Die schönsten Radtouren im Ruhrgebiet

Im Sommer mit dem Fahrrad durch beeindruckende Landschaften fahren - was gibt es Schöneres? Nordrhein-Westfalen steht für Kontraste: von Flüssen entlang von der Quelle bis zur Mündung, auf und ab durchs Bergische oder ohne Steigung auf ehemaligen Bahntrassen.

Vielfältige Radwege im Ruhrgebiet

Das Radwegenetz im Ruhrgebiet ist riesig: Alleine das Knotenpunktsystem bietet über 1200 Radkilometer für die Tourenplanung. Hinzu kommen viele weitere Radwege, die auf den ersten Blick verwirrend sein können. Ein dichtes Radwegenetz von über 1.200 Kilometern dient als Grundgerüst für das radrevier.ruhr, das vom ADFC als erste urbane RadReiseRegion Deutschlands zertifiziert wurde! Hier radelt man fernab des Straßenverkehrs auf stillgelegten Bahntrassen, entlang landschaftlich schöner Kanaluferwege, beeindruckender Industriedenkmäler und Halden.

Das Knotenpunktsystem, 17 thematische RevierRouten, spannende Entdeckertouren, der digitale Radroutenplaner NRW und der komoot-Kanal helfen bei der Orientierung beim Radfahren im Ruhrgebiet. Viele Wege führen zum Ziel - oder quer durch das schöne Ruhrgebiet. Mit dem Rad lässt sich die grüne Seite der Metropole besonders gut entdecken. Ob über stillgelegte Bahntrassen, mitten durch die verzückende Natur oder von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, das Netz aus Radwegen hält etliche Möglichkeiten bereit.

Das Knotenpunktsystem

Nachdem das Knotenpunktsystem in den Niederlanden bereits große Erfolge erzielt hat, wird das Radfahren nun auch im Ruhrgebiet durch dieses System erleichtert. Das System funktioniert nach dem Prinzip des "Radelns nach Zahlen". Jeder Knotenpunkt wurde mit einer Nummer zwischen 01 und 99 versehen. Auch auf den Wegweisern, die in Richtung der nächstgelegenen Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten zeigen, sind die Nummern der Knotenpunkte angebracht. So wisst ihr immer genau, auf welchem Weg ihr zum nächsten Zwischenstopp eurer Tour im radrevier.ruhr gelangt!

Radfahren auf ehemaligen Bahntrassen

Die ehemaligen Bahntrassen im Ruhrgebiet haben eine lange Geschichte. Einst als Schienenwege das zentrale Rückgrat der Industrialisierung, sind sie heute ein wichtiger Teil des Radwegenetzes im radrevier.ruhr.

Top-Radtouren im Ruhrgebiet

Die schönsten Radtouren im Ruhrgebiet, unsere absoluten Lieblingstouren möchten wir Euch vorstellen. Bei den Strecken versuchen wir, wo es geht, auf Bahntrassen, guten Rad- Wanderwegen und Fahrradstraßen zu bleiben. Das funktioniert natürlich nicht durchgängig, so weit ist die Infrastruktur für Radfahrer nicht ausgebaut. Für die anderen Abschnitte wählen wir dann Straßen mit halbwegs brauchbaren Radwegen oder Nebenstraßen. Beim Untergrund bleiben wir, wo es geht, auf Asphalt oder Sand-/Kiespisten, welche in einem brauchbaren Zustand sind. Singletrails mit höheren Bewertungen fahren wir auf unseren Touren nicht. Alle Touren sind mit City- oder Trekking-Bikes locker zu fahren, egal ob als E-Bike oder manuell. Bei den Halden haben wir darauf geachtet, den schonendsten Weg nach oben zu beschreiben, nicht unbedingt den kürzesten Weg. Die Startpunkte liegen immer in Bahnhofs-Nähe oder an Orten, die mit dem ÖPNV gut zu erreichen sind, wie die Zeche Zollverein.

