DAV Würzburg Mountainbike Touren

Mountainbiken erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hat sich mittlerweile zum absoluten Breitensport entwickelt.

Als Teil des Netzwerkes der Mountainbike-Ansprechpartner des DAV bin ich Schnittstelle zwischen dem Bergbund, seinen Mitgliedern und dem DAV für den Bereich Mountainbiken.

Ich habe 2025 meine DAV-Ausbildung zum Mountainbikeleiter abgeschlossen und biete hier in unserer Region Feierabend- und Ganztagestouren an.

Es würde mich sehr freuen, wenn sich interessierte Mountainbiker für naturverträgliche Ausfahrten finden würden.

Tourenvorschläge sind dabei immer willkommen. Sehr gerne auch mit einer gemeinsamen Einkehr.

Für eine solch ehrgeizige Tour per Mountainbike im hochalpinen Terrain bis über 3000 m Höhe braucht es neben einer peniblen Vorbereitung eine sehr gute Motivation.

So wurde Martin bereits bei der Anreise auf eine harte Probe gestellt: Auf dem Radweg unterwegs zum Busbahnhof in Würzburg fegte ihn ein Rüpel vom Bike.

Doch selbst diverse Prellungen und eine arg verstauchte Hand konnten ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen, ebenso wenig wie die überaus beschwerliche Nachtfahrt per FlixBus nach Turin.

Gleich zu Beginn der Tour hätte uns ein Lift den ersten Anstieg erspart, wenn er denn gefahren wäre.

So erreichten wir die Passhöhe später und auch hungriger als geplant.

Doch das Schicksal meinte es gut: genau hier rastete eine freundliche schwäbische Familie im Land Rover und spendierte uns Bananen sowie Trinkwasser.

Trailabfahrt durch ein traumhaftes Hochtal, dann folgte nochmals ein Anstieg, bis wir schließlich den eher mondän anmutenden Wintersportort Montgenèvre erreichten, den wir bereits im letzten Jahr passiert hatten.

Es stellte sich als überaus klug heraus, hier nur für ein Eis im Stehen kurz zu pausieren, denn so erreichten wir in letzter Minute den Lift, der uns 1200 Höhenmeter einsparte.

Schließlich gelangten wir noch zu ziviler Zeit und nach kurzem, abendlichen Regenschauer zu unserem Tagesziel mit Blick auf den Talschluss, das Refuge des Fonts.

Eine deftige Schiebepassage auf den Pic du Malrif (2906 m) bei Sonnenschein und angenehmer morgendlicher Kühle leitete den zweiten Tag ein.

Vom Gipfel aus belohnte uns ein Panoramatrail entlang dem Grat, vorbei an einem kleinen tiefblauen See und zumeist flowig durch lichten Wald bis zum 1500 m tiefer liegenden Dorf Abriès.

Kurze Mittagspause am Supermarkt und noch mal 1000 Hm hinauf überwiegend im Sattel, bis wir in goldener Abendsonne entlang einem kleinen Bewässerungskanal unsere Unterkunft, das „Chalet de Genepy“ erreichten.

Bei prächtigem morgendlichem Sonnenschein folgten wir zunächst der Straße bis kurz vor den Col Agnel zum anschließendem Schiebestück auf den Pic de Caramantran mit 3025 m Höhe, bevor ein langer epischer S2-Trail unsere Fahrtechnik auf die Probe stellte.

Sorgenvolle Blicke galten den nun rasch aufziehenden Wolken, aber es blieb trocken bis wir das Dorf Casteldelfino erreichten, wo wir uns in einem winzigen Café stärkten.

Erste schwere Tropfen fielen vom Himmel, als wir das Café verließen, doch innerhalb von Sekunden tobte ein Inferno los: schwallartiger Regen, der nach wenigen Augenblicken in einen anhaltenden Hagelschauer überging, Körner bis Golfballgröße prasselten lautstark herab.

Fast zwei Stunden später hatte der Hagel aufgehört und auch der Regen deutlich nachgelassen, sodass wir auf der Straße bergab rollen konnten, um schließlich trotz der Regenklamotten ziemlich durchnässt das Städtchen Sampeyre zu erreichen.

