Die schönsten Radtouren in der Bretagne: Geheimtipps für unvergessliche Erlebnisse

Freuen Sie sich in Ihrem Bretagne-Urlaub auf ein Netz von regionalen Radwegen, das sowohl die gesamte Bretagne am Meer umrundet als auch das malerische Landesinnere erschließt. So können Sie z.B. eine lange Radwanderung mit mehreren Unterkünften planen oder von Ihrem Ferienhaus aus schauen, ob Sie in Ihrer Nähe einen der regionalen Radwege nutzen und ihn zu einer abwechslungsreichen Rundfahrt ergänzen können.

Wenn nicht, dann gibt es noch viele weitere Radwege und all die kleinen, reizvollen Landsträßchen zu entdecken, die nicht Teil dieses im Folgenden beschriebenen Radwegenetzes sind. Es gibt insgesamt acht regionale Fahrradwege in der Bretagne von mehr als 1300 km Länge, zwei davon sind Teil von europäischen Radwanderwegen. Die regionalen Radwege sind von V1 bis V8 durchnummeriert (V für "Véloroutes", Fahrrad-Routen), die europäischen Radwege beginnen mit "EV".

Das Wegenetz erhält immer mehr auch für ruhigere Radfahrer oder Kinder attraktive grüne Routen ("Routes vertes"): Als Rad- und Wanderwege ausgebaute kleine Straßen und alte Bahntrassen oder die Treidelpfade des Nantes-Brest-Kanals garantieren, dass man abseits des Autoverkehrs mit viel Naturgenuss und ohne große Anstrengung radfahren, wandern oder sogar reiten kann.

Regionale Radwege in der Bretagne

Ausgangspunkt in beide Richtungen ist Roscoff an der Nordküste der Bretagne. Der Radweg V4, 359 km, wird auch "Tour de Manche" (Route am Ärmelkanal) genannt und geht von Roscoff über Morlaix, Lannion, St-Brieuc und St-Malo zum Mont-St-Michel. In der anderen Richtung führt der Radweg V5, 332 km ("La Littorale", die Küstenstrecke), von Roscoff über Brest, Douarnenez, Concarneau, Halbinsel Quiberon, Vannes und La Baule bis zur Loiremündung bei St-Nazaire.

Man könnte dann die Loire hoch bis Nantes fahren, und von dort aus auf dem EV5 die ganze Atlantikküste hinunter bis Biarritz. Radweg V1, 389 km ("La Vélodyssée", die Fahrrad-Odyssee): Roscoff, Morlaix, Carhaix-Plouguer, Pontivy, Josselin bis nach Nantes. Größtenteils folgt dieser Radweg als grüne Route dem Nantes-Brest-Kanal, ein grünes Band mit vielen historischen Städten. Radweg V7, 147 km: Roscoff, Morlaix, Carhaix-Plouguer, Concarneau.

Um die Bretagne mit dem Fahrrad zu entdecken, stehen naturliebenden Urlaubern fast 2700 km markierter Wege auf 9 großen Radwanderstrecken und Voies vertes zur Verfügung. Treidelpfade, alte Eisenbahntrassen oder kleine Straßen: Entdecken Sie die Region unter freiem Himmel und fast ohne Anstrengung!

Die wichtigsten Radwanderwege der Bretagne im Überblick:

  • Die Vélodyssée®: Von Roscoff bis Nantes, ein Muss für Radfahrer in der Bretagne! Der bretonische Abschnitt bietet eine 400 km lange Strecke, die teilweise dem Nantes-Brest-Kanal folgt.
  • Von Saint-Malo nach Arzal: 200 km, um die idyllische südliche Bretagne der Kanäle zu durchqueren. Ein sanftes Abenteuer bietet dieser autofreie Voie Verte, der den Ärmelkanal mit dem Atlantik verbindet.
  • Von Saint-Malo nach Questembert: Mehr als 200 km im Binnenland der Bretagne. Dieser Weg folgt von Saint-Malo bis nach Evran am Canal d’Ille-et-Rance derselben Strecke wie der Weg „Saint Malo - Redon“.
  • Von Roscoff nach Nantes: Über 400 km im eher sportlichen Modus ganz nahe der bretonischen Küste.
  • Von Carhaix nach Saint-Méen-le-Grand: Von Ost nach West über 120 km eine schöne Entdeckung des Binnenlandes der Bretagne.
  • Von Roscoff nach Concarneau: Vom Ärmelkanal bis zum Atlantik, 150 km für eine Fahrt durch das grüne Finistère.
  • Von Saint-Brieuc nach Lorient: Fast 200 km, um die Bretagne von Nord nach Süd zu durchqueren.
  • Vom Mont-Saint-Michel nach Nantes: Eine 275 km lange Reise durch die Region Marches de Bretagne und ihre Geschichte.

