Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Ein geringes Gesamtgewicht bedeutet mehr Fahrspaß im Gelände.
Mavic Crossmax Pro Carbon und XA Pro Carbon im Test
Bei unserer Giant XTC Aufbaustory haben wir bereits die Mavic Crossmax Pro Carbon in die Hände bekommen. Die XA Pro Carbon Laufräder von Mavic sind optimiert für den Trail-Einsatz. Schon beim Auspacken machen die Laufräder einen sehr hochwertigen Eindruck, was aber bei einer UVP von 1700 € wirklich selbstverständlich sein sollte.
Die Laufräder kommen fahrfertig montiert mit Crossmax Quest Reifen in 2,35″ Breite. Wir haben die Laufräder gleich mal an die Waage gehängt und waren erst einmal etwas negativ überrascht. Doch Moment: Die Laufräder kamen noch mit Schläuchen montiert und die Reifen sind ebenfalls nichts für Leichtbauer. Also direkt auf Tubeless umgerüstet und dabei die „nackten“ Laufräder an die Waage.
Hier konnten wir dann die Werksangabe von 1590 g nur bestätigen. Wenn man bedenkt, dass der XC-Laufradsatz Crossmax nur 68 g weniger wiegt, hat man hier schon ein leichtes Trail-Setup vor sich. Die Tubeless-Umrüstung lief wunderbar unkompliziert. Ventile rein, Reifen drauf, Milch rein und mit der Standpumpe aufgepumpt. Reifen und Felgen waren sofort dicht.
Mavic hat sich lange Zeit gelassen mit Felgen aus Kohlefaser im MTB-Bereich. Doch mittlerweile setzen die Franzosen bei zwei Modellen auf die edle und leichte Faser. Beim XA Pro Laufradsatz verwendet Mavic Carbonfelgen mit einer Innenbreite von 26 mm, um Reifen bis 2,7″ montieren zu können. Empfohlen werden allerdings die gängigen Breiten 2,4″ für 27,5″ und 2,35″ für 29″, da die Felgen darauf optimiert wurden.
Die Faserbelegung der Felgen wurde so ausgelegt, dass man eine maximale Seitensteifigkeit, aber auch eine gewisse vertikale Nachgiebigkeit für mehr Komfort erreicht. Bei den XA Pro Felgen setzt Mavic auf Hookless-Felgen, die ohne Haken, wo der Reifen normalerweise einrastet, am Felgenhorn auskommt. Das bietet Vorteile in der Fertigung und Steifigkeit, aber auch bei der Reifen-Felgen Kompatibilität.
Gute Felgen machen noch lange kein gutes Laufrad. Hier kommt es auch auf den Aufbau an. Mavic hat das Einspeichen der Laufräder über Jahre hinweg perfektioniert und liefert immer eine gute Qualität ab. Die Naben am XA Pro Laufradsatz haben einen Aluminium-Nabenkörper. Mit dem ITS4 Freilauf setzt Mavic ein bewährtes System ein. Mit seinen 4 Sperrklinken ist der Freilauf leise und hat kurze Wege bis die Sperrklinken wieder einrasten, um Vortrieb zu generieren. Bei den Lagern setzt Mavic auf klassische gedichtete Industrielager, die mit dem mitgelieferten Werkzeug fein eingestellt werden können.
Der XA Pro Laufradsatz und Crossmax Quest Reifen kommen im Paket und sollen miteinander optimal auf den Trail-Einsatz abgestimmt sein. Der Crossmax Quest ist ein eher grobstolliger Reifen mit ausgeprägten Seitenstollen, um den nötigen Grip im Trail-Einsatz zu gewährleisten. Der Reifen ist mit der Guard+ Technologie ausgestattet, um mehr Pannenschutz und ein geschmeidiges Fahrgefühl zu bieten. Außerdem wurde bei der Gummimischung auf die X-Mix Technologie gesetzt, wobei die Mitte der Reifenprofils eine eher harten Gummimischung für gute Laufeigenschaften besitzt. Die Seitenstollen haben eine eher weiche Mischung für maximalen Kurvengrip. Angegeben ist der Reifen in der 29″ Ausführung in 2,35″ Breite mit 810 g.
Wir haben den Laufradsatz samt Reifen fast ein wenig missbraucht. Statt in einem Allmountain oder Trail-Bike haben wir den Laufradsatz in einem Cube Race-Fully mit 100 mm montiert. Aufgrund des leichten Gewichts war das aber gar nicht so abwegig und warum kein Race-Fully mit etwas mehr Trail-Reserven? Außerdem sollten 100 mm Federweg die Laufräder etwas mehr beanspruchen.
Los geht’s wie bei den meisten Touren erstmal auf Asphalt. Aber die waren nicht nötig, denn das Gesamtpaket rollte auch auf Asphalt und Waldautobahn sehr gut und man haderte kaum mit dem Rollwiderstand. Auf dem Trail bestachen die Laufräder dann durch eine enorme Steifigkeit. Die Kombi mit den Reifen machte auch einen guten Eindruck. Auch bei Scandinavian Flicks mit niedrigem Luftdruck knickte der Reifen nicht weg und blieb gut auf der Felge stehen. Die Crossmax Quest Reifen waren in Kurven, auch bei schwierigen Verhältnissen, immer souverän und man hat sich an keiner Stelle etwas mehr Grip gewünscht. Bei dem Reifen, vor allem am Hinterrad, konnte man jedoch zum Ende des Tests doch schon deutlich den Verschleiß erkennen - nach deutlich weniger als 1.000km.
