Die schnellsten Motorräder der Welt: Eine Übersicht

Auffälligkeit und Schnelligkeit sind oft entscheidend, wenn es um Motorräder geht. Viele der schnellsten Motorräder der Welt stammen aus Südeuropa. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Top-Modelle.

Vergleich: Speedbikes gegen Sportbikes

Ein Vergleichstest zwischen Speedbikes und Sportbikes zeigt interessante Unterschiede. Speedbikes wie die Suzuki Hayabusa oder die Kawasaki ZZR 1400 sind für ihre Leistung auf der Autobahn bekannt. Doch auch Sportler sind in hohen Geschwindigkeitsregionen zu Hause.

Im Jahr 1999 war es überwältigend, wenn die Tachonadel die 300er-Marke erreichte. Damals lag die Grenze bei etwa 340 km/h auf dem Tacho, was etwa 300 km/h entsprach. Eine Honda Fireblade erreichte damals 258 km/h, und selbst die Yamaha R1 mit 150 PS kam nicht über 265 km/h hinaus.

Heute haben sich die Kräfteverhältnisse zwischen Sportlern und Speedbikes verschoben. Ein extrem ausgelegter Supersport-1000er-Motor erreicht heute Leistungen, die vor wenigen Jahren undenkbar waren. So stehen den gemessenen 196 PS eines aktuellen 1340er-Hayabusa-Motors mittlerweile rund 200 PS der brachialen BMW S 1000 RR gegenüber. Die 177 PS der Kawasaki ZZR 1400 werden von den 178 PS der MV Agusta F4 getoppt. 1999 hatte eine Hayabusa eine gemessene Literleistung von 135 PS/L, heute sind es 140. Die Literleistung der S 1000 RR steigerte sich um fast 50 PS im Vergleich zur R1 von 1999.

MOTORRAD führte Messfahrten auf dem Hochgeschwindigkeitskurs der DEKRA am Lausitzring und im BMW-Windkanal durch. Auf abgesperrter Strecke wurden Messungen in hohen Geschwindigkeitsregionen durchgeführt. Die 5,8 Kilometer lange Autobahn-Rundstrecke mit zwei 2,3 Kilometer langen Geraden und steilen Kurven bot den idealen Schauplatz.

Sowohl die Hayabusa als auch die ZZR 1400 kämpfen hinsichtlich der absoluten Höchstgeschwindigkeit mit einer "freiwilligen Selbstbeschränkung" auf 299 km/h. MV Agusta hat sich dieser Vereinbarung verweigert und verspricht 305 km/h. Auch BMW sah keinen Anlass zur Eingrenzung, die S 1000 RR belässt es bei 299 km/h laut Fahrzeugpapieren.

Die Frage nach der Schnellsten im Lande ist von der Papierform her nicht eindeutig geklärt. Die Beschleunigungsdisziplin, der Sprint von null auf 100 km/h, ist in so kurzer Zeit erledigt, dass weder Zeit zum Atmen noch zum Schalten bleibt. Die Pfunde erweisen sich bei der diffizilen Gratwanderung zwischen weit aufgerissenen Doppelklappen und steigendem Vorderrad als beträchtlicher Vorteil. Nicht die leichten Sportlerinnen passieren die 100-km/h-Marke zuerst, sondern die schwereren Boliden. Zeitgleich nach 2,9 Sekunden. Erst zwei beziehungsweise drei Zehntel Sekunden später folgt die Sportlerfraktion.

Nach 40 Metern liegen noch rund 1100 Meter pure Beschleunigung vor uns, bevor es in die Steilkurve geht. Die aufreizende Gelassenheit, mit der die Speedbikes anschieben, ist der Sportlerfraktion fremd. Das liegt nicht nur am Gewicht und an den Abmessungen, auch die deutlich kompaktere, vorderradorientiertere Sitzposition auf den Sportlerinnen trägt ihren Teil zur Anspannung bei. Und natürlich die Geräuschkulisse.

Die BMW S 1000 RR erreicht nach unglaublichen 6,9 Sekunden oder 209 Metern die 200 km/h, benötigt also von 100 auf 200 km/h gerade einmal 3,8 Sekunden oder 166 Meter. Die S 1000 RR spurtet von 200 auf 250 km/h in 3,5 Sekunden schneller als von 100 auf 200 km/h (3,8 Sekunden). Nach 10,4 Sekunden sind aus dem Stand 250 km/h erreicht. Die MV Agusta F4 folgt mit 11,3 Sekunden, während die Hayabusa und die ZZR 1400 mit 11,8 und 12,8 Sekunden zurückfallen.

Die Aerodynamik spielt eine geringere Rolle als Leistung und Gewicht. Die BMW S 1000 RR sprintet in 4,4 Sekunden von 250 auf 280 km/h und erreicht die 280er-Marke in 14,8 Sekunden. Die Suzuki Hayabusa erreicht die 280er-Marke in 17,3 Sekunden, gefolgt von der ZZR 1400 mit 18,5 Sekunden.

Die Top 10 der stärksten Serienmotorräder

Die folgende Tabelle zeigt die Top 10 der stärksten Serienmotorräder:

PlatzModellLeistung (PS)
1Kawasaki Ninja H2 R310 (326 mit RamAir)
2Ducati Superleggera V4234
3Kawasaki Ninja H2231
4Honda RC213V-S230 (mit Kit) / 159 (Straßenzulassung)
5Ducati Panigale V4 R221
6Honda CBR1000RR-R Fireblade SP217
7Aprilia RSV4 1100 Factory217
8Ducati Panigale V4 S215,5
9Ducati 1299 Superleggera215 (220 mit Race-Kit)
10BMW HP4 Race215

Weitere bemerkenswerte Modelle

Neben den Top 10 gibt es weitere Motorräder, die in Bezug auf Leistung und Geschwindigkeit beeindrucken:

  • BMW S 1000 RR: Ein Sportmotorrad, das entspannt 300 km/h läuft und über einen breiten Einsatzbereich verfügt.
  • Suzuki GSX 1300 R Hayabusa: Das erste Motorrad, das die 300 km/h-Grenze knackte.
  • Kawasaki ZX-12 R: Lieferte sich anfangs ein schweres Duell gegen die Suzuki Hayabusa.
  • Kawasaki ZZR 1400: Definiert sich durch Reisekomfort, Geschwindigkeit und angenehme Fahrbarkeit.

Top 5 der 300 km/h Motorräder von 1000PS

  1. BMW S 1000 RR
  2. Kawasaki Ninja H2
  3. Suzuki GSX 1300 R Hayabusa
  4. Kawasaki ZX-12 R
  5. Kawasaki ZZR 1400

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