1. RevierRoute - Stahlküche

Den Strukturwandel des Ruhrgebiets erkundet ihr auf einer Fahrradtour über die RevierRoute. Der Namenszusatz „Stahlküche“ verrät: Es gibt Heavy Metal für die Augen. Vom Gasometer Oberhausen geht es rüber zum Centro, wo ihr nicht in Shopping-Wahn verfallen, sondern erahnen könnt, welche Ausmaße die Gute Hoffnungshütte einst hatte, die dort mal stand. Über einen Grünen Pfad radelt ihr dann zum Landschaftspark Duisburg-Nord. Ein ehemaliges Hüttenwerk, das von der Natur zurückerobert wird.

RevierRoute - Stahlküche: ca.

2. Emscher-Weg

Und hier ein Fluss, der sich beim Fließen gerne von Radlern begleiten lässt. Über 101 Kilometer geht es von der Emscherquelle in Holzwickede bis zur Mündung im Rhein bei Dinslaken. An Stationen in unter anderem Dortmund, Waltrop, Gelsenkirchen und Oberhausen lassen sich typische, aber auch überraschende Industriemonumente und Naturmomente entdecken, wie Phoenix-See, Schiffshebewerk, Nordsternpark, die Stahlskulptur „Zauberlehrling“ oder die Wilde Insel mit ihrem „Monument for a Forgotten Future“.

3. Seseke-Weg

Von Bönen über Lünen nach Kamen führt dieser Radweg entlang der Seseke. An der Strecke finden sich gar mannigfaltige Stationen, die nicht nur Flussumbau und grüne Landschaft zeigen, sondern mit Kunstobjekten auch zum Stirnrunzeln und Kopfkratzen anregen. Da wären etwa die Bach-Laternen, die lieber ein Fließgewässer als den Radweg beleuchten, weiße Miniaturhäuser, eine halbe Brücke, ein großes JETZT oder die Pixelröhre, in der sich die Welt in Rastern spiegelt.

4. Wasser-Route und Berne-Route

Beide Routen sind Teil des Emscherkosmos und können einzeln, aber auch als nette Ergänzungen zum Emscher-Weg gefahren werden. Die Wasser-Route führt dabei über gute 20 Kilometer von der Ruhr in Essen-Werden durch erst grüne und dann urbane Abschnitte bis zum Rhein-Herne-Kanal zwischen Dellwig und Bottrop. Hier bietet sich ein Anschluss an den Emscher-Weg oder eben die neun Kilometer lange Berne-Route an, die vom Bottroper Berne Park über das Neue Emschertal bis in die Essener Mitte führt.

5. Rheinischer Esel

Einst war der Rheinische Esel eine pulsierende Bahnverbindung, die Industriestätten in Dortmund, Bochum und Witten verband. Jetzt ist nix mehr mit Industrie und die stillgelegte Trasse ist wie so viele Relikte der großen Kohlezeit zum Kulturgut umfunktioniert worden, in diesem Falle zur Radroute. Auf deren 13 Kilometern sieht man lebendige Natur, vergessene Industrie, idyllische Halden und viel Ruhrpottkultur. Dank wenig Steigung und knackiger Länge perfekt für Anfänger, Träumer und Kinder.

6. Erzbahntrasse

Auf einer ehemaligen Bahntrasse geht es aus dem Bochumer Westpark über die aufregende Erzbahnschwinge gen Nord-Westen Richtung Gelsenkirchen bis zum Zoom. Auf den zehn Kilometern passiert man den Malakow-Turm, die Zeche Carolinenglück und 18 architektonisch interessante Brücken.

7. Parkway EmscherRuhr

Über etwas mehr als 30 Kilometer radelt man über den Parkway EmscherRuhr vom Waltroper Schiffshebewerk Henrichenburg über die Herner Siedlung Teutoburgia und das Castroper Schloss Bladenhorst bis zum Kemnader See.

Parkway EmscherRuhr: ca.

