Wer den Ursprung des ersten Serien-Mountainbikes der Welt verstehen möchte, muss in das Jahr 1974 zurückblicken. Genauer: Zum Oktoberfest 1974 in München. Dort beschloss der heutige Specialized-Chef Mike Sinyard, sein Geld mit Radteilen zu verdienen. Kaum wieder in den Staaten, startete Sinyard mit 1500 Dollar Startkapital das Kapitel Specialized.
Rahmenbauer Tom Ritchey war einer von Sinyards ersten Kunden. „Der erzählte mir von diesen neuartigen Mountainbikes”, erinnert sich Sinyard, der sich umgehend von Ritchey solch ein Bike schweißen ließ. Damals waren Bikes nur über wenige kleine Garagen-Schmieden zu bekommen.
„Das müsste anders laufen”, dachte sich Geschäftsmann Sinyard. So ließ er sich 1980 von Tim Neenan in Santa Cruz einen Rahmen bauen und gab davon unter dem Namen „Specialized” 450 Stück bei einer Firma in Japan in Auftrag. Knapp 750 Dollar kostete das erste Stumpjumper 1981. Die erste Serie verkaufte sich innerhalb weniger Wochen.
Das Tor in die weltweite Radszene war aufgestoßen, Mountainbiken konnte vom Hippie-Spaß zur Sportart wachsen. Das Stumpjumper war somit das Urmodell aller Serien-Bikes, läuft mittlerweile seit 28 Jahren in unzähligen Modellvarianten und verkörpert die Tradition des Sports wie kein anderes Mountainbike.
Noch heute zieren sie mit ihren Namen die Rahmen Hunderttausender Mountainbikes. Wenn sich Joe Breeze, Charles Kelly und Gary Fisher an ihre Jugend Anfang der siebziger Jahre in Kalifornien zurückerinnern, sehen sie nicht Drogen, freie Liebe oder die Friedensbewegung, sondern ihre eigene Revolution.
"Wir besaßen zwar alle hochwertige italienische Rennräder, doch für den Alltag waren die fragilen Maschinen einfach zu unpraktisch", erklärt Breeze. Also besorgten sie sich, nicht selten von Schrottplätzen oder aus dunklen Kellern, simple und vor allem billige Vorkriegsräder mit breitem Lenker und Ballonreifen.
"Ein Kumpel scherzte, wir sollten es einmal mit den alten Rädern der Zeitungsjungs probieren. Ich kaufte für fünf Dollar einen maroden 1941er Schwinn-Cruiser und los ging's", erzählt Breeze. Bleischwer, ohne Gangschaltung und nur mit Rücktrittbremsen ausgestattet, waren die Räder für den Einsatz im Gelände allerdings denkbar ungeeignet.
"Bergauf war an Fahren nicht zu denken, stattdessen wurde geschoben und sich auf die Abfahrt gefreut", erinnert sich Charles Kelly, ein weiterer Pioneer und wohl der erste Mountainbike-Journalist.
Mit der Routenlegung des "Appetite Seminar", einer 20-Meilen-Ausfahrt, die, wie im Namen angedeutet, den Appetit auf den Truthahn beim traditionellen Thanksgiving-Festmahl schüren sollte, geriet im November 1974 das Rad endgültig ins Rollen. Nach der Quälerei der ersten 18 Meilen wartete nämlich am Ende des Ausflugs - quasi als Belohnung - ein 2,1 Meilen langer Bergabritt an der Flanke des Mount Tam: 400 Höhenmeter vernichtete ein Fahrer auf dem kurzen Streckenabschnitt, durch uneinsehbare Haarnadelkurven über Geröll, Sand und Baumwurzeln - Schwerkraft und Materialgüte hoffnungslos ausgeliefert.