Die Ingenieure um Mavic legten bei der Entwicklung des Crossmax Pro Carbon größten Wert auf das Gewicht und ein ausgeklügeltes Felgenprofil, um dem Reifen die optimale Stabilität zu bieten. Der Mavic Carbon Laufradsatz kommt mit je 24 zweifach gekreuzten Stahlspeichen und einer Carbonfelge mit 23 Millimeter Maulweite daher. Der Crossmax Pro Carbon zeigt sich im Seitensteifigkeitstest wenig nachgiebig, sprich recht direkt im Fahrverhalten. Im Beschleunigungstest pendelt sich der Wert im Mittelfeld ein.
Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro im Vergleich
Die Gewinner auf einen Blick:
- Testsieger unter den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei.
- Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg.
- Den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern holen sich die Race Face Aeffect R.
- Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern.
Alu-Laufräder im Detail
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
- Preis pro Paar: 600 Euro
- Gewicht: 2024,5 g
- Testfazit: Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test.
- Testurteil: Gut
DT Swiss XM 1700 Spline
- Preis pro Paar: 719 Euro
- Gewicht: 1890 g
- Testfazit: Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen.
- Testurteil: Sehr gut
Mavic Crossmax XL S 29
- Preis pro Paar: 750 Euro
- Gewicht: 1891 g
- Testfazit: Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl.
- Testurteil: Gut
Newmen Evolution SL A.30
- Preis pro Paar: 680 Euro
- Gewicht: 1802 g
- Testfazit: Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen.
- Testurteil: Sehr gut
Race Face Aeffect R
- Preis pro Paar: 600 Euro
- Gewicht: 1993,5 g
- Testfazit: Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte.
- Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Shimano Deore XT WH-M8120
- Preis pro Paar: 430 Euro
- Gewicht: 2012 g
- Testfazit: Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker.
- Testurteil: Gut
Spank 350 Vibrocore
- Preis pro Paar: 699 Euro
- Gewicht: 2036 g
- Testfazit: Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll.
- Testurteil: Gut
Veltec ETR Extradrei
- Preis pro Paar: 549 Euro
- Gewicht: 1792 g
- Testfazit: Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld.
- Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Carbon-Laufräder im Detail
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
- Preis pro Paar: 1199 Euro
- Gewicht: 1550 g
- Testfazit: Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge.
- Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
- Preis pro Paar: 1699 Euro
- Gewicht: 1846 g
- Testfazit: Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test.
- Testurteil: Sehr gut
DT Swiss XMC 1501 Spline One
- Preis pro Paar: 1599 Euro
- Gewicht: 1629 g
- Testfazit: Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht.
- Testurteil: Überragend
Newmen Advanced SL A.30
- Preis pro Paar: 1450 Euro
- Gewicht: 1579,5 g
- Testfazit: Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her.
- Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Race Face Next R31
- Preis pro Paar: 1699 Euro
- Gewicht: 1728 g
- Testfazit: Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau.
- Testurteil: Sehr gut
Warum sind Laufräder das ideale Tuning?
Weil sie, wenn hochwertig, nur positive Effekte bringen. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.
Leicht und mit viel Speed
Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke. Das passt zur jeweiligen Philosophie der Hersteller (robust, komfortabel, langlebig ...), geht aber kaum als Gewichts-Tuning durch und hat entsprechend Punktabzüge zur Folge.
Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter als die leichteren DT Swiss.
Rockrider Race 900: Ein Racebike im Fokus
Das Rockrider-Ford Racing Team rockt den Cross-County-Worldcup und will 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris mehr als nur dabei sein. Wenn die Equipe um Maxime Marotte nicht auf dem Fully unterwegs ist, vertrauen sie auf das Race 900. Wenn die Herstellerangabe von 10,7 kg stimmt, zählt das Racebike von Rockrider zu den leichteren Racebikes, die man für unter unter 3000 Euro bekommt. Ein gewisser Spaßfaktor ist damit garantiert.
Mit diesem Modell geht Rockrider den Trend aber nicht voll mit und entscheidet sich für ein moderates Fahrverhalten. Moderne Geometrien sind oft extrem laufruhig. Die Sitzposition fällt anti-extrem aus. Man sitzt also weder extrem sportlich, noch extrem aufrecht auf dem Rockrider. Das dürfte den allermeisten Bikern sehr gut gefallen. Geschickt: Per Knopfdruck am Lenker lässt sich das komplette Fahrwerk des Racebikes blockieren.
Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! ... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht.
| Modell | Material | Preis pro Paar | Gewicht pro Paar | Testurteil | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Veltec ETR Extradrei | Aluminium | 549 Euro | 1792 g | Sehr gut (Testsieger) | Geringstes Gewicht im Alu-Testfeld |
| Acros Enduro-Carbon-LRS 29" | Carbon | 1199 Euro | 1550 g | Überragend (Testsieger) | Superleicht und klasse aufgebaut |
| Newmen Advanced SL A.30 | Carbon | 1450 Euro | 1579,5 g | Überragend (Kauftipp) | Optisch ansprechend, sehr gute Beschleunigung |
| Race Face Aeffect R | Aluminium | 600 Euro | 1993,5 g | Sehr gut (Kauftipp) | Grundsolider Laufradaufbau, gute Steifigkeitswerte |
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