Touren-Schuhe müssen die Kraftübertragung eines Race-Schuhs und den Laufkomfort eines Wanderschuhs vereinen. Race-Schlappen, mit Sohlen, so profillos wie ein südamerikanischer Salzsee, gehören einfach nicht ins Gebirge. Dafür gibt es schließlich Spezialisten: Touren-Schuhe. Sie sollen die Steifigkeit eines Klickschuhs mit dem Laufkomfort grobstolliger Wanderschuhe vereinigen. So zumindest die Idealvorstellung.
Touren-Schuhe sind meist nur ein Kompromiss aus beiden Welten. Ob es jedoch ein gelungener oder ein fauler Kompromiss ist, wollten wir im Fall von 14 Touren-tauglichen Test-Modellen herausfinden. Auf ausgiebigen Testfahrten haben wir die Modelle genau unter die Lupe genommen. Kraftübertragung, Tragekomfort und Grip auf Laufpassagen standen dabei besonders im Fokus. Zusätzlich haben wir die Sohlensteifigkeit im Labor gemessen.
Die Testkandidaten im Überblick
Wir haben die Hersteller nach ihren besten Race-Modellen gefragt und 14 Paar Schuhe von 149 bis 199 Euro für unseren Vergleichstest bekommen.
Diese MTB-Race-Schuhe finden Sie im Test:
- Bontrager Forey Mountain
- Diadora Vortex-Comp
- Diadora X-Vortex-Comp
- Fizik M5 Boa Man
- Gaerne G.Fast (BIKE-Tipp: Race)
- Giro Privateer R
- Lake MX168
- Mavic Crossmax SL Pro
- Northwave Blaze Plus
- Rose RMS MTB Carbon (BIKE-Tipp: Preis/Leistung)
- Scott MTB Team Boa
- Shimano SH-XC61 (BIKE-Tipp: Testsieger)
- Sidi Eagle 5 fit
- Suplest Edge/3 Sport
- Vaude Exire Pro RC
Wir haben bewusst die Mittelklasse gewählt: günstige Bike-Schuhe um 100 Euro sind das Butterbrot unter den Race-Schuhen - nicht schlecht, aber gewiss kein geschmackliches Highlight. Sie werden meist mit drei Kletts verschlossen - das bringt nur wenig Zug auf den Fuß. Dazu sind ihre Nylon-Sohlen oft biegsam wie Ballerinas. Highend-Race-Schuhe sind das andere Extrem: komplett mit Carbon-Sohlen, ultraleichte Obermaterialien und präzise verstellbare Verschlüsse. Dünner gepolstert und schlanker geschnitten bieten die Mittelklasse-Racer den perfekten Kompromiss aus Flipflop und Fußfessel.
Die Testmethoden
Wir haben sämtliche Modelle erbarmungslos über unsere Testrunde getreten - über steile Anstiege und rasante Abfahrten - und im Labor auf unserem Steifigkeitsprüfstand verbogen. Zudem wollten wir mit einem Blindtest die Frage klären, wie viel Geld man wirklich für einen guten Race-Schuh investieren muss.
Ergebnisse des Vergleichstests
DIE TOP 3:
- Der beste Verschluss: Die gegenläufigen Klettverschlüsse am Shimano bringen ordentlich Zug auf den Spann und funktionieren im gesamten Testfeld mit Abstand am besten.
- Der leichteste im Test: Mit Carbon-Sohle und nahtlosem Obermaterial bringt es der günstige Rose auf gerade mal 670 Gramm. Damit ist er leichter als so mancher Top-Schuh.
- Die steifste Sohle: Die Sohle des Lakes lässt sich mit bloßen Händen kaum verbiegen. In Verbindung mit dem robusten Obermaterial entsteht so ein solider Race-Schuh.
Das sagen die Tester zu den MTB-Schuhen:
- Ludwig Döhl, BIKE-Tester: Bevor die Plastiksohle der günstigen Schuhe weich wird, gibt meist sowieso irgendein anderes Bauteil, wie Ratsche oder Profil, den Geist auf. Mein Tipp: Normale Schuhe bis 150 Euro kaufen und den Rest in angepasste Einlagen, zum Beispiel von Solestar, investieren.
- Stefan Loibl, BIKE-Redakteur: Das Highend-Modell ist allergisch gegen Lauf- und Schiebepassagen. Beim Cape Epic vor zwei Jahren habe ich einen solchen Schuh in acht Tagen komplett ramponiert. Ein teurer Spaß! Trotzdem führt bei Marathons nichts an steifen, leichten Tretern vorbei.
