DEKRA Fahrsicherheitstraining Motorrad: Inhalte und Nutzen

Mit dem Führerschein in der Tasche auf alles vorbereitet? Das ist Wunschdenken! In der Fahrschule lernen Sie die Grundlagen für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr.

Ein Fahrsicherheitstraining soll genau solchen Szenarien vorbeugen und Fahrern vermitteln, wie sie Gefahren im Verkehr frühzeitig erkennen und sich anschließend korrekt verhalten.

Was bringt ein Fahrsicherheitstraining?

Im Zuge eines Fahrsicherheitstrainings wird Ihnen beigebracht, auch in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen richtig zu reagieren, um Unfälle zu verhindern. Sie lernen Ihr Fahrzeug und seine Fahreigenschaften unter extremen Bedingungen kennen. Zusätzlich trainieren Sie, wie Sie gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und vermeiden können. Ein solches Training lohnt sich nicht nur für Fahranfänger, sondern für alle Fahrer - unabhängig von ihrem Erfahrungsstand.

Durch die Teilnahme an einem Fahr- und Sicherheitstraining in einem Fahrsicherheitszentrum lernen Sie, wie Sie in Ausnahmesituationen auf mögliche Gefahren im Verkehr reagieren sollten. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit dem Kfz sowie die jeweils angebrachte Fahrweise. Ziel eines solchen Trainings ist es, zu vermitteln, wie Sie gefährliche Situationen erkennen und wie Sie sich verhalten sollten, um Unfälle zu vermeiden.

Wie läuft ein Fahrsicherheitstraining ab?

Ein solches Training besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Bei einem Fahrsicherheitstraining gibt es zunächst einmal einen theoretischen Teil, bei dem Sie sich in einer Gruppe von maximal zwölf Teilnehmern sowie einem Experten über Ihre Erfahrungen austauschen können. Dieser Part ist demzufolge nicht mit dem Theorieunterricht in der Fahrschule vergleichbar. Der Trainer wird mit Ihnen über mögliche Gefahrensituationen im Verkehr sprechen und Ihnen erklären, wie Sie z. B. auf plötzlich auftauchende Hindernisse reagieren.

Der Theorieteil ist in der Regel kein Frontalunterricht. Sie müssen sich das Ganze demzufolge nicht wie den Theorieunterricht in der Fahrschule vorstellen, sondern vielmehr wie eine Gesprächsrunde mit einem Experten für Verkehrssicherheit, der auf die im Vorfeld besprochenen individuellen Kenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmer eingeht.

Nun kommt der Teil des Trainings, auf den die meisten wohl sehnsüchtig gewartet haben: Die Theorie wird auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums in die Praxis umgesetzt. Sie sitzen dabei am Steuer Ihres Fahrzeugs und sind per Funk mit dem Trainer verbunden.

Darauf folgt der praktische Teil, bei dem es unter anderem einen Slalomparcours sowie Ausweichmanöver und Vollbremsungen zu bewältigen gilt.

Welche Inhalte im Detail thematisiert und welche Fahrmanöver in der Praxis geübt werden, richtet sich normalerweise danach, für welchen Kurs Sie sich entscheiden.

Wichtig: Während dem gesamten praktischen Teil beim Fahrsicherheitstraining erhalten Sie Tipps vom Experten über eine Funkverbindung. Sie sitzen also am Steuer und er leitet Sie durch den Parcours und hilft Ihnen, die Aufgaben zu bewältigen.

Am Ende vom Sicherheitstraining mit dem Pkw steht nicht selten eine abschließende Besprechung mit dem Experten sowie allen anderen Teilnehmern.

Motorrad-Fahrsicherheitstraining

Bei gutem Wetter eine große Runde mit dem Motorrad drehen: Für Biker gibt es wohl nichts Schöneres als das. Doch Zweiradfahrer leben gefährlich.

Aus diesem Grund lohnt sich sowohl für Fahranfänger als auch erfahrene Biker ein Fahrsicherheitstraining, das speziell für Motorräder ausgelegt ist. Sie müssen zum Termin Ihr eigenes Motorrad mitbringen. Denken Sie außerdem daran, eine vollständige Schutzausrüstung mitzunehmen.

Ein Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad ist vor allem dann ratsam, wenn Sie eine längere Zeit nicht mit Ihrer Maschine unterwegs waren und sich dadurch möglicherweise etwas unsicher fühlen. Um ein solches Training absolvieren zu können, brauchen Sie lediglich eine gültige Fahrerlaubnis, ein eigenes Motorrad sowie entsprechende Schutzkleidung.

