Wer auf einem Pumptrack richtig Spaß haben und hoch hinaus will, sollte sich über die Anschaffung eines Dirtbikes oder BMX Gedanken machen. Dirtbikes sind Allroundgeräte und können neben Straße und Bikepark auch auf Trails genutzt werden. Allerdings eignet sich das BMX für Street Tricks etwas besser als ein Dirtbike, da es etwas kleiner, leichter und wendiger ist.
BMX Räder sind auch oft günstiger als Dirtbikes und bereits ab ca. 200 Euro erhältlich.
Was ist ein Dirtbike?
Dirtbikes sind robuste, leicht gefederte Hardtails, die mit ihrem tiefen Schwerpunkt und ihrer kompakten Geometrie gut für Tricks und Sprünge geeignet sind. Die Räder haben keine (Single Speed) oder wenige Gänge und halten auch unsaubere Sprünge gut aus. Der Rahmen ist meist aus Aluminium oder Stahl und die Komponenten sind robust gestaltet, um auch verpatzte Landungen auszuhalten. Die Rahmen aus Aluminium sind leichter, Stahlrahmen hingegen robuster und langlebiger.
Der Sattel ist abgesenkt und das Sitzrohr recht kurz, um die Beweglichkeit des Fahrers auf dem Bike nicht einzuschränken.
Dirtbikes gibt es mit 24 oder 26 Zoll Reifengröße. Die Reifen selbst sind 2,1 bis 2,4 Zoll breit und das Profil wird nach Nutzungsgebiet gewählt. Wer im Gelände über Stock und Stein unterwegs ist, sollte eher Reifen mit mehr Profil wählen, während jemand, der sich in Bikeparks in der Stadt bewegt, mit wenig Profil - und dadurch auch weniger Rollwiderstand - mehr Freude hat.
Bei Dirtbikes gilt „Wer bremst verliert“. Die meisten Dirt Mountainbikes haben nur eine Hinterradbremse - oft hydraulisch. Dadurch können auch Tricks wie ein Barspin, bei dem der Lenker im Sprung um 360 Grad gedreht wird, durchgeführt werden. Schalt- oder Bremskabel würden hier stören. Außerdem kann durch das Wegfallen der Vorderbremse und der Schaltung einiges an Gewicht eingespart werden.
Die Federgabeln bei Dirtbikes haben meist einen Federweg zwischen 80 und 120 mm und es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Gabeln sehr stabil sind, um auch hohe Sprünge gut abzufedern.
Bei den Kurbelarmen werden entweder stabile BMX-Kurbelarme aus Stahl oder etwas leichtere Mountainbike-Kurbelarme verwendet.
Merkmale eines Dirtbikes:
- 24 oder 26 Zoll Reifen
- nur Hinterradbremse
- oft nur ein Gang (Single Speed)
- tiefer Schwerpunkt
- kompakte Geometrie
- kurzes Sattelrohr und abgesenkter Sattel
- Alu- oder Stahlrahmen
- Federgabel mit 80-120 mm Federweg
BMX - Sportart und Fahrradtyp
BMX ist die Abkürzung für Bicycle Moto Cross, wobei das Wort Cross für „kreuzen“ bzw. „durchqueren“ steht. BMX bezeichnet auch eine aus den 60er Jahren stammende amerikanische Sportart, bei der die Fahrer auf den speziellen Rädern Tricks vorführen oder Rennen fahren.
Konzipiert wurden die Räder für sehr kurze Rennen um die 400 Meter (Race) oder akrobatische Sprünge und Tricks (Freestyle).
Die BMX Räder haben einen relativ hohen Lenker und kleine 20 Zoll Räder. Die Fahrräder besitzen keine Schaltung oder Federung und werden meist im Stehen gefahren. Der Sattel steht daher sehr nieder. Es gibt auch BMX Räder die nicht einmal eine Bremse haben, was aber aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen wird.
BMX Race
Race BMX sind darauf ausgelegt, einen Parkour mit engen Kurven und Hügeln zu durchfahren mit hohen Sprüngen. Daher werden leichte Alu-Rahmen verwendet und effiziente V-Breaks.
