Der Bau einer Dirt Bike Strecke ist ein spannendes Projekt, das jedoch sorgfältige Planung und Vorbereitung erfordert. Ob Pumptrack, Dirtpark oder Mountainbike-Trail - die Möglichkeiten sind vielfältig. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte des Streckenbaus.
Die ersten Schritte: Planung und Konzeption
Am Anfang steht die Idee und der Wunsch, eine Dirt Bike Strecke zu bauen. Es geht um das Erschaffen von Freispielflächen, Spiel- und Sportanlagen aus Erde, Asphalt oder Holz im Bike-Bereich. Nun gilt es, die Rahmenbedingungen zu klären und ein Konzept zu entwickeln.
- Zielgruppe definieren: Wer soll die Strecke nutzen? Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis? Kinder, Jugendliche oder Erwachsene? Anlagen zu erschaffen die für alle Könnerstufen etwas bieten, ist dabei sehr wichtig. Das Ergebnis bedeutet 100% Spaß für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis.
- Streckenart wählen: Welche Art von Strecke soll es sein? Ein Pumptrack, ein Dirtpark oder ein Mountainbike-Trail?
- Standort finden: Wo soll die Strecke gebaut werden? Ist das Gelände geeignet? Sind die Eigentumsverhältnisse geklärt?
- Budget festlegen: Wie viel Geld steht zur Verfügung?
Streckenarten im Überblick
Die verschiedenen Streckenarten unterscheiden sich in ihrem Aufbau, Schwierigkeitsgrad und den Anforderungen an das Gelände.
- Pumptrack: Ein Pumptrack ist eine geschlossene Rundkurs-Strecke, auf der man ohne Treten fahren kann. Die Strecke besteht aus Wellen, Kurven und kleinen Hügeln und funktioniert bei langsamer, vorsichtiger Fahrt ebenso wie bei sportlicher Fahrweise! Ziel ist es, mit Gewichtsverlagerung und aktivem drücken und ziehen, sprich pumpen, ohne zu trampeln möglichst viele Runden zu fahren. Der Pumptrack Boom ist in Europa und der ganzen Welt angekommen! Die Genehmigung erfolgt in der Regel als Sportanlage. Die Anlage wird zumeist von einem lokalen Verein oder der Gemeinde betrieben und sind ein wichtiger Treffpunkt, der vor allem jüngere MountainbikerInnen anspricht. Pumptracks sind sogar mit dem normalen Rad oder Tretrollern befahrbar und sorgen für einen ersten Kontakt mit dem Thema Mountainbike.
- Dirtpark: Ein Dirtpark ist eine naturnahe Fahrrad-Geländestrecke, gebaut aus Lehm (Dirt). Ziel ist es, beim Springen über Erdhügel in der Luft einen Trick zu machen. Die Table-Line ist eine Strecke mit hintereinander folgenden Sprüngen. Die sog. Tables verfügen über eine Absprungseite und eine Landungsseite, mit dem dazwischen befindlichen Plateau, dem Table. Prinzipiell ist die Double- Dirtline identisch zur Table- Dirtline aufgebaut. Allerdings sind es 2 Hügel, nämlich Absprung und Landung. Die Anlage darf nur im trockenen Zustand befahren werden. Je nach Größe, Gelände, Umfang und Anzahl der Dirtpark- Anlage & Slopestyle-Elemente und diversen weiteren Bedingungen ist ein Bau durchschnittlich ab ca. 20.000 € realisierbar. Durchschnittlich kosten professionelle Dirtparks zwischen ca.
- Mountainbike-Trail: Als Mountainbike-Trails werden ganz allgemein bereits vorhandene oder eigens gebaute Wege bezeichnet, die für das Mountainbiken gerne genutzt werden. Singletrail - Ein schmaler, meist natürlicher Pfad, oft mit Wurzeln, Steinen und technischen Passagen. Downhill-Trail - Eine steile Abfahrt mit technischen Hindernissen, Sprüngen und hohen Geschwindigkeiten. Bei Mountainbike-Trails ist die Nutzung kostenfrei im Rahmen des Betretungsrechtes. Mountainbike Trails gelten, vergleichbar wie Trimm-Dich-Pfade oder Klettersteige, nicht als Sportanlagen.
Genehmigungen einholen
Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, müssen die notwendigen Genehmigungen eingeholt werden. Die Genehmigung erfolgt in der Regel als Sportanlage.
- Eigentümer kontaktieren: Der Eigentümer des Grundstücks muss die Nutzung genehmigen. Eigentümer kann das Land, die Gemeinde oder eine Privatperson sein.
- Behörden informieren: Je nach Art und Umfang des Projekts sind verschiedene Behörden zu informieren, z.B. Bauamt, Naturschutzbehörde.
- Naturschutz beachten: Unabhängig von der Art der Nutzung sind verschiedene naturschutzrechtliche Vorgaben zu beachten.
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gehört es auch zu den Aufgaben der öffentlichen Hand geeignete Grundtücke zur Erholung zur Verfügung zu stellen. Auch wenn Gebühren für die Gestattung an den betreuenden Verein denkbar sind, so geht dies aber oftmals mit einer vollständigen Übertragung der Verkehrssicherungspflichten für das streckenumgebende Gelände bis hin zur Forderung einer professionellen Totholzbeseitigung einher, die ein Vereinsbudget schnell sprengen kann (ausgebildeter Gutachter, Maschineneinsatz etc.). Daher Augen auf bei den vertraglichen Formulierungen, welche Regelungen sinnvoll und überhaupt notwendig sind. AID Infodienst.
Bau der Strecke
Nachdem alle Genehmigungen vorliegen, kann mit dem Bau der Strecke begonnen werden. Hierbei ist es wichtig, auf eine fachgerechte Ausführung zu achten.
