Die Region der Deutschen Donau gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Süddeutschland. Europas zweitlängster Strom hat aber, neben den bezaubernden Flusslandschaften, auch jede Menge Kultur und sagenumwobene Geschichte zu bieten. Direkt entlang der blauen Donau verläuft der beliebteste deutsche Radweg.
Auf dieser Seite stellen wir Ihnen den Donau Radweg auf der gesamten Länge von der Quelle in Donaueschingen bis nach Budapest mit allen einzelnen Etappen vor. Der Donauradweg gilt als eine der schönsten Radtouren Europas. Vor allem der Abschnitt zwischen Passau und Wien gilt als wahrer Klassiker. Der Donauradweg ist auch gastronomisch bestens erschlossen.
Man darf sich also nach jeder Etappe auf eine wohltuende Mahlzeit und ein gemütliches Bett in einem schönen Hotel oder Gasthof freuen. Bucht man die Reise bei einem Radreiseveranstalter, kümmert sich dieser in der Regel auch um den Gepäcktransport. So muss man sich beim Packen weder einschränken noch die Planung übernehmen.
Etappe 1: Von Donaueschingen nach Mühlheim
Start der Donau Radtour ist die erste Etappe von Donaueschingen nach Donauwörth, das inmitten einer reizvollen Naturlandschaft liegt. Am Anreisetag sollten sich alle Radreisenden genügend Zeit nehmen, um sich mit dem Ursprung der Donau auseinanderzusetzen und die historische Donauquelle im Schlosspark zu besichtigen.
Nicht zu verfehlen, zwischen Schloss und Stadtkirche, entspringen hier symbolisch die Wogen der jungen Donau aus einem in Stein gefassten Brunnen. Zwei Marmorfiguren, die Mutter „Baar“ und die „Tochter Donau“, zeugen an dieser Stelle von der Entstehung des Flusses.
Bei der Quelle im Schlosspark von Donaueschingen handelt es sich um eine sogenannte Karstaufstoßquelle, die (vereinfacht dargestellt) größtenteils das Regenwasser aus dem Schwarzwald mit sich führt. Allerdings gibt es auch noch eine andere Theorie zur Entstehung der Donau: „Brigach und Breg bringt die Donau zuweg“ besagt ein Ausspruch und benennt diese beiden Quellflüsse als wahren Ursprung des Stroms.
Erst wenn der Bach der jungen Donau mit diesen beiden Flüssen zusammenfließt, entsteht also die „richtige“ Donau. In jedem Falle hat das kühle Nass, so wie es hier in Donaueschingen aus der Erde sprudelt, traumhafte Auenlandschaften geformt, die den Donau Radweg zu einem der beliebtesten Radreise-Klassiker in Europa machen.
Am folgenden Tag geht es auf dem Rad durch die sogenannte „Baar“ nach Mühlheim. Inmitten dieser einmaligen Landschaft zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald, radelt man etwas weniger als 50 km Richtung Mühlheim, vorbei an den Orten Geisingen, Immendingen, Möhringen und Tuttlingen.
Zwischen Immendingen und Möhringen gibt es die Besonderheit der sogenannten “Donauversickerung” - ein imposantes Naturschauspiel bei dem das Wasser des Flusses fast vollständig im Flussbett verschwindet. Das Donauwasser versickert nicht im Boden, sondern fließt nach unten hin ab - in ein unterirdisches Karstwassersystem, das etwa 12 km weiter das Wasser am Aachtopf wieder an die Oberfläche befördert.
An durchschnittlich 155 Tagen im Jahr versickert die Donau. Auf diese geologische Besonderheit der unterirdischen Donau weisen am Flussufer auch mehrere hölzerne Schilder hin.
Etappe 2: Von Mühlheim nach Sigmaringen
Die zweite Etappe entlang der Donau führt nach Sigmaringen. Highlight dieser etwa 49 km langen Strecke ist der Donaudurchbruch bei Beuron. Eingerahmt von den bis zu 200 m hohen Kreidefelsen führt das Flusstal durch die imposanten Jurakalk-Steinwände der Schwäbischen Alb.
Teilweise liegen hier die schroffen Kalkstein-Felsen frei und glänzen in der Sonne. Ein wunderschöner Kontrast zu den blauen Wogen des Flusses und den saftig grünen Auenwiesen. Trotz der kleinen Steigungen kann man das enge Tal mit dem Fahrrad ganz bequem durchqueren.
