Sachsen stellt einen der wichtigsten Standorte in der Historie von motorisierten Krafträdern dar. Allen voran sind da die Motorräder von DKW zu nennen, die bis heute bei vielen Oldtimer-Liebhabern Gänsehaut auslösen. Die durchaus wechselhafte Geschichte der Motorräder aus Zschopau begeistert einfach. Deutlich mehr begeistern die DKW-Modelle selbst. Die wenigen DKW-Motorräder, die auf den Straßen unterwegs sind, wollen fachgerecht in Schuss gehalten werden.
Andere DKWs befinden sich in der Restauration und deren Besitzer sind auf der Suche nach passenden Ersatzteilen. Wer noch nicht die passenden Teile gefunden hat, wird für sein DKW-Motorrad fündig.
Die Anfänge von DKW
Im Jahre 1904 gründete der Däne Skaffe Rasmussen im sächsischen Chemnitz ein Unternehmen für den Vertrieb von Dampf-Armaturen. Der Name von DKW leitet sich von dem Begriff “Dampfkraftwagen” her, was den Grund hat, dass sich die Firma früher nicht mit Motorrädern beschäftigt hat, sondern mit besagten Maschinen. Motorräder und Autos kamen erst später dazu. Zwölf Jahre später entwickelte dieser ein erfolgloses Automobil mit dem Namen „Dampf-Kraft-Wagen“.
Kurze Zeit danach erwarb das Unternehmen die Rechte an der Produktion eines kleinen Stationärmotors der als „Des Knaben Wunsch“ bezeichnet wurde. Dieser Motor eignete sich dafür, durch kleine Änderungen, in Fahrräder eingebaut werden zu können. So wurde es auch bei DKW getan und das 1921 Serienreife Fahrrad mit Hilfsmotor mehr als 10.000 mal verkauft. Auch hier fand das Unternehmen DKW einen klangvollen Namen, Sie nannten es „Das kleine Wunder“.
Nach einigen weiteren, eher mäßigen Konstruktionen, konnte ein Leichtmotorrad 1922 zur ADAC-Reichsfahrt angemeldet werden. Die Weiterführung dieses Modells wurde bis 1925 verkauft und ist unter dem Namen Reichsfahrtmodell bekannt.
DKW's Aufstieg zum Erfolg
Bei DKW konnte man nur so zuschauen wie das Unternehmen von der immer wichtiger werdenden Volksmobilisierung profitierte. Die Nachfrage nach motorisierten Zweirädern stieg und bei DKW setzte man als erster Motorradhersteller auf die Fließband-Produktion. Die Jahre 1926-28 wuchs DKW zur erfolgreichsten Motorrad-Marke heran. Über 40.000 unterschiedliche Motorräder und Leichtkrafträder liefen im sächsischen Zschopau vom Band.
Der Erfolg begründete sich vor allem darin, dass man bei DKW eine ungeheuer große Produktpallette anbieten konnte. Vom einfachsten, motorisierten Fahrrad, über schwere Zweizylinder-Maschinen mit 500 cm³, bis zu luxuriösen Sportmaschinen, gab es alles bei DKW. Eine weitere Besonderheit war die konsequente Treue zum Zweitakt-Motor.
Die Weltwirtschaft Krise der zwanziger Jahre traf DKW hart, aber die neuen Entwicklungen wie Blockmotor und Satteltank brachten Beständigkeit. Um weiterhin stabil und sicher produzieren zu können schlossen sich 1932 die Firmen AUDI, WANDERER, HORCH und DKW zur Auto Union zusammen. Das nun entstandene sächsische Unternehmen war nun der größte deutsche Fahrzeughersteller.
Die DKW RT 100 und ihre Nachfolger
Ein Jahr später landete DKW mit der RT 100 einen echten Wurf. Die sehr günstige kleine Maschine verdoppelte die Verkaufszahlen und erfreute sich großer Beliebtheit. Ihr Motor ist ein luftgekühlter Einzylinder und Zweitakter. Der Vorgänger, dei DKW RT 100, berührte mit ihren Reifen erstmals 1934 eine Straße. Die leistungsstärkere DKW SB Serie mit der DKW SB 200 gab es schon mit der Option eines Anlassers zu kaufen.
