Deuter Rucksack Motorrad Test: Welcher Rucksack ist der Richtige für dich?

Auf dem Markt gibt es mittlerweile Dutzende Produkte, die als Motorrad-Rucksäcke angeboten werden. Einem Trend der letzten Jahre folgend, wird die Ausrüstung auf dem Rücken statt auf dem Motorrad transportiert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem sportliche Maschinen bieten kaum Stauraum unter der Sitzbank oder einen Gepäckträger, viele Fahrer benötigen zusätzlich zu den Koffern Extra-Stauraum für schnell zugängliche Sachen wie Digitalkamera oder Getränke. Der Tagesrucksack an sich ist salonfähig geworden und dient mittlerweile als Schulranzen, Arbeits- oder Einkaufstasche.

Die Akzeptanz als universelles Gepäck ist gewachsen, und der Rucksack hat sich längst vom angestaubten Wandervogel-Image befreit. Empfindliche Dinge wie ein Laptop sind außerdem am Rücken besser aufgehoben als durchgeschüttelt im Topcase. Für viele Motorradfahrer ist dies ein Kaufargument. Louis hat knapp 20 entsprechende Produkte im Programm: von zehn bis 30 Liter, von 15 bis 100 Euro, die Topseller verkaufen sich tausendfach. Auch Motorradgepäckspezialist SW-Motech setzt zunehmend auf Daypacks.

Tourenrucksäcke im Test

Moderne Tourenrucksäcke mit rund 20 Litern Volumen sind die vielseitigen Allrounder unter den Bikepacks. Sie bieten genug Platz für Verpflegung, Wechselklamotten, Tools und Notfallausrüstung, ohne gleich klobig auf dem Rücken zu wirken. Die mittlere Größe feiert aktuell ein echtes Comeback und überzeugt im Alltag oder beim Pendeln mit cleveren Features und hoher Vielseitigkeit. Es wurden zehn aktuelle Modelle von Amplifi, Ergon, Camelbak, Deuter, Vaude, Norrøna, Evoc, Osprey, Scott und Ortlieb im Praxistest bis an ihre Grenzen getestet.

Die Rucksäcke im Detail

  1. Amplifi Etrack 23: Mit einem Testergebnis von "sehr gut" und einem Preis von 220 Euro bietet dieser Rucksack einen praktisch aufgeteilten Stauraum und hohen Komfort. Das gepolsterte Akkufach ist super solide gefertigt.
  2. Camelbak H.A.W.G. 20: Ebenfalls mit "sehr gut" bewertet, kostet dieser Rucksack 190 Euro und beinhaltet eine 3-Liter-Trinkblase. Er bietet eine verstellbare Rückenlänge und diverse Halterungen, was ihn zu einem echten Ausstattungswunder macht.
  3. Deuter Trans Alpine 24: Dieser Rucksack erhielt die Bewertung "überragend" und kostet 150 Euro. Er bietet hohen Tragekomfort dank biegsamer Alu-Schienen im Rückensystem und punktet mit einer gelungenen Fächeraufteilung.
  4. Ergon BA3: Mit "sehr gut" bewertet, kostet dieser Rucksack 150 Euro und kann perfekt angepasst werden, wodurch er sehr bequem sitzt. Die Konstruktion des Tragesystems zieht den Rucksackschwerpunkt an den Körper.
  5. Evoc Stage 18: Dieser Rucksack erhielt die Bewertung "sehr gut" und kostet 185 Euro. Er bietet eine spitzenmäßige Handhabung und ein gesundes Verhältnis von Gewicht zu Platzangebot.
  6. Norrøna Femund Econyl70 20L Pack: Mit der Bewertung "gut" und einem Preis von 129 Euro ist dieser ultraleichte Multisport-Rucksack sehr minimalistisch gehalten.
  7. Ortlieb Atrack Bike: Dieser Rucksack erhielt die Bewertung "gut" und kostet 220 Euro. Er eignet sich mit seinem riesigen Stauraum für große Abenteuer.
  8. Osprey Syncro 20: Mit "sehr gut" bewertet, kostet dieser Rucksack 145 Euro und ist ein Klassiker, der in vielen Jahren steter Modellpflege gereift ist.
  9. Scott Trail Rocket 20: Dieser Rucksack erhielt die Bewertung "sehr gut" und kostet 140 Euro. Er erzielt mit seinen stabilen Schultergurten und der luftigen Rückenauflage hohen Tragekomfort auch bei etwas mehr Zuladung.
  10. Vaude Trailvent 20: Mit "sehr gut" bewertet, kostet dieser Rucksack 130 Euro und bietet simple Handhabung, gelungene Fächeraufteilung und eine komplette Ausstattung.

