Das Pedelec Diamant 365 zeichnet sich durch einen in Deutschland gefertigten Rahmen aus. Es bietet eine hochwertige Verarbeitung, jedoch mit einer begrenzten Reichweite. Dieser Testbericht untersucht, ob diese Einschränkung akzeptabel ist.
Aufbau und Verarbeitung
Im Gegensatz zu vielen E-Bikes aus China wird das Diamant 365 nahezu komplett montiert geliefert. Lediglich die Pedale und Reflektoren müssen montiert sowie Lenker und Gabel festgezogen werden. Die notwendigen Werkzeuge sind auf der Verpackung abgebildet, aber nicht im Lieferumfang enthalten. Gangschaltung und Klingel werden justiert und das Vorderlicht optimal ausgerichtet.
Die Montage dauert inklusive Nachziehen aller Schrauben und Aufpumpen der Reifen etwa 15 Minuten. Zuvor werden etwa 15 Minuten für das Entpacken benötigt, da viele Bauteile mit Schaumstoff gepolstert und mit Kabelbindern sowie Klebestreifen versehen sind, um Kratzer zu vermeiden.
Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die Schweißnähte sind im oberen Bereich an Gabel und unterhalb der Sattelstütze geschliffen, sodass sie kaum erkennbar sind. Nur im unteren Bereich sind sie unbehandelt, ähnlich wie bei E-Bikes aus China. Der stabile Aluminiumrahmen trägt Personen bis maximal 119 kg bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 136 kg. Schutzbleche bestehen aus Metall, die Pedale aus Plastik. Während der Fahrt gibt es kein Wackeln oder Klappern.
Gegenüber günstigen E-Bikes aus China ist das Kabelmanagement beim Diamant 365 vorbildlich. Vordere Kabel und Bremszüge der hydraulischen Bremse verschwinden in Gabel und Rahmen. Die Verkabelung für das Rücklicht verläuft unsichtbar in der Innenseite des hinteren Schutzblechs.
Der Rahmen des Diamant 365 ist schwarz lackiert. Fast alle anderen Bauteile, einschließlich Sattelstütze und Speichen, sind ebenfalls in dieser Farbe gehalten. Lediglich die Speichenschutzscheibe am Hinterrad besteht aus transparentem Kunststoff.
Lenker, Licht und App
Der Lenker wirkt aufgeräumt, da das Diamant 365 kein Display besitzt. Um auf die im Computer gespeicherten Daten zuzugreifen, muss das Rad mit der App Hyena Rider Assistant (HRA) des Motorenherstellers gekoppelt werden. Für die Nutzung der App ist eine Registrierung erforderlich.
Das Rad wird über das Bedienpanel auf der linken Seite des Lenkers eingeschaltet. Ein langes Drücken der Einschalttaste aktiviert das Rad. Das Panel zeigt den Batterieladestatus (grün) und die gewählte Unterstützungsstufe (rot) an. Mit den Plus- und Minus-Tasten kann die Unterstützungsstufe angepasst werden. Nach dem Einschalten leuchten Vorder- und Rücklicht. Mit einem langen Drücken der Plus-Taste kann das Licht aus- und wieder eingeschaltet werden.
Auf der rechten Seite des Lenkers befinden sich die Schalthebel (Shimano Altus M2010), die die 9-Gang-Schaltung Shimano Altus M2000 mit Schaltkassette HG200 (Übersetzung 11 - 36) bedienen. Das Zusammenspiel der Shimano-Schaltung funktioniert gut, die Gangwechsel erfolgen problemlos und nahezu geräuschlos. Schon im achten Gang lässt sich das Rad bei höchster Unterstützungsstufe auf über 25 km/h im Flachen beschleunigen. Noch mehr Tempo ist mit dem höchsten Gang möglich, jedoch ohne Motorunterstützung, da der Motor das Rad nur bis 25 km/h beschleunigt.
Die Handgriffe fühlen sich gut an und bieten genügend Grip. An den seitlichen Enden bieten sie eine breitere Auflagefläche für die Handballen.
Ergonomie
Der Winkel und die Höhe des Vorbaus lassen sich über ein Gelenk anpassen, was eine gute Ergonomie ermöglicht. Zusammen mit dem ausreichend höhenverstellbaren Sattel bietet das Diamant 365 damit eine gute Ergonomie. Ein 186 cm großer Fahrer mit 90 kg Gewicht fühlt sich auf dem Diamant 365 mit XL-Rahmen wohl.
Es gibt auch eine Variante mit Trapez-Rahmen, die einen niedrigeren Zustieg bietet. Diese Variante ist besonders für Frauen, ältere Menschen oder Personen mit körperlicher Beeinträchtigung geeignet.