BMX Freestyle
Die meisten BMX Räder heutzutage sind für Freestyle ausgelegt. Die Freestyle Variante verfügt über U-Breaks - das sind Bremsen, die mit dem Gelenk auf der Gabel oder dem Rahmen angebracht sind. Die Bremskraft dieser Bremsen ist leichter zu dosieren und die Teile stehen kaum vom Rahmen ab. Für diverse Tricks sind sogenannte Pegs nötig - das sind Stangen die die die Vorder- und Hinterachse des Bikes verlängern.
Pumptrack: Der ideale Spielplatz für Dirtbikes
Jeder Biker sollte einmal in seinem Leben durch einen Pumptrack gerollt sein. Wer einmal sein MTB über aufeinanderfolgende Kuppen gedrückt und durch eine Anliegerkurve gepusht hat, der wird wiederkommen. Pumptrack-Fahren hat Suchtfaktor! Das Tolle dabei: Es handelt sich um einen extrem niederschwelligen Spaß. Schon kleine Kinder können auf Laufrädern über die Wellen fetzen und auch betagte Bike-Veteranen finden auf dem Pumptrack neue Fahrfreude. Die meisten Pumptracks sind öffentliche Sportanlagen, die völlig kostenfrei besucht werden können.
Viele Biker entführen ihr ganz normales MTB auf den Pumptrack oder bauen ein altes Hardtail zur Pump-Maschine um. Trotzdem gibt es Bikes, die sich auf einem solchen Kurs wohler fühlen, als andere. Dirtbikes finden neben Slopestyle- und Street-Action auf dem Pumptrack ein ganz neues Einsatzgebiet.
Pumptrack-Biken ist nicht nur ein ausgezeichnetes Fitness-Training, sondern schult ganz nebenbei auch wichtige Grundtechniken fürs Biken im Gelände.
Test: 8 Pumptrack-Bikes im Vergleich
Um zu klären, welches Bike auf dem Pumptrack der beste Begleiter ist, wählten wir das Testfeld nach einer möglichst großen Diversität aus. Besonders spannend: Die Kandidaten unterscheiden sich in Konzept, Preis, Vertriebsweg und Laufradgröße teils deutlich voneinander. Hier eine Übersicht der getesteten Bikes:
- Specialized P3 (1700 Euro)
- Specialized P4 (1700 Euro)
- XPro Digga Cream (2300 Euro)
- Octane One Melt Pump (699 Euro)
- Rocky Mountain Flow (1200 Euro)
- Rose The Bruce 2 (1199 Euro)
- Cube Flying Circus (1099 Euro)
- Cube Reaction Pro (1399 Euro)
Specialized P3
Das Specialized P3 stand mit seinen 26-Zoll-Laufrädern als perfekter Vergleichskandidat zum P4 auf größeren Rädern zur Verfügung. Mit innen verlegten Zügen, Boost-Hinterbau, Vorbereitung für eine Schaltung und sogar eine Variostütze besitzt der Specialized-Rahmen einige Alleinstellungsmerkmale. Bis auf die 26-Zoll-Laufräder ist das Bike identisch mit dem P4. In Kurven zeigen die kleinen Räder ein Ticken mehr Drehfreude. Diese Spritzigkeit spielt dem Fahrspaß auf engen Lines in die Karten. Andererseits muss die Line auch genau getroffen werden, denn das kürzere Bike verzeiht weniger Fehler. Auch in der Luft liegt es nicht ganz so stabil wie der große Bruder. Dafür hilft das quirlige Wesen bei Street-Tricksereien.