Die Vélodyssée® ist der französische Teil des europäischen Fernradwegs EuroVelo 1, der Roscoff mit Hendaye verbindet.

Detaillierte Routenbeschreibungen und Geheimtipps

Radwandern entlang alter Kanäle auf verträumten Treidelpfaden, durch sonnenverwöhnte Weinberge oder vorbei an duftenden Lavendelfeldern - Frankreich verzaubert auf zwei Rädern! Seit der Jahrtausendwende hat das Land seine Fahrradinfrastruktur enorm erweitert und überrascht heute mit einzigartigen Routen für jeden Geschmack - ob in der Stadt, auf dem Land, am Meer oder in den Bergen.

Mit top markierten Fernwanderrouten und einem schier unendlichen Netz an regionalen und lokalen Radwegen gehört Frankreich zu den wichtigsten Fahrradreiseziele Europas.

Familienfreundliche Radtouren

Sie und Ihre Familie möchten die Bretagne mit dem Fahrrad entdecken? Nutzen Sie die Voies vertes, unsere « Grünen Routen ». Das sind autofreie Radwege, auf denen Sie nur Radfahrer, Fußgänger, Inlineskater und manchmal auch Reiter treffen.

Wir haben eine Idee, mit der Sie alle auf Ihrer Seite haben werden: ein großes Fahrradwochenende mit der Familie, wie man es mag, mit Start in Rennes. Keine Steigungen am Canal d‘Ille-et-Rance mit seinen Schleusen … Gleich am ersten Abend wird auf dem Wasser übernachtet.

Abstecher zu Kleinodien - einem Zoo, Dinan, Léhon - sind an allen Tagen möglich… Für die kleine Überfahrt von Dinard nach Saint-Malo mit dem Schiff lohnen sich sämtliche Mühen. Und zurück? Da lädt man alle, inklusive Fahrräder, in den TER, oder auch nicht - one way geht auch.

Im Rhythmus der Schleusen des Nantes-Brest-Kanal

Zwischen Nantes und Brest schlängelt sich der Kanal durch die Täler mehrerer Flüsse wie des Oust. Schwingen Sie sich in den Sattel für eine Fahrradtour durch die Natur von Pontivy nach Josselin und entdecken Sie eine rund 20 km lange Strecke entlang der Schleusen. Freuen Sie sich auf eine idyllische Kulisse inmitten von Graureihern und Teichhühnern.

Dank der Informationstafeln wissen Sie schon bald alles über die bemerkenswerten Bäume. Legen Sie in Saint-Gonnery eine Verschnaufpause im Louarning Park einem, einem großen Park mit bretonischen Spielen. Direkt gegenüber befindet sich der Kletterpark Accrobrancherie, in dem Sie mit einer Seilrutsche über den Kanal sausen können. Mit Nervenkitzelgarantie!

Auf den Spuren einer ehemaligen Eisenbahnstrecke im Herzen der Bretagne

Genießen Sie vom Bahnhof Guiscriff aus eine für Familien ideale Fahrradtour über die Voie verte, die Grüne Route, Nummer 7 zwischen Roscoff und Concarneau. Bevor Sie sich in den Sattel schwingen, nutzen Sie die Zeit, um das einzigartige Zug-Museum zu entdecken, das der Geschichte des bretonischen Eisenbahnnetzes gewidmet ist. Hier werden Sie in die Welt der Eisenbahn zur Zeit der Dampfloks versetzt.

