Dortmund-Ems-Kanal Radweg: Ihr umfassender Leitfaden

Der beliebte Radfernweg verläuft entlang des Dortmund-Ems-Kanals, der die Industriestadt Dortmund mit dem Seehafen Emden verbindet. Als Radfahrer haben Sie die Möglichkeit, die vier Tourismusregionen Ruhrgebiet, Münsterland, Emsland und Ostfriesland auf etwa 379 Kilometern auf schöne und umweltfreundliche Art zu erleben. Ein großes Spektrum an Sehenswürdigkeiten historischer, technischer und kultureller Art wartet darauf entdeckt zu werden.

Die Route: Von Dortmund zur Nordsee

Die Dortmund-Ems-Kanal-Route verbindet das Ruhrgebiet mit der Nordsee. Der Radweg führt durch die vier Fremdenverkehrsregionen Ruhrgebiet, Münsterland, Emsland und Ostfriesland und verläuft dabei meist flach und bis nach Dörpen vorwiegend auf den Betriebswegen des Kanals. Von dort aus bis nach Emden führt der Weg an der Ems entlang und dann durch Ostfriesland querfeldein bis nach Norddeich. Nur ab und zu entfernt sich der Radweg von der Wasserstraße und macht Abstecher in das grüne Münsterland und Emsland. In Meppen, Lingen und Leer laden historische Ortskerne zum Verweilen ein. Die Magnetschwebebahn säumt bei Lathen den Weg. Papenburg bietet sich für einen Abstecher zur Meyer-Werft an.

Der Dortmund-Ems-Kanal verbindet als künstliche Wasserstraße zusammen mit schiffbaren Abschnitten der Ems die Nordsee mit dem Ruhrgebiet. Den Anfang des Kanals und zugleich den südlichsten Punkt bildet der Hafen von Dortmund. Über Münster, Lingen und Meppen verläuft er als ausgebaute Kanalstrecke bis Papenburg. In Datteln ist er mit dem Rhein-Herne-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Wesel-Datteln-Kanal verbunden. Über die Ems gelangen die Schiffe bei Emden in den Dollart und letztendlich in die Nordsee.

Vor allem zur Entlastung der Eisenbahn wurde die Wasserstraße von 1892 an innerhalb von nur sieben Jahren Bauzeit errichtet, zusammen mit dem Alten Schiffshebewerk, das am Ende der Stichstrecke nach Dortmund bei Waltrop und Datteln einen Höhenunterschied überwindet. Auf rund 350 Kilometern Länge wurde zum 100. Geburtstag des Kanals 1999 ein Radfernweg eröffnet, der vom Kanal begleitet von Dortmund bis nach Norden-Norddeich führt.

Detaillierte Streckenbeschreibung im Ruhrgebiet

Diese Beschreibung stellt die offizielle Radroute im Bereich des Ruhrgebiets vor, das zwischen Datteln und Olfen verlassen wird. Schwerpunkt ist daher der Stichkanal zwischen dem Dortmunder Hafen und dem Wasserstraßenkreuz. Etwa 18 Kilometer lang ist der Radweg bis zum Schiffshebewerk, weitere zehn Kilometer verläuft er anschließend durch die Stadt Datteln, bis er an der Alten Fahrt Olfen das Ruhrgebiet verlässt und das Münsterland erreicht. Zumeist auf wassergebundenem Untergrund zum Teil mit Grüninsel in der Mitte verläuft der Radweg auf dem beschriebenen Abschnitt größtenteils direkt am Ufer entlang.

Durch den Startpunkt am Dortmunder Hauptbahnhof drängt sich die Anreise mit dem Zug förmlich auf. Der Bahnhof wird durch die wichtigsten Nahverkehrslinien im Land erreicht, deren Züge üblicherweise Mehrzweckabteile für den Fahrradtransport anbieten. Eine weitere Möglichkeit besteht noch mit der An- und Abreise in Mengede mit RE 3 und S2 und Treffen am Kanal in Höhe Groppenbruch. Die übrigen anliegenden Orte Waltrop, Datteln und Olfen haben keinen Bahnanschluss im Personenverkehr.