Ein Fahrsicherheitstraining fürs Motorrad dauert in der Regel einen ganzen Tag lang. Es besteht aus einem Theorie- und einem Praxisteil. Bei Ersterem handelt es sich um vom Trainer moderierte Gespräche. Hier lernen die Teilnehmer wichtige Grundlagen, wie beispielsweise zur Funktion des ABS, zur Fahrphysik und zum allgemeinen Handling des Zweirads.

Der Teilnehmer wird vor der praktischen Phase mit einem Funkgerät ausgestattet, das ihn mit dem Trainer verbinden. Hierbei handelt es sich jedoch um eine einseitige Verbindung. Der Fahrer kann den Kursleiter hören, jedoch nicht mit diesem sprechen.

Das eigentliche Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad beinhaltet dann unterschiedliche Übungen. Zunächst erfolgt das sogenannte „Warmfahren“.

Nach dem Warmfahren folgen Übungen auf den Teilabschnitten der Trainingsstrecke. Hier werden dann verschiedene Witterungsbedingungen simuliert und das Verhalten in kritischen Situationen, wie beim plötzlichen Auftauchen eines Hindernisses, trainiert.

  • Bremsen
  • Schräglage
  • Rangieren, parken etc.

Bei manchen Anbietern können Sie beim Fahrsicherheitstraining fürs Motorrad auch ein intensiveres Schräglagentraining absolvieren. Dies soll dabei helfen, dass Zweiradfahrer weniger Angst vor starken Schräglagen entwickeln.

Weitere Fahrtrainings

Sie können nicht nur mit dem Pkw ein Fahrtraining absolvieren. Auch für viele andere Fahrzeugarten werden entsprechende Programme angeboten.

Fahrtraining mit Anhänger

Aus diesem Grund empfiehlt sich für viele Fahrer die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining speziell für Anhänger. Die wichtigste Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein gültiger Führerschein, der das Fahren des gewünschten Gespanns erlaubt. In der Regel sollten Sie mit Pkw plus Anhänger anreisen.

Der Ablauf unterscheidet sich nicht von einem regulären Fahrsicherheitstraining für Pkw. Auch hier absolvieren Sie sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Teil.

Fahrtraining mit Wohnmobil/Wohnwagen

Die meisten Besitzer eines Wohnmobils oder Wohnwagens sind nur wenige Male im Jahr damit unterwegs. Eine richtige Routine beim Fahren eines Gespanns kommt deshalb nicht bei jedem Fahrer zustande. Teilnehmer müssen einen entsprechenden Führerschein besitzen, damit sie an einem Fahrsicherheitstraining für Wohnwagen bzw. Wohnmobile teilnehmen können.

Es ist empfehlenswert, wenn Sie Ihr eigenes Fahrzeug bzw. Ein solches Training dauert in der Regel etwa acht Stunden. Es beginnt mit einer theoretischen Einführung.

Fahrsicherheitstraining im Winter

Jedes Jahr spielen sich auf deutschen Straßen im Winter vielerorts die gleichen Szenen ab: Kaum fallen die ersten Schneeflocken, kommt es vermehrt zu Unfällen. Beim Fahrsicherheitstraining für das Fahren bei winterlichen Verhältnissen lernen Teilnehmer, wie sie auch bei Schnee und Eisglätte sicher ans Ziel kommen.

In den Trainingszentren ist es möglich, winterliche Straßenbedingungen nachzubilden. Eine spezielle Fahrbahnoberfläche sowie eine zusätzliche Bewässerung simulieren Glätte und festgefahrenen Schnee. Auch Edelstahlplatten in der Fahrbahnoberfläche sollen das Fahren auf Glatteis darstellen.

Fahrtrainings für Frauen

Aus diesem Grund gibt es Fahrtrainings, welche allein von Frauen gebucht werden können. Teilnehmerinnen können hier in einer entspannten Atmosphäre lernen, wie sie in Gefahrensituationen korrekt reagieren sollten. Die Inhalte und Übungen unterscheiden sich dabei in der Regel nicht von einem herkömmlichen Fahrsicherheitstraining.

Wie lange dauert das Fahrsicherheitstraining und was kostet es?

Ein herkömmliches Fahrtraining dauert in der Regel etwa sieben Stunden plus Pausen. Ein reguläres Basistraining, bei dem es um grundlegende Fahrmanöver in gefährlichen Situationen geht, dauert in der Regel einen ganzen Tag. Bei einem „Schnupperkurs“ sind auch Trainings von viereinhalb Stunden möglich.

Teilweise gibt es auch kürzere „Schnupper-Trainings“, in denen die wichtigsten Grundlagen vermittelt werden. Diese dauern in der Regel etwa vier bis fünf Stunden.