In Sigmaringen, dem heutigen Etappenziel verweilten einst die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Nun ist es die bekannteste Sehenswürdigkeit von der Stadt: das Residenzschloss auf dem Schlossberg - direkt an der Donau.
Märchenhaft thront das Schloss auf einem freistehenden Felsen und zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Der Schein trügt nicht: das Schloss ist das größte seiner Art im ganzen Donautal. Eine Besichtigung der prächtigen Säle mit ihren Möbeln und dem feinen Porzellan, die Waffensammlung und die Bibliothek hauchen der spannenden Geschichte des Schlosses aus dem 11.
Etappe 3: Von Sigmaringen nach Ulm
Ganz im Zeichen der Geschichte steht die dritte Etappe des Donau Radweges. In Hundersingen haben Sie die Möglichkeit das Heuneburgmuseum zu besuchen, in dem zahlreiche Zeugnisse aus der Keltenzeit bestaunt werden können.
Auf dem sogenannten „Archäologischen Weg“ führt es die Urlauber mit dem Fahrrad zum Ende des Tages nach Riedlingen. Hier kann die Heuneburg, eine der wichtigsten keltischen Siedlungen, besucht werden. Die erste Besiedlung fand hier in der Mittelbronzezeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert v. Chr. statt.
Einige Kilometer weiter erwartet Sie in Zwiefaltendorf ein verwunschenes Wasserschloss direkt an der Donau, dessen Geschichte bis in das 11. Jahrhundert zurückreicht. Sehenswert ist auch das Kloster Zwiefalten, das in den 70er und 80er Jahren umfassend restauriert wurde.
Heute wird Ihr Weg entlang der Donau kurz unterbrochen. Auf dem Weg nach Ulm radeln Sie durch das schöne Biosphärengebiet Schwäbische Alb über Allmendingen nach Blaubeuren. Direkt hinter dem Benediktinerkloster befindet sich der sagenumwobende Blautopf.
Der kleine trichterförmige See leuchtet in der Sonne wie ein Tintenfass. Hier entspringt die Blau, fließt 22 km Richtung Ulm und mündet dort schließlich in die Donau. Die in hellem blau und grün leuchtende Quelle hat tatsächlich etwas Mystisches an sich. Das weit verzweigte Höhlensystem unter der Karstquelle ist ein Highlight für Taucher.
Das Naturschauspiel inspirierte auch Eduard Mörike 1853 zu seiner “Historie von der schönen Lau” in der die “Wasserfrau mit langen fließenden Haaren” am Blautopf ihr Lachen wiederfindet. Manch Einheimischer erzählt, dass die Nixe seitdem vereinzelt wieder aufgetaucht sei.
Das romantische Kleinod ist jedenfalls sehenswert und im Café nebenan finden auch Radler einen idyllischen Platz für eine Pause, bevor es entlang der Blau über Blaustein direkt nach Ulm weitergeht.
Den Beinamen Doppelstadt trägt Ulm aufgrund der Lage in Schwaben und Bayern (Neu-Ulm auf der anderen Seite der Donau). Während eines Rundgangs in der Geburtsstadt Albert Einsteins, können Sie auch die Gelegenheit nutzen und die 768 Treppenstufen des Ulmer Münsters emporsteigen.
Etappe 4: Von Ulm nach Donauwörth
In Richtung Dillingen geht es auf der fünften Etappe ohne nennenswerte Steigungen weiter an der Donau entlang. In Elchingen können Sie nach den ersten zwölf Kilometern der heutigen Etappe eine kleine Pause einlegen und die Wallfahrtskirche besichtigen.
Die dreischiffige gotische Basilika aus dem Jahre 1142 wurde nach einem Brand Ende des 18. Jahrhunderts restauriert. In der großen Schlacht um Ulm 1805, die auch im näheren Umfeld des angeschlossenen Klosters Elchingen seinen Lauf nahm, nutzte Napoleon die Anlage als Herberge.
In Günzburg lohnt sich ein Abstecher zur Frauenkriche in der Ortsmitte. Baumeister Dominikus Zimmermann verlieh der Kirche ihren unverkennbaren Rokoko-Stil. Nach einer Übernachtung in der alten Residenzstadt Dillingen wird die Tour zum Zielpunkt Donauwörth fortgesetzt.