Die heute nicht mehr vorhandenen Gleise haben Platz für eine sichere und autofreie Radstrecke gemacht. Sie können dem Weg entweder in Richtung Gourin (12,5 km) folgen, um die Hauptstadt der traditionell bretonischen Crêpes, die hier im Juli gefeiert wird, zu entdecken, oder sich auf den Weg nach Rosporden (17,5 km) machen.

Im Staatsforst Coatloc’h bietet die Strecke wunderschöne Ausblicke auf die Heckenlandschaft und führt durch wahre Gewölbe aus Baumkronen. Zwischen Scaër und Rosporden bieten Lehrtafeln weitere Informationen am Wegesrand. Viel Spaß beim Entdecken der noch sichtbaren Zeugnisse der Eisenbahn. Machen Sie bei Ihrer Rückkehr Halt im Bahnhofscafé von Guiscriff, in dem das ganze Jahr über eine Reihe von Veranstaltungen angeboten werden.

Ein Ausflug in der Bucht von Quiberon

Auf dem Weg Nr. 5 des Fernfahrradwegs „La Littorale“ befindet sich ein Juwel der Bretagne: die Bucht von Quiberon. Entlang der gesamten Strecke blicken Sie auf türkisfarbenes Wasser, feinsandige Strände und andere faszinierende Landschaften. Von Plouharnel oder Quiberon aus können Sie eine etwa 20 Kilometer lange Fahrradtour unternehmen, um Dünen und die wilde Küste zu entdecken.

Für eine erholsame Rückkehr genießen Sie eine schöne Fahrt mit dem „Tire-Bouchon“, einem kleinen Zug, der ein Dutzend Bahnhöfe zwischen Auray und Quiberon verbindet und liebevoll « Korkenzieher » genannt wird. Er verkehrt täglich von Ende Juni bis Ende August sowie an allen Wochenenden im Juni und in der ersten Septemberhälfte.

Frische Seeluft auf dem Voie verte in der Bucht des Mont Saint-Michel

Die Schönheit dieser Bucht muss nicht erst erwähnt werden. Der Mont-Saint-Michel, seine Sandflächen, seine Feuchtgebiete, der Fluss Couësnon,… Die Sehenswürdigkeiten in der Region kann man nicht zählen. Dazu wurde vor Kurzem eine autofreie Grüne Route (Voie verte) entlang der gesamten Bucht angelegt.

Zahlreiche gute Gründe, um die Gegend mit dem Fahrrad zu entdecken! Mit nur geringen Höhenunterschieden ist die Strecke auch für Familien mit kleineren Kindern geeignet.

Die Traversée Bretonne: Vom Atlantik zum Ärmelkanal

Die Traversée Bretonne ist eine noch recht neue malerische und gut ausgebaute Radstrecke, die auf fast 500 Kilometern von der Hafenstadt Nantes bis zum legendären Klosterberg Mont-Saint-Michel führt. Du radelst hier also vom Atlantik durch einige der schönsten Landschaften der Bretagne bis zum Ärmelkanal. Da der gesamte Fahrradweg hauptsächlich flach ist und so gut wie keine Höhenmeter aufweist, ist die Traversée Bretonne nicht nur für erfahrene Radler, sondern auch für Familien geeignet.

Highlights auf der Strecke sind historische Städte wie Nantes, Rennes, Dinan und Saint-Malo.

Der offizielle Etappenvorschlag für die Traversée Bretonne umfasst 6 Etappen mit einer Länge von etwa 60 bis 100 Kilometern.

Die Traversée Bretonne endet am Mont-Saint-Michel. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im 8 km entfernten Pontorson, das du ganz entspannt mit dem Rad oder regelmäßig verkehrenden Bus erreichst.

Nantes: Startpunkt Ihrer Radreise

Nantes liegt im Südosten der Bretagne an der Loire und hat mich auf Anhieb begeistert. So eine coole, kreative und spannende Stadt, die zugleich auf eine lange Tradition als Hafen und Industriezentrum zurückblicken kann. Besonders toll fand ich, dass man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Kunstwerke entlang einer grünen Linie entdecken kann.

