dem wir uns so richtig im und an und auf dem Wasser entspannen können. In diesem Park liegt direkt am Datteln-Hamm-Kanal der Horstmarer See, der von vielen Spazierwegen umgeben ist und somit zu einem Spaziergang an der Promenade des Kanals einlädt.

In Bergkamen angekommen, ist die „Halde Großes Holz“ unser erstes Ziel. Die alte Zechenhalde lässt sich zu Fuß erklimmen und oben angekommen, können wir von einem Hochplateau aus den Blick über Bergkamen und den Datteln-Hamm-Kanal in Ruhe auf uns wirken lassen. Unser nächster Halt ist am Beversee, der ebenfalls direkt am Ufer des Kanals liegt und umgeben von einem dichten Wald viel Platz für Wanderer bietet. Von hier aus hat man auch einen sehr guten Blick aufs Kraftwerk Bergkamen.

Direkt neben dem See liegt der Hafen „Marina Rünthe“, welcher einer der größten Häfen am Datteln-Hamm-Kanal ist. Für uns geht es erst einmal weiter in Richtung Osten, wo wir die Stadt Hamm erreichen. Hier findet sich auf der nördlichen Seite des Kanals das Naturschutzgebiet „Am Tibaum“, welches vom Datteln-Hamm-Kanal und der Lippe wie eine kleine Insel vom Rest der Welt abgeschnitten ist.

Es ist also der perfekte Ort für Wanderer und Spaziergänger dem Alltag zu entfliehen. Auf grünen Wiesen, umgeben von Bäumen und Wasser, vergisst man für kurze Zeit, dass man sich mitten in einer Großstadt befindet. Weiter geht es zur wohl bekanntesten Brücke dieses Kanals: der Marathon-Brücke. Diese führt uns ins Grüngebiet „Ehemaliger Radbodsee und Alte Lippe“, wo sich auch ein kleiner Freizeitpark befindet, der sich ausgezeichnet für Kleinkinder eignet.

Hinter der Naturlandschaft rund um den Radbodsee kann man außerdem die alte Halde Radbod mit ihrem rustikalen Förderturm bestaunen. Wir nähern uns dem Stadtzentrum der Stadt Hamm und gelangen somit auch zum Hafen der Stadt Hamm, welcher der größte Hafen an diesem Kanal ist. Bevor wir das Innere Hamms durchqueren, kriegen wir noch den „Rhenus Kran“ zu sehen, der ein sehr schönes Fotomotiv darstellt.

Wir durchqueren nun die Innenstadt Hamms, vorbei am großen Sportzentrum der Stadt und gelangen zu unserem nächsten Ausflugsziel, dem Kurpark Hamm. Dieser besteht aus einem kleinen See und einer malerischen Waldfläche, die zum Entspannen einlädt. Auf der nördlichen Seite des Kanals befindet sich genau hier auch ein Aussichtsturm, von dem aus man den Datteln-Hamm-Kanal aus einer ganz neuen Perspektive auf sich wirken lassen kann.

An der schmalen Schleuse Werries müssen wir nun feststellen, dass sich unsere Reise langsam dem Ende neigt. Doch auch hinter der Schleuse gibt es noch ein paar Orte, die es sich zu besuchen lohnt, wie die einzigartige Brücke „Schulweg-Steg“ oder den hinduistischen Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel.

Ein Ausflug zum Datteln-Hamm-Kanal ermöglicht einen einmaligen Blick aufs Ruhrgebiet, bei dem man sowohl die Industriegelände, Seen und Naturschutzgebiete bestaunen kann.

Weitere Kanäle im Ruhrgebiet

Neben dem Datteln-Hamm-Kanal gibt es noch weitere Kanäle im Ruhrgebiet, die sich für einen Ausflug lohnen:

  • Dortmund-Ems-Kanal: Dieser Kanal führt vom Dortmunder Hafen bis nach Papenburg in Niedersachsen und mündet dort in die Ems. Mit seiner beeindruckenden Länge von etwa 225 Kilometern ist dieser Kanal der zweitlängste in ganz Deutschland.
  • Rhein-Herne-Kanal: Der Rhein-Herne-Kanal führt einmal quer durchs Ruhrgebiet und lässt dabei kaum eine Stadt aus.
  • Wesel-Datteln-Kanal: Der Wesel-Datteln-Kanal überzeugt zwar nicht mit so vielen Touristenattraktionen, dafür aber mit unberührten Naturlandschaften und unzähligen Wandermöglichkeiten.