Über Höchstädt mit dem Schloss Pfalz-Neuburg führt der Weg nach Donauwörth weiter durch die malerischen Donauauen. In der Altstadt von Donauwörth, der Donauperle an der Romatischen Straße, belohnen Sie sich für die Radreise am Fluss mit einem besonders guten Essen.
In Donauwörth kreuzte einst der vorrömische Handelsweg zwischen Nürnberg und Ausgburg die Donau. Im ehemaligen Kapuzinerkloster ist das Käthe Kruse Puppenmuseum untergebracht, das mit seiner Sammlung nicht nur Kinder begeistert.
Etappe 5: Von Donauwörth nach Kelheim
Gleich vier Schlösser liegen heute auf dem Weg nach Ingolstadt - Schloss Leipheim bei Günzburg, Schloss Bertholdheim und Schloss Stepperg. Highlight ist jedoch das Schloss Neuburg. Die Wände des traumhaften Innenhofs sind mit Sgraffitotechnik dekoriert und sorgen zusammen mit den vielen Arkadengängen für ein einzigartiges Ambiente.
Durch kleine Wälder verläuft der letzte Streckenabschnitt bis nach Ingolstadt, wo sie die alte Stadtmauer und weitere Festungsanlagen besichtigen können. Diese sind Zeugnis der Stadtgeschichte, in der sich auch der Begriff der “Schanzer” durchgesetzt hat.
Frisch gestärkt geht es an diesem Tag entlang der Donau in Richtung Kelheim. Kurz hinter Bad Gögging ereichen Sie das 617 n.Chr. gegründete Kloster Weltenburg. Inmitten der tollen Kulisse im Innenhof des Kloster können Sie im Biergarten einkehren und sich das Bier aus der ältesten Klosterbrauerei der Welt mit einem bayerischen Schmankerl schmecken lassen.
Das Kloster liegt in der wunderschönen Donauschlinge direkt am Donaudurchbruch, den Sie an diesem Tag noch mit dem Schiff erkunden. Die Schifffahrt durch den malerischen Donaudurchbruch ist ein unvergessliches Erlebnis.
Nach der Übernachtung in Kelheim können Sie mit einer kleinen Wanderung zur Befreiungshalle auf den Michelsberg in Kelheim starten. Ludwig I. gab den Bau des mächtigen Rundbaus in Auftrag. Im Innern sind die Statuen der Siegesgöttinnen zu sehen, die stellvertretend für die 18 Volksstämme stehen und an die gewonnenen Schlachten gegen Napoleon erinnern sollen.
Auf dem Weg zu dem monumentalen Bauwerk, das 1863 eingeweiht wurde, genießt man einen wunderbaren Blick auf das Donautal und Kelheim.
Etappe 6: Von Kelheim nach Deggendorf
Nach der etwa 40km langen Fahrt über Bad Abbach und Sinzing erwartet Sie mit Regensburg eine einzigartige bayerische Großstadt, die sogar seit 2006 zum UNESCO-Welterbe gehört. In der Geschichte nimmt die Stadt als politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches und somit Tagungsort des Immerwährenden Reichstags bis 1806 eine herausragende Stellung ein.
Die charmante Donaustadt hat neben den vielen Sehenswürdigkeiten wie die Domkirche, Schloss St. Emmeram und die Steinerne Brücke, die als die älteste Deutschlands gilt, besonders eines zu bieten: eine wunderbare Atmosphäre.
Die zehnte Tagesetappe der Donau Radtour umfasst die etwa 50 km lange Strecke von Regensburg nach Straubing. Eine erste Rast können Sie kurz hinter Donaustauf einlegen. Die große Gedenkhalle Walhalla wurde nach dem Vorbild des römischen Pantheon gebaut und 1842 eingeweiht.
Der bayerische König Ludwig I. initiierte die Erbauung der Gedenkstätte, in der bekannte deutsche Persönlichkeiten verewigt wurden. In der mit Marmor verkleideten Halle befinden sich zur Zeit 130 Büsten und 65 Gedenktafeln. Von der Aussichtsplattform vor dem Ehrentempel genießen Sie nach dem Rundgang einen wunderbaren Blick in das Donautal.