23 Kilometer erstrecken sich vom Stadtzentrum bis zum Atlantik und sorgen so dafür, dass man gar nichts verpassen kann. Das „Château des ducs de Bretagne“ ist ein echtes Märchenschloss mitten in der Stadt mit einem prächtigen Innenhof und Befestigungsanlagen, auf denen man entlang spazieren kann.

Die Passage Pommeraye ist eine elegante Einkaufspassage im Stil des 19. Die Plätze „Place du Bouffay“ und „Place Royale“ sind majestätische Orte mit monumentalen Brunnen und Gebäuden aus dem 18. und 19. Das Restaurant La Cigale ist eigentlich schon eine eigene Sehenswürdigkeit in Nantes und wohl die allerschönste Brasserie, die ich je besucht habe. Das üppige Dekor im Jugendstil muss man einfach einmal selbst erlebt haben.

So verrückt: Der große Elefant - die wohl beeindruckendste Maschine, mit der du sogar mitfahren kannstBienvenue en France! Unsere Tour auf der Traversée Bretonne startet direkt am Bahnhof von Nantes, einer Stadt, die nicht frischer, lebendiger und kreativer sein könnte.

Die Insel von Nantes wurde in den letzten Jahren vom alten Hafengebiet zum kreativen Viertel umgestaltet. Überall gibt es coole Streetart-Spots, alternative Bars, Foodtrucks, futuristische Gebäude und moderne Architektur. Mein persönliches Highlight ist allerdings ohne Frage die unglaubliche „Galerie des Machines“, ein Kunstprojekt, das auf dem außergewöhnlichem Gelände der ehemaligen Schiffswerften von Nantes entstanden ist.

Ich weiß gar nicht, wie ich das am besten in Worten beschreiben soll - die riesige Metallhalle, in der einst Schiffe montiert wurden, musst du unbedingt einmal selbst erleben! Versprochen: Wenn die Welt von Jules Verne auf das mechanische Universum von Leonardo da Vinci trifft, entsteht etwas derart Beeindruckendes und Verrücktes, das du garantiert nicht so schnell wieder vergisst.

Ein monströser, wasserspeiender Elefant, der Personen befördern kann, ein Vogel, mit dem man durch die Halle fliegt, und ein mehrstöckiges Karussell, das der Welt der Meerestiere huldigt, sind nur einige der irren Erlebnisse hier.

Einfach irre: Die Galerie des Machines musst du wirklich einfach mal selbst erlebt haben. Freiwillige vor! Wenn du zusätzlich zum Eintritt für die geführte Besichtigung in den Werfthallen mit dem Grand Éléphant fahren willst oder das Carrousel des Mondes Marins erleben willst (unbedingt empfehlenswert), kostet dies extra.

Am Gare Maritime nehmen wir schließlich mitsamt unserer Räder die Shuttle-Fähre Navibus Loire N1, die alle 10-20 Minuten verkehrt (Kosten: 1,80 € inkl. Bike) und landen im idyllischen Fischerdorf Trentemoult, wo unsere Radtour nun so richtig losgeht. Es lohnt sich unbedingt, eine Runde durch das farbenfrohe Dörfchen zu drehen - die engen Gassen sind einfach zauberhaft.

Auf unserer Route entfliehen wir nun blitzschnell dem Trubel der Stadt und sind ruckzuck mitten im Grünen angelangt. Auf dem Kunstparcours Estuaire von Nantes nach Saint-Nazaire versammeln sich nämlich insgesamt 33 Kunstobjekte unter freiem Himmel. „Le Pendule“ zeigt ein 7 Meter langes Pendel an einem knallroten Gebäude, „Misconceivable“ ein gekrümmtes Segelboot, das in den Fluss abzustürzen scheint.

Mir tut es allerdings ganz besonders das Kunstwerk „Did I miss something?“ am Château du Pé an. Eigentlich verläuft die Traversée Bretonne noch weiter an der Loire entlang bis nach Saint-Nazaire.