8. Route der Industriekultur

Die Hinweisschilder der Route der Industriekultur hat wohl jeder Pottbewohner oder -besucher schon mal gesehen. Sie führen quer durch Natur und Kultur des Ruhrgebietes hin zu den schönsten Industriedenkmälern, wie Gasometer Oberhausen, Kokerei Hansa, Zeche Zollverein und wie sie nicht alle heißen.

9. Weitere Radtouren

  • Rheinradweg: Von der Quelle in den Schweizer Alpen bis zur Mündung in die niederländische Nordsee begleitet dieser Radweg den bedeutsamen Rhein. Trainierte Radfahrer könnten die 1233 Kilometer lange Strecke mal in die eigene Reiseplanung aufnehmen. Rheinradweg: 1233 km, versch.
  • Rundtour ab Unna Lünern: Über Fröndenberg, entlang der Hönne bis Menden und zum OT Lendringsen. Von da hinauf nach Oesbern zum Segelfluggelände Barge und hinunter zur Ruhr nach Wickede.
  • Rundtour durch den Norden der Kreisstadt Unna: Nach Dortmund Kurl und wieder zurück.
  • Rundweg ab Unna Lünern: Die Rundtour führt über Feldwege nach Lenningsen, über die alte Bahntrasse bis zum Gut Kump, dann vorbei am Golfplatz Hamm nach Bönen. Hier radeln wir auf dem neuen Radweg entlang des Kuhbaches bis zum Sesekeradweg.
  • Rundweg startet in Unna Lünern: Und führt über Unna Königsborn, vorbei an der Sportschule Kaiserau und dem Schloß Wenge zum Seepark nach Lünen an den Horstmarer See mit einem der schönsten Strandbäder im Ruhrgebiet. Jede Menge feinster Sand und große Liegewiesen laden zum Sonnenbaden und Schwimmen ein. Über den neuen Sesekeradweg bzw.

Spezielle Radtouren im Überblick

Hier sind einige detaillierte Beschreibungen von Radtouren im Ruhrgebiet, die von verschiedenen Startpunkten aus die Region erkunden:

  • Tour von Mülheim Ruhr Hauptbahnhof: Über den Radschnellweg und durch das Hexbachtal Richtung Rhein-Herne-Kanal. Blick auf den tanzenden Strommast, dem Zauberlehrling und Eindruck vom großen Einkaufszentrum CentrO. Weiter nach Bottrop, Tetraeder, Skihalle Bottrop, Gelsenkirchen und zurück zum Rhein-Herne-Kanal, wo das alte Zechengelände Nordsternpark erkundet werden kann. Ziel ist die Zeche Zollverein in Essen, erreichbar über den Nordsternweg. Von Zollverein aus geht es weiter über alte Bahntrassen bis Essen Kray, bevor es durch Felder runter zur Ruhr geht, welche in Höhe Essen Steele erreicht wird.
  • Hardcore-Tour ab Zeche Zollverein: Über den Nordsternweg zum Rhein-Herne-Kanal. Am Ende findet sich die Schurenbach-Halde. An der Emscher und dem Rhein-Herne-Kanal entlang geht es Richtung Oberhausen zur Halde Haniel. Weiter quer durch Bottrop zur Halde Beckstraße und dem Tetraeder. Nach der Abfahrt geht es vorbei an der Skihalle Bottrop zurück zum Rhein-Herne-Kanal. Weiter an Emscher und Rhein-Herne-Kanal entlang Richtung Westen und Gelsenkirchen. Ziel ist die Zeche Ewald und die Halde Hoheward. Nach der Abfahrt geht es über eine andere Strecke wieder zum Rhein-Herne-Kanal. Von dort geht es über die Erzbahntrasse und der Kray-Wanner-Bahn, zur Halde Rheinelbe.
  • Tour ab Hauptbahnhof Mülheim Ruhr: Entlang der Ruhr am Wasserbahnhof vorbei den Leinpfad bis nach Essen Kettwig. In Kettwig findet man den Einstieg in den Panoramaradweg Niederbergbahn. Auf dieser ehemaligen Bahntrasse kann man fast bis nach Wuppertal radeln. Bei dieser Route wird der Radweg aber in Velbert verlassen und es geht durch das Hespertal zurück ins Ruhrtal. Auf halber Länge des Baldeneysee erreicht man die Ruhr und dann führt der Weg zurück, über Essen-Werden nach Kettwig.
  • Tour ab Bahnhof in Hattingen: Über Straßen zum Einstieg zur Kohlenbahntrasse, welche Richtung Süden ins bergische Land führt. Das erste Highlight der Tour folgt direkt, der Schulenbergtunnel. Es geht bergauf bis zum Abzweig zur Kohlenbahn, eine alte Trasse von Schee nach Silschede. Und genau in Silschede endet dieser Radweg und es geht ein Stück über Straßen bis zum Einstieg in die Elbschetalbahn. Auf dieser schönen alten Bahnstrecke geht es dann zurück zur Ruhr, welche man dann bei Wengern erreicht. Nun führt die Strecke weiter über die Ruhrtalbahn, ihr ahnt es schon, eine alte Bahntrasse. Diese führt vorbei an der Zeche Nachtigall, welche unbedingt einen Besuch wert ist. Ein Stückchen weiter geht es dann mit der Fahrradfähre über die Ruhr. Tipp: Solltet Ihr mit dem Auto anreisen, gebt die Straße „Wildhagen“ in Hattingen ein.
  • Tour ab Hauptbahnhof Mülheim Ruhr: Dem Radschnellweg RS1 Richtung Essen folgen, bis zum Abzweig des Gruga-Weges. Auch dies ist eine alte Bahntrasse, die quer durch Essen geht, vorbei am Gruga-Park und der Gruga-Halle. Von der Gruga-Halle aus geht es bergab bis zur Ruhr, fast in Essen Steele. Hier verlasst Ihr die Bahntrasse und folgt dem Ruhrtalradweg, welcher nun durch das Ruhrtal bis zum Baldeneysee führt. Den See umfahrt Ihr auf der schöneren südlichen Seite, bis ihr in Essen Werden ankommt. Von hier aus geht es nun wieder die Ruhr entlang, durch Essen Kettwig und Mülheim Mintard, bis ihr später am Mülheimer Wasserbahnhof ankommt. Auf der ganzen Strecke kommt ihr fast nicht mit dem Straßenverkehr in Berührung. Nur wenige Kreuzungen und einige kurze Abschnitte führen über normale Straßen.
  • Tour ab Landschaftspark Duisburg Nord: Über den grünen Pfad, eine alte Bahntrasse, welche an der Emscher in den HOAG-Radweg übergeht. Am Ende der Trasse, in Duisburg Aldenrade führt der weg weiter über Radwege rund um das noch aktive Stahlwerk. Hinter dem Stahlwerk erreicht Ihr den Rheindeich, den Ihr nun bis nach Duisburg Ruhrort folgt. In Ruhrort könnt Ihr ein wenig den größten Binnenhafen Europas erkunden oder auf Schimanskis Spuren eine Currywurst essen.
  • Tour ab Zeche Zollverein: Über den Nordsternweg Richtung Emscher und zur Zeche Nordsternpark. Am Rhein-Herne-Kanal entlang Richtung Gelsenkirchen. Eine sehr schöne Pausenstelle ist dann der kleine Hafen in Gelsenkirchen. Ein Stück weiter den Kanal entlang kommt man dann in Höhe der Zoom Erlebniswelt auf die nächste Bahntrasse. Die Erzbahntrasse führt Richtung Süden und ihr bleibt auf dieser Bahntrasse bis zum Abzweig der Kray-Wanner-Bahn, welcher ihr nun folgt. Das Tolle an dieser Route ist, dass ihr, abgesehen von ein paar Kreuzungen, keinen Kontakt mit dem Autoverkehr habt. Im Bereich der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals fahrt ihr über Schotterpisten, die aber in einem annehmbaren Zustand sind.
  • Tour ab Mülheimer Hauptbahnhof: Zuerst parallel zum Radschnellweg zur Ruhrpromenade in Mülheim. Dort gibt es ein paar Restaurants und eine tolle Eisdiele, bevor es weiter an der Ruhr entlang geht, bis zum Wasserbahnhof in Mülheim. Nach einen kurzen Stück auf der Straße geht es wieder runter auf den Leinpfad, dem Ihr nun bis Essen Kettwig folgt. Bevor Ihr nach Mülheim zurück radelt, wechselt Ihr über die Kettwiger Brücke die Ruhrseite. Der Weg führt nun über Mülheim Mintard durch die weiten Ruhrwiesen auf Essener und Mülheimer Seite. Dabei ist die Ruhrtalbrücke wieder ein Hingucker. Hinter Mintard fahrt ihr ein Stück quer durch einen Reiterhof. Angekommen in Mülheim führt der Weg vorbei am Kloster Saarn bis zur Müga, dem alten Landesgartenschau-Gelände direkt an der Ruhr.

