Harley-Davidson steht für Freiheit, Rock'n'Roll und beeindruckende Maschinen - und manchmal auch für sehr viel Geld. Wer glaubt, Motorräder seien im Vergleich zu einem schicken Auto etwas für den kleineren Geldbeutel, hat vermutlich noch nie einer Harley-Auktion beigewohnt. Hier ist eine Übersicht der teuersten Harley-Davidson Motorräder aller Zeiten.
Platz 1: Harley-Davidson Blue Edition - ca. 1,6 Millionen Euro
Was passiert, wenn ein Uhrmacher, ein Edelmetall-Fan und ein Motorradbauer in eine Schweizer Werkstatt eingeschlossen werden? Richtig: die Blue Edition. Gemeinsam mit dem traditionsreichen Schweizer Uhren- und Schmuckhaus Bucherer präsentierte Harley-Davidson Graubünden in der Schweiz die Harley "Blue Edition". Das Custom Bike ist wohl mehr ein luxuriöses Projekt, das seinesgleichen sucht, da gerät die Basis, eine Harley-Davidson Softail Slim S doch ein wenig in den Hintergrund.
Die Harley-Davidson BLUE EDITION ist ein handgefertigtes Bike der Superlative. Die Bike-Experten von Bündnerbike wendeten ein geheimes Lackierverfahren an, um die Harley-Davidson BLUE EDITION in einem intensiven, irisierenden Blau erstrahlen zu lassen. Als erstes Motorrad der Welt besitzt die Harley-Davidson BLUE EDITION einen von innen beleuchteten Motor: Durch ein Fenster sieht man die sich drehende Nockenwelle ebenso wie die Ventilsteuerung und die vergoldeten Drosselklappen. Die Harley-Davidson BLUE EDITION vereint Custom Bike Design mit Uhrmacherkunst auf höchstem Niveau. Noch nie zuvor wurde eine Manufaktur-Uhr in einem Motorrad verbaut.
Diamanten, echt vergoldete Schrauben, im Tank eingelassene Tresore mit einer Unikatuhr von Carl F. Bucherer und Ringen von Bucherer Fine Jewellery zeichnen dieses Modell aus. Die Harley-Davidson BLUE EDITION ist ein spezielles Mitglied der Bucherer BLUE EDITIONS Familie und mit einem Wert von CHF 1,888 Mio. bestechend ist das individuelle Design und eine nie da gewesene Veredelung, die das Bike der Superlative mit einem Wert von 1,888 Mio. Schweizer Franken, umgerechnet also knapp 1,6 Mio. auszeichnet.
Die Uhr von Carl F. Bucherer ist in einen Tresor auf der rechten Tankhälfte eingelassen. «Damit die Vibration des Motors dem mechanischen Uhrwerk nicht schadet, lagern wir die Uhr in einer Art Käfig mit einer aufwändigen Halterung aus Silikonringen», erklärt Samir Merdanovic, Head of Manufacture Movements von Carl F. Bucherer. «Die Halterung dient gleichzeitig als Uhrenbeweger. Die Harley-Davidson BLUE EDITION ziert eine Unikatuhr von Carl F. Höchste Juwelierskunst in einem Motorrad: Auch das macht die Harley-Davidson BLUE EDITION einzigartig. So adaptierte Bündnerbike den Dizzler-Drehring aus der Bucherer Fine Jewellery Kreation, um ihn auf den Griffen des Lenkers anzubringen. «Das war eine technische Herausforderung», sagt Managing Director Jürg Ludwig jr. «Damit die Ringe wirklich halten, wurde ein spezielles Verfahren angewandt, das absolut festen Halt garantiert.
Ein Jahr brauchten die Uhrmacher von Carl F. Ein Team von acht Mitarbeitenden beider Unternehmen brachte sein gesamtes Fachwissen ein. Das Motorrad an sich ist ein Gesamtkunstwerk, jedes Metallelement ist speziell für das Unikat von Hand gefertigt, geschweisst, geklopft, geschliffen und poliert worden. Unter einer Glaskuppel aus bombiertem Panzerglas sitzt ein Schmuckstück von besonderem Wert in einem ausfahrbaren Tresor. In einem zweiten Tresor auf der rechten Tankhälfte befindet sich die Bucherer-Spezialanfertigung, die auf dem Modell Patravi TravelTec II basiert. Das Zifferblatt dieses Unikats zieren Elemente eines Motorradmotors. Seine Vollendung findet dieses Unikat erst in der Verbindung mit der Uhrmacher- und Juwelierskunst.
