Viele Bikepacking-Fans haben schon lange darauf gewartet: Endlich gibt es Bikepacking-Taschen bei Decathlon. Unter der hauseigenen Marke Riverside vertreibt Decathlon seit kurzem ein komplettes Bikepacking-Set-up! Ich bin ein Fan von Decathlon Produkten und verwende bereits einige Ausrüstungsgegenstände und Gadgets auf meinen Trips. Als ich die Möglichkeit bekommen habe, die neuen Bikepacking-Taschen von Decathlon auszuprobieren, habe ich keine Sekunde gezögert und natürlich sofort zugesagt.
Ich habe die Taschen jetzt seit ca. drei Monaten im Einsatz und einige kleinere Touren und Overnighter mit ihnen bestritten. Ich kann daher in diesem Artikel noch keine Langzeiterfahrungen berichten. Die Taschen haben mich bisher jedoch so positiv überrascht, dass ich euch meine ersten Eindrücke hier schildern möchte.
Mittlerweile ist es möglich, sich ein komplettes Taschen-Setup mit den Riverside Bikepacking-Taschen zusammenzustellen.
Verfügbare Bikepacking-Taschen bei Decathlon (Stand Mai 2022)
Nachfolgend erhältst du einen Eindruck über die Bikepacking-Taschen, die ich bereits testen konnte. Bereits der erste Eindruck nach dem Auspacken war sehr positiv. Die verwendeten Materialien wirken äußerst robust und die Verarbeitungsqualität ist augenscheinlich sehr gut. Darüber hinaus punkten die Riverside Taschen mit vielen durchdachten und nützlichen Details.
Riverside Satteltasche (Harness + Packsack)
Bis zu 16 Liter Packvolumen versprechen ausreichend Stauraum für Ausrüstung, Kleidung und Co. Ebenfalls erwähnenswert ist das integrierte Ventil, welches das Komprimieren erleichtert. Das praktische Harness-System hat mich überzeugt.
Ist der Harness einmal montiert, muss lediglich noch der Packsack mithilfe der Gurte und Aluminium-Haken befestigt werden. Der Packsack wird mittels Rollverschluss geschlossen und ist absolut wasserdicht.
- Einfache Montage, sicherer Halt
- Befestigungsmöglichkeiten
- 16 L Packsack inkl. Ventil
Bei meinen Testfahrten saß die Satteltasche bombenfest. Auch auf Waldautobahnen und im Gelände konnte ich kein unangenehmes Aufschaukeln wahrnehmen.
Verglichen mit anderen Satteltaschen bring die Riverside-Tasche ein stolzes Gewicht von etwas über 800g auf die Waage (Harness+Packsack). Zum Vergleich: Die 16,5 Liter große Satteltasche von Ortlieb bring beispielsweise nur ca. 430 g Gewicht mit sich.
Riverside Lenkertasche (Harness + Packsack)
Wie die Satteltasche besteht auch die Lenkertasche aus einem Harness (Halter) und einem wasserdichten Packsack. Die Aufnahme für den Packsack kommt extrem stabil daher. Die Innenseite des robusten Harness ist mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung versehen, sodass der wasserdichte Packsack auch bei holprigen Fahrten stabil im Geschirr sitzt.
Montiert wird der Packsack-Halter mithilfe von drei Gurten, die durch stabile Schnallen in Position gehalten werden. Die beiden Gurte zur Lenkerbefestigung verfügen über Abstandshalter, die für ausreichend Distanz zu Bremskabeln und Co. sorgen. Der verbleibende dritte Gurt wird unterhalb des Vorbaus befestigt und stabilisiert den Harness-Halter zusätzlich.
Nützliches Feature: Der untere Gurt verfügt über ein integriertes Gummiband, dass den Rahmen vor Kratzern schützen soll.
- Robuster 15L Packsack
- Abstandshalter
- Aluminium Schnalle
Ist der Harness montiert, kann die 15 Liter fassende Lenkerrolle eingesetzt werden. Befestigt wird der wasserdichte Packsack mit drei Gurten, die mit Aluminiumhaken versehen sind. Die Haken werden zunächst in den entsprechenden Aufnahmen eingehangen. Anschließend können die Gurte stramm gezogen und mit den praktischen Kippverrieglern arretiert werden. Das System funktioniert wirklich gut und kann bei Bedarf auch während der Tour schnell nachgezogen werden.
