Die teuersten Harley-Davidson der Welt: Eine exklusive Übersicht

Das Wort "Exklusivität" wirkt auf manche Motorradfahrer geradezu magisch. Harley-Davidson weiß das und hat deshalb 1999 die Abteilung "Custom Vehicle Operations" (CVO) gegründet. Dort werden jedes Jahr limitierte Modelle gefertigt, die sich durch zusätzliche Ausstattung auszeichnen. Sie basieren auf bereits vorhandenen Modellen, sind aber erheblich teurer - in der Regel weit über 10.000 Euro mehr - und dennoch fast immer schon vor Produktionsstart ausverkauft.

CVO Road Glide RR: Ein neuer Maßstab

In der CVO-Abteilung ließ man sich von der in Amerika sehr beliebten "King of the Baggers"-Rennserie inspirieren, wo die riesigen, für Bestzeiten auf der Rennpiste präparierten Tourendampfer von Harley-Davidson und Indian Motorcycle gegeneinander antreten, Koffer sind übrigens Vorschrift. Die Marke aus Milwaukee betitelt sein neues Modell als "CVO Road Glide RR" und trumpft mit gewaltigen 2147 cm3 Hubraum auf. Das sind 1073 cm3 pro Zylinder. Dafür wurde die Bohrung auf 109,5 Millimeter vergrößert und der Hub auf 114,3 Millimeter erhöht.

Harley-Davidson nutzt außer der Hubraumvergrößerung die klassischen Wege zur Entdrosselung. Eine grundlegende Bearbeitung der wassergekühlten Zylinderköpfe ermöglicht um zwei Millimeter größere Ein- und Auslassventile. Mit geänderten Nockenprofilen erreichen die Ventile 1,4 Millimeter mehr Hub. Sie ermöglicht nicht nur die entsprechende Gasbewegung auf der Auslassseite, sondern spart auch Gewicht durch den Leichtbaustoff Titan. Die CVO Road Glide RR kommt mithilfe aller Maßnahmen auf 153 PS bei 5750/min und 204 Nm bei 4750 Touren, neuer Rekord für Harley-Davidson im Serienbau. Der Begrenzer setzt erst bei 6500/min, wenn die mittlere Kolbengeschwindigkeit bereits sagenhafte 24,77 m/s erreicht hat.

Um die gewaltige Maschine effektiv auf der Piste zu halten, ist die Upside-down-Gabel 130 Millimeter Federweg von Öhlins voll einstellbar. Die CVO Road Glide RR verzögert mittels GP4-RX-Bremszangen von Brembo mit 320 Millimeter großen Bremsscheiben - Komponenten, die sonst bei Superbikes verbaut werden. Die Radgrößen hingegen entsprechen nicht gerade dem Standard von Sportmotorrädern, statt 17 Zoll kommen 19 Zoll vorn und 18 Zoll hinten zu Einsatz.

Bei der Schwinge betreibt Harley-Davidson enorm viel Aufwand, das nur acht Kilogramm wiegende Exemplar soll angeblich aus einem 100 kg schweren Aluminiumblock gefräst sein. Sie ist mit zwei Federbeinen mit externem Reservoir und 89 mm Federweg - ebenfalls von Öhlins - am Rahmen abgestützt. Die Titan-Auspuffanlage von Akrapovic ist deutlich leichter und trägt zur Leistungssteigerung bei. Ein Sechsgang-Getriebe wurde installiert und die Endübersetzung auf 2,13:1 reduziert. Platz nimmt der Fahrer auf einem Solo-Sitzkissen, dahinter wölbt sich ein Höcker aus Kohlefaserlaminat.

Ein wenig absurd wird es bei der Gewichtsangabe, Harley-Davidson lobt den Gewichtsverlust von 23 kg und dennoch kommt die CVO Road Glide RR auf ein Leergewicht von 340 kg. Die aktive Sicherheit verbessern Kurven-ABS, Schlupfregelung, Verbundbremssystem, Anti-Hopping-Kupplung, Berganfahrassistent und neun Fahrmodi. Neben Road, Sport, Rain, Track und Track Plus kann der Fahrer vier Modi individuell konfigurieren. Doch der Harley-Fahrer an sich liebt den Komfort und so bekommt die CVO Road Glide RR ein 12,3 Zoll großes TFT-Display mit Touchscreen, das Apple Car Play und Skyline OS darstellen kann.

Für die CVO Road Glide RR verlangt Harley-Davidson 110.000 Dollar, auch das ist ein neuer Rekord der Marke. Wie alle CVO-Modelle ist auch sie streng limitiert, in Anlehnung an den Hubraum wird es nur 131 Exemplare geben. Deutsche Interessenten gucken in die Röhre: Das Modell bleibt dem US-Markt vorbehalten. Vermutlich würde sie aber auch nicht die Euro-5+-Norm erfüllen.