Die Kosten variieren je nach Anbieter und Umfang des Trainings. Die Kosten für ein Sicherheitstraining beginnen in der Regel bei 100 Euro; müssen Sie sich außerdem ein Fahrzeug vom jeweiligen Anbieter leihen, kann der Betrag schnell auf mindestens 220 Euro ansteigen.

Normalerweise betragen die Kosten für ein Fahrsicherheitstraining mit dem Pkw mindestens 100 Euro für einen ganzen Tag; je nach gewähltem Kurs können sie allerdings auch weitaus höher liegen. Beschließen Sie, mit einem vom Anbieter gestellten Pkw das Sicherheitstraining zu absolvieren, müssen Sie logischerweise etwas tiefer in die Tasche greifen. Hier beginnen die Preise bei etwa 220 Euro pro Tag.

Es empfiehlt sich daher, die Angebote verschiedener Fahrsicherheitszentren zu vergleichen.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Die Anforderungen sind überschaubar: Sie benötigen einen gültigen Führerschein, um ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Es liegt quasi auf der Hand, dass es nicht möglich ist, ohne Führerschein ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Schließlich geht es dabei darum, das erlernte Wissen aus der Fahrschule zu vertiefen und nicht darum, Ihnen die Grundlagen für eine sichere Verkehrsteilnahme erst noch zu vermitteln.

Für die Teilnahme ist es außerdem häufig nötig, dass Sie ein Fahrzeug mitbringen. Es empfiehlt sich, mit Ihrem eigenen Auto zu kommen. Jeder fahrbare Untersatz verhält sich in gewissen Situationen anders, weshalb Sie das Fahrsicherheitstraining bestenfalls mit dem Fahrzeug absolvieren sollten, mit dem Sie die meiste Zeit unterwegs sind, um sich mit seinen Eigenarten in unvorhersehbaren Situationen vertraut zu machen.

Es gibt aber je nach Anbieter teilweise auch die Möglichkeit, an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen, ohne ein eigenes Auto mitbringen zu müssen. Fragen Sie beim Anbieter Ihrer Wahl nach, ob er Mietfahrzeuge zur Verfügung stellt.

Ihr Fahrzeug muss über eine gültige Kraftfahrt-Haftpflicht-Versicherung verfügen.

Anbieter von Fahrsicherheitstrainings

Es gibt deutschlandweit eine große Anzahl von Anbietern, bei denen Sie ein Autofahrtraining absolvieren können.

Unabhängig davon, für welchen Anbieter Sie sich entscheiden, sollten Sie jedoch stets darauf achten, dass der jeweilige Kurs das Gütesiegel des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) trägt. Auf diese Weise können Sie davon ausgehen, dass beim Fahrsicherheitstraining ein gewisser Qualitätsstandard eingehalten wird und die Trainer eine entsprechende Ausbildung genossen haben.

Bei der Wahl des Anbieters ist es empfehlenswert, darauf zu achten, dass dieser nach den Standards des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) arbeitet. So stellen Sie sicher, dass Ihr Training einen hohen Qualitätsstandard aufweist: Die Trainer sind entsprechend ausgebildet und geprüft.

Weitere wichtige Informationen

  • Sicherheitstrainings finden in der Regel in sogenannten Fahrsicherheitszentren statt. Diese verfügen über Ausbildungsräume sowie große Trainingsflächen für Fahrzeuge. Letztere sind so ausgestattet, dass dort Extremsituationen im Straßenverkehr nachgebildet werden können.
  • Verwechseln Sie ein Fahrsicherheitszentrum nicht mit einem Verkehrsübungsplatz. Auf Letzterem dürfen auch Personen, die noch keinen Führerschein besitzen, die alltägliche Teilnahme am Straßenverkehr einüben.
  • Die Kosten für ein Sicherheitstraining mit dem Pkw stellen meist eine gute Investition dar: Zum einen sind Sie besser auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr vorbereitet. Zum anderen ist es möglich, dass Sie danach niedrigere Beiträge für Ihre Kfz-Versicherung zahlen müssen.
  • Bringen Sie nicht Ihr eigenes Auto zum Sicherheitstraining mit, sondern nutzen ein Mietfahrzeug, dann müssen Sie dafür mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Egal, ob Fahranfänger oder routinierter Vielfahrer: Alle Kraftfahrzeugführer können in gefährliche Situationen kommen, in denen sie nicht genau wissen, wie sie sich richtig verhalten sollen.

Interessant: Bei einem Fahrsicherheitszentrum handelt es sich nicht um einen Verkehrsübungsplatz. Auf Letzterem ist es schließlich auch Personen ohne Fahrerlaubnis gestattet, den Umgang mit einem Kraftfahrzeug im öffentlichen Verkehr zu üben.

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