Die Deutsche Bahn (DB) bietet Reisenden die Möglichkeit, Fahrräder in ihren Zügen mitzunehmen. Dabei gibt es jedoch einige Regeln und Bestimmungen zu beachten, die je nach Zugtyp und Region variieren können. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte der Fahrradmitnahme bei der DB.
Fahrradmitnahme im Nah- und Fernverkehr
Grundsätzlich können Sie Ihr Fahrrad in den meisten Zügen im Nahverkehr sowie in IC- und EC-Zügen mitnehmen. Im Fernverkehr benötigen Sie jedoch immer eine Fahrradkarte Fernverkehr und eine Stellplatzreservierung für Ihr Fahrrad. Diese können Sie bereits ab 6 Monaten vor Reisebeginn buchen. Für den Nahverkehr kaufen Sie ein Fahrrad-Tagesticket am Automaten, im DB Reisezentrum oder online. Die Preise für die Fahrradmitnahme in den Verbünden können von den Tarifen der Deutschen Bahn abweichen.
Buchung und Reservierung
Die Stellplatzreservierung für Ihr Fahrrad können Sie zusammen mit der Fahrradkarte online und in der App buchen. Das Fahrradsymbol zeigt Ihnen, ob noch Stellplätze im ICE, IC- oder EC-Zug frei sind (rotes Fahrradsymbol = Fahrradstellplätze nicht mehr verfügbar). Bei manchen internationalen Zügen ist das Fahrradsymbol grau. Das heißt, dass die Fahrradmitnahme nicht sicher möglich ist.
Sie können die Stellplatzreservierung und die Fahrkarte an allen bekannten Verkaufsstellen buchen - mit Ausnahme der DB Automaten. Sie bekommen dann Verbindungen mit Fahrradmitnahme angezeigt. Sie können sich auch an die DB Reisezentren, DB Agenturen oder die Service-Rufnummer 030 2970 wenden. Inhaber der BahnCard 100 reservieren ihren kostenlosen Fahrradstellplatz direkt über die Hotline 030 586020900 oder im DB Reisezentrum.
Wichtig: Die Fahrradkarte muss über dieselbe Strecke lauten wie Ihre eigene Fahrkarte. Dann gilt sie in der Regel für Ihre gesamte Reiseverbindung.
Fahrradtickets im Überblick
Eine Fahrradkarte im nationalen Fernverkehr kostet ab 7,99 Euro. Im bundesweiten Nahverkehr kostet es 6,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme, in manchen Regionen ist sie kostenlos. Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro.
Hier ist eine Übersicht über einige regionale Fahrradtageskarten:
- Fahrrad-Tageskarte bwFahrrad (Baden-Württemberg): 6 Euro pro Rad und Tag
- Fahrradtageskarte Niedersachsen: 6,50 Euro pro Rad und Tag
- FahrradTagesTicket NRW: 5,90 Euro pro Rad für 24 Stunden
Die Fahrrad-Kurzstreckenkarte kostet zwischen 0,95 und 7 Euro je nach Strecke und ist gültig für 1 Fahrrad im Nahverkehr für Verbindungen bis einschließlich 38 km (einfache Fahrt) bzw. 17 km (Hin- und Rückfahrt). Die Fahrrad-Tageskarte kostet 7 Euro pro Tag und Rad und gilt in allen Nahverkehrszügen, allen Verbundsverkehrsmitteln im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und in den U- und S-Bahnen im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV).
Achtung: Preise und Regelungen sind in den einzelnen Bundesländern und Verkehrsverbünden unterschiedlich.
Welche Fahrräder dürfen mitgenommen werden?
Nicht jedes Fahrrad darf mit in den Zug. Die Deutsche Bahn erlaubt lediglich die Mitnahme von:
- Einem handelsüblichen, einsitzigen Fahrrad mit zwei Rädern
- Einem Fahrrad mit Tretunterstützung durch Elektromotor bis 25 km/h (sog. Pedelec)
- Einem Fatbike, wenn dieses in die Fahrradhalterung (in der Regel eine Breite für Reifen von 40 bis 60 mm) passt. Lassen Sie ggf. die Luft aus dem Reifen ab.
- Einem zusammengeklappten Faltrad oder Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll können im Zug wie Gepäck untergebracht werden. Hierfür stehen z. B. Gepäckregale und Mehrzweckbereiche zur Verfügung.