Harley-Davidson Blue Edition: Ein Juwel auf zwei Rädern

Gemeinsam mit dem traditionsreichen Schweizer Uhren- und Schmuckhaus Bucherer präsentiert Harley-Davidson Graubünden in der Schweiz die Harley "Blue Edition". Das Custom Bike ist wohl mehr ein luxuriöses Projekt, das seinesgleichen sucht, da gerät die Basis, eine Harley-Davidson Softail Slim S doch ein wenig in den Hintergrund. Bestechend ist das individuelle Design und eine nie da gewesene Veredelung, die das Bike der Superlative mit einem Wert von 1,888 Mio. Schweizer Franken, umgerechnet also knapp 1,6 Mio.

Ein Jahr brauchten die Uhrmacher von Carl F. Ein Team von acht Mitarbeitenden beider Unternehmen brachte sein gesamtes Fachwissen ein. Das Motorrad an sich ist ein Gesamtkunstwerk, jedes Metallelement ist speziell für das Unikat von Hand gefertigt, geschweisst, geklopft, geschliffen und poliert worden. Achtet man aber auf die vielen Details, wird es noch besser. Unter einer Glaskuppel aus bombiertem Panzerglas sitzt ein Schmuckstück von besonderem Wert in einem ausfahrbaren Tresor. In einem zweiten Tresor auf der rechten Tankhälfte befindet sich die Bucherer-Spezialanfertigung, die auf dem Modell Patravi TravelTec II basiert. Das Zifferblatt dieses Unikats zieren Elemente eines Motorradmotors.

Seine Vollendung findet dieses Unikat erst in der Verbindung mit der Uhrmacher- und Juwelierskunst. Damit die Ringe ordentlich sitzen, wurde ein spezielles Verfahren angewandt, das absolut festen Halt garantiert. Ein weiteres Dizzler-Diamantringpaar wurde an der Gabel verbaut. Ausserdem darf sich die Besitzerin oder der Besitzer auf ein weiteres Unikat einer Carl F. Bucherer Uhr für das eigene Handgelenk freuen. Diese wurde von der Manufaktur exklusiv für den Käufer kreiert und greift auf dem Zifferblatt ebenfalls Designelemente des Bikes und dessen Motors auf.

Durch ein Fenster am Nockenwellengehäuse ist die sich drehende Nockenwelle sichtbar, ebenso wie die Ventilsteuerung und die vergoldeten Drosselklappen. Zudem sind diverse Teile des Motorrads vergoldet. Von Bündnerbike kunstvoll gestaltet wird die Harley-Davidson "Blue Edition" mit Diamanten und Carl F. Ein Motorrad mit Diamanten und einer Uhr im Tank: Das ist die Harley-Davidson „Blue Edition“. Kreiert hat sie der Juwelier und Uhrenbauer Bucherer. Sie ist die teuerste Harley der Welt.

Mit Carl F. Bucherer besitzt das von Jörg Bucherer, 82, geleitete Familienunternehmen bekanntlich auch eine eigene Uhrenmarke. Weil der die Gestaltung, Modifikation und Produktion eines Super-Bikes naturgemäß fremd sind, kamen die Spezialisten von Bündnerbike ins Boot. Und die unternahmen alles, um aus einer klassischen Harley-Davidson ein blau-goldenes Unikat zu fertigen. Logischer Weise gehörte zum achtköpfigen Team auch passioniertes Personal des Juweliers. Alles in allem mussten während eines Jahres circa 4000 Arbeitsstunden aufgewandt werden, um diesen Boliden auf die Straße zu bringen. Je nach Land, in dem sich der künftige Eigentümer aufhält, lässt sich durch entsprechende Modifikationen eine Straßenzulassung erlangen.

Das Motorrad baut auf einer „Softtail Slim S" auf Bucherer Äußerlich hat das zweizylindrige Gefährt mit einer Harley-Davidson sehr wenig zu tun. Weil letzten Endes und quasi versteckt doch noch 49 Prozent von einer „Softtail Slim S“ der amerikanischen Bike-Manufaktur stammen, war die Nutzung des weltbekannten Namens möglich.Darüber hinaus ist jedes Metallelement von Hand gefertigt, geschweißt, geklopft, geschliffen und poliert. Bei den Felgen handelt es sich um Sonderanfertigungen. Der besondere Gag besteht in Fenstern, welche analog zu einer mechanischen Uhr tiefe Einblicke in das Nockenwellengehäuse, die Ventilsteuerung sowie die vergoldeten Drosselklappen erlauben. Damit nichts im Dunklen bleibt, erhellen hitzebeständige LED-Leuchtmittel die gesamte Szenerie. Somit besitzt die Harley-Davidson als weltweit erstes Motorrad einen innenseitig beleuchteten Motor.

