Die obere Hälfte des Motorrads: Aufbau, Funktion und Reparatur

Die obere Hälfte des Motorrads umfasst eine Vielzahl von Komponenten, die für die Leistung, Sicherheit und den Fahrkomfort des Motorrads entscheidend sind. Zu diesen Komponenten gehören unter anderem der Motor, die Zündung, die Kraftstoffversorgung, die Bremsen und die Federung.

Motor

Der Motor ist das Herzstück des Motorrads und liefert die Kraft, die für die Bewegung erforderlich ist. Er besteht aus Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Ein denkbar geringer Verschleiß innerhalb des Motors ist gewährleistet, wenn die Teile gut gelagert sind. Der Zylinder ist mit einer Laufbuchse aus Grauguß ausgerüstet und abnehmbar.

Die ES 250 hat einen Hub von 70 mm, während die ES 175 einen Hub von 58 mm hat.

Mischungsschmierung

Die einfache und betriebssichere Mischungsschmierung wird mit Öl versorgt. Während der Einfahrzeit sollte ein Gemisch von 33:1 mit Hyzet-Öl verwendet werden. Im Ausland kann ein Gemisch von 25:1 verwendet werden, wenn 1 engl. Motorenöl mit 0,23 engl. Öl gemischt wird. Es sollten ca. 20 cm3 Motorenöl als Schmiermittel vorgesehen sein.

Vergaser

Der Vergaser ist ein wichtiger Bestandteil der Kraftstoffversorgung. Es ist ein Teil eines aufeinander abgestimmten Systems, das am Luftfilter beginnt und am Schalldämpferendstück endet. Probleme mit dem Motor müssen nicht unbedingt im Vergaser liegen. Es ist wichtig zu verhüten, daß der Motor am Stutzen angehoben oder transportiert wird, da er undicht werden kann. Dadurch entsteht Nebenluft im Ansaugsystem.

Für den Bastler ist hier ein dankbares Betätigungsfeld. Es ist irreführend, sich nur auf den Vergaser zu konzentrieren. Zum korrekten Betrieb gehören 9300 l Luft zu jedem Liter Benzin. Diese müssen so verarbeitet werden, daß ein 'Kraftstoffnebel' entsteht.

Vergasereinstellung

Bei der Vergasereinstellung werden Begriffe wie 'Einstellung zu mager' und 'Einstellung zu fett' verwendet. Mit der Meßeinheit λ (Lambda) kann das Luft-Kraftstoff-Gemisch genau bestimmt werden (λ = 1 entspricht 14,7 Masseteilen Luft und 1 Masseteil Kraftstoff). Unter 1 liegt ein Luftmangel vor, über 1 ein Luftüberschuß. Für den Teillastbereich (Teillastnadel) ist λ = 0,9...1,1 zulässig. Nach der Einstellung sollte eine Probefahrt über mindestens 10 km Strecke erfolgen, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Eine zu fette Einstellung führt zu Rükstände und einer verölten Zündkerze. Die Hauptdüse ist dann zu groß.

Die Fehler- und Verschleißsuche sollte am Schwimmernadelsitz (1) beginnen. Es ist peinlichste Sauberkeit Voraussetzung.

  • 5. Kerbe (4.
  • 6. Kerbe (5.
  • etwa 2,5 Umdr.
  • etwa 2,5 Umdr.

Zündung

Die Zündung ist für die Entzündung des Kraftstoff-Luft-Gemisches im Zylinder verantwortlich. Die Lichtmaschine sitzt auf dem Kurbelwellenstumpf. Am Anker der Lichtmaschine ist der Unterbrecher für die Zündung angeordnet. Der Unterbrechernocken ist auf dem Anker angebracht.

Zündkerze

Von der Zündkerze hängt die einwandfreie Funktion der Zündung ab. Durch überalterten Kraftstoff kann sich Bleioxid absetzen, was die Zündkerze kurzschließt. Es wird empfohlen, eine Isolator-Zündkerze M 14/240 oder RM 14/250 S zu verwenden (Gewinde M14x1,25 mm Steigung).

Bremsen

Die Bremsen sind für die Verzögerung und das Anhalten des Motorrads unerlässlich. Die ES-Maschinen sind mit bemessenen Zentralbremsen von 160 mm Durchmesser ausgestattet. Die Innenbackenbremsen sind bei beiden Bremsen je 160 mm groß.

Federung

Die Federung sorgt für Fahrkomfort und Stabilität. Die ES-Modelle sind vorn mit einer Telegabel mit hydraulischer Dämpfung und 125 mm Federweg ausgerüstet, während die hinteren Federbeine 115 mm Federweg zulassen. Die hinteren Federbeine sind verstellbar.

Reparaturhinweise

Motorreparatur

Vor der Motorreparatur ist eine gründliche Säuberung aller Motorenteile Voraussetzung. Verschleißstellen müssen kontrolliert und nachgemessen werden. Es ist darauf zu achten, daß keine Scharten oder Dichtmittelrückstände vorhanden sind.

Die einzubauenden Lager sowie die Schlagdorne sollten bereitliegen, bevor das Gehäuse erwärmt wird. Nach dem Einsetzen der Lager sollte das Gehäuse abkühlen.

Beim Zusammenbau des Motors ist darauf zu achten, daß sich alle Schraubverbindungen lockern können. Der Rundlauf der Kurbelwelle sollte untersucht werden. Im Neuzustand liegt der Toleranzbereich bei 0,015 ... 0,04 mm (axial) bzw. 0,010 ... 0,02 mm (radial).

Austausch von Kotflügeln

  • 5.3.1.1 Auswechseln des Vorderkotflügels
  • 5.3.1.2 Auswechseln des Hinterkotflügels

Bremslichtschalter

  • 5.3.5.3 Bremslichtschalter

Ausbau des Kugellagers

  • 5.3.6.2 Ausbau des Kugellagers Nr.

Technische Daten

Die folgende Tabelle zeigt einige technische Daten der ES 175 und ES 250:

Merkmal ES 175 ES 250
Hubraum 175 cm3 250 cm3
Leistung [Leistung ES 175] [Leistung ES 250]
Höchstgeschwindigkeit 95 km/h [Höchstgeschwindigkeit ES 250]
Verdichtungsverhältnis [Verdichtungsverhältnis ES 175] 8,5

Die Einheit von Fahrer und Maschine

Das Buch "Die obere Hälfte des Motorrads: Über die Einheit von Fahrer und Maschine" von Bernt Spiegel untersucht die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Der Autor beschreibt, wie wichtig es ist, dass Fahrer ihre Maschinen nicht nur technisch beherrschen, sondern auch eine mentale Verbindung zu ihnen aufbauen. Das Buch bietet Einblicke in die Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Entscheidungsprozesse beim Fahren und gibt praktische Tipps zur Verbesserung der Fahrtechnik. Es richtet sich sowohl an Anfänger als auch an erfahrene Fahrer, die ihre Fähigkeiten vertiefen möchten.

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