Die Motorradindustrie erlebt einen Wandel, und chinesische Hersteller spielen dabei eine immer größere Rolle. Dieser Artikel beleuchtet die Welt der DMG Motorradhersteller in China und gibt einen Einblick in die Innovation, Leistung und Technologie, die diese Unternehmen vorantreiben.
DMG und ZBG Zerspanungstechnik: Partnerschaft für Höchstleistung
Branchenkenner der Automobil- und Motorradindustrie wissen es schon lange: Die bereits 1978 von Franz Schabmüller gegründete FS Firmengruppe mit Sitz in Ingolstadt und gegenwärtig zehn Einzelfirmen besitzt in der ZBG Zerspanungstechnik im bayerischen Bruck einen inzwischen unverzichtbaren Systemlieferanten. In diesem Jahr kann die ZBG Zerspanungstechnik Bruck mit ihren 200 Mitarbeitern nach einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess auf das 20-jährige Firmenjubiläum zurückblicken.
Anspruchsvolle Branchenführer überlassen den ZBG-Spezialisten ihre komplette Wertschöpfungskette für wichtige Zulieferteile. Dazu gehören Automotivepartner wie BMW, Audi, Rolls Royce, KTM, Rotax/Bombardier Recreational Products (BRP), Magna und Georg Fischer. Der von der ZBG Zerspanungstechnik in 2013 erwirtschaftete Umsatz von 42 Millionen Euro teilte sich auf in etwa 40 % Fertigungs-Eigenleistungen und 60 % Materialeinsatz.
Hauptabnehmer ist BMW - vorrangig BMW Motorrad, hier tritt ZBG hauptsächlich als Systemlieferant auf - gefolgt von BRP und dem Motorradproduzent KTM. Die ZBG-Einzelleistungen mit Schwerpunkt Zuliefer-Marktführer der Motorradbranche umfassen die Materialbeschaffung (der Präzisionsguss kommt vom renommierten Partner aus Europa), die CAD/CAM-Programmierung bzw. Übliche CAD-Formate wie Hypermill mit Hyper-CAD-Simulationen oder Catia V5 werden eingesetzt, SAP als IT-Lösung dient als ERP-System.
Spezielle Verfahren der Oberflächenbehandlung- und Veredelung werden durch die Schwesterfirma Welco GmbH & Co. KG realisiert. Die Jahresmengen je Auftrag liegen gegenwärtig zwischen 600 und über 100 000 Teilen/Jahr, Prototypenfertigung eingeschlossen. Entgratet und danach gereinigt wird „hauptzeitparallel“ direkt neben der Maschine mit temperierten Waschbecken, außerdem betreibt ZBG zwei Mehrkammer-Waschanlagen.
Je nach Anforderung dürfen die Restpartikel nicht größer als 600 µm sein. Kriterien wie die Fehlerrate 100 ppm (parts per million= 100 Schlechtteile pro 1 Million gelieferte Teile) gehören dabei zum Normalfall. Außerdem werden bei ZBG hochwertige Motoren- und Fahrwerksteile zu komplexen Baugruppen montiert.
Passend zur 100 %-Fertigungstiefe arbeitet die ZBG Zerspanungstechnik mit dem zur Firmengruppe gehörenden Werkzeug- und Maschinenbauer FS Technologies intensiv zusammen. Dieses Unternehmen liefert die gesamten Vorrichtungen für die Fertigung und Prüfung einschließlich spezieller Testeinrichtungen oder Spezialwerkzeugteile. Zur mechanischen Bearbeitung sind ca. 80 % Sonderwerkzeuge im Einsatz, die unter Beteiligung z. B.
Moderne Werkzeugmaschinen für Präzision und Qualität
Dem Anspruch des Firmenmottos „Höchstleistung an Präzision, Qualität und Flexibilität“ kann ZBG nur mit modernen Werkzeugmaschinen gerecht werden. Dabei fährt die Firma eine zweigleisige Fertigungsstrategie, wie Geschäftsführer Richard Meyer berichtet: „Im Durchschnitt müssen wir spätestens alle 6 bis 8 Jahre unseren Maschinenpark austauschen, um unsere Marktposition zu halten.
