Drau Radweg: Komoot Strecken

Der Drauradweg verbindet vier Länder - „Italien, Österreich, Slowenien und Kroatien ohne Grenzen, brez meja, senza confini“. Insgesamt 510 Kilometer - 279 davon in Österreich vom ADFC als 5 Sterne ausgezeichnet - schlängelt er sich vom Toblacher Feld in Südtirol nach Varaždin in Kroatien.

Allgemeine Informationen zum Drauradweg

Auf dem klassifizierten Abschnitt in Österreich besitzt der Drauradweg eine einheitliche Beschilderung und ist bestens ausgebaut (Asphalt, Feinschotterbelag). Meist verläuft der Drauradweg entlang des Ufers auf eigenständigen Wegen, manchmal auch auf Nebenstraßen mit wenig Verkehrsaufkommen.

Von Toblach bis nach Völkermarkt ist der Drauradweg auch sehr gut für Kinder geeignet, da die Strecke meist auf Radwegen oder verkehrsarmen Nebenstraßen führt und kaum eine Steigung aufweist.

Anregungen, Lob und Kritik zur Route werden gerne entgegengenommen und an die Routenbetreiber*innen weitergeleitet.

Hier eine allgemeine Beschreibung der offiziellen Drauradweg-Webseiten mit Kurzbeschreibung der Etappen und vielen weiteren Informationen.

Falls jemand Komoot-Aufzeichnungen haben möchte, der kann sich per PN gerne unter Angabe seines Komoot-Users melden, damit die Strecken geteilt werden können.

Erfahrungsbericht einer 7-tägigen Tour

Es gab eine 7-tägige Tour an der Drau von Toblach bis Maribor und danach noch bis Graz. Das wurde direkt nach einer 11-tägigen Dolomiten-Durchquerung auf dem Höhenweg Nr. 9 gemacht.

Mit zunächst kürzeren Strecken und flussabwärts konnte man sich beim Pino-Radeln gut erholen, bevor dann die hügelige Landschaft Sloweniens wieder die volle Beinkraft erforderte. Der Übergang von der Drau zur Mur war dann auch nochmals sehr anstrengend, aber danach konnte man‘s gemütlich ausrollen lassen bis nach Graz.

Insgesamt war das eine herrliche mehrtägige Radtour, sehr zu empfehlen.

Anscheinend überbrücken viele Radtouristen die anstrengendste Etappe von Dravograd bis Maribor per Zug, was die Gesamtstrecke zwar erleichtert, aber man verpasst dadurch auch viel vom slowenischen Teil, der mitunter am schönsten war.

Etappen der Tour im Detail

1. Tag - Toblach bis Lienz - ca. 52 km

Die Jugendherberge in einem ehemaligen Grand Hotel in Toblach ist absolut zu empfehlen. Anfangs gab es leider kalten Nieselregen, aber es wurde im Tagesverlauf sonniger. Diese Gefällstrecke entlang der noch jungen Drau ist sehr einfach mit nur wenigen kurzen Anstiegen, sonst geht‘s immer nur runter bis Lienz. Unterwegs kam ein weiteres Pino-Team entgegen - Rudi_42 aus‘m Forum auf der Rückfahrt von der kroatischen Adria.

2. Tag - Lienz bis Spittal - ca. 82 km

Auch diese Strecke ist sehr flach mit ein paar kurzen Hügeln und verläuft meistens sehr schön entlang der anwachsenden Drau, die wegen den vielen Regen- und Schneefällen der letzten Tage viel Wasser führte, aber nirgends über die Ufer trat. Unterwegs wurde einem Single-Bike Pärchen mit der Luftpumpe für den Schlauchwechsel ausgeholfen.

Eine andere, interessantere Begegnung war ein Radler, der sich trotz der Ankunft an seinem Rastplatz nicht aus dem Schlaf bringen ließ, als wir vesperten und uns dabei unterhielten. Als er erschrocken aufwachte, aber nichts sagte, wunderte man sich etwas. Im Lauf der Zeit stellte sich raus, dass er taub und stumm war, und man war wohl zu blind, um das rechtzeitig zu bemerken.

3. Tag - Spittal bis Mühlbach im Rosental (hinter Villach) - ca. 64 km

Mit mehr Urlaubstagen könnte man in diesem Abschnitt ein paar Umwege zu den Kärntner Seen machen (u.a. Millstätter, Ossiacher, Wörther). Aber auch der Radweg entlang der Drau ist echt klasse. Nach Villach gibt‘s eine Umleitung mit Anstiegen, die schon länger zu bestehen scheint.

4. Tag - Mühlbach bis Völkermarkt - ca. 70 km

Kühl und neblig startete dieser Radeltag, das Ufer der Drau war richtig mystisch, nur die Fernsicht auf die Umgebung war dadurch doch sehr eingeschränkt. Später wurde es dann wieder sonnig, aber der kühle Gegenwind blies den ganzen Tag von Osten. Die Drau wird zunehmend aufgestaut zur Stromgewinnung durch Flusskraftwerke und wird so selbst zu einer Seen-/Flusslandschaft, allerdings einer künstlichen mit befestigten Uferböschungen.

Dementsprechend gibt‘s auch so gut wie kein Wassersport, da dieser in den Stauseen verboten ist, und leider kaum Wasservögel, zumindest zu dieser Jahreszeit. Der Radweg auf den Dämmen und Uferwegen verläuft dennoch herrlich.

Einen Abstecher in die „Büchsenmacherstadt“ Ferlach kann man sich getrost sparen, das hat sich nicht gelohnt. Stattdessen ist die Alte Draufähre ein Halt wert, nur war sie gerade auf der anderen Seite als man dort vorbeikam.

Bei Völkermarkt verpasste man einen schönen Anstieg zur Stadt auf einem Panoramaweg. Die Alternative entlang der vielbefahrenen Hauptstrasse ist nicht empfehlenswert, dann doch lieber nochmals umdrehen. Dieses Städtchen ist außerhalb der Hochsaison (oder vielleicht überhaupt?) sehr verschlafen.

5. Tag - Völkermarkt bis Kovačjia (vor Maribor) - ca. 83 km

Nun wurde es so richtig hügelig und anstrengend vor sowie nach der slowenischen Grenze. Von der Drau sieht man nicht mehr so viel, da sich der Radweg öfters davon entfernt. Eine tiefe Schlucht konnte unter einer neuen hypermodernen Schnellzugbrücke überquert werden, eine andere auf einer luftigen Hängebrücke. In Slowenien wurden die Sträßchen nach Davograd dann etwas ruppiger, aber der Schlußanstieg zu einer tollen Unterkunft in einer 200-Jahre alten Schmiede war dann wieder herrlich.

Die Gastfreundschaft der Hauswirtin war überaus herzlich und sie kochte ein vorzügliches, mehr als ausreichendes Abendessen, und das sogar vegan.

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