Damit die Ringe ordentlich sitzen, wurde ein spezielles Verfahren angewandt, das absolut festen Halt garantiert. Ein weiteres Dizzler-Diamantringpaar wurde an der Gabel verbaut. Ausserdem darf sich die Besitzerin oder der Besitzer auf ein weiteres Unikat einer Carl F. Bucherer Uhr für das eigene Handgelenk freuen. Diese wurde von der Manufaktur exklusiv für den Käufer kreiert und greift auf dem Zifferblatt ebenfalls Designelemente des Bikes und dessen Motors auf.
Durch ein Fenster am Nockenwellengehäuse ist die sich drehende Nockenwelle sichtbar, ebenso wie die Ventilsteuerung und die vergoldeten Drosselklappen. Zudem sind diverse Teile des Motorrads vergoldet. Von Bündnerbike kunstvoll gestaltet wird die Harley-Davidson "Blue Edition" mit Diamanten und Carl F.
Platz 2: Harley-Davidson Easy Rider - ca. 1 Million Euro
Wem Easy Rider kein Begriff ist, der darf jetzt gerne nochmal bei Netflix nachholen. Eines der wenigen erhaltenen Filmexemplare wurde 2014 versteigert für knapp über eine Million Euro. Dabei wurde das Bike ursprünglich aus einer alten 1950er Hydra Glide zusammengebaut.
Platz 3: Harley-Davidson 1908 Strap Tank - 935.000 Dollar
Ein Motorrad, das älter ist als der Erste Weltkrieg: die Strap Tank von 1908 ist ein technisches Urgestein. Bei Mecum ging eine alte Harley-Davidson für 935.000 Dollar weg. Damit gilt die Strap Tank von 1908 als teuerstes je versteigertes Motorrad. So geschehen am 28. Januar 2023 in Las Vegas im Auktionshaus Mecum. Nicht nur für Vegas ein Rekord.
Ihr Name kommt von den vernickelten Stahlriemen, die den Tank am Rahmen befestigen. 2023 wurde eine dieser Raritäten bei einer Auktion für 935.000 US-Dollar verkauft. Kein Wunder - sie stammt aus der Frühzeit von Harley, als die Motoren noch aus Fahrrädern geboren wurden.
1908 brachte Harley das Model 4 auf den Markt. Der Einzylinder kam auf 440 Kubik und war mit einem sogenannten F-Head ausgerüstet, also einem Einlass-über-Auslass-Gaswechselsysteme (Intake-over-Exhaust,IOE). Die Ventile standen übereinander, die Zündkerze zündete in einer kleinen Tasche dazwischen. 2 Kilowatt Leistung holte der Langhuber raus, die per Transmissionsriemen aus Leder ans Hinterrad kamen. Topspeed 1908: 40 Meilen pro Stunde (ca. 64 km/h). Der Beiname "Strap Tank" kam von den beiden vernickelten Stahlbändern, die Öltank und Benzintank am Rahmen halten. 1908 konnte Harley bereits 450 Stück bauen, damals ein Rekord. Heute sind noch knapp ein Dutzend erhaltene Strap Tank des Jahrgangs bekannt. Diese hier, mit der Motornummer 2241, gilt als eine der authentischsten.
Die Geschichte hinter dieser Strap Tank von 1908 liest sich fast romantisch. 1941 wurde sie als komplettes Motorrad in einer Scheune in Wisconsin, nur 70 Meilen (ca. 113 km) vom Geburtsort entfernt, entdeckt und bleibt 66 Jahre im Besitz des Finders. Der ließ sie umfangreich restaurieren. Das Besondere an dieser Strap Tank, was den absurd hohen Preis erklären könnte: Alle originalen Teile wie Tank, Riemen, Sitz und Krümmer sind vorhanden.
Neben dem Umstand, dass die Nummer 2241 bereits im August 2022 zur Auktion stand und das Höchstgebot von 425.000 Dollar keinen Zuschlag brachte, unterstreichen die Höchstgebote der letzten Jahre für Harleys dieser Baujahre den Status dieser Strap Tank von 1908. In den vergangenen Jahren sind einige 1908er-Harleys unter den Hammer gekommen. Doch selten über 125.000 Dollar. Ein vergleichbar hohes Gebot von 650.000 Dollar erhielt 2015 für eine komplett originale, unrestaurierte Strap Tank von 1907. All das zusammen ist nur ein Teil der Geschichte, wesentlich wichtiger für Sammler ist in Bezug auf Strap-Tanks-Harleys, dass es wirklich eine echte ist, mit Historie. Aktuell gibt es wohl nur 3 Harleys aus dieser Zeit auf der ganzen Welt, bei denen zu 99 Prozent sicher ist, dass sie echt sind.