Um das ganze Bike in intensivem Blau erstrahlen zu lassen, brauchte es nicht nur eine silberne Grundierung und danach eine spezielle Farbe, sondern auch eine ausgeklügelte Lackiertechnik. Aufgetragen wurden insgesamt sechs Schichten.An den Auftraggeber erinnern einmal rotvergoldete Bauteile und mit Diamanten bestückte Dizzler-Drehringe, welche sich selbstverständlich nicht einfach abnehmen lassen. Die Griffe sind mit Diamanten besetzt Bucherer Den Tank haben die Gestalter als eine Art Tresor mit zwei Sichtkuppeln konzipiert. Links blickt der Fahrer auf einen Solitär-Ring, dessen lupenreiner Diamant ein stattliches Gewicht von 5,4 Karat aufweist. Rechts gibt es eine große Uhr zu sehen. Damit ihr Manufaktur-Automatikkaliber mit peripherem Rotor immer die richtige Zeit darstellt, wird es von einer speziell konstruierten Mechanik in regelmäßigen Abständen gedreht und damit logischer Weise auch aufgezogen.

Weitere teure Harley-Davidson Modelle

Ob limitierte Serienmodelle, echte Filmikonen oder skurrile Einzelstücke: Hier kommen die zehn teuersten Harley-Davidson-Motorräder aller Zeiten. Harley-Davidson steht für Freiheit, RocknRoll, schwere Maschinen - und manchmal auch für unfassbar viel Geld. Wer glaubt, Motorräder seien im Vergleich zum schicken Auto was für den schmaleren Geldbeutel, hat vermutlich noch nie einer Harley-Auktion gelauscht. Mir stand jedenfalls die Kinnlade offen, als ich die zahlreichen Designs gesehen habe - und das kleine aber feine Preisschild.

Hier eine Übersicht weiterer teurer Modelle:

  • Harley-Davidson WLA (1942): Kultobjekt für Militärhistoriker und Harley-Sammler.
  • CVO Street Glide (2023): Luxus auf zwei Rädern mit neuem Milwaukee-Eight VVT 121 Motor.
  • Knucklehead: Ein Modell, mit dem der Mythos Harley erst so richtig anfing.
  • Strap Tank von 1908: Ein technisches Urgestein aus der Frühzeit von Harley.
  • Easy Rider Bike: Eine der wenigen erhaltenen Filmexemplare aus dem Kultfilm.

Die teuersten Oldtimer-Motorräder

Interessant: Die meisten kamen im amerikanischen Auktionshaus Mecum unter den Hammer. Die Marke mit den meisten Top-10-Plätzen gab es nur 10 Jahre, und die baute die stärksten US-Bikes der 1930er-Jahre.

Hier eine Übersicht der teuersten Oldtimer-Motorräder:

  1. Cyclone V-Twin von 1915: Mit einem sensationell modernen Motor mit Sohc-Köpfen und Königswelle, 60 PS und über 160 km/h schnell, war sie 1915 das modernste Motorrad.
  2. Harley-Davidson Strap Tank von 1908: Die derzeit teuerste je versteigerte Harley wurde 1908 gebaut.
  3. Vincent Black Lightning von 1951: Nur 4 Vorbesitzer sind verbrieft, darunter Jack Ehret, der 1953 einen australischen Geschwindigkeitsrekord aufstellte: 228 km/h wurde die Vincent mit gut 70 PS schnell.
  4. Crocker 61-46 von 1938: Mit einer klaren Historie, toller Patina und in hervorragendem Zustand brachte diese Crocker 880.000 Dollar im Januar 2025.
  5. Cyclone Board Tracker von 1915: Diese Cyclone von 1915 gehörte einst Steve McQueen.
  6. Crocker 61-12 von 1936: Sie gilt als eines von 14 Exemplaren, welches von den Firmengründern Crocker und Bigsby handmontiert wurde und als die einzige Crocker im unrestaurierten Originalzustand.
  7. Crocker 61-24 von 1937: Insgesamt wurden laut Al Crocker 64 Stück gebaut, der Chefingenieur spricht von knapp über 100 Stück.
  8. Harley-Davidson Strap Tank von 1907: Aktuell gelten unter Kennern nur 3 Strap-Tank-Harleys als echt, beziehungsweise haben nur 3 eine nachvollziehbare Historie.
  9. Crocker 61-108 von 1939: Diese Crocker stammt aus dem Jahr 1939 und wurde in Deutschland restauriert.
  10. Henderson Four von 1912: Die Four von 1912 kam 2017 original und unrestauriert für 539.000 Dollar unter den Hammer.

Harley-Davidson Strap Tank für 935.000 Dollar :Bei Mecum ging eine alte Harley-Davidson für 935.000 Dollar weg. Damit gilt die Strap Tank von 1908 als teuerstes je versteigertes Motorrad.

Harley-Davidson 1908 Strap Tank1908 brachte Harley das Model 4 auf den Markt.

Technische Details der Harley-Davidson Strap Tank von 1908

  • Einzylinder mit 440 Kubik
  • F-Head-Ventilsystem (Einlass-über-Auslass)
  • 2 Kilowatt Leistung
  • Transmissionsriemen aus Leder
  • Topspeed: 40 Meilen pro Stunde (ca. 64 km/h)

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