Radfahren am Datteln-Hamm-Kanal

Der Radweg am Datteln-Hamm-Kanal ist 47 Kilometer lang. So lang wie der Kanal. Die Tour führt vom Hafen in Hamm über Lünen und Waltrop bis zum Dortmund-Ems-Kanal in Datteln. Oder eben umgekehrt rum. Der Hamm-Datteln-Kanal ist eher etwas für Naturfreunde. An anderen Radwegen gibt es kaum Sehenswürdigkeiten.

Wer es noch ein Stückchen weiter schafft, biegt am sehenswerten Schiffshebewerk Henrichenburg Richtung Dortmund ab. Dann geht es weiter bis zum Hafen in der nördlichen Dortmunder Innenstadt. „Flach wie Holland“ urteilen Radwege-Führer über die Strecke. Der Höhenunterschied zwischen Hamm und Datteln beträgt gerade einmal 6,5 Meter. Schiffe überwinden die Höhe mit Schleusen.

Tourenvorschläge des ADFC Hamm

Hamm bietet sich als hervorragender Ausgangspunkt für Radtouren in das Umland an. Der ADFC Hamm hat eine Reihe von Radtouren zusammengestellt:

  1. Haldenzeichen-Radtour: Vorbei an Haldenzeichen und Denkmälern des Kohlebergbaus (28 km).
  2. Panoramatour: Zu interessanten Orten in Hamm, darunter Hafen Hamm, Haus Ermelinghof und Kurpark (32 km).
  3. Marathonstrecke: Durch alle Stadtbezirke von Hamm (42 km).
  4. Schloss Oberwerries: Zum Wasserschloss Oberwerries und dem Maximilianpark (18 km).
  5. Zeche Westfalen und Schloss Oberwerries: Zur Zeche Westfalen und Schloss Oberwerries (32 km).
  6. Werne: Durch die Geinegge und das Naturschutzgebiet Tibaum nach Werne (37 km).
  7. Marina Rünthe und Beversee: Entlang des Kanals zur Marina Rünthe und dem Naturschutzgebiet Beversee (35 km).
  8. Kamen und Seseke-Radweg: Nach Kamen und entlang des Seseke-Radwegs (43 km).
  9. Kirchwelver: Nach Kirchwelver mit den Kirchen des ehemaligen Klosters (37 km).
  10. Alleenradweg und Bahnhof Lenningsen: Auf dem Alleenradweg zum Bahnhof Lenningsen (59 km).
  11. Ameke und Walstedde: Für einen kurzen Ausflug ins Münsterland nach Ameke und Walstedde (30 km).
  12. Schloss Westerwinkel und Werne: Zum Wasserschloss Westerwinkel und nach Werne (48 km).
  13. Schlösser Westerwinkel und Nordkirchen: Weiterfahrt von Schloss Westerwinkel nach Schloss Nordkirchen (Distanz variiert je nach Route).

Dortmund-Ems-Kanal-Route: Auf den Spuren der Frachtschiffe

Der Dortmund-Ems-Kanal verbindet als künstliche Wasserstraße zusammen mit schiffbaren Abschnitten der Ems die Nordsee mit dem Ruhrgebiet. Den Anfang des Kanals und zugleich den südlichsten Punkt bildet der Hafen von Dortmund. Über Münster, Lingen und Meppen verläuft er als ausgebaute Kanalstrecke bis Papenburg. In Datteln ist er mit dem Rhein-Herne-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Wesel-Datteln-Kanal verbunden.

Auf rund 350 Kilometern Länge wurde zum 100. Geburtstag des Kanals 1999 ein Radfernweg eröffnet, der vom Kanal begleitet von Dortmund bis nach Norden-Norddeich führt.

Qualität und Streckenführung: Der Radweg führt ausnahmslos durch ebene Landschaften. So geht es im entspannten Wiegetritt auf verkehrsarmen Wegen von Ort zu Ort. Der Radweg verläuft auf beinahe durchgängig asphaltierten Straßen oder befestigten Forst- und Feldwegen. Im Emsland radeln Sie Sie parallel zum Radrundkurs Emsland-Route oder dem Radfernweg Ems-Radweg direkt entlang der Ems (bzw. des Kanals) oder nicht weit von ihr (ihm) entfernt.