Platz 4: Harley-Davidson CVO Road Glide RR (2025) - ca. 100.000 Dollar
Du willst Rennstrecken-Vibes, aber nicht auf Koffer verzichten? In der CVO-Abteilung ließ man sich von der in Amerika sehr beliebten "King of the Baggers"-Rennserie inspirieren, wo die riesigen, für Bestzeiten auf der Rennpiste präparierten Tourendampfer von Harley-Davidson und Indian Motorcycle gegeneinander antreten, Koffer sind übrigens Vorschrift.
Ausgestattet mit dem größten Harley-V2 aller Zeiten (131 cui / 2.147 cm³), 153 PS, Titan-Auspuff, Öhlins-Fahrwerk, Carbonverkleidung - alles, was man braucht, um auf der King of the Baggers-Rennstrecke auch mal den inneren Valentino zu channeln. Die Marke aus Milwaukee betitelt sein neues Modell als "CVO Road Glide RR" und trumpft mit gewaltigen 2147 cm3 Hubraum auf. Das sind 1073 cm3 pro Zylinder. Dafür wurde die Bohrung auf 109,5 Millimeter vergrößert und der Hub auf 114,3 Millimeter erhöht.
Harley-Davidson nutzt außer der Hubraumvergrößerung die klassischen Wege zur Entdrosselung. Eine grundlegende Bearbeitung der wassergekühlten Zylinderköpfe ermöglicht um zwei Millimeter größere Ein- und Auslassventile. Mit geänderten Nockenprofilen erreichen die Ventile 1,4 Millimeter mehr Hub. Sie ermöglicht nicht nur die entsprechende Gasbewegung auf der Auslassseite, sondern spart auch Gewicht durch den Leichtbaustoff Titan. Die Titan-Auspuffanlage von Akrapovic ist deutlich leichter und trägt zur Leistungssteigerung bei. Ein Sechsgang-Getriebe wurde installiert und die Endübersetzung auf 2,13:1 reduziert.
Harley-Davidson baut mit der CVO Road Glide RR nicht nur sein stärkstes, sondern auch sein teuerstes Modell aller Zeiten, sie soll 110.000 US-Dollar kosten. Die CVO Road Glide RR kommt mithilfe aller Maßnahmen auf 153 PS bei 5750/min und 204 Nm bei 4750 Touren, neuer Rekord für Harley-Davidson im Serienbau. Der Begrenzer setzt erst bei 6500/min, wenn die mittlere Kolbengeschwindigkeit bereits sagenhafte 24,77 m/s erreicht hat. Um die gewaltige Maschine effektiv auf der Piste zu halten, ist die Upside-down-Gabel 130 Millimeter Federweg von Öhlins voll einstellbar.
Die CVO Road Glide RR verzögert mittels GP4-RX-Bremszangen von Brembo mit 320 Millimeter großen Bremsscheiben - Komponenten, die sonst bei Superbikes verbaut werden. Die Radgrößen hingegen entsprechen nicht gerade dem Standard von Sportmotorrädern, statt 17 Zoll kommen 19 Zoll vorn und 18 Zoll hinten zu Einsatz. Bei der Schwinge betreibt Harley-Davidson enorm viel Aufwand, das nur acht Kilogramm wiegende Exemplar soll angeblich aus einem 100 kg schweren Aluminiumblock gefräst sein. Sie ist mit zwei Federbeinen mit externem Reservoir und 89 mm Federweg - ebenfalls von Öhlins - am Rahmen abgestützt.
Platz nimmt der Fahrer auf einem Solo-Sitzkissen, dahinter wölbt sich ein Höcker aus Kohlefaserlaminat. Ein wenig absurd wird es bei der Gewichtsangabe, Harley-Davidson lobt den Gewichtsverlust von 23 kg und dennoch kommt die CVO Road Glide RR auf ein Leergewicht von 340 kg. Die aktive Sicherheit verbessern Kurven-ABS, Schlupfregelung, Verbundbremssystem, Anti-Hopping-Kupplung, Berganfahrassistent und neun Fahrmodi. Neben Road, Sport, Rain, Track und Track Plus kann der Fahrer vier Modi individuell konfigurieren. Doch der Harley-Fahrer an sich liebt den Komfort und so bekommt die CVO Road Glide RR ein 12,3 Zoll großes TFT-Display mit Touchscreen, das Apple Car Play und Skyline OS darstellen kann.
Wie alle CVO-Modelle ist auch sie streng limitiert, in Anlehnung an den Hubraum wird es nur 131 Exemplare geben. Deutsche Interessenten gucken in die Röhre: Das Modell bleibt dem US-Markt vorbehalten. Vermutlich würde sie aber auch nicht die Euro-5+-Norm erfüllen. Ein derart extrem fettes Tourenmotorrad auf Renntechnik umzubauen, ist, als schraubte man Nägel unter Skistiefel: sie werden dadurch noch lange nicht zu Sprinter-Schuhen.