- Stefan Frey, Bike-Redakteur: Schon für 100 Euro bekommt man heute richtig gute Bike-Schuhe. Aber sind sie auch richtige Racer? Mir ist dafür die Sohle zu weich und die Polsterung zu komfortabel. Auf langen Touren sind die Komforttreter top, im Rennen wünsche ich mir aber einen direkteren Schuh.
Blindtest: Teuer muss nicht immer besser sein
300 Euro sind mittlerweile Standard für Highend-Race-Schuhe für Mountainbiker. Ein Blindtest sollte zeigen, ob man auch für weniger Geld schnell unterwegs sein kann. Wir wollten wissen: Kann man auch blind den Unterschied zwischen Highend- und Einsteigermodell erfahren, und lohnt sich der Griff zum Top-Schuh wirklich? Das Ergebnis: Test bestanden. Wir konnten alle Modelle eindeutig ihrer Preisklasse zuordnen.
Die Nylon-Carbon-Sohle ist steif und haltbar, das straffere Obermaterial bringt die Kraft direkt aufs Pedal, und selbst Schiebepassagen lassen sich damit ohne Verrenkungen meistern.
MTB-SCHUHE: DAS LEISTET DIE MITTELKLASSE IM TEST
Mehr als 200 Euro für einen Race-Schuh ausgeben? Eigentlich völlig unnötig. Viele der getesteten Modelle bieten alles, was das Rennfahrerherz begehrt. In steife Sohlen tritt man bei Fizik, Gaerne, Lake, Northwave und Sidi. Hervorragende Leisten mit raciger Passform schustern Gaerne, Northwave, Shimano oder Sidi. Durchdachte Verschlüsse? Shimano, Gaerne und Lake. Auf griffigen Sohlen, mit denen man auch mal eine unfahrbare Passage meistert, läuft man bei Bontrager, Giro, Lake und Mavic. Das überzeugendste Komplettpaket liefert in unseren Augen aber Shimano mit dem SH-XC61. Er vereint ein sehr direktes Fahrgefühl mit toller Passform und einem einfachen aber durchdachten Verschluss-System.
Einzeltests der Schuhe
Im Folgenden werden einige der getesteten Schuhe im Detail betrachtet:
Bontrager Forey Mountain
- Preis: 159,90 Euro
- Fazit: Guter Allrounder mit großflächiger Verstärkung im breiten Zehenbereich. Läuft sich komfortabel und bringt ausreichend Kraft aufs Pedal. Der Boa-Verschluss bringt aber nicht genügend Zug im vorderen Bereich, zudem steht man etwas nach außen gekippt auf dem Pedal. Die lange Zunge kann drücken. Achtung: fällt groß aus.
- BIKE-Urteil: GUT
Diadora X-Vortex-Comp
- Preis: 190 Euro
- Fazit: Der leichte Diadora fällt sehr breit aus, das weiche Obermaterial bringt kaum Zug auf den Fuß. Die Sohle bietet keinerlei Stütze für die Füße und bringt die Muskelkraft nur mäßig auf die Pedale. Die Platte unter dem Cleat vergrößert zwar die Standfläche, verrutscht aber leicht beim Ausklicken. Die griffige Profilsohle knickt beim Gehen stark ab.
- BIKE-Urteil: BEFRIEDIGEND
Fizik M5 Boa Man
- Preis: 179 Euro
- Fazit: Schicker Italo-Racer, nicht nur für die Eisdiele. Das stabile Obermaterial bietet festen Halt und dazu viel Komfort. Die Sohle ist steif und liegt flächig auf dem Pedal auf - sicherer Stand garantiert. Die Nähte im Knöchelbereich können drücken, die wacklige Sohle konnte beim Gehen nicht ganz überzeugen. Eine Verstärkung an den Zehen fehlt.
- BIKE-Urteil: GUT
Gaerne G.Fast
- Preis: 199,95 Euro
- Fazit: Der Gaerne bringt die Kraft auch ohne Carbon aufs Pedal. Sportlich geschnitten, mit wenig Polsterung, trägt er sich dennoch sehr komfortabel. Der mittig platzierte Boa-Verschluss funktioniert perfekt. Die Ferse findet auch beim Gehen guten Halt, weiches Gummi sorgt für Grip. Nur der vordere Klett bringt wenig zusätzlichen Nutzen.
- BIKE-Urteil: SEHR GUT
Giro Privateer R
- Preis: 149,99 Euro
- Fazit: Mehr sportlicher Tourer als Racer. Der Giro fällt kurz, schmal und flach aus, trägt sich aber sehr komfortabel. Dank griffiger Sohle läuft er sich sehr sicher, trotzdem bringt er viel Kraft aufs Pedal. Sein klassischer Verschluss mit Ratsche und Klett fixiert den Fuß sehr gut im Schuh. Er ist robust, dadurch aber kein Leichtgewicht.