Weiter geht die Fahrt zum Schloss Wörth, dem Wahrzeichen der Stadt und zeitgleich eines der größten Schlösser in Bayern. Nach dem Bau im 10. Jahrhundert wurde das Schloss immer weiter ausgebaut bis es schließlich im 16. und 17. Jahrhundert durch das Zutun des Pfalzgrafen Johann III. seine heutigen Ausmaße erreichte.
Auch in Straubing, dem heutigen Zielort, erwartet Sie ein markantes Bauwerk: der 68m hohe Stadtturm. Obwohl der Turm, dessen Bau zu Beginn des 14.
Auf der 11. Etappe des Donauradwegs verlassen wir Straubing und radeln über Bogen weiter nach Deggendorf. Tatsächlich bekommen wir die Donau auf diesem Abschnitt nur selten zu Gesicht.
Meist fahren wir entlang eines Dammes, der die Sicht auf den Fluss nur hin und wieder zulässt. Geprägt wird diese Route vom Blick auf den Bayerischen Wald, der uns stets zu unserer Linken begleitet. Das erste Etappenziel ist die Stadt Bogen mit der weithin sichtbaren Wallfahrtskirche, die auf dem Bogenberg thront.
Von Bogen fahren wir weiter durch die Gäubodenlandschaft, bleiben ab Pfelling stets in Flussnähe und passieren in der Folgezeit nur kleinere Ortschaften. Nach gut 38 Kilometern endet unsere Etappe an der Neusiedler Straße in Deggendorf. Von hier ist es nur ein Katzensprung in die sehenswerte Altstadt mit der Heilig-Grabkirche St. Peter und St. Paul und dem Alten Rathaus.
Achtung Sperrungen! Aufgrund des Baus von Hochwasserschutzanlagen sind Stand Juli 2022 mehrere Abschnitte des Donauradwegs zwischen Straubing und Deggendorf gesperrt.
Gut 38 Kilometer lange Etappe, die hauptsächlich über geschotterte Radwege und über asphaltierte Wege und Straßen leitet. Mit etwas mehr Autoverkehr kommt man im Zentrum von Bogen in Berührung, ansonsten ist die Strecke verkehrsarm. Mit der Bahn von Ingolstadt oder von Plattling nach Straubing.
Der Donauradweg im Landkreis Deggendorf
Der Donau-Radweg, Europas großer Fernradweg, verläuft mitten durch den Landkreis Deggendorf. Er führt auf der linken Uferseite von Bogen über Mariaposching durch fruchtbare Ackerlandschaften, links erheben sich die ersten Bayerwaldberge.
In Mariaposching bietet sich auch die Möglichkeit, per Fähre die Uferseite zu wechseln. Der Radweg führt vorbei an der Info-Plattform bei Kleinschwarzach. Ein Muss ist der Klosterort Metten mit Klosterkirche, Prälatengarten und Gastronomie am schönen Marktplatz.
Der Donau-Radweg führt von Metten entlang des Donau-Dammes nach Deggendorf. Hier kreuzen sich Donau-Radweg und Isar-Radweg sowie der Waldbahn-Radweg. Auf Höhe Seebach überquert der Donau-Radweg die Autobahn A 3 und bietet einen schönen Blick auf die Isarauen gegenüber, das Mündungsgebiet der Isar.
Niederalteich grüßt von weitem mit den Türmen der Basilika. Der Ort ist geprägt durch das Kloster der Benediktiner und ist Bildungsstandort mit der Landvolkshochschule und dem Gymnasium. Neben ehrwürdigen Klostermauern überrascht der Glasbau des Gerhard Neumann Museums.
Niederalteich ist ein Drehkreuz für Radler - die Fuß- und Radfähre Altaha bringt während der Sommermonate die Gäste von Ufer zu Ufer und verbindet Donau-Radweg, Isar-Radweg, Via Danubia und Donau-Ilz-Radweg.
Am linken Ufer führt der Donauradweg von Niederalteich nach Winzer. Hier stehen Ausblicke auf dem Programm: Von der Burgruine hinaus ins Donautal und in den Gäuboden, von der Sternwarte Winzer ins Weltall. Unterhalb Winzer wartet mit dem Ziegel- und Kalkmuseum ein Ausflug in die Geschichte der Region.
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