- Zusammengeklappte (Kinder- oder Lasten-)Fahrradanhänger können Sie im Zug wie Gepäck mitnehmen. Dafür gibt es z. B. Gepäckregale und Mehrzweckbereiche.
Ein Tandem, Liegerad oder Dreirad kann nur in Zügen mit größerer Stellplatzkapazität mitgenommen werden. Alle nicht genannten Modelle können Sie nicht mitnehmen. Dazu zählen auch Fahrräder, die aufgrund ihrer Maße oder Bauweise nicht sicher verstaut werden können.
Wichtige Hinweise zur Reise
Planen Sie genügend Zeit zur Orientierung am Bahnhof und am Abfahrtsgleis ein. Da Sie Ihr Fahrrad in Bahnhöfen generell nur schieben dürfen, kann es zur Hauptreisezeit vorkommen, dass Sie sich nur langsam fortbewegen können. Beachten Sie, dass sich an den Fahrradstellplätzen kein Mechanismus befindet, um Ihr Fahrrad zu sichern.
Nehmen Sie bitte die Gepäckstücke rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges von Ihrem Fahrrad ab. So laden Sie schneller ein und aus. Seitengänge, Einstiegsbereiche und ggf. die Tür zum Lokführerstand müssen Sie freihalten. Sie brauchen einen stufenfreier Zugang zum Start- und Zielbahnhof? Auch die App "DB Bahnhof Live" hilft bei der Reiseplanung. Sie haben Ihr Fahrrad sicher abgestellt? Dann können Sie auf einem freien oder auf Ihrem reservierten Sitzplatz im Fahrradwagen Platz nehmen. Sie haben ein 1. Klasse-Ticket? Ihre reservierten Sitzplätze sind nicht in der Nähe Ihres gebuchten Fahrradstellplatzes.
Prüfen Sie vorab, wo sich das Fahrradabteil befindet - etwa über den Wagenstandsanzeiger im Aushang auf dem Bahnsteig oder über die App - und warten Sie von vorneherein im richtigen Gleisabschnitt auf den Zug.
Tipps für eine reibungslose Fahrradmitnahme
- Frühzeitig buchen: Gerade in den Sommermonaten sind die Fahrradstellplätze schnell ausgebucht. Buchen Sie Ihre Fahrradkarte und Stellplatzreservierung so früh wie möglich.
- Stoßzeiten vermeiden: Meiden Sie Stoßzeiten, etwa im Berufsverkehr oder an Wochenenden, Feiertagen und Schulferien.
- Informationen einholen: Informieren Sie sich vorab über die geltenden Tarife und Bestimmungen in den jeweiligen Verkehrsverbünden.
- Alternativen prüfen: Wenn die Fahrradmitnahme im Zug nicht möglich ist, prüfen Sie Alternativen wie den Fahrradversand mit DB Gepäckservice oder die Anmietung eines Fahrrads am Urlaubsort.
Die Rolle des ADFC
Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) ist mit über 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Der ADFC rät Radreisenden, die schon feste Pläne für 2025 haben, so früh wie möglich Stellplätze zu buchen - und erklärt, was man bei der Radmitnahme in der Bahn noch wissen muss.
ADFC-Tourismusvorstand Christian Tänzler sagt: „Die Bahn ist das ideale Transportmittel für Radreisende, denn sie ermöglicht eine umweltfreundliche An- und Abreise. Die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse zeigen, dass immer mehr Radreisende die Bahn nutzen. Viele von ihnen sind aber unzufrieden mit dem Angebot und dem Service der Bahn. Es ist gut, dass die Bahn mit dem Fahrplanwechsel die Vorbuchungsfrist für Fahrkarten und Fahrradtickets von sechs auf zwölf Monate verlängert. Das erleichtert etwa Familien die Planung für die Sommerferien."
Verwandte Beiträge:
- Deutsche Donauradweg: Etappen, Tipps & Infos zur Planung
- Beste deutsche Mountainbike Hersteller: Qualität & Innovation im Vergleich
- Alte deutsche Motorräder: Geschichte, Modelle & Restaurierung
- Deutsche Motorrad Youtuber: Top Kanäle & Empfehlungen
- Radtour Bad Neuenahr-Ahrweiler: Die schönsten Routen & Tipps
- Harley Davidson Iron 883 Drosselung: Ultimative Tipps für mehr Leistung und Fahrspaß!
Kommentar schreiben