Die besten Fahrradhelme im Test: Sicherheit, Komfort und Innovationen

Der Kopf ist ein empfindliches Körperteil. Bereits ein Aufprall mit einer Geschwindig­keit von zehn Kilo­metern pro Stunde kann zu Hirn­schäden führen. Fahr­radhelme verringern laut Unfall­studien das Risiko für schwere Kopf­verletzungen deutlich. Auch unser neuester Test von 2024 zeigt: Jeder Fahr­radhelm ist sicherer als keiner.

Aktuelle Tests und Rückrufe

Im Fahr­radhelm-Test 2024 haben wir erst­mals auch drei speziell für S-Pedelecs zertifizierte Helme geprüft. Sie sollen Fahre­rinnen und Fahrern dieser schnellen E-Bikes ein Plus an Sicherheit bringen.

Die Firma Limar ruft eine Charge des Helms Limar Torino zurück. In der Größe M habe der Fahr­radhelm eine europäische Norm­vorgabe in einer Prüfung bei kalten Temperaturen von minus 20 Grad Celsius nicht einge­halten, so der Hersteller. Laut Mitteilung auf der Anbieter-Webseite erhalten Kundinnen und Kunden eine voll­ständige Rück­erstattung oder einen Ersatz vom Händler. Betroffen ist die Lot-Nummer 2022/04, die auf dem Etikett im Innern des Helms zu finden ist, sowie diverse im Limar-Rückruf aufgeführte EAN-Codes.

Auswahl und Passform

Melonenförmig oder wind­schnittig, mit Schirm, Fliegengitter oder Visier, leicht oder schwer: Die 28 Fahrradhelme im Test unterschieden sich in Design, Komfort und Ausstattung. Die meisten Fahr­radhelme im Test sind Unisex-Modelle, eignen sich also prinzipiell für Damen und für Herren. Manche Modelle sind eher läng­lich geschnitten, manche passen besser auf runde Köpfe. Da hilft nur eins: ausprobieren!

Tipp: Schon vor dem Frei­schalten können Sie alle getesteten Fahrrad- und S-Pedelec-Helme sehen.

Wie erkennst du einen passenden Helm für deinen Kopf? Ein Helm muss perfekt sitzen. Wenn er wackelt oder drückt, bietet er dir keinen ausreichenden Schutz. Viele Modelle verfügen über ein Verstellsystem am Hinterkopf. So kannst du die Passform genau an deine Kopfgröße anpassen. Besonders beim Helm für Kinder ist die richtige Größe entscheidend. Speziell für Kids gibt es Modelle, die sich besonders leicht anpassen lassen und in Farben und Designs daherkommen, die Kinder gern tragen.

Technologien für mehr Sicherheit

Einige Anbieter versprechen Extra-Schutz durch Mips oder ähnliche Systeme wie Kineticore von Lazer. Mips steht für Multidirectional Impact Protection System, zu Deutsch: Schutz­system für Zusammen­stöße aus verschiedenen Richtungen. An der Helm-Innenseite ist eine Kunst­stoff­schale befestigt, die sich unabhängig bewegt. Sie soll Rotations­kräfte abfangen, die während eines Aufpralls auf das Gehirn wirken. Der Fahr­radhelm-Test der Stiftung Warentest zeigt, dass Mips keine Voraus­setzung für einen guten Fahr­radhelm ist. Auch einige Helme ohne dieses System schützen gut vor Kopf­verletzungen.

Zusätzliche Sicherheit bieten Fahr­radhelme mit Licht, die im Dunkeln gut zu sehen sind. Die Prüfer leuchteten alle Kopf­schützer mit Scheinwerfern an. Sehr gut sicht­bar sind Modelle, die an allen Seiten und am Gurt mit Reflektoren ausgerüstet sind und am Hinterkopf ein Licht tragen. Eine perfekte Ausstattung ist aber eher die Ausnahme. Damit es gar nicht erst zum Unfall kommt, sollten die Anbieter Fahr­radhelme grund­sätzlich mit Rück­lichtern und Reflektoren ausstatten.

Testverfahren und Ergebnisse

Um den besten Fahr­radhelm zu küren, simulierten wir mithilfe von Dummys Unfälle - mit Geschwindig­keiten von bis zu 21,6 km/h (für S-Pedelec-Helme bis 23,4 km/h) und verschiedenen Aufprall­szenarien (Stirn, Hinterkopf, Seite). Wir prüfen teils strenger, als es die Prüfnorm für Fahr­radhelme vorsieht. So mussten die Helme nicht nur auf einen flachen Sockel aufschlagen, sondern auch auf eine schiefe Ebene. Dadurch drehten sie sich beim Aufprall. Ein guter Helm muss das Gehirn auch vor dieser Rotations­bewegung schützen. Zudem prüften wir, ob der Helm nach hinten vom Kopf rutschen kann. Mehrere Modelle zeigten da große Schwächen.

Mit Ausnahme des Testverlierers erzielten alle Produkte erfreulicherweise eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex.

Unsere erfahrenen Test-Radler und -Radlerinnen prüften zudem die Hand­habung und den Komfort der Helme. Sie bemängelten an vielen Produkten, dass sie sich etwas schwierig an die Kopfform anpassen ließen. Teil­weise sind zudem die Gurte am Ende nicht umge­näht, sodass beim Einstellen Verschlüsse heraus­rutschen können.