Weitere Rucksack-Modelle im Test

Bags Connection Triton

  • Anbieter: SW-Motech
  • Preis: 99,95 Euro
  • Material: Thermoplastisches Polyurethan
  • Gewicht: 1228 Gramm
  • Volumen: 20 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Gut

Optimal für Fahrer, die nur wenige und wenig sperrige Gegenstände mitführen wollen. Das kompakte Format dieses sehr soliden, wetter- und fahrtwindfesten Rollsacks gefällt auf Anhieb.

BÜSE Hartschale Carbon

  • Anbieter: Büse
  • Preis: 94,95 Euro
  • Material: Polyamid und PVC-Hartschale
  • Gewicht: 1128 Gramm
  • Volumen: 25 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Büse empfiehlt den Rucksack sportlichen Fahrern. In der Praxis ließ sich die angepriesene bessere Hartschalen-Aerodynamik jedoch nicht bestätigen. Bei Komfort und Qualität nur Mittelmaß.

Dane Ikast

  • Anbieter: Motoport
  • Preis: 99 Euro
  • Material: Thermoplastisches Polyurethan
  • Gewicht: 1076 Gramm
  • Volumen: 45 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Gut

Das enorme Ladevermögen ist für ein Daypack schon beinahe überdimensioniert, doch zum Glück lässt sich der absolut wasserdichte Ikast auf gute Größe komprimieren.

Givi XS 303

  • Anbieter: Givi
  • Preis: 99,90 Euro
  • Material: Polyamid
  • Gewicht: 1368 Gramm
  • Volumen: 24 bis 32 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Gut

Tolle Ausstattung, gute Verarbeitung, enorme Vielseitigkeit - ideal für Tagesausflügler oder Pendler mit vielen Utensilien. Dieser „Ranzen“ lässt sich gut packen und fühlt sich spitze an.

Held Zaino

  • Anbieter: Held
  • Preis: 59,95 Euro
  • Material: PVC
  • Gewicht: 940 Gramm
  • Volumen: 20 bis 30 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Gut

Der sehr kompakt wirkende Zaino ist ein kleines Raumwunder und deshalb ein praktischer Begleiter im Alltag. Auch bei forciertem Ritt sitzt er prima, und der Preis ist attraktiv.

Louis Daypack Neon

  • Anbieter: Louis
  • Preis: 39,95 Euro
  • Material: Polyester mit PVC-Beschichtung
  • Gewicht: 640 Gramm
  • Volumen: 20 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Gut

Sparfüchse aufgepasst: Das augenfällige, enorm leichte Neon-Daypack erfüllt normale Ansprüche von Tourern und Pendlern. Viele Fächer und Sortiermöglichkeiten machen viel Sinn im Alltag.

QBag Rucksack

  • Anbieter: Polo
  • Preis: 49,95 Euro
  • Material: PVC
  • Gewicht: 1365 Gramm
  • Volumen: 40 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Gut

Der wasserdichte Tragerollsack bietet nur ein Hauptfach - das ist aber riesig und schluckt viel Gepäck. Tragekomfort: akzeptabel. Aerodynamik: gut. Preis: absolut super.

Touratech Adventure

  • Anbieter: Touratech
  • Preis: 99,90 Euro
  • Material: Polyamid und Polyester
  • Gewicht: 1098 Gramm
  • Volumen: 30 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Sehr gut

Auf dem Motorrad gibt sich der von Spezialist Deuter gebaute Adventure bei Highspeed und Regen keine Blöße. Auch bei anderen Outdoor-Aktivitäten durch Top-Tragekomfort Gold wert.

Vanucci Tecnica

  • Anbieter: Louis
  • Preis: 89,95 Euro
  • Material: Thermoplastisches Polyurethan
  • Gewicht: 920 Gramm
  • Volumen: 20 Liter
  • MOTORRAD-Urteil: Befriedigend

Passabler, relativ teurer Rollrucksack mit gutem Wetterschutz und Platz für das Nötigste auf Tagestour. Die spärliche Ausstattung und Einbußen beim Tragekomfort vereiteln höhere Weihen.