Saint-Nazaire: Industriegeschichte am Atlantik

Saint-Nazaire - eine Stadt mit Flair: Was mehr als plump klingt, ist tatsächlich nichts als die Wahrheit. Die Stadt liegt direkt am Atlantik, an der Mündung der Loire, und atmet Industriegeschichte - vor allem Schiffbau! Hier werden bis heute einige der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt gebaut.

Besonders spannend ist die Besichtigung des interaktiven Museums Escal’ Atlantic, das dich auf die Spuren der großen Ozeandampfer bringt - wie ein kleines Abenteuer auf einem fiktiven Luxusschiff. Das ist richtig gut gemacht, denn du weißt praktisch nie, was sich hinter der nächsten Biegung oder im nächsten Raum erwartet. Nicht nur für Kinder ist dieser Museumsbesuch ein großartiges Erlebnis!

Am besten informierst du dich vorab gar nicht so ganz genau, was dich alles erwartet, dann ist der Überraschungseffekt noch größer. Ich war jedenfalls hellauf begeistert und habe mich in der Bar im Atrium des Schiffes doch glatt so gefühlt, als wäre ich tatsächlich auf hoher See.

Auf unserer kleinen Radtour durch Saint-Nazaire, auf der wir auch an einigen coolen Streetart-Spots vorbeigekommen sind, hat es uns aber eher an den Strand und die lange Promenade gezogen. Hier haben wir nicht nur die Sommer-Vibes genossen, sondern uns auch die verrückten Skulpturen „Le Pied, le Pull-Over et le Système Digestif“ angeschaut.

Durch ein hübsches Villenviertel ging es für uns dann noch zu einigen der traditionellen Fischerhäuschen von Saint-Nazaire, von denen wir sogar eines von innen besichtigen durften. Sie können stundenweise zum Fischen gemietet werden und sind ein faszinierendes Stück maritimer Geschichte.

Zum Abendessen empfehle ich dir das Restaurant Le Bar Iodé am Place du Commando, der direkt in die Strandpromenade über geht.

La Baule und Guérande: Zwischen Strand und Salzgärten

Wer sich gerade wundert, warum wir an Tag 2 unserer Radreise auf der Traversée Bretonne schon in La Baule starten: Ja, wir haben geschummelt und den Abschnitt von Saint-Nazaire nach La Baule mit dem Zug zurückgelegt. La Baule punktet nicht nur mit traumhaften Stränden, sondern auch mit einem bewaldeten, historischen Villenviertel, das richtig edel und schick daherkommt.

Heute folgen wir weitestgehend den Ausschilderungen der Radroute Vélocéan und radeln über grüne Wege („Voies Vertes“) an strahlend gelben Rapsfeldern vorbei. Das erste Highlight unserer Tour ist zweifelsohne Guérande, die alte und charmante Salzstadt, die von ziemlich wuchtigen Stadtmauern - den Remparts - umschlossen ist.

Natürlich halten wir an, stellen unsere Räder ab und erkunden erstmal die mittelalterliche Altstadt mit ihren malerischen Gassen. Wir haben Glück - Mittwoch und Samstag sind Markttage - und so schlendern wir an all den farbenfrohen Marktständen vorbei, bis uns der Magen knurrt. Die Entscheidung fällt auf Kouignettes, die Miniaturversion der typischen bretonischen Kouign Amann-Kuchen.

Auf unserem weiteren Weg zeigt sich, wofür die Gegend rund um Guérande noch berühmt ist: Das edle Fleur de Sel, das in den Salinen ringsherum gewonnen wird. Wir radeln an endlos scheinenden Salzfeldern vorbei, die in der Sonne magisch glitzern. Die Marais Salants de Guérande sind wie ein Mosaik aus Formen und Farben und außerdem ein wertvoller Lebensraum für Vögel aller Art. Wir entdecken Seidenreiher, Säbelschnäbler und Löffler, die in den schlammigen Sümpfen auf Nahrungssuche sind.