Einige Abschnitte werden auf ruhigen Nebenstraßen befahren. Im Raum Datteln werden Bürgersteige für Radverkehr freigegeben oder sind entlang der vielbefahrenen B235 Fahrradspuren markiert. Beschildert ist die Route durch ein sechseckiges Piktogramm mit einem Logo und Rad-Route-Schriftzug.

Am Hauptbahnhof von Dortmund beginnt also die Fahrt. Wer vom Südausgang losfährt, hält sich auf dem Wall rechts und entkommt dem Verkehrsstrom an der nächsten rechts vor dem Harenberg-City-Center in die Bahnhofstraße und danach unter die Brücken hindurch rechts in die Schützenstraße. Vom Nordausgang zur Steinstraße und links darauf abbiegen, woraufhin diese in die Grüne Straße übergeht, nach einigen hundert Metern dann rechts ebenfalls in die Schützenstraße abbiegen. Auf dieser immer geradeaus fahren, bis der Fredenbaumpark erreicht wird. Diesen durchqueren wir in westlicher Richtung, bis wir auf die Weidenstraße kommen. Auf dieser links abbiegen und erstmals den Kanal sehen und überqueren. Dahinter rechts auf den Radweg neben dem Kanalufer abbiegen.

Ein paar Parallelstraßen weiter westlich von der Schützenstraße führt der Sunderweg zum Dortmunder Hafen, dem echten Anfang des Dortmund-Ems-Kanals. Das insgesamt etwa elf Kilometer lange Ufer lässt sich dort nicht mit dem Fahrrad anfahren und Hafenaktivität höchstens von den Brücken beobachten. Der uferbegleitende Radweg endet daher in Südrichtung an der Deusener Straße neben der Feuerwehr. Man stößt schließlich auf das sehenswerte Alte Hafenamt. Das Hafenamt ist ein „blauer Glücksort“ im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit.

Über den Emscherweg ist der Deusenberg erreichbar. Es ist eine renaturierte Mülldeponie, die zu einem Trainingsparcours für Mountainbiker ausgebaut wurde. Doch auch die „normalen“ Fahrer können von oben eine grandiose Aussicht über den Dortmunder Hafen, den Kanal und die weitere Umgebung genießen. Neben dem Berg, auf der anderen Seite der Eisenbahn, liegt die ehemalige Großkokerei Hansa, ein eindrucksvolles Industriemuseum über die Verarbeitung von Kohle in einer einmaligen Kulisse. Über die Hansabahn ist die Kokerei an das im Norden liegende Nahverkehrsmuseum Mooskamp verbunden. Auf der Strecke finden an bestimmten Tagen Pendelfahrten mit einer nostalgischen Straßenbahn statt. Zurück am ersten Berührungspunkt mit dem Kanal lässt sich am anderen Ufer hinter dem Hafen der Malakowturm der Zeche Fürst Hardenberg erblicken. Wir werden später noch einmal auf ihn treffen, sofern Sie meiner blauen Tourempfehlung auf dem Rückweg folgen.

Bergsenkungen und Auswirkungen auf den Kanal

Besonders schön lässt sich an einigen Stellen das Thema Bergsenkung hautnah erleben. Stellenweise ist die Landschaft mehrere Meter tief abgesackt. Der Kanal muss aber zur Wahrung des Wasserstands auf der alten Höhe gehalten werden. Die Folge sind teils hohe Böschungen, die auf unserer Seite abfallen - die früher noch nicht da waren.

Im Sommer spenden viele Alleebäume Schatten. Linkerhand erstreckt sich die mit etwa 200 ha Fläche äußerst ausgedehnte Halde Ellinghausen in Höhe des ersten Sicherheitstores, die aber höchstens etwa zehn bis 15 Meter über der Umgebung hoch liegt. Teile der Halde sind Naturschutzgebiet. Drei Windkraftanlagen mit einer Leistung von je 2000 kW erzeugen elektrischen Strom aus Windkraft. Große Flächen wurden durch das IKEA-Verteilzentrum überbaut.

Sicherheitstor: Es dient dazu, im Falle einer Undichtigkeit oder Bauarbeiten zu verhindern, dass ein Kanal auf ganzer Länge ausläuft. Im Normalfall sind die Sperrtore angehoben und können im Bedarfs- und Notfall schnell abgesenkt werden. Damit wird der betroffene Abschnitt abgeriegelt. Ein derartiger Fall ist vor gar nicht allzu langer Zeit an der Neuen Fahrt bei Olfen aufgetreten.