Der überaus freundlichen Dame im Verkehrsbüro schulden wir lebenslang Dank, denn nur ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass sich schließlich ein Taxiunternehmer aus dem Nachbartal fand, der sich unserer erbarmte.

Mit Anbruch der Dunkelheit erreichten wir unser Quartier im Valle Maira, wo wir schon als „verschollen“ galten.

Der Besitzer zauberte ein leckeres 6-Gänge-Menü auf den Tisch, das für alle Strapazen reichlich entschädigte.

Wir folgten weiter dem Valle Maira und bewältigten 1000 Hm bis zum Pass zum Colle Fauniera.

Bei der Auffahrt streikte Mathias’ Freilauf, doch genau im rechten Moment überholte uns ein Pickup.

Der einheimische Bergbauer fackelte nicht lang und brachte Mathias samt Bike hinauf zum Rifugio Fauniera.

Dort fand er Hilfe, sodass wir die Tour ohne Verzögerung mit einer Traumabfahrt durch eine wilde Schlucht nach Sambuco fortsetzen konnten.

Panini-Pause im Tal und dann auf einsamer Straße hinauf zum Wallfahrtsort Santuario Sant’Anna di Vinadio auf 2075 m zum Einchecken im komfortablen Gästehaus, das mit unzähligen Pilgern gut belegt war.

Unsere Route mussten wir erneut wetterbedingt umplanen - für den ganzen Tag waren starke Gewitter vorhergesagt -, da machen aufgrund mangelnder Infrastruktur in den Westalpen Passübergänge nahe der 3000-m-Marke keinen Sinn.

Also zurück ins Tal und über einen niedrigeren Pass hinüber nach Valdieri, wo wir nach entspannter Trailabfahrt in urigen Holzhütten eines Campingplatzes auf einer ehemaligen Nekropole aus der Steinzeit untergebracht waren.

Bald erreichten wir gewaltige Festungsbauwerke auf den Bergkämmen um Tende, Teil einer gewaltigen Kette historischer französischer Verteidigungsanlagen.

Auf einem sagenhaften technischen Trail gelangten wir nach fast 1500 Tiefenmetern ins Tal und weiter in das Dorf La Brigue, wo wir Unterkunft und leckeres Essen in einem sehr sympathischen kleinen Hotel fanden.

Auf dem ligurischen Grenzkamm forderte uns ein technischer Trail, bis wir schließlich bei Pigna das Tal erreichten und von dort immer leicht bergab flott auf Straße gen Ventimiglia pedalierten, dem Ziel unserer Tour.

Von hier brachte uns die Bahn nach Finale Ligure, wo wir nach ein paar letzten Höhenmetern unser Hotel Rosita erreichten.

Das Team gesund, auch die Räder hatten durchgehalten.

Am nächsten Tag machten wir uns nach einem ausgiebigen Bad im Meer auf den Heimweg, dankbar und reich an bleibenden Erinnerungen.

Der Vorsatz bleibt: Wir kommen wieder, natürlich bestens motiviert!

Es war eine traillastige Rundtour für ambitionierte Fahrtechnikenthusiasten in fantastischer Bergwelt.

Mehr als bei anderen Touren fieberten wir dem Beginn unserer Umrundung entgegen.

Endlich war es soweit - Urlaub!

Stress und Anspannung ließen wir schon auf der Anreise zurück.

Am vorletzten Sonntagabend im Juli trafen wir uns zu acht im Hotel Bergfreund in Herbriggen bei Zermatt.

Chris, Mathias, Rüdiger und unser Guide Martin waren zuvor zum Einradeln noch am Aletschgletscher (nicht ohne Grund zum Weltnaturerbe gekürt) und holten sich den ersten Muskelkater.

Schon am Tag vorher in Kandersteg verletzte sich Michael und konnte die Tour deswegen leider nicht mitmachen.

Auch auf diesem Wege: Nächste Saison klappt’s wieder!

Am Montag wurde es dann ernst.