Durch eine Handvoll kleiner Dörfer erreichen wir schließlich unser Tagesziel, den inmitten von Salzgärten gelegenen Ferienort Quimiac, und fahren auf den letzten Metern direkt am Meer entlang. Ein kleines Päuschen auf einer Bank mit Meer- und Strandblick ist noch drin - es ist einfach zu schön, um sich hier zu hetzen und stressen.

Ohne die köstlichen Crêpes und Galettes geht es in der Bretagne natürlich überhaupt nicht. Eine gute Adresse hierfür ist die Crêperie L’Amphore. Ich empfehle als Hauptgericht eine Galette Complète (bretonische Buchweizenpfannkuchen mit Schinken, Käse und Ei) und zum Dessert ein Crêpe Caramel au Beurre Salé (mit gesalzener Butter).

Rennes: Hauptstadt der Bretagne

Da wir leider nicht genug Zeit haben, um die komplette Rote der Radreise zu radeln, mussten wir den kompletten Abschnitt von Quimiac bis Rennes schweren Herzens auslassen. Aus dem Zugfenster lassen wir die Landschaft und den idyllischen Treidelpfad entlang der Vilaine an uns vorbeiziehen - es sieht so schön aus, dass ich diesen Teilabschnitt unbedingt irgendwann einmal nachholen möchte.

Rennes solltest du natürlich keineswegs links liegen lassen, die Stadt ist unglaublich spannend und voller Kontraste. Die Hauptstadt der Bretagne ist nicht nur bekannt für die unzähligen mittelalterlichen Fachwerkhäuser und ihre prächtige Kathedrale.

Wenn du Rennes auf eine spielerische Weise erkunden möchtest, schaue unbedingt einmal bei der Tourist Info im alten Kloster Couvent des Jacobins vorbei. Dort bekommst du ein liebevoll gestaltetes Stempelheft und kannst damit eine Art Schnitzeljagd durch die Stadt machen.

Hôtel-Dieu: Ehemaliges Krankenhaus wird zum spannenden Stadterneuerungsprojekt.

Maison à Pan de Bois: Eine Gruppe wunderschöner und farbenfroher Fachwerkhäuser, die Teil des bretonischen Erbes sind.

Parlement de Bretagne: Das Parlament und Gerichtshof ist ein bedeutendes Monument des 17.

Hôtel de Ville: Im 18. Postkartenmotiv in Rennes

Rennes hat mir wirklich unglaublich gut gefallen, vor allem, weil die verwinkelten Plätze und gekrümmten Gassen oft nur wenige Schritte von ganz symmetrischen Straßenzügen mit imposanten Steinfassaden und prächtigen Mosaiken entfernt liegen.

Im Bistro-Restaurant OH MY BICHE sitzt du sowohl drinnen als auch draußen auf dem lebhaften Platz total gemütlich. Es gibt eine große Auswahl an gesunden Gerichten, Salaten, Sandwiches und günstigem Mittagstisch. Verdammt lecker!

Entlang des Canal d’Ille-et-Rance

Auf unserer heutigen Strecke ist Verfahren praktisch unmöglich, wir folgen den ganzen Tag dem Canal d’Ille-et-Rance, der die Städte Rennes und Saint-Malo miteinander verbindet. Kaum sind wir aus der Stadt heraus, wird es auch schon herrlich grün, und wir atmen durch. Die Vögel zwitschern, die Sonne gibt alles, und so wundern wir uns nicht, dass an der alten Wassermühle und Schleuse von St. Grégoire richtiges Sommer-Feeling herrscht.

Entlang des Wassers radeln wir ganz flach auf feinsten Gravelwegen und bewundern die wunderschönen Gärten der in regelmäßigen Abständen auftauchenden Schleusenhäuschen, die ich so richtig in mein Herz schließe. Vielleicht sollte ich in meinem nächsten Leben einfach Schleusenwärterin werden...?!

Kurz vor Hédé-Bazouges erleben wir dann noch ein ganz besonderes Schauspiel. Um einen Höhenunterschied von 27 Metern zu überwinden, wurden ganze 11 Schleusen auf einer Länge von nur etwa zwei Kilometern gebaut. Diese Schleusentreppe ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern dazu noch total charmant und spannend anzuschauen.

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