Immer wieder führen Straßenbrücken mit Stahlfachwerk oder auch mit markantem Stahlbogen über den Kanal und die beiden begleitenden Uferwege. Rechterhand weitet sich der Kanal bald zum Hafen Schwieringhausen. Wir werden auf dem Rückweg daran vorbeikommen. Kurz darauf überquert die Autobahn A2 den Kanal unweit des Autobahnkreuzes Dortmund-Nordwest. Der Radweg verlässt für eine kurze Strecke den Kanal. Im Gewerbegebiet Königsheide verläuft er zwischen der Verladung und Rohstoffspeichern. Wir kommen kurz vom Kanal ab zur Straße Königsheide und folgen rechts dem Weg zurück zum Kanal. Von hier aus ist außerdem die Halde Groppenbruch erreichbar. Sie ist in einem eigenen Beitrag näher beschrieben bzw. Die Windräder markieren den Standort der nördlichen Halde an der Drucksbrücke. Benannt ist jene Kanalbrücke, die einen schönen Stahlbogen besitzt, nach einer Familie Drucks. Der Dortmund-Ems-Kanal macht hier eine markante Kurvenform.

Hinter der folgenden Linkskurve liegt ein Campingplatz. Nutzt man dahinter die Abfahrt vom Deich, so gelangt man auf der Zufahrtsstraße zum Platz automatisch an das Ufer des Leveringhäuser Vogelteichs, der sich hinter den Bäumen erstreckt. Dieser entstand ab 1981 durch Bergsenkungen, im Zuge derer die Ackerflächen langsam unter den Grundwasserspiegel fielen und vernässten. Seit 1989 ist der große Teich ein Naturschutzgebiet und heute nur an wenigen Stellen zugänglich und einsehbar. Das Naturschutzgebiet ähnelt beispielsweise dem ebenfalls in Dortmund befindlichen Bergsenkungsgewässer Pleckenbrinksee.

Zurück auf dem Deich, der für ein Stück als eine Art „Hochufer“ um einige Meter angehoben ist (die Tour ist steigungsarm, nicht aber steigungsfrei), nähern wir uns bereits dem ersten Etappenziel an. Der Kanal weitet sich auf zu den vier Zufahrten zu den Hebewerken und Schleusen: wir erreichen den Schleusenpark Waltrop. Ganz links befindet sich das Alte Schiffshebewerk. Es ist Teil eines lohnenswerten Museums des Landschaftsverbandes mit Freigelände über die Technik des Hebewerks und die Binnenschifffahrt. Direkt daneben befindet sich die Alte Schleuse. Das Schleusenbecken ist heute ein Rad- und Fußweg, die angrenzenden Schleusenhalbinseln können zum Spazierengehen genutzt werden. Die Neue Schleuse ist in Betrieb und folgt unzugänglich an dritter Stelle.

An der Brücke vor dem Alten Hebewerk führt die offizielle Route vom Deich nach links ab und bald rechts zum Hebewerk, das sogar in einem kurzen Tunnel unweit des Eingangs zum Industriemuseum unterfahren wird. Hier, vor der Tür des Industriemuseums, beginnt die schöne Radroute Parkway EmscherRuhr, die zunächst am Rhein-Herne-Kanal entlang und schließlich durch einen Grünzug bis zum Kemnader See in Bochum führt. Zufahrt zu den Abstiegsbauwerken im Schleusenpark Waltrop. Das Schiffshebewerk und das Dattelner Meer sind „blauer Glücksort“ im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit. Unter dem Leitsatz „Fahr raus und tauch ein“ bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier.

Rückweg-Optionen

Wer nicht am anderen Kanalufer zurückfahren möchte, kann über die Grüne Acht und den Parkway EmscherRuhr bis Henrichenburg am Rhein-Herne-Kanal fahren und dort auf den Emscherweg Richtung Dortmund umschwenken. Seit dem Bau des neuen Dattelner Kraftwerks, das auf der Radroute gebaut wurde, muss ein größerer Umweg gefahren werden. Dieser führt auf der Provinzialstraße über den Kanal und an der Ampel rechts. Der Bürgersteig kann stellenweise von Radfahrern mitbenutzt werden. Am ehemaligen Bahnhof Datteln wird die Bahnstrecke unterquert.