Tatsächlich sorgte die Kombination aus übermotivierten Piloten und unterdimensionierten Fahrrädern für manch spektakuläre Bodenprobe oder Ausritte in die Botanik am Wegesrand. Lenker und Gabeln, ausgelegt für Sonntagsausflüge und die morgendliche Runde der Zeitungsboten, brachen in den Händen der Schotter-Hasadeure wie Streichhölzer.
"Im unteren Teil der Strecke überhitzten die Bremsen und wurden wirkungslos. Nach jedem Lauf mussten die Fahrer ihre Naben neu mit Fett befüllen (englisch "to repack") - und verpassten damit dem Serpentinen-Rennen, das ab 1976 regelmäßig ausgetragen wurde, seinen Namen.
Die Poster-Ankündigungen zum "Repack Downhill Time Trial" hängen heute in der Mountainbike-Ruhmeshalle in Crested Butte, Colorado. "Repack war der Startschuss für die Massenbewegung. Doch nicht nur der Trend wurde von dem Downhill-Trial beflügelt, sondern auch die Technik.
Unzufrieden mit Fahr- und vor allem Bremsverhalten ihrer Räder, die oft genug nicht mehr als eine Abfahrt überstanden, begannen Breeze, Kelly und Co., mit den ersten Modifikationen ihrer Bikes. An Bauteilen fand alles Verwendung, was Stabilität und Funktionalität versprach.
Trommelbremsen (vom Tandem) und Gangschaltungen (dem Rennrad entliehen), massive Lenker und robuste Bremshebel (aus der Moto-Cross-Szene) machten aus den gemütlichen Alltagsrädern martialische Rennmaschinen, die sogenannten "Klunker" und Vorfahren der heutigen Hightech-Mountainbikes. Und so brutzelte Breeze 1977 aus hochwertigem Stahl eine Kleinstserie haltbarer Rahmen, die praktisch sofort ausverkauft waren.
Als nächster versuchte sich der talentierte Schweißer Tom Ritchey am Stollenreifen-Trend. Als er für seine edlen (und teuren) Kreationen einen Vertrieb und vor allem einen Namen suchte, sprangen Fisher und Kelly ein. 1979 gründeten sie mit einigen hundert Dollar Startkapital die Firma "Mountainbikes".
Annoncen in BMX-Magazinen und erste Fachartikel, nicht selten von Charles Kelly selbst verfasst, trugen die Botschaft der radelnden Hippies ins Land. Schnell etablierte sich der Begriff des Mountainbikes, und immer mehr Radsportfreunde wollten wissen, was es mit dieser merkwürdigen Erfindung aus der kalifornischen Provinz auf sich habe.
"Die Nachfrage war so hoch, dass selbst unser Mangel an Geschäftssinn das Unternehmen nicht ruinieren konnte. Immerhin musste der Kunde uns windigen Gestalten eine erhebliche Summe vorab zahlen und dann monatelang auf sein Bike warten", erinnert sich Kelly.
Als dieser die Produktion seiner Specialized-Bikes nach Asien auslagerte, konnte er Großserien-Räder zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Mit ihrer Kombination aus Offroadfähigkeit, Komfort und Stabilität im Alltag eroberte die Allzweckwaffe auf Stollenreifen schnell die USA - und weckte das Interesse von Mike Sinyard.
Spezziell entwickelte Schalt- und Bremskomponenten, Vollfederung und High-Tech-Materialien lassen die Mountainbikes des Jahres 2009 nur noch entfernt an ihre Urahnen der siebziger Jahre erinnern. Dafür sind viele der Biker der ersten Stunde noch heute mit eigenen Firmen erfolgreich und treiben die Entwicklung ihrer Babys voran.
Sinyard und Fisher verkauften auf dem Höhepunkt des Mountainbike-Booms Anteile ihrer Firmen an größere Radkonzerne und wurden dafür äußerst großzügig entlohnt. Schweißer-Guru Tom Ritchey produziert immer noch hochwertige Rahmenkunstwerke.