Der Packsack selber kann von beiden Seiten beladen werden. Decathlon gibt eine maximale Tragkraft von 8 kg an, was für den Bikepacking-Einsatz mehr als ausreichend sein sollte. Die beiden Enden des Packsacks werden mit Rollverschlüssen wasserdicht geschlossen. Die Klickverschlüsse, mit denen die Rollverschlüsse fixiert werden, machen einen wertigen Eindruck und arbeiten zuverlässig. Die vordere Seite des Packsacks ist mit mehreren Schlaufen versehen. Diese verhindern das seitliche Verrutschen der Lenkertasche.
Alles in allem gefällt mir die Harness-Packsackkombination von Riverside sehr, sehr gut. Ein Ventil (wie bei der Satteltasche) würde das Komprimieren des Packsacks noch etwas erleichtern.
Riverside Rahmentasche (Full Frame Bag)
Die Rahmentasche beeindruckt bei der ersten Begegnung mit ihrer Optik und Haptik. Sie ist groß (Ich verwende die Größe M/L/XL) und das Material wirkt steif und widerstandsfähig. An meinem Giant Revolt 0 in der Größe L passt die Rahmentasche sehr gut und füllt das gesamte Rahmendreieck aus.
Die Montage der Tasche ist denkbar einfach. Mithilfe der verstellbaren Klettbänder lässt sich die Tasche im Handumdrehen im Rahmendreieck fixieren. Die Innenseite der Klett-Straps ist relativ weich und soll so den Rahmen vor Kratzern schützen. Ich empfehle dennoch immer zusätzlich Rahmenschutzfolie* zu verwenden. Sind alle Befestigungsstraps nachgezogen, sitzt die Tasche fest und sicher an ihrem Platz. Das bleibt auch so, wenn sie beladen ist und das Gelände unwegsamer wird.
- Ansprechendes Design und robuste Materialien
- Flexible Befestigung mit Kletterverschlüssen
Ein weiteres erwähnenswertes Feature ist der integrierte Durchlass für einen Trinkschlauch. Das ist besonders bei Full-Frame-Bags nützlich, da es im Rahmendreieck keinen Platz mehr für Trinkflaschen gibt. Dank des wasserdichten Auslasses kann eine Trinkblase mitgeführt werden, aus der auch während der Fahrt getrunken werden kann.
Im Bikepacking-Einsatz verrichtet die Tasche zuverlässig ihren Dienst. Auch bei voller Beladung sitzt die Tasche fest und wackelt nicht. Das be- und entladen erfolgt über den oben angebrachten Rollverschluss (Roll-Top), der Spritzwasser und Feuchtigkeit keinen Einlass gewährt.
- Roll-Top mit stabilen Verschlüssen
- Wasserdicht und einfach bedienbar
Für meine Zwecke und für die Art von Bikepacking-Touren, die ich hauptsächlich unternehme, empfinde ich die Beladung einer so großen Tasche von oben etwas „fummelig“. Dinge, die einmal in den Tiefen der Decathlon Rahmentasche verschwunden sind, müssen durch eifriges Kramen wieder zum Vorschein gebracht werden. Dabei stört das steife Material der Tasche ein wenig.
Riverside Vorbautasche (Food Pouch)
Eine Vorbautasche ist eine zweckmäßige Bikepacking-Tasche, die aber großartige Dienste leisten kann. Ich verwende eine Vorbautasche vornehmlich als zusätzliche Möglichkeit, eine Trinkflasche zu transportieren und kleinere Gegenstände (Snacks, Schlüssel, Brille etc.) zu verstauen.
Eigenschaften, die eine gute Vorbautasche (Stem-Bag) meiner Meinung nach erfüllen muss, sind folgende:
- Leichte Anbringung
- Stabiler Sitz
- Netztaschen
- Langlebigkeit (robustes Material)
Die „Food Pouch“ Vorbautasche von Decathlon erfüllt all diese Aspekte und macht sie für mich zu einem neuen Begleiter auf zukünftigen Touren. Die Montage erfolgt über zwei versetzbare Klettbänder. So sollte die Tasche an fast jeder Vorbau-Lenker Kombination montierbar sein (beidseitig). Verarbeitung, Optik, Haptik und Performance haben mich bisher voll überzeugt.