Bei tiefhängenden Wolken und einsetzendem Regen starteten wir in Richtung Saas-Tal.

Vorbei am Mattmarksee ging es steil bergauf zum Rifugio Oberto Maroli auf 2796 m.

Die Herausforderung, durch die Art der Höhenmeter und das garstige Wetter an und über die persönlichen (Belastungs-) Grenzen hinauszugehen, war wieder einmal eine sehr positive Erfahrung.

Am Dienstag folgte dann bei zusehends besserem Wetter einenlange Abfahrt vom Rifugio, mit immanentem Blick auf die höchste Wand der Alpen, vorbei am Lago delle Fate, über die Alpen Schena und Stiga durchs Sesia-Tal zum Rifugio Città di Mortara - Grande Halte auf 1945 m.

Mit etwa 1500 Hm schien dies gut machbar, die Höhenmeter mussten allerdings schwer erkämpft werden.

Das Erreichen der Gondel zur Unterkunft stellte uns dank der fortgeschrittenen Zeit vor eine ziemliche Herausforderung.

Der Abschluss des Tages gipfelte deshalb in einem Schlussspurt.

Aufgrund der homogenen Gruppe hatten wir trotzdem ungemeinen Spaß dabei.

Zum Glück wurde die Mühe belohnt.

Martin und Kay überzeugten auf unglaublich charmante Weise den einzigen in der Liftstation verbliebenen Angestellten, uns trotz zu später Ankunft doch noch zu unserer Unterkunft mitzunehmen.

Danach waren wir sehr erleichtert und übermannt vom herzlichen Empfang und der Bewirtung durch den originellen Hüttenwirt in seiner sehr charmanten Hütte.

Am Mittwoch ging es vom Rifugio Città di Mortara über den Passo dei Salati und das Rifugio Gabiet mit dem Lago Gabiet und das Colle Betta zum Rifugio Grand Tournalin auf 2535 m.

Mit ca. 1400 Hmwar dies unser erster Tag, der ganz gemütlich anmutete.

Der Fund eines vierblättrigen Kleeblattes entspannte die Anstrengungen bei einer der vielfältigen Schiebepassagen und zeigte, dass wir nicht nur die umwerfenden und beeindruckenden großen Ausblicke genossen, sondern auch die Aufmerksamkeit für die etwas kleineren - an sich unscheinbaren - Dinge nicht verloren hatten.

Donnerstagmorgen erklommen wir eine beim Start bedrohlich wirkende Scharte.

Dort angekommen war der Blick gen Süden bis zum Gran Paradiso frei - und wenig später dann auf endlosen Trails ganz unterschiedlicher Beschaffenheit immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven auch zum Matterhorn.

Dabei ging es vom Rifugio Grand Tournalin über eine Bikeparkeinlage in Breuil-Cervinia zum Rifugio Teodulo auf 3317 m.

Auch an diesem Tag waren mit eigener Muskelkraft nur ca. 1500 Hm zu bewältigen, doch durch einen kräftezehrenden Schlussanstieg waren alle mehr als froh, als sie oben in der grandios gelegenen Hütte angekommen waren.

Kurz bevor wir dort ankamen, bekam Rüdiger einen Lachanfall.

Vielleicht lag’s an der Höhe und dem etwas geringeren Sauerstoffanteil in der Luft.

Beim abschließenden Finish kam der Ernst jedoch wieder zurück.

Die Belohnung für diese Anstrengung gab’s beim Abendessen.

Am Freitag fuhren wir vom Rifugio Teodulo über den Theodulgletscher zum Trockenen Steg (2939 m) hinunter nach Zermatt.

Mit dem Rad auf dem Gletscher unterwegs zu sein, mit dem Matterhorn im Hintergrund, war absolut einmalig.

Nach einer Ehrenrunde zum Stellisee mit weiterem Bilderbuchblick zum Matterhorn ging es weiter auf grandiosen Trails zum Badesee und schließlich zum Ausgangspunkt Herbriggen auf 1260 m zurück.