- BIKE-Urteil: SEHR GUT
Lake MX168
- Preis: 163,95 Euro
- Fazit: Der schwere und robuste Lake kommt optisch sehr tourig daher. Die stark profilierte Sohle bietet viel Grip, ist sehr steif und generiert eine hervorragende Kraftübertragung. Der Boa-Verschluss lässt sich versetzen, kann aber punktuell etwas drücken. Viel Platz in der Zehenbox und etwas wenig Halt in der Ferse beim Laufen.
- BIKE-Urteil: SEHR GUT
Mavic Crossmax SL Pro
- Preis: 170 Euro
- Fazit: Der Mavic ist ein sehr komfortabler Tourer mit griffigem Profil und top Laufeigenschaften, aber spürbarem Flex in der Sohle. Die verstellbaren Kletts bringen nur wenig Zug auf den Spann. Die lange, bequeme Zunge und sehr gute Belüftung im Zehenbereich gefallen ebenso wie die unterstützende Einlegesohle.
- BIKE-Urteil: GUT
Northwave Blaze Plus
- Preis: 169,99 Euro
- Fazit: Klassischer Racer: schmale Passform, straffe Polsterung, dehnresistentes Obermaterial und eine sehr steife Sohle. Mit dem Blaze kann man richtig reintreten. Dafür rollt er beim Gehen aber kaum ab und steht etwas wacklig im Gelände. Der Drehverschluss bietet gute Einstellmöglichkeiten, ist sehr flach, aber etwas schwer zu bedienen.
- BIKE-Urteil: SEHR GUT
Rose RMS MTB Carbon
- Preis: 149,95 Euro
- Fazit: Leicht, steif und gut belüftet. Für gerade mal 150 Euro gibt’s bei Rose einen Vollblut-Racer mit Carbon-Sohle und Spikes, der sich auch ohne dicke Polsterung noch komfortabel trägt. Dafür bietet der RMS kaum Gehkomfort, wenig Grip und etwas wenig Fersenhalt. Die billige Ratsche kann man bei dem Preis verschmerzen.
- BIKE-Urteil: SEHR GUT
Scott MTB Team Boa
- Preis: 199,95 Euro
- Fazit: Gute Kraftübertragung durch passgenauen Sitz und Carbon-verstärkte Sohle. Die Einlage lässt sich an den Fuß anpassen. Das Obermaterial ist etwas nachgiebig. Die Skalierung hilft bei der Cleat-Montage. Der Bereich um die Knöchel und die Boa-Aufhängungen verursachten Druckstellen. Breite Standfläche, aber wenig griffiges Profil.
- BIKE-Urteil: GUT
Winter Radschuhe im Test: DMT WM1
Die Radtour mal wieder aufs Eis gelegt? Keine Lust auf Wind, nasses Wetter und Kälte? Radfahrern macht es der Winter nun wirklich nicht leicht aber das alles ist noch kein Grund das Rad im Keller zu lassen. Mit der richtigen Kleidung ausgestattet, lassen sich auch im Winter einige Highlights im Sattel erleben.
Der DMT WM1 gehört zu den eher leichten (330g) Winterschuhen. Für warme Füße sollen zum einen die wasserabweisende microfyber Oberfläche und zum anderen das ebenfalls wasserabweisende Neopren-Innenteil sorgen. Auf Fleece oder ähnliche Fütterung wird verzichtet, was den Schuh auf den ersten Blick eher als Herbst bzw. Die Sohle ist größtenteils identisch mit der von Sommerschuhen und als eher hart einzustufen. Für den Verschluss sorgen zwei Drehverschlüsse des bewährten Herstellers BOA.
Die Innensohle fällt eher flach und ohne ausgeprägte Stützform aus. Für einen besseren Halt wird im Fersenbereich ein Polster verwendet, dass ein unter anderem ein Herausrutschen beim Ziehen am Pedal verhindern soll. Insgesamt erscheint der Schuh schön steif, passend für Racer und Tourenfahrer. Das Anziehen der Schuhe gelingt dank dehnbarem Neopreninnenleben und der Schlaufen äußerst einfach.
Den ersten Eindruck würde ich mit den Adjektiven „platt, leicht, race-typisch“ betiteln. Die Innensohle ist flach und schmiegt sich im Gegensatz zu so manchem Race-Schuh nur schwach an die Fußform. Die insgesamte Passform würde ich als eher schmal betiteln, für mich persönlich eher schon zu schmal. Beim Kauf bitte beachten und probieren. Die Größe fällt ansonsten normal aus. Platz für dicke Socken bietet der Schuh durch den schmalen Schnitt nur bedingt. Das Ein- und Ausklicken des Schuhs gelingt mit SPD Pedalen auf Anhieb und der angenehm fein einzustellende BOA Verschluss schließt den Schuh angenehm fest.
