Ducati Multistrada 950 im Testbericht

Die Ducati Multistrada 950 sorgte bei ihrem Erscheinen für Aufsehen - insbesondere bei ihrer größeren Schwester und der Konkurrenz. Bereits in ersten Vergleichstests räumte die Ducati 950 Multistrada richtig ab. Zunächst mit dem Sieg gegen die 1200er-Multistrada und kurz darauf gegen die versammelte Reiseenduro-Mittelklasse. Das Sprinttempo bis zur 50.000-Kilometer-Marke im Dauertest ist ein gutes Zeichen.

Die Italienerin war quasi permanent auf Tour, spulte durchschnittlich 3.300 Kilometer pro Monat herunter und hatte nach 15 Monaten die Dauertest-Distanz hinter sich. Ein Ritterschlag für einen Dauerläufer. Ordentlicher Sitzkomfort, gelungener Windschutz, super Bremsen und tolles Lenkverhalten - die Lobeshymnen über den roten Flitzer wiederholten sich in den Fahrtenbüchern.

Technische Details und Ausstattung

Aus der 1200er-Multi stammt der Rahmen, von der Multistrada Enduro die Schwinge, und die Hypermotard 939 steuert den Motor bei. Mit einem Basistarif von rund 13.000 Euro spart der Reiseendurist rund 3.500 Euro gegenüber der großen Multi.

Die Ducati Multistrada 950 S 2019 kombiniert eine beeindruckende Leistung mit einem komfortablen Fahrverhalten, ideal für Abenteuer und lange Reisen. Mit ihrem 937 ccm Flüssiggekühlten 2-Zylinder-Motor, der 113 PS und ein Drehmoment von 96 Nm bietet, ist sie sowohl für Off-Road-Abenteuer als auch für lange Straßenfahrten bestens geeignet. Mit einem fahrfertigen Gewicht von 230 kg vermittelt die Ducati Multistrada 950 S 2019 sowohl Stabilität als auch Agilität.

Fahrwerk und Bremsen

Die Ducati Multistrada 950 S 2019 ist mit einem hochwertigen Sachs Upside-Down-Fahrwerk an der Vorderachse und einem Sachs Mono-Federbein hinten ausgestattet, beide mit einem Federweg von 170 mm. Die Sitzhöhe der Ducati Multistrada 950 S 2019 beträgt 840 mm, was sie für eine Vielzahl von Fahrern zugänglich macht.

Das Kurven-ABS der Ducati Multistrada 950 S 2019 sorgt für optimierte Bremskraftverteilung in Schräglage, was die Sicherheit beim Bremsen in Kurven erhöht.

Motor und Leistung

Der 937 ccm 2-Zylinder-Motor der Ducati Multistrada 950 S 2019 leistet beeindruckende 113 PS und ein maximales Drehmoment von 96 Nm. Die Ducati Multistrada 950 S 2019 hat einen Kraftstoffverbrauch von 5,5 Litern pro 100 km, was für ein Adventure Bike in dieser Leistungsklasse sehr effizient ist.

Besondere Ausstattungen

Die Ducati Multistrada 950 S 2019 kommt mit einer Reihe von besonderen Ausstattungen, darunter Speichenräder und die Ducati Skyhook Suspension, die eine adaptive Federungstechnologie bietet.

Ja, die Ducati Multistrada 950 S 2019 ist mit einem digitalen Drehzahlmesser, einer Ganganzeige und einer Temperaturanzeige ausgestattet.

Dauertest-Erfahrungen und Probleme

Allerdings auch die Schimpftiraden auf die rupfende Kupplung. Vor allem nach dem Kaltstart biss das Plattenpaket beim ersten Kraftschluss aggressiv zu, ließ sich beim Anfahren kaum dosieren. Wer den Zweizylinder nicht gleich abwürgte, sorgte mit einem Hoppelstart für erheiterte Aufmerksamkeit der Mitmenschen. Ein Phänomen, das sich wie ein roter Faden durch die meisten Zuschriften zog und auch die Dauertest-Ducati 950 Multistrada bis zuletzt begleitete.

Der technische Hintergrund liegt laut Ducati in der sogenannten Beölung der Kupplung. Gerät zu viel Motoröl in die Kupplung, trennen die Beläge durch die erhöhten Adhäsionskräfte (Verklebung) nicht mehr vollständig. Als Folge lässt sich auch der Leerlauf nur schwer finden. Ob auch die kritische Dosierbarkeit mit der Ölversorgung begründet werden kann, ist unklar.

Wie auch immer, weil der Öldruck über ein vor dem Kettenritzel sitzendes federbelastetes Kugelventil geregelt werden kann, wurde er bei Kilometerstand 15.610 im Rahmen der ersten Inspektion von 0,4 bar auf den Sollwert von 0,2 bar reduziert. Besserung brachte die Maßnahme allerdings nur kurzzeitig. Nicht erst auf der gemeinsamen Herbstausfahrt aller Dauertest-Maschinen durchs pittoreske Slowenien stellte sich heraus, dass sich der 937er-V2 gern ein wenig Öl gönnt. Rund 0,4 Liter je 1.000 Kilometer sollte sich der L-Motor durchschnittlich im Lauf der Dauertest-Distanz genehmigen. Ein laut Ducati-Techniker zwar üppiger, aber akzeptabler Wert.