Rockrider Lenkertaschenbefestigung ADVT 900 Bikepacking
Neben Sattel- und Rahmentaschen für Bikepacking-Abenteuer hat Decathlon unter seiner Eigenmarke Rockrider natürlich auch eine spezielle Lenkertasche im Sortiment. Wie auch die übrigen Teile der Kollektion besticht das Set aus Harness und Packsack vor allem durch seinen günstigen Preis. In Kombination gibt es die Lenkertaschen-Kombi bereits für 62,98 Euro.
Decathlon setzt bei seinem ADVT 900 Harness auf eine Dreipunkthalterung, die einen stabilen Sitz verspricht. Zwei TPU-Abstandshalter stellen den Kontakt zum Lenker her und schaffen Platz für die Schalt- und Bremszüge. Achtung: Der Abstand zum Vorderreifen sollte minimal 30 Zentimeter betragen.
Zwei Zurrgurte am Abstandshalter und ein Gurt, der um das Steuerrohr verläuft sichern das Harness am Lenker. Bedenken, dass sich die Gurte während der Fahrt lösen könnten, haben sich auch im Gelände nicht bestätigt. Selbst mit Zelt, Schlafsack und Isomatte beladen hing das System die ganze Fahrt über nahezu regungslos vor dem Lenker.
Der robuste Drybag fasst maximal 15 Liter und ist dank Rollverschluss und beschichtetem Material absolut wasserdicht. Voll beladen kommt der Packsack auf eine Breite von 60 Zentimeter, was bei meinem Setup mit MTB-Lenker verständlicherweise kein Problem darstellte.
Drei Zurrgurte mit Aluminiumhaken fixieren den Packbeutel sehr sicher und rutschfest im Harness. Das Einhängen der Haken ist mitunter etwas fummelig. Gelungen ist das Verriegelungssystem, das ein Längen der Zurrgurte verhindert. Lediglich die kleinen gelben Schlaufen, welche beim Öffnen der Verriegelung helfen sollen, lösen sich schnell von selbst und können so während der Fahrt verlorengehen.
Praktisches Detail am Harness: An den Gurtschlaufen lässt sich zusätzliches Zubehör befestigen. Außerdem befinden sich an der Halterung Schnallen, an denen man optional eine 3,5 Liter große Lenkertasche anbringen kann.
Wie schon bei der Satteltaschen-Kombi von Rockrider haben mir auch bei der Lenkertasche das einfache Handling und der stabile Halt während der Fahrt gefallen. Die Zurrgurte halten das Harnisch sicher am Lenker. Selbst voll beladen schaukelt oder hüpft hier nichts. Vor allem wenn man mit Flatbar unterwegs ist, bietet der große Drybag viel Variabilität beim Packmaß.
Rockrider ADVT 6 Full Frame Rahmentasche
Ich habe mich für meinen Overnighter für die 6 Liter fassende Fullframe-Version entschieden, die exakt in meinen Hardtail-Rahmen passt. Insgesamt acht Klettstraps und Zurrgurte fixieren die wasserdichte Tasche an den Rohren. Die einzelnen Bänder lassen sich dabei jeweils an mehreren Ösen platzieren, um die optimale Position für das jeweilige Rad zu finden. Am Oberrohr sorgen Klettbänder für Halt, die restlichen Ösen sind mit selbstsichernden Gurtbändern bestückt. Damit lässt sich die ADVT 900 Full Frame Rahmentasche bombenfest im Rahmen anbringen.
Laut Decathlon ist die Tasche so konstruiert, dass sie an Stellen, wo die Oberschenkel an die Tasche stoßen könnten, schmaler gehalten ist, um Reibung zu verhindern. Ich musste trotzdem nach wenigen Kilometern noch mal umpacken, weil die Tasche zu bauchig war und ich bei jedem Tritt mit den Knien am robusten Material entlang schubberte.
