DFDS Motorrad Schottland: Erfahrungen und Tipps

Wer Schottland mit dem eigenen Fahrzeug bereisen möchte, der muss zunächst einmal die Fähre nehmen. Es gibt zwei Hauptrouten, auf denen der Großteil der Schottlandreisenden unterwegs ist.

  • Zum einen die Verbindung von Amsterdam nach Newcastle mit DFDS.
  • Zum anderen die von Rotterdam nach Hull mit P&O Ferries.

Die Fähren legen abends in Rotterdam oder Amsterdam ab und erreichen früh morgens gegen 8 Uhr die jeweiligen nordenglischen Hafenstädte Hull oder Newcastle, von wo aus es noch etwa 300 bzw. 100 Kilometer bis an die schottische Grenze sind.

Hier liegt der Preis für die Überfahrt für eine Person inkl. der Mitnahme des Motorrades und Kabinenübernachtung bei etwa 100-150 Euro pro Strecke - je nach Buchungszeit. Ich empfehle so früh wie möglich zu buchen, da die Preise mit näherrückendem Abfahrtstermin enorm steigen können.

Motorradsicherung auf der Fähre

Da viele Reisende zum ersten Mal ihre Motorräder auf einer Fähre sichern müssen, sind sie oft ahnungslos, wie sie am besten festgezurrt werden sollten. Es kommt darauf an, wie die Fährgesellschaft das handhabt. Ob man selbst verzurren muss oder das Bordpersonal das tut, wo die Motorräder platziert werden und ob Material vorhanden ist und für welche Laschen oder Ösen.

Bei DFDS sichert man sein Motorrad selbst, was aber total einfach ist. Es sind zwar Gurte auf der Schottlandfähre vorhanden, aber nicht unbedingt in bestem Zustand und mitunter auch nicht gerade sauber. Deswegen am besten eigene Gurte mitnehmen. Da reichen die schmalen, die man im Baumarkt für kleines Geld bekommt, völlig aus (die haben auch ein paar 100kg bis 1to Tragkraft).

Außerdem kann es sinnvoll sein, von Zuhause ein paar Lappen (z.B. ein zerschnittenes Handtuch) mitzunehmen, die man unter die Gurte legen kann. Auch sollte man sich zuhause schon mal Gedanken machen, und es sich vorab anzuschauen, an welchen Punkten man das eigene Motorrad befestigen kann.

Die typische Überfahrt Ijmuiden-Newcastle dauert etwa 16 Stunden und diese Zeit willst du wahrscheinlich nicht komplett verschlafen. Dein Kabine ist sauber, die Betten sind schon bezogen und die Handtücher liegen in deinem eigenen Bad mit Dusche und WC bereit.

Man muss nicht hetzen und nicht in Panik geraten. Motorrad steht auf dem Seitenständer an der linken Bordwand. Zum Verzurren nutze ich normalerweise 3 Gurte. Jeweils rechts und links um die Gabelholme und dann diagonal nach unten ziehen. Den dritten Gurt ziehe ich mit einem Handtuch darunter quer über Sitz. Man könnte alternativ zwei Gurte verwenden, jeweils an den Fußrasten eingehakt.

Nach und nach füllt sich nun das Schiff mit den restlichen Fahrzeugen - und auf dem Deck, auf dem die Motorräder am Rand stehen, werden erst recht spät PKWs reingefahren. Bis dahin sollte man es geschafft zu haben, sein Bordgepäck zu nehmen und das Deck zu verlassen.

In Schottland angekommen, werden schon recht früh die PKWs von diesem Deck rausgefahren, so daß man wieder gut an die Motorräder dran kommt. Die Motorradfahrer waren zumindest in Newcastle upon Tyne mit DSDF die letzten, die von Bord gefahren sind.

Bei DFDS kommt es etwas darauf an wie der Beladungszustand der Fähre ist und wann Ihr im Hafen wart. Wenn man sehr früh ist kommt man normalerweise in der Motorradspur. Die ist extra in der Fähre, da steht auch kein Auto dann daneben. Da laufen auf dem Boden Stahlseile links und rechts und man fährt in der mitte dazwischen bis zu seinem Parkpunkt.