Erst nach rund zwei Kilometern biegen wir rechts ab in die Emscher-Lippe-Straße, die auf das ehemalige gleichnamige Bergwerk eingeht. Im Kreisverkehr fahren wir geradeaus, im zweiten ebenfalls, direkt dahinter jedoch links. Anschließend geht es links durch Wohnviertel entlang der Herdieckstraße, Löringhofstraße, Oberschlesienstraße, Beisenkampstraße und Gertrudenstraße bis zum Südring. Hier wird die Halde Emscher-Lippe mit einem sehenswerten Bunker- und Bergbaumuseum unter dem Bergematerial passiert. An der Kreuzung Hafenstraße geht es hinter dieser auf einem kleinen Weg rechts, der auf die Hafenstraße führt. Dann links ab zum Kanalufer an der Abzweigung des Wesel-Datteln-Kanals. Dieser kann an der nahen Schleuse überquert werden. An der Abzweigung beginnt auch die Alte Fahrt Olfen. Die Lippe wird über eine markante Trogbrücke überquert. Genau hier liegt die Grenze zwischen der Stadt, dem Kreis und dem Ruhrgebiet. Der Kreis Coesfeld wird betreten.

Zurück vom Bunkermuseum am Schleusenpark überqueren wir die Brücke unterhalb des Hebewerkes und folgen der Recklinghäuser Straße auf dem begleitenden Radweg. Nach einigen hundert Metern biegen wir rechts in die Straße zur Schwarzen Kuhle ab (hinter der Bushaltestelle). Nun führt der Weg am anderen Ufer wieder zurück. Nach einem längeren geraden Abschnitt mit kurzer Steigung an der Stelle des beidseitigen, bereits kennengelernten Hochuferbereichs folgt die S-Kurve mit dem Sperrtor. Die namensgebende Brücke wird unterfahren und der Hafen Schwieringhausen erreicht. Den haben wir auf dem Hinweg nur aus der Ferne wahrgenommen, da wir hier hinter die Verladung des Gewerbegebiets umgeleitet wurden. Hier grenzt mit der Halde Groppenbruch eine interessante Abraumhalde in der Mengeder Heide mit Aussicht an den Kanal. Jedenfalls wird der kleine Hafen zu ihren Füßen bei gutem Wetter erstaunlich zahlreich zum Angeln, Grillen oder einfach nur Faulenzen auf den Wiesen genutzt.

Abermals unterfahren wir die Brücke der A2. Und weil es gerade so schön ist, Halden zu besuchen, liegt zwischen der Autobahn und dem anschließenden Hafen Minister Achenbach noch eine dritte in Folge - die kreativ benannte Halde Hafen Achenbach. Sie erhebt sich nur wenige Meter über der Umgebung und deckt eine Fläche von ca. 5,5 ha ab. Hafen Schwieringhausen am Fuße der Halde Groppenbruch.

Der Radweg am rechten Kanalufer führt noch weiter, allerdings nicht durchgängig bis zum Ziel. Am Hausacker wird er unterbrochen. Wir halten uns links und fahren bis zur Holthauser Straße. An der nächsten Ampel könnte die Gelegenheit genutzt werden, halb-links (!) der Straße bis zur direkt anschließenden nächsten Kreuzung zu folgen und rechts über die Straße und den Kanal auf das linke Ufer des Kanals zu wechseln. Alternativ geht es halb-rechts auf der nun als Fürst-Hardenberg-Allee bezeichneten Straße weiter. Sie führt nahe am bereits vom anderen Ufer gesehenen Malakowturm Fürst Hardenberg vorbei. Danach geht sie in die Lindenhorststraße über und passiert den Fredenbaumpark am Big Tipi. Das ist ein großes Zelt, das erstmals für die EXPO 2000 in Hannover gebaut wurde und danach in den Fredenbaumpark umgesiedelt ist. Der Fredenbaumpark selbst ist eine große Grünanlage mit einem Teich und einem See und viel Baumbestand.