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 1700 Euro |
| Laufradgröße | 26” |
| Rahmengrößen | Einheitsgröße |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 760 mm |
| Vorbaulänge | 35 mm |
| Federweg | 100 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,14 kg |
| Gewicht Laufräder | 4079 g |
| Übersetzung | 30 / 13 |
Specialized P4
Wer nicht weiß, dass im Specialized P4 große 27,5-Zoll-Laufräder stecken, dem wird auf der ersten Runde durch den Pumptrack vermutlich gar nichts auffallen. Steigt man danach auf das 26-Zoll-Pendant P3, ist der Unterschied aber deutlich zu spüren. Die etwas höhere Front ergibt ein homogeneres Fahrgefühl. Bei vergleichbarer Kettenstrebenlänge geht das P4 minimal schwerer aber immer noch sehr gut aufs größere Hinterrad. Mit längerem Radstand und flacherem Lenkwinkel besitzt es mehr Laufruhe und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Da die Kurvenlage gleichzeitig immer noch sehr gut ist, geht das Konzept 27,5-Zoll-Dirtbike voll auf.
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 1700 Euro |
| Laufradgröße | 27,5” |
| Rahmengrößen | Einheitsgröße |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 760 mm |
| Vorbaulänge | 35 mm |
| Federweg | 100 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,43 kg |
| Gewicht Laufräder | 4229 g |
| Übersetzung | 30 / 13 |
XPro Digga Cream
Geschweißt in Bosnien-Herzegowina und zusammengesetzt in Regensburg ist das Digga etwas ganz besonderes - in der auf 15 Stück limitierten Cream-Version sowieso. Vom ersten Meter an generiert das sehr steife Bike ähnlich viel Tempo, wie Rocky und das große Specialized. Gleichzeitig fällt die Geometrie aber kürzer aus. Jede Zuckung hat auf dem hochreaktiven Digga Konsequenzen. Um auf Line zu bleiben verlangt das nach einer guten Fitness und Fahrtechnik. Andererseits setzt das direkte Handling Impulse sofort um - spaßig und super für Tricks! Wer das Digga beherrscht, erhält ein quirlig-schnelles Dirtbike made in Europe.
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 2300 Euro |
| Laufradgröße | 26” |
| Rahmengrößen | Einheitsgröße |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 720 mm |
| Vorbaulänge | 32 mm |
| Federweg | 100 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,66 kg |
| Gewicht Laufräder | 4226 g |
| Übersetzung | 30 / 12 |
Octane One Melt Pump
Eine gute Geometrie kostet nichts. So ist es auch beim günstigsten Bike des Tests. Leider wird die zwar kurze aber gelungene Basis durch die auf dem Pumptrack unbrauchbare RST-Federgabel zunichte gemacht. Ohne Gegenhalt taucht diese sofort weg und der Fahrer hängt tief über der Front. Zudem lässt sich der viel zu schnelle Rebound nicht verstellen und hebelt den Piloten früh aus, sobald die Geschwindigkeit steigt. Zusammen mit einem harten Bottom-Out vermittelt das kaum Kontrollgefühl. Mit einer Starrgabel wären Pumptrack-Biker besser beraten. So aber ist das Octane One kein guter Deal. Schade!
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 699 Euro |
| Laufradgröße | 26” |
| Rahmengrößen | Einheitsgröße |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 740 mm |
| Vorbaulänge | 45 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,98 kg |
| Gewicht Laufräder | 4545 g |
| Übersetzung | 26 / 14 |
Rocky Mountain Flow
Abgesehen vom Cube-Touren-Hardtail stellen die Kanadier das längste Testbike. Nach etwas Eingewöhnung lässt sich das Flow schneller durch den Pumptrack bewegen, als jeder andere Kandidat. Auf der Geraden zieht es dank geringem Gewicht und flotten Reifen allen davon. So viel Geschwindigkeit muss aber erst einmal kontrolliert werden und lässt den Fahrer vor Kurven in die Bremse greifen. Auf engen Kurven ist die kleinere Rahmengröße die bessere Wahl. Zu viel des Guten ist auch der extrem breite Lenker. Ungewöhnlich für Rocky ist das faire Preisschild trotz der gut funktionierenden Manitou-Gabel mit Luftfeder.