Weitere Radwege in NRW

Neben den beschriebenen Routen im Ruhrgebiet gibt es noch weitere attraktive Radwege in Nordrhein-Westfalen:

  • Wegberger Mühlenroute: Der Weg führt an vielen der ehemals 25 Wassermühlen der Stadt vorbei. Ein Highlight ist der Start- und Endpunkt, die Wegberger Mühle aus dem Jahr 1505. Danach führt die Route durch einen Teil des Naturparks Schwalm-Nette und vorbei an Weihern und Bächen. Auf dem Weg liegen die Molzmühle, die wohl eine der schönsten Mühlen auf dem Weg ist und ein Restaurant bietet. Man kommt aber auch an der Holtmühle mit ihrem sechs Meter großen Mühlrad und zugehörigem Café vorbei, und an der noch voll funktionsfähige Schrofmühle sowie die Kornmühle Tüschenbroich mit einem Mühlenmuseum.
  • Rheinische Apfelroute: Die rheinische Apfelroute führt Radfahrerinnen und Radfahrer über insgesamt 124 Streckenkilometern durch den Rhein-Sieg-Kreis. Vorbei an blühenden Obstplantagen, bunten Gemüsefeldern und regionalen Hofläden geht es durch die größte Obst- und Gemüseanbauregion Nordrhein-Westfalens. Wem die gesamte Strecke zu weit ist, der kann eine der insgesamt sechs Nebenschleifen der Apfelroute machen. Besonders zur Obstblüte im Frühling und zur Erntezeit im Herbst ist die Route ein Genuss für Augen und Gaumen.
  • Ruhrtal-Radweg: Der Ruhrtal-Radweg ist mindestens genauso vielseitig wie lang. Er startet im sauerländischen Winterberg und führt bis nach Duisburg. Kein Zufall: Denn in Winterberg entspringt die Ruhr, die der Route ihren Namen gibt. Sie mündet im Ruhrgebiet bei Duisburg in den Rhein. Auch, wenn man nicht immer direkt am Fluss entlang fahren kann, orientiert sich der Ruhrtal-Weg am Flussverlauf. Auf der Strecke erwarten die Radler vor allem Kontraste: Fachwerk und Industrie, Natur und Kultur. Die komplette Tour ist zu lang für einen Tagesausflug. Deshalb ist der Weg in 23 Etappen unterteilt. Ein Highlight erwartet Radfahrer auf der Strecke zwischen Freienohl und Oeventrop. Besonderheiten sind außerdem die Essener Etappe, wo Radfahrer sich am Baldeneysee erholen können und die historische Altstadt von Arnsberg. Der schönste Abschnitt soll allerdings von Hattingen nach Mülheim führen, von der Altstadt zum ältesten Hochofen des Ruhrgebiets, dann wieder vorbei an Weiden und Höfen und immer nah an der Ruhr entlang.
  • Erft-Radweg: Auch dieser Radweg führt an einem Fluss entlang. Radfahrer können hier den Verlauf der Erft entdecken, angefangen in der Eifel bis zum Rhein bei Neuss. Wer besonders sportlich ist und nach dem Erft-Radweg noch nicht genug hat, der kann die Strecke erweitern und auf dem Rheinradweg und dem Ahr-Radweg weiterfahren.
  • Bahntrassenradeln im Münsterland: Auf einem alten Gleisbett können Radfahrer das Münsterland zwischen Coesfeld und Rheine entdecken. Mittlerweile befahren Radler die Strecke, aber noch vor wenigen Jahren sind hier jeden Tag Züge gerollt. Und das merkt man auch. Die Relikte der Vergangenheit sind auf der ehemaligen Bahnstrecke immer noch sichtbar. In Neuenkirchen führt die Route vorbei am alten Bahnhof St. Arnold. Hier sind ehemalige Gleisanlagen der alten Bahnstrecke neben dem Radbahnweg erhalten geblieben. Wer Lust hat, kann hier eine Draisinenfahrten unternehmen. Neben dem eigentlichen Radbahnweg gibt es zusätzlich auch Rundschleifen durch Orte, die an der Strecke liegen.