Markus Forster, ebenfalls ZBG-Geschäftsführer, präzisiert: „Für die geforderte Flexibilität in der Motorradbranche zur Herstellung von hochwertigen Bauteilen rechnen sich Spezialmaschinen nicht, dies wird über HBZ sichergestellt. Als ein geplanter Austausch von BAZ anstand, machten wir Mitte 2013 ein HBZ-Benchmarking. Richard Meyer begründet die Entscheidung: „Ausschlaggebend war bei unseren hohen Anforderungen an die Geometrie- und Oberflächen-Werkstückparameter natürlich die erreichbaren Fertigungszeiten.
Um es kurz zu machen, die Deckel Maho DMC 60 linear lieferte die kürzeste Zeit bei einwandfreier Werkstückqualität. Das liegt zum einen am stabilen und eigensteifen Maschinenaufbau in modifizierter Fahrständerbauweise mit vergleichsweise großem Arbeitsraum in X/Y/Z gleich 630/800/850 mm. „Außerdem wird die Kreisformgenauigkeit beim Fräsen gegenüber den KGT-HBZ um etwa ein Drittel im Vergleich auf Werte unter 4 µm verbessert.
Das mag sehr theoretisch klingen. Aber diese Linear-Beschleunigungen mit 10 m/s² und Hochlaufzeiten der 18 000er U/min-Hauptspindel bei 34 kW Leistung von etwa 1 s in Verbindung mit Span zu Spanzeiten der HSK A63-Werkzeuge von max. 2,5 s erbrachten unerwartete Zeitersparnisse im Praxisbetrieb. Dazu zeigte sich eine hohe thermische Fertigungsstabilität der Maschine. Deren sämtliche Antriebe einschließlich NC-Tisch als 4. NC-Achse werden gekühlt.
Die hohe Belastbarkeit mit 600 kg pro 500 x 500 mm Palette und die Anschlussmöglichkeit unserer hydraulisch gesteuerten Spannvorrichtung, das Produktionspaket mit IKZ bis 80 bar und den 980 l fassenden, temperierten KSS-Behälter unterstützen unsere Kaufentscheidung. Diese bestehen neben Werkzeugbruchkontrolle und Infrarot-Messtaster aus der inzwischen von vielen Zerspanern hochgeschätzten MPC (Machine Protection Control).
Das MPC bietet durch eine SDS-Schwingungsensorik maximalen Maschinenschutz sowie variable werkzeug- und prozessspezifische Abschaltlimits. Außerdem genießt die 3D-Siemens 840D Solutionline ein hohes Ansehen bei den ZBG-Programmierern und Einstellern. Die drei im 2. Halbjahr 2013 installierten Deckel Maho DMC 60 linear erfüllten alle ZBG-Ansprüche mit dem Fertigungsfokus Zerspanung hochfester Alu-Legierungen. Die Fertigungszeit-Einsparungen lagen zwischen 15 und 25 %.
Markus Forster wurde nach möglichen Verbesserungen an der Maschine gefragt: „Das DMC-Maschinenkonzept ist vorbildlich. Fast alle unsere Anforderungen konnten mit Standardoptionen aus dem Baukasten erfüllt werden, aber auch einem verbleibenden Sonderwunsch konnte man gerecht werden. Um weitere Schnittstellen zu vermeiden, könnten wir uns ein integrierbares Nullpunktspannsystem unter Deckel MahoRegie vorstellen. Wir schätzen die hervorragende Bedienbarkeit und Ergonomie sowie die Kompaktheit und das vorbildliche Design der DMC 60 linear.