An der großen Kreuzung mit der Beethovenstraße liegt außerdem das Pumpwerk Evinger Bach. Hier wird das Wasser in die Höhe gepumpt, da es aus eigener Kraft wegen der Bergsenkungen der Vergangenheit nicht mehr bis in die Emscher fließen kann. Ohne das Pumpwerk würde der Dortmunder Norden in einer Seenlandschaft versinken. Und irgendwann kommen wir dann wieder am Hauptbahnhof an.

Die Reize der Strecke

Der Radfernweg verbindet auf seinen 355 Kilometern durch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die beeindruckende Industriekultur des Ruhrgebiets mit der Nordseeküste zwischen Emden und Norden-Norddeich. Diese spannenden Kontraste zwischen Naturerlebnissen und dem geschäftigen Treiben entlang der bedeutenden Wasserstraße, zwischen Landschafts- und Kulturgenuss machen den besonderen Reiz durch Münsterland und Emsland aus. Die Rad-Route entlang des Dortmund-Ems-Kanals ist geeignet für Hobby-und Freizeitradler, wie auch sportlich motivierte Fahrradfahrer. Der Radweg ist gut ausgeschildert.

Faszinierende Landschaften, wunderbare Städte mit ihren Sehenswürdigkeiten, viele Unterkünfte sowie gastronomische Betriebe machen die Rad-Route zum perfekten Urlaubs-und Ausflugsziel. Vom Ruhrgebiet durchs Emsland an die Küste - vom „Dortmunder U“ auf 355 Kilometern mit dem Rad bis zum Fähranleger in Norddeich: Der Dortmund-Ems-Kanal - vor mehr als 125 Jahren angelegt als Transportweg für Kohle, Stahl und Bier - ist heute auch ein 223 Kilometer langes Freizeitgewässer.

Auf den Spuren der Frachtschiffe führt der Radweg entlang des Dortmund-Ems-Kanals von der Ruhrmetropole über Münster, Rheine, Meppen und Papenburg bis zur Nordsee. Radurlaubern bleibt auf der Strecke entlang der Wasserstraße genügend Zeit, um sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Historische Schleusen, Schiffshebewerke, Brücken und Häfen zeugen von der industriellen Bedeutung der Wasserstraße. Museen bieten Einblicke in Textilwirtschaft und Schiffsbau, für die der Dortmund-Ems-Kanal Lebensader war.

Auf steigungsfreien Wegen - ehemaliger Betriebspfade direkt am Kanal - an seinen grünen Ufern begegnen Sie mindestens ebenso vielen Freizeitbooten wie Frachtschiffen. Und mehr als deren Motorengeräusch werden Sie auf der Rad-Route kaum hören, denn die Strecke meidet den Autoverkehr.

Fakten zur Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal

  • 355 Kilometer lang durch Bundesländer (Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen) und Regionen (Ruhrgebiet, Münsterland, Emsland und Ostfriesland).
  • Viele Orte liegen an der Rad-Route.
  • 1999 wurde der Radweg anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Dortmund-Ems-Kanal feierlich eröffnet.

Etappen der Radtour

  • Dortmund - Lüdinghausen: ca. 45 km
  • Lüdinghausen - Münster: ca. 45 km
  • Münster - Rheine: ca. 60 km
  • Rheine - Meppen: ca. 65 km
  • Meppen - Papenburg: ca. 65 km
  • Papenburg - Emden: ca. 60 km
  • Emden - Norden-Norddeich: ca. 50 km

Hinweis: Bedingt durch Sperrung der Friesenbrücke bei Weener gibt es eine alternative Routenführung.

Wissenswertes für Ihre Radtour

Qualität und Streckenführung

Der Radweg führt ausnahmslos durch ebene Landschaften. So geht es im entspannten Wiegetritt auf verkehrsarmen Wegen von Ort zu Ort. Der Radweg verläuft auf beinahe durchgängig asphaltierten Straßen oder befestigten Forst- und Feldwegen. Im Emsland radeln Sie Sie parallel zum Radrundkurs Emsland-Route oder dem Radfernweg Ems-Radweg direkt entlang der Ems (bzw. des Kanals) oder nicht weit von ihr (ihm) entfernt.