Wintertauglichkeit und weitere Reparaturen

Schwamm drüber, immerhin pflügte die Ducati 950 Multistrada ohne Mucken durch den Winter, sprang sogar bei zehn Grad minus zuverlässig an. Dass sie kurz vor der Frostperiode neue Hinterradlager ausfassen musste, stellt sie in eine lange Reihe von Dauertest-Maschinen. Fast alle Dauerläufer der jüngeren Vergangenheit zeigten sich in dieser Hinsicht anfällig. Und weil die kleine Multistrada schon in der Werkstatt war, wurden auch die vorderen Bremsbeläge und der Kettensatz ersetzt. Die Kosten inklusive der Lager: immerhin 728 Euro.

Inspektionen und Service

Im Rahmen des 30.000er-Services wurde dennoch prophylaktisch der an der Außenhülle aufgewetzte Kupplungszug ersetzt. Einen neuen Zahnriemen, Luftfilter, frische Zündkerzen, hintere Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit gab’s nach den Inspektionsvorgaben. Eine saftige Rechnung obendrein. Stattliche 1.385 Euro stellte der freundliche Ducati-Händler in Rechnung.

Zwischendurch schaute die Ducati 950 Multistrada nur noch einmal zur 45.000er-Inspektion in der Werkstatt vorbei. 576 Euro wurden für die Durchsicht inklusive neuer Bremsflüssigkeit fällig. Dass der Seitenständer dabei wegen des leicht verbogenen Ausklapp-Auslegers ersetzt wurde, hatte eher komforttechnische Gründe.

Ergebnisse der Obduktion am Dauertest-Ende

Ins Eingemachte drang letztlich die Obduktion am Dauertest-Ende. Mit erfreulichem Ergebnis. Sämtliche Teile lagen innerhalb der Verschleißgrenze. Getriebe und die viel kritisierte Kupplung wiesen nur geringste Laufspuren auf, Kolben, Zylinder und Lager zeigten sich in gutem Zustand. Selbst die aufwendige Desmodromik überstand die Distanz quasi unbeeindruckt. Lediglich die Führungen der Einlassventile waren in der Mitte zwar noch maßhaltig, an den Enden aber über die Verschleißgrenze konisch aufgeweitet. Laut Ducati entscheidet für die Maßhaltigkeit jedoch lediglich das Ventilschaftspiel in der Führungsmitte.

Reifenempfehlungen

Lediglich vier Satz verschliss die kleine Multistrada auf der Dauertestdistanz von 50.000 Kilometer. In Sachen Fahreigenschaften übertrumpfte die Original-Bereifung Pirelli Scorpion Trail 2 die Paarungen von Michelin (Pilot Road 4 und Anakee III), beim Thema Laufleistung überzeugten die Bridgestone A40. Die bei 35.000 Kilometern montierten Allrounder überstanden die komplette Distanz bis zum Testende.

Fahrerlebnis und Fazit

Ein Fazit zu unserer Enduro Tour im gemischten Doppel müsste ungefähr so lauten: Einer Multistrada kann man sehr viel abverlangen, die Hypermotorad zieht wegen des genialen Motors und weniger Gewicht mit, muss aber bei steilen bergab-Passagen und Stellen die mehr Bodenfreiheit verlangen passen. All das haben wir auch nur bei Sonnenschein probiert. Bei Matsch und Regen definieren andere Parameter den Spaßfaktor. Zwei Motorräder, die vor allem wegen des gelungenen Motors in die Geschichte eingehen werden. Mit ihnen kann man nicht nur die aufregenden Straßen der Westalpen fahren, sondern auch die Anreise bewältigen.

Vergleich: Ducati Multistrada 950 vs. 950 S

Hier ein kurzer Vergleich zwischen der Ducati Multistrada 950 und der aufgewerteten S-Version:

  • Federung: Multistrada 950 mit Kayaba-Gabel und Sachs-Federbein, Multistrada 950 S mit elektronischem, semiaktivem Fahrwerk "Ducati Skyhook Suspension" (DSS).
  • Bremsen: Beide Modelle mit Brembo-Bremsen, aber die S-Version bietet zusätzlich eine Kombi-Bremsfunktion.
  • Ausstattung: Die S-Version bietet zusätzliche Features wie Ducati Quick Shift (DQS), Voll-LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, ein hochauflösendes TFT-Display, Tempomat und hintergrundbeleuchtete Lenkerarmaturen.

Ducati Multistrada 950 S: Testberichte und Meinungen

Tester loben die einfache Handhabung und das agile Fahrverhalten der Multistrada 950 S. Der Motor begeistert mit seiner Drehfreudigkeit und der sportlichen Charakteristik. Auf der Straße überzeugt die Multistrada 950 S mit einem Top-Fahrwerk und dem kräftigen Motor. Offroad stößt sie jedoch an ihre Grenzen.

Ein Tester fasst zusammen: "An der Grenze zwischen Sporttourer und Reiseenduro bewegt sich die Ducati Multistrada 950 S elegant und sehr sportlich durch Kurven und Kehren. Solange der Untergrund befestigt bleibt, weckt sie mit ihrem top Fahrwerk, drehfreudigem Motor und spielerischem Einlenkverhalten echte Emotionen und macht einfach Spaß. Offroad ist hingegen spürbar nicht ihr Revier."

Zusammenfassung der technischen Daten

Hier ist eine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten der Ducati Multistrada 950 S:

Merkmal Wert
Motor 937 ccm, Flüssiggekühlter 2-Zylinder
Leistung 113 PS
Drehmoment 96 Nm
Trockengewicht 204 kg
Sitzhöhe 840 mm
Tankinhalt 20 Liter

Ducati Multistrada 950 vs. Konkurrenz

Die Ducati 950er versteht sich als Konkurrent in der Liga von Honda Africa Twin, Suzuki V-Strom 1000 oder KTM 1090 Adventure. Mit 113 PS aus 937 ccm liegt die Duc leistungsmäßig auf deren Niveau.

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