Fahren
Aufgrund der starren Gabel spürt man Unebenheiten deutlicher als bei Rädern mit gefederter Gabel. Andererseits vermittelt das Diamant 365 mit seinen 28 Zoll großen und 40 mm breiten Reifen einen direkten Straßenkontakt und lässt sich in jeder Situation sicher fahren. Es ist nicht ganz so flexibel wie ein Rad mit kleineren Rädern, aber spurtreu und in Kurven sicher beherrschbar. Im Zusammenspiel mit dem großen und gut gepolsterten Selle-Royal-Vivo-Sattel bietet es trotz starrer Gabel einen guten Fahrkomfort. Auch Fahrten abseits der Straße auf Schotterwegen sind kein Problem.
Die hydraulischen Scheibenbremsen vorn und hinten lassen sich gut dosieren und greifen perfekt. Die Schutzbleche erfüllen ihren Zweck und halten den Fahrer trocken.
Elektronik und Akku
Der 250-Watt-Motor mit 40 Nm wurde von Diamant und Trek zusammen mit dem taiwanesischen Hersteller Hyena entwickelt. Er beschleunigt flott bis zur Höchstgeschwindigkeit und bleibt dabei sehr leise. Auch moderate Steigungen sind kein Problem. Die gute Abstimmung zwischen Drehmomentsensor und Motorsteuerung ist positiv hervorzuheben. Die Motorunterstützung greift sofort und bleibt konstant, wenn die Höchstgeschwindigkeit unterschritten wird.
Der Akku ist schick im Rahmen integriert, kann aber nicht entnommen werden. Dies ist unpraktisch, da nicht jeder über eine Garage mit Stromanschluss verfügt. Ein entsprechendes Netzteil liegt bei.
Laut Hersteller kann man mit dem Diamant 365 bis zu 60 km fahren, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss. Im Test mit einem 90 kg schweren Fahrer stellte der Akku nach knapp 37 km den Betrieb ein. Bei einer täglichen Pendelstrecke von 19 km musste auf dem letzten Kilometer auf die Motorunterstützung verzichtet werden.
Immerhin bietet Diamant einen Zusatzakku für etwa 550 Euro an.
Diamant E-Bike Modelle und Technologien
Diamant kombiniert bewährte und neue Technologien mit einer zeitlosen, funktionalen Ästhetik. Sie bieten verschiedene E-Bike-Modelle an, darunter:
- E-SUV-Bikes: Für sportliche Fahrer, die sowohl in der Stadt als auch in der Natur unterwegs sein wollen.
- E-Citybikes: Für Komfort und Stil auf kurzen Wegen und bei täglichen Besorgungen.
- E-Trekking®-Bikes: Für Abenteurer und Tourenliebhaber.
- E-Urbanbikes: Für schnelle Fahrten und effektives Training.
Diamant setzt auf fortschrittliche Antriebe von Bosch und Hyena. Das Bosch Smart System vernetzt Motor, Akku, Display und App zu einem nahtlosen Ökosystem. Dies ermöglicht Funktionen wie die eBike Flow App zur Individualisierung der Unterstützungsstufen und automatische Updates.
Mittelmotor vs. Nabenmotor
Die Wahl zwischen Mittel- und Nabenmotor hängt von den individuellen Ansprüchen ab:
- Mittelmotoren (z.B. Bosch): Bieten eine natürliche Unterstützung und sind ideal für steile Anstiege und anspruchsvolle Touren.
- Nabenmotoren (z.B. Hyena): Überzeugen durch kompakte Bauweise und minimales Gewicht, besonders geeignet für urbane Einsätze.
Leichte E-Bikes im Vergleich
Leichte E-Bikes wiegen oft unter 20 kg und sind ideal für Stadtbewohner. Sie sind wendig und agil, bieten aber oft kleinere Akkus und weniger Ausstattung. Einige beliebte Modelle sind:
- Fiido Air (14 kg)
- Engwe Mapfour N1 Air ST (16 kg)
- Fiido C21 (18 kg)
- Urtopia Carbon 1 Pro (17 kg)
- Diamant 365 (17 kg)
E-Bike Sicherheit und StVZO
Ein E-Bike muss bestimmte Ausstattungsmerkmale erfüllen, um StVZO-konform zu sein, darunter:
- Funktionierende Beleuchtung
- Reflektoren
- Zwei unabhängige Bremsen
- Klingel
Klassische Pedelecs benötigen weder Versicherungskennzeichen noch Zulassung, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen, wie z.B. eine Motorleistung von maximal 250 Watt und eine Unterstützung nur beim Treten in die Pedale.
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