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 1200 Euro |
| Laufradgröße | 26” |
| Rahmengrößen | M / L |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 780 mm |
| Vorbaulänge | 40 mm |
| Federweg | 100 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,05 kg |
| Gewicht Laufräder | 4169 g |
| Übersetzung | 30 / 14 |
Rose The Bruce 2
Nicht nur preislich platziert sich das Rose im Mittelfeld. Auch mit ausgewogenen Fahreigenschaften konnte das Versender-Bike alle Tester überzeugen. Nicht zu lang und nicht zu kurz trifft es ein stimmiges Maß aus Laufruhe und Agilität. Bei der hochfrequenten Gewichtsverlagerung auf einem Pumptrack lässt sich der Sweetspot einfach treffen. Auch aufs Hinterrad geht das The Bruce willig. Ein stimmiges, hochwertiges Ausstattungspaket rundet das unkomplizierte Handling ab. Breite Felgen und eine gute Reifenwahl sorgen für angenehme Dämpfung. Wer die Sattelstütze voll einschieben will, muss zur Säge greifen. Das Rose The Bruce 2 sichert sich den begehrten BIKE Preis-Leistungs-Tipp!
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 1199 Euro |
| Laufradgröße | 26” |
| Rahmengrößen | M / L |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 760 mm |
| Vorbaulänge | 35 mm |
| Federweg | 100 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,2 kg |
| Gewicht Laufräder | 4203 g |
| Übersetzung | 32 / 13 |
Cube Flying Circus
Zusammen mit dem Octane One erzeugte das Cube das kürzeste Fahrgefühl im Test - und das, obwohl wir den längeren Rahmen orderten. Auch der sehr schmale Lenker passt besser zu kleinen Fahrern. Enge Richtungswechsel setzt das Flying Circus zackig um. Steigt die Geschwindigkeit, erzeugt die Laufruhe der längeren Test-Rivalen jedoch mehr Fahrsicherheit. Die schwere Manitou-Stahlfedergabel funktioniert gerade noch okay, sorgt aber für eine etwas unausgeglichene Gewichtsverteilung. Insgesamt fällt es auf dem Bike mit der fetzigen Lackierung so etwas schwerer Geschwindigkeit aufzubauen.
| Technische Daten | Details |
|---|---|
| Preis | 1099 Euro |
| Laufradgröße | 26” |
| Rahmengrößen | M / L |
| Material | Aluminium |
| Lenkerbreite | 680 mm |
| Vorbaulänge | 45 mm |
| Federweg | 100 mm |
| Gewicht Komplettbike | 11,77 kg |
| Gewicht Laufräder | 4034 g |
| Übersetzung | 28 / 15 |
Weitere Dirtbike Modelle im Überblick
Neben den ausführlich getesteten Modellen gibt es natürlich noch weitere Dirtbikes auf dem Markt. Hier eine kurze Übersicht einiger interessanter Optionen:
- Canyon Stitched 360 (999 Euro)
- Commencal Absolut (1090,83 - 2082,50 Euro)
- Dartmoor Two6Player (999 - 1699,95 Euro)
- NS Bikes Movement (919 - 1599 Euro)
- Propain Trickshot (1049 - 1449 Euro)
- YT Dirtlove (999 - 1599 Euro)
Dirtbikes sind fast die letzten Mountainbikes, die noch auf 26 Zoll Laufrädern rollen. Der Grund dafür? Kleine Räder sind robust, wendig, agil, und beschleunigen schnell. Im Skatepark, bei Street-Tricksereien, auf dem Pumptrack und bei den Sprüngen auf der Dirtline sind genau das die richtigen Eigenschaften und machen ein Dirtbike zum idealen Spielzeug. Kurze Geometrien und stabile Parts vereinfachen Rotationsbewegungen und bringen Langlebigkeit. Auch grundlegende Fahrtechniken des Mountainbikens, wie Bunnyhops und Manuals, lassen sich mit einem Dirtbike optimal erlernen.
Ein Dirt Bike steht für garantierten Spaß beim Tricksen und Fahren. Gerade am Anfang müssen Sie allerdings einige Rückschläge wegstecken können und Risikobereitschaft zeigen.
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