ADAC Fahrradhelm Test

Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Die Ergebnisse. Im Test: 14 Helme zwischen 15 und 149 Euro. Schlusslicht reißt unterste Hürde der Abziehprüfung. S-Pedelec-Helme schützen nicht besser als Fahrradhelme. City- und Urban-Helme: Ergebnistabelle.

Testergebnisse und Modelle im Überblick

Im Vergleich mit den herkömmlichen Fahrradhelmen stellte sich allerdings heraus, dass die drei S-Pedelec-Helme keinen besseren Unfallschutz bieten als die City- und Urban-Helme im Test. Selbst wenn die S-Pedelec-Modelle mit den Stoßdämpfungskriterien der normalen Helme getestet werden, erreichen sie nur einen Platz im Mittelfeld. Speziell im Bereich der Schläfe schneidet sogar der herkömmliche Helm von Abus besser ab als der hochpreisige S-Pedelec-Helm.

Der Vergleich lohnt sich: 11 der 28 Fahr­radhelme für Erwachsene sind gut. Zu den sichersten Modellen in unserer Daten­bank zählen auch zwei Helme für unter 50 Euro. Ein Marken­produkt dagegen hätte so nicht verkauft werden dürfen - es könnte beim Unfall vom Kopf rutschen.

Sie erhalten Qualitäts­urteile der Stiftung Warentest für 28 Fahr­radhelme für Damen und Herren. Die getesteten Helme stammen unter anderem von Abus, Alpina, Uvex, Casco und Decathlon. Mit unserer Tabelle finden Sie schnell Ihren persönlichen Testsieger. Die Ergeb­nisse lassen sich unter anderem nach Preis und Ausstattungs­merkmalen wie Rück­licht und Fliegengitter filtern.

Den Testsieger (’21) für Fahrradhelme für Erwachsene gibt es aktuell für 79,10 €, der Uvex City i-vo MIPS belegt dabei den Spitzenplatz, gefolgt vom Alpina Haga LED.

Testergebnisse ADAC

Hersteller/ModellMittlerer Preis in EuroADAC UrteilHandhabung & KomfortUnfallschutzSchadstoffe
Uvex Urban Planet LED1302,01,82,31,0
Alpina Gent MIPS1302,21,92,51,0
Limar Torino902,21,92,51,0
Lazer Codax KinetiCore1652,62,62,71,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht312,61,92,91,9
Giro Fixture Mips II1102,82,52,91,0
Abus HUD-Y1203,02,83,01,0
Decathlon / B´Twin City 540 Bowl153,12,93,11,0
Prophete ECO Urban153,12,44,01,9
Cube Fleet553,22,64,02,0
Casco E.Motion 21205,51,95,56,0

Das Modell Urban Planet LED erhielt im Vergleich Bestnoten beim Unfallschutz und in der Handhabung. Da der Helm zudem keine Schadstoffe aufwies, kam er mit der Gesamtnote 2,0 auf Platz eins. Der Anschaffungspreis des Urban Planet LED liegt mit 130 Euro im oberen Bereich des Testfeldes.

Sichtbarkeit und Komfort

So zum Beispiel bei der Abstreifsicherheit der Helme. Hier wurde im Fahrradhelm-Test zusätzlich zur Normprüfung nach vorne auch die Möglichkeit des Abstreifens nach hinten geprüft. Hierbei wird gemäß der DIN-Norm EN 1078 versucht, den Helm von hinten nach vorne vom Testkopf abzuziehen.

Wichtig: Der Tragekomfort Wie gerne ein Helm benutzt wird, hängt auch davon ab, wie komfortabel er sich tragen lässt. Hier punkten Uvex und Casco mit einem Netz an der Helminnenseite. In Kombination mit einem höhenverstellbaren Gurtband, das sich leicht und einfach bedienen lässt, ist in Sachen Komfort so bereits die halbe Miete erreicht. Drücken sollte ein Fahrradhelm beim Tragen allerdings nicht. So geschehen beim Helm von Decathlon.

Einige sind sehr schick und bieten einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn. Positiv ist den Testern die Handhabung des LED-Rücklichtes mittels Magnet beim Helm von Abus aufgefallen.

Helm-Tragequote und Sicherheit

Nach den aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) aus dem Jahr 2022 tragen 40,3 Prozent aller Radfahrer und -fahrerinnen einen Fahrradhelm. Große Unterschiede herrschen hierbei zwischen den konventionellen Radfahrenden mit gerade einmal 34 Prozent und den Pedelec-Fahrern und -Fahrerinnen mit 60,1 Prozent. Gerade bei Berufspendlern in innerstädtischen Bereichen, die nicht immer ein Pedelec nutzen, besteht starkes Verbesserungspotential hinsichtlich der Tragequote.

Es gibt also weiter Luft nach oben bei der Helm-Tragequote und noch viel Aufklärungsbedarf über die schützende Wirkung eines Fahrradhelms im Straßenverkehr.

Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird.

Tipps und Empfehlungen

Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Wunschhelms prüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.

Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit. Denn die Schutzwirkung verliert auch ein in die Jahre gekommener Helm nicht wesentlich. Durch regelmäßige Pflege und Reinigung, trockene Lagerung sowie der Schutz vor äußeren Einwirkungen kann der Helm über längere Zeit genutzt werden.

Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.

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