Beschilderung

Der Radweg ist durchgängig in beide Richtungen mit dem vom Fahrradclub ADFC empfohlenen Radwegeleitsystem ausgeschildert. Er ist Bestandteil der überregionalen Radwegenetze, die in Nordrhein-Westfalen rot-weiß und in Niedersachsen grün-weiß beschildert sind. Sie erkennen die Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal an dem Einschubschild mit Routenlogo. Es gibt darüber hinaus weitere Themenrouten (wie zum Beispiel den EmsRadweg), die teilweise demselben Verlauf der Radroute folgen oder diesen kreuzen.

Steht unterwegs kein Richtungswechsel an, dann bestätigen Ihnen immer wieder Zwischenwegweiser, dass Sie noch auf dem richtigen Weg unterwegs sind. Zusätzliche Schilder weisen Sie auf Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten hin. In den Regionen Ruhrgebiet, Münsterland und teilweise in Ostfriesland finden Sie das Logo übrigens noch auf den bekannten 6-Eck-Schildern.

Information: Entlang des Kanals kommt es gelegentlich zu Bauarbeiten. Kurzfristige Beeinträchtigungen der Wegequalität sind leider nicht immer auszuschließen. Umleitungen werden über die Kommunen ausgeschildert.

Höhenprofil

Auf dem insgesamt 600 Kilometer langen Wegenetz der Tour gilt es kaum je Steigungen zu bewältigen. Die höchste Erhebung liegt 39 m über dem Meeresspiegel.

Gepäcktransfer

Viele Radurlauber organisieren ihre Tour "vom Pott bis zur Waterkant" selbst. Ein Gepäcktransfer wird unter anderem angeboten von Rückenwind Reisen: 0441 485970, www.rueckenwind.de

Radkarten

Es gibt diverse Radwanderkarten renommierter Verlage zum Radweg, wie zum Beispiel das bikeline-Radtourenbuch vom Verlag Esterbauer oder der Fahrradführer von KOMPASS-Karten. Diese werden in Zusammenarbeit zwischen den Verlagen und den Regionen entlang der Strecke regelmäßig auf Korrektheit geprüft und sind daher besonders zu empfehlen. Die Karten können Sie im Buchhandel sowie über die Tourist-Informationen entlang des Radweges beziehen oder im Internet bestellen.

Planung und Organisation Ihrer Reise

Anreise und Bahnverbindungen

Generell können Sie in jedem Ort am Radweg zwischen Dortmund und Norddeich Ihre Tour beginnen.

Anreise mit dem PKW

Sie können Ihren Wagen für die Dauer der Radreise in der Regel kostenfrei am ersten Hotel stehen lassen.

Anreise mit der Bahn

Folgende Orte am Radweg verfügen über einen Bahnhof: Dortmund, Lüdinghausen, Lünen, Münster, Münster, Greven, Rheine, Salzbergen, Emsbüren, Lingen (Ems), Geeste, Meppen, Haren (Ems), Lathen, Aschendorf, Papenburg, Leer und Emden. Die Regionalzüge der WestfalenBahn verkehren auf der „Emsland-Linie“ im Stundentakt zwischen Emden und Münster. In den Mehrzweckabteilen ist die Mitnahme von Fahrrädern problemlos möglich.

Beste Reisezeit

Die Jahreszeiten sind im Emsland bzw. im Nordwesten Deutschlands nicht stärker ausgeprägt als im Landesinneren. Die klassischen Radurlauber schwingen sich im Frühjahr aufs Rad, strampeln sich durch den Sommer und machen ihren Lieblingsradesel im Herbst „winterfest“. Die beste Reisezeit sind die Sommermonate sowie der September. Beliebt sind zudem das Himmelfahrts- und das Pfingstwochenende.

Wetter und Windrichtung

Da der Radweg zwischen Ruhrgebiet und Nordseeküste ausnahmslos durch ebene Landschaften verläuft, kommt der Wind - als leichte Brise oder je nach Jahreszeit auch mal etwas stärker - in der Regel immer von vorn. Mit etwas Glück treibt Sie der Wind in die richtige Richtung. Zwischen Papenburg und Emden radelt man überwiegend am Emsdeich entlang. Für den Abschnitt ohne jeglichen Wind- und Witterungsschutz greifen viele nur zu gern auf den „eingebauten Rückenwind“ ihres Pedelecs oder E-Bikes zurück.