Und der für uns wichtigste Punkt ist die umfassende Unterstützung durch DMG Mori. Deshalb werden wir die Zusammenarbeit künftig ausbauen, was sich auch auf unsere verstärkten Energiemaßnahmen auswirken wird. Das ZBG-Ziel dazu ist zeitgemäß und ganz konkret: Die Energie und Emissions-Einsparung in 2014 soll 50 % zum Stand von 2007 betragen. So bieten die DMC 60 linear passende Eigenschaften wie energiesparende Antriebsauslegungen mit vermeidbaren Leistungsspitzen durch: kraftoptimierte Linearantriebe, reibungsarme Lager und Führungen, speziell ausgelegte Servotechnik, intelligente Vorschub- und Standby-Regelung.
Allgemeine Energiesparmaßnahmen werden im gesamten ZBG-Bereich vorgenommen. So verringerte sich die HBZ-Anzahl von 48 auf 31 durch den Einsatz effizienterer BAZ wie die DMC 60 linear mit deren Rekuperation ins Netz. Dazu kommen flankierende Maßnahmen wie eine Druckreduzierung mit neuen Kompressoren von 8,5 auf 7,5 bar bei getrennten Netzen, oder Energiespar-Hallenbeleuchtung mit Dämmerungsschaltern.
Elektromotorräder im Fokus
Die Elektromobilität hat auch den Motorradmarkt erfasst. Chinesische Hersteller sind hier oft Vorreiter und bieten innovative Lösungen für den urbanen und sportlichen Einsatz. Hier sind einige bemerkenswerte Modelle:
- Super Soco TC Max: Ein beliebtes Modell in der 125er Klasse mit einer Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h.
- DAYI E-Odin: Ein E-Motorrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 125 bis 130 km/h und einer Reichweite von bis zu 210 km.
- Madat HL 6.0 Pro: Bietet eine der größten Reichweiten in seiner Preisklasse und erreicht bis zu 110 km/h.
Tabelle: Vergleich ausgewählter Elektromotorräder
| Modell | Straßenzulassung | Geschwindigkeit | Motorleistung | Reichweite | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| Super Soco TC Max | Ja | 95 km/h | max. 5000 Watt | bis zu 110 km | 101 kg |
| Dayi Motor e-Odin | Ja | 100 km/h | 6000 Watt | 210 km | 151 kg |
Weitere interessante Modelle und Hersteller
Neben den bereits genannten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer spannender Elektromotorräder und Hersteller, die auf dem chinesischen Markt aktiv sind:
- Yadea Kemper: Ein leistungsstarkes Modell für die A2-Kategorie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.
- Verge TS: Mit einem Drehmoment von 1200 Nm beschleunigt dieses Modell in nur 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
- Black Tea Motorbikes: Bietet Retro E Scrambler in verschiedenen Versionen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h.
- NIU RQi: Ein Elektro-Motorrad mit einem 5000 Watt Kettenmotor und einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h.
- Zero Motorcycles: Bietet eine breite Auswahl an Modellen, darunter der Sport-Tourer SR/S mit einer Höchstgeschwindigkeit von knapp unter 200 km/h.
Die Zukunft der Elektromotorräder aus China
Die chinesischen Hersteller von Elektromotorrädern setzen weiterhin auf Innovation und Technologie, um den Markt zu erobern. Mit einer wachsenden Auswahl an Modellen, die sowohl für den urbanen als auch für den sportlichen Einsatz geeignet sind, tragen sie maßgeblich zur Entwicklung der Elektromobilität bei. Es bleibt spannend zu sehen, welche neuen Modelle und Technologien in den kommenden Jahren auf den Markt kommen werden.
Einige Hersteller planen bereits für die Zukunft:
- Horwin: Bringt 2025 die HT5 Offroad Reihe auf den Markt.
- NIU: Plant die NIU XQi3 als Elektro Enduro für 2025.
- Kawasaki: Die Supermoto Kawasaki 125 EV und die Ninja EV/Z EV könnten schon 2025 auf den Markt kommen.
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