Etappen der Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal

  • Dortmund - Lüdinghausen: ca. 45 km
  • Lüdinghausen - Münster: ca. 45 km
  • Münster - Rheine: ca. 60 km
  • Rheine - Meppen: ca. 65 km
  • Meppen - Papenburg: ca. 65 km
  • Papenburg - Emden: ca. 60 km
  • Emden - Norden-Norddeich: ca. 50 km

Hilfreiche Informationen für die Planung und Organisation Ihrer Reise auf der Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal

Generell können Sie in jedem Ort am Radweg zwischen Dortmund und Norddeich Ihre Tour beginnen.

Anreise mit der Bahn: Folgende Orte am Radweg verfügen über einen Bahnhof: Dortmund, Lüdinghausen, Lünen, Münster, Münster, Greven, Rheine, Salzbergen, Emsbüren, Lingen (Ems), Geeste, Meppen, Haren (Ems), Lathen, Aschendorf, Papenburg, Leer und Emden.

Beste Reisezeit: Die beste Reisezeit sind die Sommermonate sowie der September. Beliebt sind zudem das Himmelfahrts- und das Pfingstwochenende.

Rhein-Herne-Kanal: Eine zentrale Wasserstraße

Der Rhein-Herne-Kanal ist eine zentrale Wasserstraße mit wichtiger Bedeutung als Transportweg für Güter, die vom Rhein hinein ins zentrale Ruhrgebiet oder darüber hinaus sogar noch weiter nach Osten geschifft werden.

Der Rhein-Herne-Kanal wird über weite Teile von einem Radweg begleitet, der jedoch nicht explizit ausgeschildert ist und dementsprechend auch keinen eindeutigen Routenverlauf hat. Wer den gesamten Kanal am Stück erradeln möchte, begibt sich auf eine knapp über 50 Kilometer lange Radtour.

Der Kanaluferweg führt Euch von der Schleuse am Duisburger Hafen zunächst nach Oberhausen. Als touristische Sehenswürdigkeiten liegen der Gasometer, das Centro, die LUDWIGGALERIE sowie die markante Brücke Slinky Springs to Fame direkt am Kanal. Im Essener Norden trifft die Route wieder auf den Kanal und führt an der Schurenbachhalde vorbei durch den Nordsternpark nach Gelsenkirchen. Ab der ZOOM Erlebniswelt wechselt der Radweg immer wieder die Kanalseite. Dabei radelt Ihr u.a. über die beeindruckende Grimberger Sichel. Am Herner Meer wird der Kanal plötzlich wie ein kleiner See, unerwartet breit.

Dattelner Runde: Per Rad rund um Datteln

Die Dattelner Runde führt Euch, wie der Name schon verrät, auf 42 Kilometern per Rad rund um Datteln. Dabei radelt Ihr zu Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten einer vielfältigen Kulturlandschaft zwischen Lippe, Haard und Kanal. Ganz entspannt geht es für Euch über Wirtschaftswege zwischen Feldern und grünen Wäldern und auf begleitenden Kanaluferwegen über den größten Kanalknotenpunkt der Welt.

Die Tour startet am Wanderparkplatz Katenkreuz. Von dort aus orientiert Ihr Euch zunächst rechts und taucht ab in die wunderschöne Haard. Auf unbefestigten Waldwegen gilt es jetzt, einige Höhenmeter zu meistern. Die „Bergetappe“ geschafft, fahrt Ihr über Feldwege, durchquert die Siedlung im Winkel und kommt schließlich im Dorf Horneburg an.

Durch die ländlichen Gebiete rund um Meckinghoven geht es weiter zum Schleusenpark Henrichenburg. Ein kleines Highlight erwartet Euch dort: Ihr fahrt direkt durch den alten Trog der historischen Schleuse. Hier lohnt ein Besuch des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Henrichenburg.

Auf ebenen Wegen fahrt Ihr weiter durch Wiesen und Felder bis zum Dortmund-Ems-Kanal. Von dort aus folgt Ihr den Kanaluferwegen und orientiert Euch rechts. Entlang des Datteln-Hamm-Kanals gelangt Ihr in den Waltroper Ortsteil Holthausen und überquert den Datteln-Hamm-Kanal.

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