Weitere teure Harley-Davidson Modelle
Neben den Top-Modellen gibt es auch andere Harley-Davidson Motorräder, die durch Exklusivität und limitierte Stückzahlen hohe Preise erzielen:
- Harley-Davidson CVO Road Glide ST: Sportlicher und stärker war bisher keine Big-Twin-Harley: 128 PS und 193 Nm, dazu ein voll einstellbares Fahrwerk, das kostet nicht nur Geld, sondern trifft auch auf 380 fahrfertige Kilogramm Gewicht. Und limitiert, nur in den USA und für über 100.000 Dollar, in der CVO Road Glide RR noch heftiger.
- Harley-Davidson 120th Anniversary Ultra Limited: Zum 120-jährigen Bestehen der Marke gönnte sich Harley ein echtes Flaggschiff: 1.300 Stück weltweit, 1.868 cm³ Milwaukee-Eight, viel Chrom, viel Geschichte und ein Jubiläumslogo, das man sich fast tätowieren lassen möchte. Was man dafür bekommt? Ein fahrbares Denkmal und das ganz ohne Museumsbesuch.
- Harley-Davidson CVO Street Glide 2023: Die CVO Street Glide 2023 ist Harleys Antwort auf die Frage: Wie viel Luxus passt eigentlich auf zwei Räder? Unter dem Blech brummt der neue Milwaukee-Eight VVT 121, ein V2 mit 1.977 cm³, 115 PS und genug Drehmoment, um dir beim Gasgeben die Sonnenbrille von der Nase zu ziehen. Dieses Bike ist nicht einfach ein Motorrad es ist ein rollender Spa-Bereich mit eingebautem Bass.
Die teuersten Motorräder in Deutschland (Auswahl)
Auch in Deutschland gibt es einige Motorräder, die in der oberen Preisklasse angesiedelt sind. Hier eine kleine Auswahl:
- Bimota Tesi H2: Die Bimota Tesi H2 auf Platz 1 widerspricht etwas mit Anspruch: unlimitiertes Sondermodell. Doch die 250 Stück versucht Bimota seit einigen Jahren an Mann oder Frau zu bringen. Hier limitiert sich eher die Nachfrage als das Angebot.
- Harley-Davidson CVO Road Glide ST: Sportlicher und stärker war bisher keine Big-Twin-Harley: 128 PS und 193 Nm, dazu ein voll einstellbares Fahrwerk, das kostet nicht nur Geld, sondern trifft auch auf 380 fahrfertige Kilogramm Gewicht.
- Indian Roadmaster Elite: Noch schwerer und noch teurer als die Gold Wing ist der Platz 4, die Indian Roadmaster Elite. Luftgekühlter V2 mit 92 PS, der 417 Kilo beschleunigen muss. Das dürfte mit 171 Nm allerdings souverän möglich sein. Übrigens: das einzige Modell mit einer kühlenden Sitzbank ab Werk.
- Honda GL 1800 Gold Wing Tour: Vom leichtesten Krad auf Platz 6 zum schwersten auf Platz 5: Honda verlangt für die Gold Wing Tour mit DCT und dem weiter einzigartigen Airbag ab 39.900 Euro. Dafür boxen allerdings auch 6 Zylinder auf über 1.800 Kubik verteilt, geschaltet wird automatisch, und der Fahrkomfort ist unerreicht.
- BMW M 1000 RR: Die teuerste Basis-BMW ist die leichteste und stärkste BMW überhaupt. Ab 36.300 Euro kostet die BMW M 1000 RR, wobei auch hier im Konfigurator mit Carbon und Extras die 45.000 Euro keine Ausnahme, sondern die Regel sein dürften. Die technische Basis für die Superbike-WM leistet 218 PS bei nur 194 fahrfertigen Kilogramm Gewicht.
- Kawasaki Ninja ZX-10 RR: Mit fast 30.000 Euro mit das günstigste der teuersten Motorräder in Deutschland: Kawasaki Ninja ZX-10 RR. Die vormalige Homologationsbasis für die WSBK von Kawasaki und technische Basis für die aktuelle Bimota KB998 in der WSBK. Bis zu 214 PS bei fahrfertigen 207 Kilo sind Supersport in Reinform. Übrigens: Teurer ist aus diesem Hause nur die nicht straßenzugelassene Kawasaki Ninja H2R.
- Honda CBR 1000 RR-R Fireblade SP2: Wer hätte das gedacht: Die Top-Honda, die CBR 1000 RR-R Fireblade hat nicht nur den längsten Modellnamen, sondern ist das günstigste der teuersten Kräder in Deutschland. Die Supersportlerin mit Öhlins-Fahrwerk und Rennbremse, wiegt 201 Kilo vollgetankt und leistet 218 PS. Stärker und leichter ist nur die deutlich teurere BMW auf Platz 6.
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