Dem Mountainbike wohnt aller Anfang inne: Mit dem Aufkommen der MTBs ging ein Boom einher, der die Welt der Fahrradgeschäfte veränderte. Neue Technologien hielten Einzug und revolutionierten auch schon lange bestehende Fahrradtypen. Für uns war das der Startschuss, mit dem wir staubige Pfade und unbefestigte Wege eroberten. Als ein kleines Fachgeschäft, geführt von Fahrradenthusiasten, widmeten wir uns ab sofort dem neuen Trend mit Spaß und Leidenschaft.
Die Mountainbike Entwicklung war atemberaubend. Was als einfaches Fahrrad mit groben Reifen begann, verwandelte sich während der Jahre dank innovativer Technologien und ständiger Verbesserungen in eine hochentwickelte Maschine. Die Einführung der Federgabeltechnik, die den Komfort und die Kontrolle auf unebenem Terrain revolutionierte, war nur der Anfang.
Der gerade Lenker, der für eine bessere Kontrolle und Ergonomie sorgte, und die neuen Bremssysteme, die von einfachen Felgenbremsen zu den heutigen hydraulischen Scheibenbremsen weiterentwickelt wurden, haben das Mountainbiking auf ein neues Level gehoben. Jede dieser Innovationen haben wir mit Begeisterung verfolgt und sie in unser Sortiment aufgenommen, um unseren Kunden stets die neuesten und besten Produkte bieten zu können.
Mit der Einführung der ersten Mountainbikes änderte sich alles. Die frühen 90er Jahre waren geprägt von einer regelrechten Revolution in der Fahrradwelt. Plötzlich waren Fahrräder nicht mehr nur Fortbewegungsmittel, sondern wurden zum Inbegriff von Abenteuer und Freiheit. Und wir waren dabei: wir studierten die anfangs spärlichen Magazine, fuhren zu den Messen und probierten das neue Material im Wald.
Heute, bald 30 Jahre später, sind wir stolz darauf, ein Teil dieser faszinierenden Geschichte zu sein. Unsere Leidenschaft für sportliche Räder ist ungebrochen, und freuen uns, unsere Erfahrungen und unser Wissen mit dir zu teilen. Bei Bike Market City findest du nicht nur eine ausgesuchte Auswahl an hochwertigen Sporträdern unserer Hersteller, sondern auch eine freundliche und kompetente Beratung, die auf jahrzehntelanger Erfahrung basiert.
Ob ein Touren-Hardtail oder All-Mountain-Fully: Die Facetten der Geländegänger sind vielschichtig und für Einsteiger oft unübersichtlich. Das Mountainbike, oder auch Geländefahrrad, ist ein Allrounder wie er im Buche steht. Konzipiert für den Einsatz auf unbefestigten Wegen ist es aber längst nicht nur dort unterwegs.
Das hat mehrere Gründe: Es ist völlig egal, ob man auf einer asphaltierten Straße unterwegs ist, auf einem Schotterweg oder mitten über eine Wiese fährt. Für das Mountainbike gibt es kein Gelände welches es nicht bezwingen kann. Zudem ist man sehr bequem unterwegs, ein weiterer Grund, warum sich viele für ein Mountainbike entscheiden.
Man sitzt deutlich aufrechter als auf einem Rennrad und doch ergonomisch günstiger als auf einem normalen Stadtfahrrad. Als Geburtsstunde des Mountainbikes wird heute allgemein das Jahr 1973 angesehen. Eine Gruppe von Radsportlern um Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly nutzten die Schotterpisten des Mount Tamalpais in Marin County (Kalifornien) um mit ihrem Rädern den Berg hinab zu rasen.
Damals noch mit schweren Cruisern des Herstellers Schwinn, die alles andere als Sportfahrräder waren. Die Cruiser waren allerdings sehr schwere Fahrräder, die den Berg zwar gut hinunter, aber schlecht wieder hinauf zu fahren waren. Aus diesem Grund wurden sie von Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly nur für Abfahrten genutzt wurden.