Das eigentliche Verzurren erfolgt dann ganz normal wie damals beim Autozug oder sonstwo:

  1. Motorrad auf den Seitensänder - keines Falls auf den Hauptständer.
  2. KEIN Lenkradschloß - also nicht komplett auf Lock stellen
  3. 1. Gang einlegen

Die einfachen nehmen einen Gurt und ziehen ihn jetzt einfach über den Sitz um die Maschine gegen umfallen zu sichern. Ich mache es wie Lille und habe dafür immer zwei eigene einfachere- kleinere Gurte selber dabei. Einer links einer rechts an der Gabelholmbrücke und das Mopped in die Knie zwingen, als wenn ich auf dem Motorradanhänger verzurre. Dann muss hinten nur noch gegen pendeln des Hecks mit einem Gurt gesichert werden - der muss dann auch nicht so stramm sein.

Anreise und Linksverkehr

Die beste und einfachste Art der Anreise mit dem eigenen Motorrad war für uns die Fähre von Amsterdam nach Newcastle. Nach etwas Recherche stellte sich der Mai als geeigneter Reisezeitraum heraus, da es in diesem Monat statistisch gesehen die meisten Sonnenstunden und den wenigsten Niederschlag gibt und sich zu dieser Jahreszeit noch keine lästigen Midges, beißende Fliegen, in den Highlands herumtreiben.

Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass der Linksverkehr absolut kein Problem darstellt und man sich sehr schnell an die neuen Regeln gewöhnt hat. Lediglich der erste Kreisverkehr wenn man von der Fähre kommt erfordert etwas mehr Konzentration. Hier kann man sich an seinem Vordermann orientieren oder einfach einem langsam fahrenden Lkw folgen.

Single Track Roads

Ganz typisch für Schottland sind die sogenannten Single Track Roads. Einspurige Straßen, auf denen nur ein Auto Platz hat. In regelmäßigen Abständen gibt es Ausweichbuchten, die das Passieren oder Überholen anderer Verkehrsteilnehmer ermöglichen.

Hier gilt: wer den anderen zuerst sieht, der wartet und macht Platz. Es ist erstaunlich, wie diszipliniert und zuvorkommend die Schotten sich an diese Regel halten. Man sollte natürlich ebenfalls Rücksicht nehmen und sich stets mit einem Gruß bei den Wartenden bedanken.

Unterkünfte und Essen

Die typischste Unterkunft in Schottland ist das Bed & Breakfast. Die durch ein B&B Schild angekündigten Häuser findet man in jedem noch so kleinen Nest und es gibt so überraschend viele davon, dass man nur selten eine Reservierung benötigt.

Die Übernachtungskosten liegen in der Hauptsaison durchschnittlich bei etwa 30 Pfund pro Person, wobei das Frühstück im Preis inbegriffen ist.

Neben ein paar Bed&Breakfast Übernachtungen habe ich auf dieser Reise jedoch überwiegend im Zelt geschlafen.

Neben Whiskey, wird in schottischen Pubs in erster Linie Bier getrunken. Will man ein Bier, das einem Pils am ähnlichsten ist, dann bestellt man ein Lager. Wenn man jedoch ein wenig experimentierfreudig ist, so empfehle ich ein leckeres Ale.

Reisezeit und Wetter

Schottland ist sicherlich kein Land, das seine Besucher mit schönem Wetter ködern muss. Wer nach Schottland reist, der muss Regen hin und wieder mal in Kauf nehmen. Das Schöne ist jedoch, dass nach dem Regen meistens auch sehr schnell wieder die Sonne folgt. Ich habe selten ein Land erlebt, wo sich das Wetter so facettenreich zeigt.

Die Frage nach der klimatologisch besten Reisezeit lässt sich wirklich nur schwer beantworten. Der statistisch gesehen trockenste Monat ist der Mai. Ich persönlich war von Mai bis Juli in Schottland unterwegs und fand das Wetter in dieser Zeit einfach perfekt.

Niederschlagreichstes Gebiet ist die Westküste mit der Isle of Skye. Am wenigsten Regen geht über der Speyside nieder. Es lohnt also durchaus, die Wettervorhersage im Auge zu behalten.

Weitere Tipps

  • Buchen Sie die Fähre und Unterkünfte so früh wie möglich, um von günstigeren Preisen zu profitieren.
  • Nehmen Sie eigene Spanngurte mit, um Ihr Motorrad auf der Fähre zu sichern.
  • Packen Sie regenfeste Kleidung ein, da das Wetter in Schottland sehr wechselhaft sein kann.
  • Seien Sie auf den Linksverkehr vorbereitet und üben Sie gegebenenfalls das Fahren im Kreisverkehr.
  • Nutzen Sie die Ausweichbuchten auf Single Track Roads, um anderen Verkehrsteilnehmern Platz zu machen.
  • Probieren Sie lokale Spezialitäten wie Haggis und schottisches Bier.

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