Ansonsten ist die preiswerte Tasche aber durchaus clever konstruiert: Der Reißverschluss ist gedichtet und mit einer Patte versehen, die Wasser vom Eindringen abhält. Über einen separaten Ausgang kann man den Trinkschlauch oder ein Ladekabel an den Lenker führen und an der Seitenwand befindet sich eine Netztasche, die Kleinteile griffbereit hält.
ADFC-Radreisenanalyse 2022
Die Zahlen sind beeindruckend. Laut aktueller ADFC-Radreisenalayse haben 2022 4,6 Millionen Deutsche eine Radreise gemacht, 38 Millionen zumindest einen Tagesausflug mit dem Rad. Ganz ohne Gepäck geht das natürlich nicht. Und trotz des Hypes um Bikepacking sind Gepäckträgertaschen ein Klassiker und eine sichere Bank.
Rollverschluss und Wasserdichtigkeit
In diesem Punkt können alle Taschen überzeugen. Einem mehrstündigen Regen hielten alle Gepäckstücke stand, ebenso hatten wir auf den Testfahrten keine Probleme mit Wassereintritt. Elementar für trockenes Gepäck und die klassische Schwachstelle ist der Verschluss der Taschen. Bis auf eine Ausnahme werden alle Test-Taschen per Rollverschluss verschlossen. Alle haben eine Verstärkung am Rand, die ein Einrollen erleichtert.
Wichtig ist, dass der Rand dreimal umgeschlagen und dann fixiert wird. Nur dann entsteht ein Labyrinth, durch das das Wasser keinen Weg findet. Nur Deuter schickte auch ein Modell mit anderer Bauform. Die Mainhattan wird mit einem Reißverschluss geschlossen, ein Deckel mit Magnet-Haken sorgt für einen wasserdichten Abschluss.
Die Stoffrolle am Verschluss der anderen Taschen wird bei den meisten Herstellern zu den Seiten hin abgespannt. Fast alle Hersteller setzen dabei auf einen Klick-Verschluss aus Kunststoff. Ortlieb und Brooks verwenden einen Metallhaken, der in eine Stoffschlaufe gefädelt wird.
Einige Hersteller ermöglichen es durch geschickte Wahl der Clip-Gegenstücke, dass die Taschen nicht nur seitlich geschlossen werden können, sondern auch mittig. Das kann zu Lasten der Wasserdichtigkeit gehen, dafür passt etwas mehr Inhalt hinein, der trotzdem gegen Herausfallen gesichert ist.
Basil, Bomence, Deuter, Prophete und Vaude bieten zusätzlich zur seitlichen Abspannung einen weiteren, zentralen Gurt. Der kann genutzt werden, um die Tasche zu komprimieren. Damit kann aber auch weiteres Gepäck auf der Tasche fixiert werden, etwa ein Schlafsack.
Befestigung am Rad
Alle Hersteller setzen auf zwei Haken mit Sicherung, die an einem querlaufenden Rohr des Gepäckträgers einrasten. Ein weiterer Haken weiter unten verhindert eine Bewegung der Tasche. Im Detail gibt es dennoch Unterschiede.
Manche Hersteller ermöglichen eine werkzeuglose Verstellung der Haken (Bomence, Deuter, Merida, Ortlieb, Thule), das ist praktisch, wenn die Tasche nicht nur an einem Rad genutzt wird. Für den Test haben wir Taschen geordert, die nicht für Systemgepäckträger ausgelegt sind, sondern möglichst universell passen.
Eine Herausforderung dabei sind verschiedene Rohrdurchmesser am Träger. Beinahe alle Hersteller bieten Adapter oder Passstücke für verschiedene Rohrdurchmesser an, die den Taschen beiliegen. Gehen die Adapter verloren, können die Taschen weiterhin genutzt werden, haben allerdings Spiel auf dem Rohr.
Material der Taschen
Der Stoff der Taschen besteht immer aus Polyamid in verschiedenen Verarbeitungsformen. Dabei unterscheiden sich die Taschen deutlich in der Haptik. Teilweise wirken sie, vor allem im Neuzustand, ziemlich starr und lassen sich dadurch schlechter rollen (Elops, Prophete, Topeak), erwecken dadurch aber auch einen sehr robusten Eindruck. Andere Hersteller wie etwa Deuter oder Basil verarbeiten das Material dünner. Dadurch steigt die Rollbarkeit.
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