Die ersten regelmäßigen Mountainbike-Rennen gab es dann 1976 und sie wurden von den drei Pionieren der Mountainbike Geschichte am Mount Tamalpais ausgerichtet. Der Kurs war anspruchsvoll und stellte hohe Anforderungen an Fahrer und Material. Die Rücktrittsbremse war so hohe Belastungen ausgesetzt, dass das Fett qualmend aus der Nabe trat.
Nach jeder Abfahrt mussten die Bremsen neu geschmiert werden (Englisch: to repack). Diese Rennen gaben die Anregung für technische Modifikationen um sie attraktiver gestalten und bestreiten zu können. Im Jahr 1977 hat Joe Breeze für Charles Kelly das erste „echte“ Mountainbike hergestellt.
Hinsichtlich der Rahmengeometrie orientierte er sich noch stark an den Cruisern. Das Thema Gewichtsreduzierung nahm langsam Formen an. Die Rahmengeometrie war zunächst noch an den Schwinn Cruisern angelehnt, er verwendete jedoch dünnwandige Chrom-Molybdän-Rohre.
Für eine bessere Stabilität brachte er Versteifungsrohre an, das Ergebnis waren Bikes die äußert robust und deutlich leichter als seine Vorgänger waren. Ritcheys Rahmen unterschieden sich von den bisherigen Modellen durch eine tourentauglichere Geometrie, die sich auch für das Bergauf-Fahren eignete.
Ein Kunde, der eins der Räder im Verkaufsraum entdeckte, bezeichnete das Bike als „Mountainbike“. Der Name war geboren. Tom Ritchey vertrieb die von ihm gebauten Räder fortan unter dem Markennamen „Ritchey-Mountainbike“.
Gary Fisher und Charles Kelly übernahmen den Aufbau der von Ritchey gefertigten Rahmen zu vollständigen Mountainbikes und den Vertrieb dieser Fahrräder. Fisher war der erste, der eine moderne Gangschaltung an eines der alten Bikes baute. Er führte Daumenschaltung und den Schnellspanner am Sattel ein, welches eine große Hilfe für die Fahrer auf den Abfahrtstrecken darstellten.
Tom Ritchey mit den zweiten (nach Joe Breezes „Breezer“) speziell für Mountainbikes gebauten Rahmen aus Stahlrohren. Zunächst hielt sich die Begeisterung für das Mountainbiken noch in Grenzen. Es gab nur wenige die sich dafür begeistern konnten.
Das änderte sich aber in den 80er Jahren, weltweit wurden die Mountainbikes populär. Um die Geländegänger weiter zu verbessern, wurde mit neuen Materialien experimentiert. Die Ausstattungskomponenten wurden ebenfalls weiter entwickelt, vor allem von den japanischen Herstellern Shimano und SunTour mit Rasterschaltung, Lenker-Schalthebeln, ovalen Biospace-Kettenblättern und Cantilever-Bremsen.
Das Mountainbike nahm in der globalen Industrie einen so großen Stellenwert ein, dass etablierte Fahrrad-Hersteller den neuen Fahrrad-Typ in ihre Produktion aufnahmen. Anfang der 1990er Jahre begannen die Hersteller ihre Fertigung nach Japan und kurze Zeit später nach Taiwan auszulagern.
Weitere wichtige Daten in der Geschichte des Mountainbikes:
- 1990: Bei den ersten Meisterschaften in Durango.
- 1996: Bei den Olympischen Spielen in Atlanta wird Mountainbiking (Cross-Country) erstmals als olympische Disziplin ausgetragen.
Die typischen Merkmale eines Mountainbikes sind breite, meist grobstollige Reifen. Damit soll dem unebenen Boden Rechnung getragen werden. Die ursprünglichen 26-Zoll Laufräder wurden aber zunehmend durch 27,5-Zoll und 29-Zoll verdrängt.