  • Römer-Lippe-Route: Dieser Weg führt Radler auf die Spuren einer alten Römerstraße. Angefangen beim Hermannsdenkmal bis zur Xantener Innenstadt, immer vorbei am Fluss Lippe. Da die Strecke relativ lang ist, gibt es einige Teilabschnitte, die sich für eine Tagestour eignen. Auf dem 44 Kilometer langen Weg von Lünen über Waltrop und Olfen bis Haltern am See gibt es beispielsweise einiges zu entdecken. Im Industriemuseum Schiffshebewerk in Waltrop können die Türme besichtigt werden, die 1899 von Kaiser Wilhelm II eingeweiht wurden. Der Aufzug hat früher Schiffe in 14 Metern Höhe befördert, um eine Kanalstufe zu bewältigen. Länge: 295 Kilometer (inklusive zusätzlicher Wegeschleifen Gesamtlänge: 479 Kilometer)Start: Hermannsdenkmal, DetmoldEnde: Xantener InnenstadtSchwierigkeitsgrad: je nach Etappe. Insgesamt gibt es kaum Höhenmeter zu bewältigen, nur auf den ersten 30 Kilometern der Route zwischen dem Hermannsdenkmal und Bad Lippspringe gibt es einige Steigungen.
  • Talsperren-Rundweg im Bergischen Land: Dieser Rundweg führt im Bergischen Land an fünf Talsperren vorbei. Die erste ist die Brucher-Talsperre, dann folgt die Lingese-Talsperre. Zwischen Mai und Oktober pendelt entlang der Strecke der Bergische Fahrradbus.
  • Möhne-Radweg: Dieser Flussradweg führt von der Möhnequelle bis hin zur Mündung in die Ruhr. Radfahrer können auf dieser Strecke Auenlandschaften mit grünen Wiesen und Hügeln und den Möhnesee, einen der größten Stauseen in Nordrhein-Westfalen, entdecken.
  • 100-Schlösser-Route: Wer die 100-Schlösser-Route befährt, der bewegt sich mit dem Rad durch die Geschichte des Münsterlandes. Die Strecke führt vorbei an mehr als hundert Schlösser, Burgen, Herrensitze und Gräftenhöfe. Radler können hier die Region auf ruhigen Wegen entdecken und zwischen Wiesen und Weiden fahren. Wegen ihrer Länge ist die Route unterteilt in vier Teilstrecken: den sogenannten Nord-, Ost-, Süd- und Westkurs. Dabei ist der Südkurs der kürzeste und führt südlich von Münster an Schlössern und Burgen vorbei, die teilweise nur wenige Kilometer auseinander liegen. Auf dem Weg liegt beispielsweise das berühmte Schloss Nordkirchen, das größte und bekannteste Schloss der Region. Es wird auch das "Versailles Westfalens" genannt.
  • Seseke-Weg: Die Route führt entlang des namensgebenden Flusses Seseke, vorbei an Wiesen und Bäumen, die das Flussufer säumen. Los geht es an der Mündung, die Strecke endet an der Quelle. Der Ostpol ist ein Förderturm der Zeche Königsborn in Bönen. Eine Bürgerstiftung hat daraus ein Kultur- und Veranstaltungszentrum gemacht. An anderer Stelle führt der Seseke-Weg durch eine alte Zechensiedlung oder auch an der Schachtanlage Grillo der Zeche Monopol in Kamen vorbei.
  • Zwillbrocker Venn: Flamingos in Deutschland? Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, kommt im Zwillbrocker Venn zusammen. Hier gibt es die nördlichste Flamingo-Brutkolonie in Europa. Die beste Zeit, um die Tiere zu beobachten, ist zwischen März und Juli. Aber nicht nur die rosafarbenen Vögel sind auf der Strecke sehenswert.