Deuter Attack: Ein spezieller Blick auf Protektoren-Rucksäcke

Der Deuter Attack 2016 bietet ein super Protektorsystem, mit dem man sich in jedem Gelände und jeder Fahrsituation sicher fühlt. Die zahlreichen Staufächer und Verzurrmöglichkeiten machen den Attack perfekt für jeden Biker, der gerne mehr als nur das Nötigste dabeihat. Fahrer, die nicht ganz so viel Stauraum benötigen, sind mit der etwas kleineren Enduro-Variante mit 16l gut beraten. Deuter empfiehlt für eine optimale Lastverteilung und Belüftung bergauf die Schulterriemen zu lösen und den Rucksack mit dem Hüftgurt direkt auf der Hüfte zu tragen. Bergab sollten die Schulterriemen festgezogen werden. Dadurch wird der Rucksack nach oben gezogen und die Hüftflossen am Rippenbogen fixiert, um so ein Wandern/Verrutschen nach oben zu verhindern.

Mit dem Shield System schafft Deuter ein Schutzlevel auf dem Standard für Motorradfahrer. Der SC-1 Schaum von SAS-Tec bietet zunächst hohen Tragekomfort, da dieser in unbelastetem Zustand weich und flexibel ist. Kommt es zu einem Sturz, so versteift sich der Protektor abhängig von der Stärke des Aufpralls, absorbiert einen Teil der Aufprallenergie und verteilt den Impact großflächig, ähnlich einer Hartschale. Dank Memory-Effekt nimmt der Protektor nach einer Verformung wieder seine ursprüngliche Form an und kann damit im Gegensatz zu anderen Protektorsystemen nach einem Sturz bedenkenlos weiter genutzt werden.

Der Deuter Attack Enduro 16 ist speziell auf die Bedürfnisse von Enduro-Fahrern zugeschnitten. Deuter geht bei seinem Protector auf Nummer sicher, verbaut eine „full-back“-Version und neben der Wirbelsäule ist auch der Schulterbereich geschützt. Zudem ist die Länge mit 49 Zentimeter weit über dem Schnitt, und der Rucksack empfiehlt sich auch für größere Biker.

Worauf du beim Kauf eines Motorradrucksacks achten solltest

Ausgewiesene Motorrad-Daypacks sollten hochgeschwindigkeitsfest sein. Im Zweifel einmal voll bepackt Probe fahren und selbst prüfen, ob sie ihren Preis auch wert sind. Wichtig ist auch der Tragekomfort, da die Last am Rücken ja möglichst bequem transportiert werden soll. Bei Bike-Rucksäcken definiert sich der Komfort allerdings weniger über das Tragen schwerer Lasten, als vielmehr über den bequemen und festen Sitz am Rücken. Breite, gut belüftete Schulterträger und Hüftflossen sorgen dafür, dass der Druck gleichmäßig auf eine möglichst große Fläche verteilt wird. Ein funktionierendes, gut belüftetes Tragesystem reduziert einen möglichen Wärmestau.

Die richtige Größe deines Protektor-Rucksacks ist entscheidend für die Vermeidung von Wirbelsäulenverletzungen. Der Rucksack sollte daher deiner Körpergröße entsprechen und eine möglichst große Fläche deines Rückens abdecken, um vor allem den Bereich von Halswirbel bis Steißbein zu schützen. Des Weiteren ist auch der richtige Sitz des Protektors wichtig. Diesen regulierst du über die richtige Einstellung der Schulterträger, Brustgurte und Hüftflossen.

Das wichtigste Kriterium für die Sicherheit eines Rückenprotektors ist die Schlagdämpfung. Daher gilt es beim Kauf vor allem auf die Zertifizierung nach CE EN 1621-2 zu achten. Liegt der Durchschnittsmesswert der Restenergie unter 18 kN, erhält der Rückenschutz eine Level 1 Zertifizierung. Beträgt die Restenergie maximal 9 kN klassifiziert sich der Protektor für den besonders sicheren Level 2.

Weitere wichtige Features

  • Ein sinnvoll aufgeteiltes Fächersystem sorgt für einfaches Handling und schnellen Zugriff.
  • Seitentaschen bieten leicht zugänglichen Stauraum für Handschuhe, Kartenmaterial oder Riegel.
  • Ein separates Fach bietet schnellen Zugriff auf Flickzeug, Werkzeug, Dämpfer- und Luftpumpe.
  • Eine separate Halterung für Fullface- und Halbschalenhelme, die den Zugriff auf die restlichen Taschen nicht versperrt.
  • Praktische Spann- und Kompressionsriemen, die den Rucksack stets kompakt halten, auch wenn er einmal nicht voll beladen ist.
  • Mit einem integrierten Trinksystem können Biker zudem ihren Durst stillen und trotzdem beide Hände am Lenker lassen.

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