- Material beschaffen: Für den Bau werden je nach Streckenart unterschiedliche Materialien benötigt, z.B. Erde, Lehm, Holz, Asphalt.
- Maschinen einsetzen: Für größere Erdarbeiten sind Maschinen wie Minibagger und Radlader hilfreich.
- Sicherheit gewährleisten: Während der Bauarbeiten müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um Unfälle zu vermeiden.
Geeignete Erde als Baustoff ist meist gratis und fast überall vorhanden. Gutes Erdmaterial lässt sich mit Maschinen und Handwerkzeugen relativ gut verarbeiten und formen. Überschüssige Erde kann zur Pflege und Variation der Anlage genutzt werden. Das Gelände bleibt weitestgehend unangetastet, da die Hindernisse durch Erdauftrag gebaut werden. Als Maschinen werden hauptsächlich Minibagger und Radlader eingesetzt.
Instandhaltung und Pflege
Auch nach der Fertigstellung der Strecke ist regelmäßige Instandhaltung und Pflege erforderlich, um die Sicherheit und den Fahrspaß zu erhalten.
- Regelmäßige Kontrollen: Die Strecke sollte regelmäßig auf Schäden überprüft werden.
- Reparaturen durchführen: Beschädigungen sollten zeitnah repariert werden.
- Reinigung: Die Strecke sollte sauber gehalten werden.
Finanzierungsmöglichkeiten
Die Finanzierung eines Dirt Bike Projektes kann auf verschiedene Weise erfolgen.
- Sponsoren suchen: Günstig ist, sich frühzeitig um „Sponsoren“ zu kümmern. Dies können Geldgeber oder Materialspender aus der Familie oder lokale Unternehmer sein.
- Fördermittel beantragen: Auch eine Nachfrage bei der Gemeinde ist sinnvoll, inwieweit hier evtl. Fördermittel aus Naturpark-, Landes-, Bundes- oder EU-Mitteln zur Verfügung stehen. Aber Vorsicht - Fördermittel sind nicht selten an einen langfristigen Betrieb gebunden (bis zu 20 Jahre).
- Spenden sammeln: Zu empfehlen ist aber die Möglichkeit, eine freiwillige Spende anzubieten.
Professionelle Unterstützung
Für die Planung und den Bau einer Dirt Bike Strecke kann professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden. Die Stadt Elsterwerda hat eines der größten und bedeutendsten Sportprojekte im Raum Südbrandenburg durch den Bau des Pumptracks umsetzen können. Mit dem Unternehmen Radquartier fanden wir einen bestens qualifizierten Partner, ausgezeichnete Radsportler als Referenz und konstruktive Planer.
RadQuartier Parks haben mich seit Jahren auf meinem Weg zum/und als Pro-Fahrer stetig begleitet. Egal ob Flowtrail, Singletrail, Jumptrail, Downhilltrail und weiteren Streckenkonzepten, sind wir ihr Ansprechpartner für Bike Park Bau jeglicher Art.
Erfahrungsberichte
Die Pumptrack-Anlage ist ein Gewinn für Selb und die ganze Region und ich bin begeistert wie stark sie jeden Tag frequentiert wird. Wir sprechen damit einen großen Benutzerkreis an und es können sowohl Anfänger als auch Profis die Anlage generationsübergreifend nutzen.
Wir haben unsere Anlage den Tag der Deutschen Einheit eröffnet und das ist hier heute auch ein echter Feiertag für uns in Lohne, wenn man sieht, wie schnell das Ganze ging: Alles in unter einem Jahr fertig, besser geht es eigentlich nicht!
Ich stehe hier vor meinem wahr gewordenen Traum und es ist für mich nicht realisierbar und ein unbeschreibliches Gefühl, dass wir diese Strecke zusammen mit dem RadQuartier innerhalb von nur 6 Tagen aufgebaut haben - mit Profi-Shapern, Profi-Bikern und einfach Radfahrern mit Herzblut. Unser Hauptziel und für mich besonders wichtig war, dass die Kinder rauskommen, Fahrradfahren und Spaß haben und das haben wir mit diesem Park erreicht.
Der Bikepark soll ein Treffpunkt für alle Rad- und Rollsportbegeisterten sein. Neben einer sogenannten Dirtline und einem Pumptrack gibt es auch einen Kinderbereich auf der Anlage. Als Gemeinde sind wir stolz darauf, tatsächlich so ein Bikepark zu haben, den es so oft bisher in dieser Größe in Deutschland nicht gibt und ja bei mir ist auch ein Stück weit Erleichterung und Freude dabei, dass alles gut geklappt hat.
Checkliste für den Dirt Bike Streckenbau
Um den Überblick zu behalten, kann eine Checkliste hilfreich sein.
- Zielgruppe definieren
- Streckenart wählen
- Standort finden
- Budget festlegen
- Eigentümer kontaktieren
- Behörden informieren
- Naturschutz beachten
- Material beschaffen
- Maschinen einsetzen
- Sicherheit gewährleisten
- Regelmäßige Kontrollen
- Reparaturen durchführen
- Reinigung
- Sponsoren suchen
- Fördermittel beantragen
- Spenden sammeln
Dirt Bike Strecke bauen: Die Zusammenfassung
Der Bau einer Dirt Bike Strecke ist ein komplexes Projekt, das jedoch mit sorgfältiger Planung und Vorbereitung erfolgreich umgesetzt werden kann. Wichtig ist, die Zielgruppe zu definieren, die passende Streckenart zu wählen, die notwendigen Genehmigungen einzuholen und auf eine fachgerechte Ausführung zu achten. Mit der richtigen Unterstützung und genügend Engagement steht dem Fahrspaß nichts mehr im Wege.
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