Radfahren im Ruhrgebiet: Ein besonderes Erlebnis

Der beste Weg, das Ruhrgebiet zu erkunden, ist mit dem Fahrrad. In der Metropole Ruhr verschwimmen die Stadtgrenzen, sodass man auf nur einer Radtour, ohne es zu merken, mehrere Städte durchradelt. Halden, Arbeitersiedlungen, Zechen, Bahntrassen und „Radeln nach Zahlen“ sind nur einige Beispiele dafür, was das Radfahren im Ruhrgebiet besonders macht.

Das Ruhrgebiet ist reich an Geschichte und Kultur. Besonders die industrielle Vergangenheit ist allgegenwärtig und lässt sich auf vielen Radtouren erleben. Eine einzigartige Möglichkeit, die Industriekultur zu entdecken, bietet das Radeln durch stillgelegte Hüttenwerke und Zechen. Die Halden sind unverwechselbare Wahrzeichen der Region und sollten bei keiner Radreise im Ruhrgebiet fehlen.

Um das Leben der Menschen im Ruhrgebiet besser kennenzulernen und das Selbstverständnis der Einwohner:innen zu verstehen, empfiehlt es sich, eine der vielen Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet zu besuchen. Mit dem Fahrrad sind einige dieser Siedlungen sehr gut erreichbar.

Wasser hat eine besondere Anziehungskraft auf Menschen. Der RuhrtalRadweg, der entlang des Flusses Ruhr verläuft, bietet eine ideale Möglichkeit, das Wasser auf dem Fahrrad zu genießen. Der Weg führt häufig über ehemalige Treidelpfade, auf denen früher Pferde Frachtschiffe die Ruhr flussaufwärts gezogen haben. Abseits des Straßenverkehrs gibt es auch entlang der künstlichen Schifffahrtskanäle viele Radwege, die sich ideal zum Radeln eignen.

Im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche Radfernwege, die das radrevier.ruhr durchziehen. Drei große regionale Radfernwege bilden das Grundgerüst des Netzes: Die Route Industriekultur per Rad, der RuhrtalRadweg und die Römer-Lippe-Route. Der RuhrtalRadweg verläuft entlang der südlichen Grenze des Ruhrgebiets und erfreut sich großer Beliebtheit. Im Norden des radrevier.ruhr bietet die Römer-Lippe-Route spannende Radmomente.

Das Ruhrgebiet, gelegen in der Mitte Europas, ist aufgrund seiner zentralen Lage einfach zu erreichen. Ob per Flugzeug, Auto, Bus, Zug oder Fahrrad, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um in das Ruhrgebiet zu gelangen. Große Hauptbahnhöfe wie in Essen, Duisburg oder Dortmund bieten überregionale Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen der Region.

Entlang des Wegenetztes finden sich zahlreiche ausgewählte und fahrradfreundliche Übernachtungsbetriebe, die zur Erholung und Entspannung einladen und bestens auf Radfahrer und ihre Bedürfnisse eingestellt sind.

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