Trotz des großen Raddurchmessers sind die Rahmengrößen verhältnismäßig niedrig. Dabei wird berücksichtigt. dass Mountainbiker kaum lange Strecken zurücklegen, aber gerade für die Bergauf-Strecken sehr viel Kraft benötigen.
Typisch sind vor allem Kettenschaltungen, die mit meist 21 bis 30 Gängen versehen sind. Damit können die Fahrer auf die unterschiedlichen Steigungen differenzierter reagieren. Vereinzelt sind Nabenschaltungen mit breiter Entfaltung anzutreffen.
Der Rahmen wird aus Gewichtsgründen gerne aus Aluminium gefertigt. Mittlerweile nimmt das Mountainbike Einfluss auf moderne Fahrräder aller Art. Viele Bauteile, die ursprünglich für den Mountainbike-Sport entwickelt oder dort weiterentwickelt wurden finden sich in Fahrradgattungen aller Art wieder. Insbesondere V-Bremsen, Scheibenbremsen, Federgabeln, Hinterbaufederungen und Nabenschaltungen. Die aus dem Motocross bekannten Federgabeln setzten sich zuerst bei den extremen Downhillfahrern durch.
Weitere wichtige Innovationen und Entwicklungen in der Geschichte des Mountainbikes:
- Rock Shox One: Die erste MTB-Federgabel
Paul Turner saß in der Rahmenschmiede seines Kumpels Keith Bontrager und diskutierte über den Entwurf eines Fullsuspension-Bikes. Bontrager beschränkte sich auf den Hinterteil, Turner übernahm die Federgabel. Motorrad-Rennfahrer und Honda-Schrauber hatte er viel Erfahrung mit Fahrwerken. Turner Logik war, eine massive Motorradgabel auf Bonsai-Niveau zusammenzuschrumpfen.
Den ersten Prototypen hielt Turner 1988, ein Jahr nach dem Entwicklungsbeginn, in den Händen: fünf Zentimeter Federweg, Luft-Federung, Dämpfung mit Öl. Der Rest der Bike-Welt griff sich an den Kopf. Wer braucht schon diesen Motorrad-Kram am Fahrrad? Scheinbar alle. Zwar setzte Turner die Gabel anfangs noch mit seiner Frau in der Garage zusammen, aber dann ging es Schlag auf Schlag: Der Komponenten-Riese Diacompe übernahm Fertigung und Vertrieb der Rock Shox. Tausend Gabeln wurden 1990 aufgelegt. Sechs Jahre später knackte man bei der Fertigung die Millionen-Grenze.
- Die erste Scheibenbremse
Bob Sticha kam aus dem Motorradsport. Schnell von der Velo-Kultur infiziert, begann Sticha sich als wahrer Quell der Bike-Innovation zu entpuppen. Sei es mit Scheibenrädern, einem etwas albern anzusehenden Allradantrieb oder der Elastomer-Federgabel - Sticha paarte alles mit dem Bike, was sich am Motorrad fand. Die Scheibenbremse schien da nur eine Frage der Zeit zu sein, die 1990 beantwortet wurde. An der selbstentworfenen Gabel - wer dachte damals schon an eine Scheibenbremsaufnahme - montierte er den mechanischen Bremsanker.
Weltmeister Albert Iten rannte Sticha die Garage ein und schraubte sich die Wunderwaffen gegen die Beschleunigung ans Bike. Sticha selbst inszenierte seine bremsende Revolution in der Presse und raste durch eine Bobbahn. Die Boulevardpresse titelte "Die haben alle eine Speiche locker", das ZDF hielt die Kameras darauf, der Geldsegen ließ aber auf sich warten. Bob Sticha blieb auf den meisten seiner Erfindungen sitzen. Nur die Scheibenbremse konnte er an Hope verkaufen.