Im Jahr 1938 veröffentlichten die Zschopauer DKW Werke die NZ Serie. Diese Motorräder setzten fortan neue Maßstäbe im Motorradbau. Getreu dem Motto „DKW fährt bergauf wie andere runter“ waren die DKW NZ 250/ NZ 350 mit bis zu 11,5 PS Leistung ziemlich flott unterwegs.
Im Kriegsjahr 1940 läuft eine echte Ikone der DKW Motorräder vom Band. Dieses Motorrad wird nachhaltig die Zweirad-Landschaft für Generationen prägen. Die DKW RT 125, die zwar als Zivilmaschine entwickelt wurde, musste jedoch sofort in die Dienste der Wehrmacht gestellt werden. 1940 wurde die Produktion eingestellt und die RT 125 übernahm ihren Platz. Und wurde kopiert ohne Ende. Vor allem Yamaha schnappte sich viele der innovativen Ideen, die in diesem Motorrad stecken, und bastelte sich selbst sein erstes Motorrad.
Auch die große DKW NZ 500 mit Zweizylinder-Motor wurde für den Krieg produziert. Mit Kriegsende 1945 nahte auch für DKW und Auto Union in Sachsen das Ende. Der gesamte Vorstand des Unternehmens floh vor den russischen Besatzern und gründete im bayrischen Ingolstadt einen neuen Standort. Die sowjetischen Machthaber verleibten sich die sächsischen Produktionsstätten ein und brachten Teile der Produktionsanlagen nach Russland.
Dennoch wurde nun in Ost und West die DKW RT 125 gebaut. Die Ingolstädter erkennt man heute noch an der Typen-Bezeichnung DKW RT 125 w. Bis 1965 wurden in Sachsen noch RT Modelle unter verschieden Namen vertrieben. Die in Zschopau und Chemnitz gegründeten Werke IFA und MZ bauten das die IFA/MZ RT 125 für den Osten Deutschlands.
Die Auto Union und somit DKW steckte weiterhin Entwicklungsarbeit in da Modell. So kam 1949 schon die DKW RT 200, 1952 die DKW RT 250 und schließlich 1954 die DKW RT 175 auf den Markt. Es folgte noch die DKW RT 350 mit Zweizylinder Motor, diese war jedoch bei weitem nicht mehr so erfolgreich.
DKW erkannte die Bedürfnisse seiner Kunden und baute auch die unteren Klassen weiter aus. So kamen mit dem Moped-Boom die 50 cm³ starken DKW HUMMEL und DKW HOBBY auf den Markt. Auch wenn die Mopeds ein kurzer Erfolg für DKW ist, so lässt sich die Zweiradschiene nicht retten. Die Auto Union musste sich von den Motorrädern trennen.
DKW und andere Hersteller versuchten zwar die Produktion mit Gründung der Zweirad Union zu sichern, aber es wird keine echten DKW-Motorräder in diesem Verbund mehr geben. Die Zweirad Union mit VICTORIA, FICHTEL & SACHS, HERCULES und nun eben DKW kämpften für Ihren Erhalt, aber Lizenzen nach Spanien und Brasilien zu vergeben halfen nicht mehr das Unternehmen zu retten.
DKW RT 125: Ein besonderes Modell
Wie alle Motorräder, Mopeds, Roller, Mokicks etc., die die DDR (zumindest im ästhetischen Sinne) ihr eigen nennen kann, ist die RT 125 mit einem Zweitakt-Motor gesegnet, den ein Zylinder ziert. Im Sausewind Online-Shop bieten wir ausschließlich Ersatzteile für das Model RT 125 an, da dieses Motorrad mit seinen 450.000 verkauften Exemplaren als das in Deutschland meistgebaute Motorrad gelten darf. Das heißt, dass du nicht der einzige bist, der Ersatzteile für seine RT 125 braucht - und wir wollen allen Leuten, die die RT 125 fahren, durch die Ersatzteile helfen, die sie brauchen.
Heute sind die Motorräder, Roller und Mopeds von DKW beliebte Fahrzeuge in der Oldtimer-Szene. Natürlich schwingt bei dem Namen DKW ein großer Teil Historie und Tragödie mit, aber die Leidenschaft ist ungebrochen.
Ersatzteile für DKW Oldtimer-Motorräder
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