Packliste

Grundsätzlich gilt wohl zuallererst das Motto „Weniger ist mehr“. Der Platz in den wasserdichten Packtaschen ist begrenzt und zu schwer soll Gepäck, mit dem man umherradelt, nicht sein. Bei der Bekleidung ist es schwierig, nicht zu viel einzupacken. Erfahrungsgemäß wechseln Radfahrer unterwegs die Kleidung seltener als daheim bzw. nutzen in fahrradfreundlichen Unterkünften die Möglichkeit, zu waschen. Man muss nicht gleich einen Outdoor-Laden leerkaufen sondern trägt das, was man zu Hause im Kleiderschrank hat.

Wir empfehlen, u.a. folgende Kleidung einzupacken: Badesachen, Regenhose, Windjacke, Turn- oder Fahrradschuhe, Rad-Handschuhe, Fahrradhelm und / oder Schirmmütze. Zur Fahrrad-Ausstattung gehört unbedingt ein Fahrrad-Schloss und von Vorteil sind Trinkflaschen für die Pausen. Kleinere Pannen unterwegs werden mit einem Pannenset selbst behoben.

Entlang der Rad-Route gibt es im Emsland in jedem Ort Fahrradhändler mit Reparaturwerkstätten, bei denen Zubehör und Ersatzteile gekauft werden können bzw. Schäden am Fahrrad behoben werden. Papiere wie Personalausweis, Bahncard, Jugendherbergsausweis und Reiseversicherungsunterlagen sollten wie Geld und Kreditkarten gut verwahrt werden. Mit dem Fotoapparat oder Handy werden die vielen Eindrücke auf Reisen festgehalten. Ladegerät und Ersatzbatterien bitte nicht vergessen. Das Handy hilft bei der Routenplanung bzw. Navigation entlang der Rad-Route DEK (siehe Emsland-Routenplaner).

Das Emsland: Mehr als nur eine Radtour

Die benachbarte Urlaubsregion im Nordwesten Deutschlands punktet in vielerlei Hinsicht. Das Radeln nach Zahlen auf einem dichten Fahrradknotennetz mit über 2.660 Kilometern ist beliebt. Zudem feiert der Fernradweg, der vom Ruhrgebiet durch das Emsland bis zur Nordsee führt, Jubiläum: Die Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal wird 25, ihr Namensgeber, der Dortmund-Ems-Kanal, wurde 100 Jahre zuvor eröffnet.

Einst angelegt, um Kohle und Stahl, Maschinen und Bier aus dem Ruhrgebiet in alle Welt zu verschiffen, ist die Bundeswasserstraße heute auch ein Freizeitgewässer. Von Münster bis nach Emden sind es vier gemütliche Etappen zwischen 50 und 65 Kilometern: Am Startpunkt beeindrucken die Altstadt und der Prinzipalmarkt sowie das lebendige Treiben der Universitätsstadt rund um das Rathaus. Vorbei am Nassen Dreieck bei Bevergern vorbei führt die Rad-Route durch die Altstadt von Rheine ins südliche Emsland.

Gute Gelegenheiten für eine Rast und ausgedehnte Stadtbummel zu den Sehenswürdigkeiten rund um die markanten historischen Rathäuser bieten Lingen und Meppen. Spätestens in Haren spüren Radler erstmals deutlich das maritime Flair. Zahlreiche Reedereien haben hier ihren Sitz, Schifffahrtsmuseum sowie Maritime Meile machen die Seefahrer-Tradition der Emsstadt erlebbar. Der nächste Hafen am Weg ist bereits ein Seehafen - der südlichste von Deutschland: In Papenburg lohnen die Besichtigung der Meyer Werft und der Maritimen Erlebniswelt.

Die erste Gelegenheit, einen Ostfriesentee zu genießen, gibt es in Leer, dem „Tor Ostfrieslands“. Wer nicht ausschließlich schnurstracks den Spuren der Frachtschiffe folgen möchte, kann den Fernradweg mit dem emslandweiten Fahrradknotennetz kombinieren.

Dieser Radfernweg verbindet auf gut 355 km durch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Industriekultur im Ruhrgebiet mit der Nordsee. Spannende Kontraste zwischen Landschaft und Kultur entlang der bedeutenden Wasserstraße durch das Münsterland und Emsland machen den Reiz dieser Route aus.

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