- Komponenten-Giganten: Shimano XT und Klickpedale
Seit 27 Jahren rasselt sie nun an den Bikes dieser Welt und ist der Inbegriff für Zuverlässigkeit: Die Shimano XT. Die Geschichte der Schaltgruppe, die noch heute der Maßstab für solide Mountainbike-Komponenten ist, begann mit einem Telefongespräch. Vier Stunden lang berichtete Yoshizo Shimano seinem Bruder Yozo von den amerikanischen Hippies, die sich mit ihren selbstgebauten Clunker-Bikes die kalifornischen Berge hinabstürzten.
Ein Trend, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Genauso schnell war bei den beiden Brüdern die Idee geboren, gemeinsam die erste Bike-Schaltung der Welt zu entwerfen. Bergauf verfügten Biker nun per Lenkerschalthebel über sechs Schraubkränze und drei Kettenblätter, bergab bremsten Cantis anstelle von Schuhsohlen oder dampfenden Trommelbremsen. Dass die XT so schnell zur Serienreife gelangte, hatten die japanischen Entwickler auch ihren ausdauernden Testfahrern zu verdanken: Hippies wie Joe Breeze und Gary Fisher, die Yoshizo zu seiner kühnen Idee angeregt hatten.
Nur sechs Jahre später lieferte Shimano die nächste bahnbrechende Entwicklung. Als Shimano-Entwickler Kazuki Tanaka Anfang 1988 zusammen mit seinen Kollegen Okajima und Terada das erste Klickpedal entwarf, war die Lösung eines ernsthaften Problems zum Greifen nah: Der festen Verbindung von Mensch und Maschine. Auch hier halfen damals Praxistester bei der Entwicklung von der ersten Zeichnung der "Pedaling Dynamics"-Pedale bis zur Serienreife. Einer von ihnen war der Amerikaner Greg Herbold, der 1990 dank der neuen Geheimwaffe in Durango Downhill-Weltmeister wurde.
- Kestrel Nitro: das erste MTB-Fully
Die harten Zeiten des Bikens fanden dabei 1987 ein jähes Ende. Keith Bontrager erhielt von der Bike-Schmiede Kestrel den Auftrag, das erste Fully der Welt zu bauen. Wer vorher etwas mehr Komfort auf seinem Bike haben wollte, hatte nur wenige Möglichkeiten: Fast luftleere Reifen oder ein gemuffter, butterweicher Alurahmen. Doch für echte Weicheier gab es keine Alternativen. Seine Erfahrungen als Motorrad-Konstrukteur halfen Bontrager bei der Konstruktion, doch er hatte keine Ahnung, wie er eine Federgabel bauen sollte.
Paul Turner konnte helfen - auch wenn Turner dabei mit mehr Problemen kämpfte, als ihm lieb war. Auf der Bike-Messe 1988 in Long Beach konnte Keith Bontrager dann der aufgeregten Öffentlichkeit das erste Fully präsentieren. Wenn auch die Funktion des Dämpfers damals noch stark zu wünschen übrig ließ, das Kestrel Nitro markiete den Startschuss zur größten Revolution in der Entwicklung des Mountainbikes.
- Der Eberminator: das erste U-Turn
Mit Teilen einer Mopedgabel, einer Handvoll maßgefrästen Teilen und viel Pioniergeist schraubte Wolfgang Ebersbach seine erste Downhillgabel zusammen. Mit dem Fortschreiten seines Studiums verkaufte Ebersbach seinen Gabel typ 200 Mal, bis er kurz vor der Diplomarbeit stand. Doch anstatt verzweifelt an seinem Uniabschluss zu schreiben, legte sich der Freiburger eine andere Prüfung auf: die ultimative Abfahrtsgabel. 30 Zentimeter Federweg als Upsidedown-Konstruktion, standfester als alles bisher Dagewesene, kurz: Ebersbach baute den Eberminator.