Als Racer fiel im ersten Anstieg mit Druck auf dem Pedal direkt die nur schwach stützende Innensohle auf. Für etwas mehr Halt und Komfort würde ich definitiv eine stärker vorgeformte Innensohle bevorzugen, die die Kraftübertragung subjektiv angenehmer gestaltet. Im Gegensatz dazu fällt der Schuh schön steif aus und das Trittgefühl ist, nicht zu letzt durch die doch eher dünne Isolierung und das feste Material, direkt. Man hat keineswegs das Gefühl einen Klotz am Fuß herum zu tragen, wie es bei so manchem MTB Winterschuh der Fall ist. Die Kraft aus den Oberschenkeln wird gut aufs Pedal weitergeleitet und der BOA Verschluss sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung, sowie Komfort. Genau nach dem Geschmack von Fahrern, die sonst ihre ultraleichten und direkten Carbontreter gewohnt sind.
Das dünne Material des Schuhs kann Wind und Wasserspritzer wirksam abhalten. Bei moderaten Temperaturen um die 10 Grad Marke bietet der Schuh für mein Empfinden einen sehr guten Wetterschutz und angenehme Wärme. Insgesamt war der DMT in dieser Jahreszeit ein wirklich angenehmer Begleiter, gut schützend, nicht zu kalt und dennoch auch für Intervall-Einheiten im Gegensatz zu so manch extremem Winterschuh nicht zu warm und nicht zu klobig. Nur vor großen und tiefen Pfützen sollte man lieber weiterhin einen Bogen machen. Bei Temperaturen unter 5 Grad mussten ergänzend Craft Neopren Überschuhe her. Mit dieser Kombi hatte ich letztendlich keine Probleme mehr.
Der DMT WM1 bietet in den Übergangsmonaten einen wirksamen Schutz vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit auf den Trails. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt muss er jedoch für warme Füße mit Überschuhen ergänzt werden.
Weitere Merkmale von Fahrradschuhen
Die neue Konstruktion des Obermaterials, das aus Anti-Stretch-Air-Mesh und Supreltech-Mikrofasern besteht, sorgt für einen perfekten Abschluss und erhöht die Stabilität der Beine bei Druck. Ein praktisches und präzises Befestigungssystem bestehend aus einer Schnalle mit Aluminiumbasis und einem großen Entriegelungsknopf. Vier verschiedene Einstellpositionen sorgen für hervorragende Passform und Komfort für alle Fußtypen.
Verschluss, mit dem Sie die optimale Passform des Fußes im Sneaker einstellen können. Ein einfaches, aber effektives System bestehend aus zwei Schnallen.
Zusammenfassende Tabelle der getesteten Modelle
| Modell | Preis (ca.) | BIKE-Urteil | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Bontrager Forey Mountain | 159,90 € | GUT | Guter Allrounder, Boa-Verschluss mit Schwächen |
| Diadora X-Vortex-Comp | 190 € | BEFRIEDIGEND | Breite Passform, wenig Stütze |
| Fizik M5 Boa Man | 179 € | GUT | Stabiles Obermaterial, steife Sohle |
| Gaerne G.Fast | 199,95 € | SEHR GUT | Boa-Verschluss, komfortabel |
| Giro Privateer R | 149,99 € | SEHR GUT | Komfortabler Tourer, griffige Sohle |
| Lake MX168 | 163,95 € | SEHR GUT | Steife Sohle, viel Grip |
| Mavic Crossmax SL Pro | 170 € | GUT | Komfortabler Tourer, gute Belüftung |
| Northwave Blaze Plus | 169,99 € | SEHR GUT | Schmale Passform, steife Sohle |
| Rose RMS MTB Carbon | 149,95 € | SEHR GUT | Leicht, steif, Carbon-Sohle |
| Scott MTB Team Boa | 199,95 € | GUT | Gute Kraftübertragung, Druckstellen möglich |
Verwandte Beiträge:
- Bestes Mountainbike unter 1000€: Test & Vergleich der Top-Modelle
- Naturnser Alm Mountainbike Tour: Streckenbeschreibung & Tipps
- Mountainbike Sattelfederung: Komfort & Performance im Vergleich
- Ultimative Ducati Monster 696 Bremshebel Tipps: Top Optionen & Kaufberatung!
- Unglaubliche Geschichte des Dreirads von Wolkramshausen – Die faszinierende Entwicklung eines Klassikers!
Kommentar schreiben