Auch wenn wir wieder ausgiebig UNO gespielt und die Abende mit guten Gesprächen ausklingen ließen, waren wir ebenso dankbar für die im Vergleich zum Alltag längeren Nächte, in denen wir uns ausgiebig regenerieren konnten.

Und auch die einzige Bikerin der Gruppe, Bettina, stand die Bettenlager ohne größere Schäden durch.

Aha, der Klaus bietet also eine 3-Tages-Tour durch das Fichtelgebirgenan.

Versprochen werden viele Steine auf und neben demn Weg sowie tolle Aussichten.

Wenn man, so wie ich, das Fichtelgebirge bisher eigentlich nur vom Vorbeifahren kennt, denkt man bei diesem Landstrich zunächst nur mal an viel, viel Wald, nix Aussicht, nix Fels.

Los ging’s zu siebt in Kirchenlamitz, und schon nach dem ersten Anstieg, fahrend und schiebend rauf auf den „Großen Kornberg“, bröckelte mein erstes Vorurteil.

Ein Aussichtsturm auf dem Gipfel hilft, über den Wald hinwegzuschauen.

Von dort oben hat man also eine wirklich tolle Aussicht.

So gut, dass wir dabei gleich beinahe die ganze vor uns liegende (Rund-) Strecke der nächsten drei Tage grob überblicken konnten.

Weiter ging’s dann munter rauf und runter durch Wald und (wenig) Flur.

Grob entlang des „Fränkischen Gebirgsweges“ und entlang von Eger und Röslau erreichten wir zur „Teatime“ Marktredwitz.

Angesichts des nun bevorstehenden Aufstiegs auf die „Große Kösseine“ wäre auch der ein oder andere geneigt gewesen, Marktredwitz als Ziel für diesen Tag zu ernennen . . . der Ort ist auch wirklich schön und hätte evtl. vermeintlich kulinarisch mehr zu bieten gehabt als die Berghütte.

Nun ja, aber schließlich fuhren dann doch alle mit, es wurde eine wahnsinnig tolle Aussicht versprochen, was dann auch nicht übertrieben war.

Nach Frühstück mit Aussicht (!) wurde es dann Zeit, mein zweites Vorurteil zu widerlegen.

Zwischen Kösseine und Ochsenkopf haben wir gefühlt jeden Trail mitgenommen und auf diesen „Pfädle“ lagen dann auch jede Menge Steine rum . . . das Glück des Mountainbikers kann doch so einfach sein.

Aber auch am Ende des zweiten Tages lag wieder ein ewiger Anstieg an und zumindest ich war heilfroh, als endlich das „Seehaus Fichtelgebirge“ in Sicht kam.

Der Abend war dann dank Skip-Bo mit sonderbaren Regeln wieder recht lustig, so lustig, dass wir fast einen unserer Mitfahrer als neuen Chef des Seehauses verloren hätten .

Der letzte Tag begann mit einem wirklich vielfältigen und sehr guten Frühstücksbuffet.

Gott sei Dank lief es danach erst mal bergab.

Ein zweites Mal ging es vorbei an der Weißmainquelle, später kamen wir auch zur Egerquelle und begleiteten die junge Eger, so wie vorher den jungen Main, noch ein Stück seines noch sehr kurzen Weges.

Ich finde es immer sehr beeindruckend, wie aus Quellen Bächlein und aus Bächlein dann Flüsse werden.

Dazwischen war noch eine Passage, bei der es zwischen den Felsen sehr eng und steil wurde.

Kein Wunder, wenn man sich von oben in ein Felsenfreilichttheater, der Luisenburg, reinschmuggeln will.

Hat nichts genutzt, wir wurden dann eben am Ausgang, der ja eigentlich der Eingang ist, abkassiert.

Am Ende unserer Tour gab es dann sogar nochmal etwas Kultur.

Das Granitlabyrinth bei Kirchenlamitz ist ein Ort um Ruhe zu finden.

Drei anstrengende, lustige und eindrucksvolle Tage liegen hinter mir.

Ich will hier keinen Vergleich mit den Alpen bemühen, das würde dem Fichtelgebirge nicht gerecht werden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0