Um im Gondel-armen Schwabenländle mit diesem Monstrum die Berge hinaufzukommen, musste die Gabel im Niveau verstellbar sein. Dass Ebersbach mit diesem Rädle ein echter Geniestreich gelungen war, war ihm anfangs nicht bewusst. Erst Radkonstrukteur Peter Denk machte ihn darauf aufmerksam. Aus dem Rädle wurden Patente, aus den Patenten das erste U-Turn, das Rock Shox verbaute.
- Klein Attitide: das Zukunfts-Bike
Mit dieser Einstellung gelang ihm 1990 sein Meisterstück - das Attitude. Das Bike protzte mit derart vielen Neuheiten, dass es wie ein Blick in die Kristallkugel wirkte. Um die Steifigkeit auf ein Maximum zu erhöhen, das Gewicht aber gleichzeitig auf ein Minimum schwinden zu lassen, hatte der Rahmen Cola-Dosen-dünne, voluminöse Alu-Rohre. Der Steuersatz war riesig und in den Rahmen geklebt, ebenso das Innenlager. Das Cockpit bildete eine Einheit, die Kabel verliefen im Rahmen, die Schweißnähte wirkten unsichtbar. Innovationen, die heute noch Standard sind - nur die Farben würden den heutige Geschmack wohl nicht mehr treffen.
- Der Horstlink: der Viergelenker
Mitte der Achtziger Jahre zog der Österreicher Horst Leitner nach Kalifornien und begann dort mit dem Bau von Federelementen. Schnell wurde seine AMP-Bike-Gabel zum Kultobjekt und verkaufte sich tausendfach. Sein Hintergrund, klar, Motocross. Schon 20 Jahre vor dem ersten Fully zerbrach sich Leitner den Kopf darüber, Motorradfederungen möglichst antriebsneutral zu gestalten - damals in Diensten von Puch.
Die Zweifel waren endgültig verflogen, als Specialized anrief. 1996 bekam Leiter das Patent auf seinen HorstLink. Der Patentschutz bezog sich auf das Gelenk, das vor und leicht unterhalb des Ausfallendes lag. Es bewirkte eine Momentabstützung, die das Federbein von Antriebs- und Brems einf lüssen unabhängig macht. Dieses kleine Gelenk zähmte die Dämpfer und ist heute noch Standard.
- Der Moser Guide: die ersten Bike-Tourenführer
Moser fuhr alle Strecken mit dem Bike ab, malte, schrieb und vertrieb seine Tourenführer - egal ob Garda see oder Alpenvorland. Er wurde zum Propheten zehntausender Tourenfahrer und verschwand so plötzlich aus der Öffentlichkeit, wie er gekommen war.
Besonders Kinder wurden durch die Entwicklung des Mountainbikes auf die Fahrräder gelockt, denn der besonders in Kindern noch stark ausgeprägte Entdeckergeist wird geweckt durch die Möglichkeit, auf dem Fahrrad neue Wege und Strecken zu erschließen, Hindernisse zu überwinden und schwieriges Gelände zu bewältigen.
Das Mountainbike hat seit seiner Erfindung nicht nur im Rennsektor für viel Bewegung und Veränderung gesorgt, auch im Freizeit- und Gesundheitsbereich haben sich durch diese geländetaugliche Fahrradvariante viele neue Möglichkeiten eröffnet, die über Nutzung des Fahrrades zur reinen Fortbewegung von A nach B hinaus gingen.
Während die allersten Mountainbikerennen am Mount Tamapais reine Downhillrennen waren, wurden mit Ausstattung und Fortentwicklung der Räder mit Komponenten wie vor allem der Gangschaltung auch Cross-Country- und Uphillrennen ausgetragen und später in den Worldcup aufgenommen.
Heute sind im Wettkampfsport neben den Up- und Downhillrennen, sowie den Cross-Countries auch der Dual Slalom, Speed-Biking, Trial-, Fun- und Stuntwettkämpfe beliebte Disziplinen.
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