Entdeckungstouren auf zwei Rädern: RurUfer-Radweg, Vennbahn und EuroVelo 5

Eine Fahrt auf dem RurUfer-Radweg bietet Dir viel Abwechslung. Verschiedene Schleifen, imposante Sehenswürdigkeiten, eine einzigartige Natur und die wechselvolle Geschichte einer Landschaft im Wandel sorgen für viel Abwechslung auf Deiner Tour auf dem RurUfer-Radweg durch das Hohe Venn, die Erlebnisregion Nationalpark Eifel, die Jülicher Börde, das Heinsberger Land und die Niederländische Mündung bei Roermond. Besonders für Familien und Gruppen hat der RurUfer-Radweg einiges zu bieten. Zahlreiche Naturschauspiele, Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und gastronomische Betriebe erwarten Dich bereits.

Zu zweit einfach mal wieder raus und die wunderschöne Natur zwischen der Rurquelle im Hohen Venn und der Rurmündung bei Roermond genießen. Ob in der Natur, am See oder im Museum - für Kinder wird es hier nie langweilig. Für Familien bietet der RurUfer-Radweg viel Abwechslung und spannende Erlebnisse. Radfahren in der Gruppe ist ein besonderes Erlebnis. Erst recht auf dem RurUfer-Radweg, denn hier gibt es für jedes Interesse viel zu sehen und zu unternehmen.

Der RurUfer-Radweg durchquert in seinem Verlauf von Belgien über Deutschland bis in die Niederlande zahlreiche Regionen, die Du aufgrund ihrer besonderen Natur, erlebnisreichen Geschichte und einladenden Ausflugszielen jede für sich auf vielfältige Weise erkunden kannst. Der Startpunkt Deiner Tour liegt beim Signal de Botrange, dem im Hohen Venn gelegenen höchsten Punkt Belgiens im Quellgebiet der Rur. Bei Deiner Fahrradtour auf dem RurUfer-Radweg erlebst Du in der Erlebnisregion Nationalpark Eifel viele unterschiedliche Landschaften und beeindruckende Erlebnisse.

Die Jülicher Börde ist eine Landschaft am Nordrand der Eifel. Gemeinsam mit der Zülpicher Börde bildet sie den westlichen linksrheinischen Teil der Niederrheinischen Bucht. Im Heinsberger Land ist die Landschaft wunderbar flach und der Horizont scheint unendlich. Saftgrüne Wiesen, goldgelbe Felder und idyllische Flussauen streicheln die Seele. Der RurUfer-Radweg begleitet die Roer (niederländische Schreibweise für die Rur) bis hin nach Roermond, wo die Rur/Roer final in die Maas mündet.

Die Regionen entlang der Rur unterlagen in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten einem stetigen Wandel. Industrialisierung, Kriege und letztlich die Natur haben jeweils tiefe Spuren hinterlassen. Auf Deiner Fahrt entlang des RurUfer-Radwegs begegnest Du vielen Zeitzeugen des Wandels, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat. Die Strecke entlang des RurUfer-Radwegs führt Dich an vielen Ausflugszielen vorbei, bei denen es sich wirklich lohnt, einmal vom Rad abzusteigen und diese zu erkunden.

Dazu zählen unter anderem die Zitadelle in Jülich, die Fachwerkstatt Monschau, das Jugendstilkraftwerk in Heimbach sowie viele mehr.

Vennbahn: Radfahren auf historischen Bahntrassen

Unterwegs auf einem Vier-Sterne-Radweg und der Radroute des Jahres 2023. Die Vennbahn ist nicht nur für deren Projektmanager Hendrich ein Geschenk und ein veritabler Grund zur Freude, sondern für alle, die entspanntes Dahinrollen lieben - auf beinahe perfekten Wegen durch eine höchst abwechslungsreiche Landschaft. Die ehemalige Bahnstrecke, die in den 1880er-Jahren erbaut und 2001 stillgelegt wurde, führt von Aachen durch das Hohe Venn in Ostbelgien und endet in Troisvierges in Luxemburg.

Das Teilstück in Belgien ist 2023 als Europas Fahrradroute des Jahres ausgezeichnet worden. Und die Vennbahn wurde jüngst einmal mehr vom ADFC mit vier von fünf Sternen ausgezeichnet - so eine gute Bewertung bekommen nur ganz wenige Fernradwege. Schon bald nach dem Start in Aachen sind wir uns einig, dass wir fünf Sterne vergeben hätten. Die Route führt durch dichte Mischwälder.

Kleine Bäche, ja sogar Wasserfälle plätschern und rauschen die Hänge hinunter, die Rur mäandert in zahlreichen Schleifen durchs Tal. Wer früh im Jahr unterwegs ist, erlebt die einzigartige Narzissenblüte Ostbelgiens, die die sanft gewellte Hügellandschaft in ein leuchtendes Gelb taucht. Wir sind im Mai auf Tour, die meisten Narzissen sind verblüht, dafür springt der Löwenzahn ein und flankiert die Vennbahn, während nur ein paar Pedalumdrehungen weiter die Ausläufer des Hohen Venns die Kulisse bilden.

Das Hohe Venn ist eine urwüchsige und in Mitteleuropa einzigartige Moor- und Heidelandschaft, die man sonst nur in nördlicheren Breitengraden oder deutlich höheren Lagen findet. Das Hochmoor gehört zum Naturpark Hohes Venn-Eifel, Biber, Luchse und sogar Wölfe haben sich dort wieder angesiedelt. Mit Christoph Hendrich treffen wir uns in der Brasserie Belgium Peak Beer, der höchstgelegenen Bierbrauerei Belgiens - nur ein paar Pedalumdrehungen vom Signal de Botrange entfernt, dem mit 694 Metern höchsten Berg Belgiens. Na ja, es ist eher ein Hügel als ein echter Berg.

Überhaupt ist die Landschaft ein bisschen so etwas wie ein „Teletubbie“-Land, nur ohne diese quietschbunten, piepsenden und leicht beschränkten Figuren aus der Kinder-Fernsehserie. Ein wenig erinnern die grünen Hügel auch ans Auenland aus dem Herrn der Ringe - nur eben ohne Hobbits. Zuhause ist hier die deutschsprachige Gemeinschaft der Ostbelgier, gerade einmal 70.000 Menschen in neun Gemeinden, und dennoch ist Deutsch anerkannte dritte Amtssprache in Belgien - neben Niederländisch in Flandern und Französisch in der Wallonie.

Es ist schon ein wenig kurios, wenn man durch Ostbelgien rollt, man weiß nie so recht, woran man ist. In einem Dorf wird Deutsch gesprochen, im nächstgelegenen Weiler Französisch. „Lustig wird’s“, sagt Jacques, in dessen Garage wir uns während eines Regenschauers unterstellen dürfen, „wenn man sich in jemanden aus dem Nachbardorf verliebt, wo die andere Sprache gesprochen wird, dann muss man schnell entweder Deutsch oder Französisch lernen.“

„Das Besondere an der Vennbahn“, sagt Christoph Hendrich, „ist eben auch, dass sie drei Länder, verschiedene Kulturen und Sprachen miteinander verbindet. Man überquert 14-mal die Grenze, auch das macht die Vennbahn so einzigartig.“ Und er hat sich festgelegt: „Am schönsten finde ich den Abschnitt zwischen Küchelscheid und Sourbrodt. Hier ist die Landschaft unglaublich abwechslungsreich und man erlebt auf diesem Teilstück ganz besonders, dass man auf einer alten Eisenbahntrasse unterwegs ist.“

EuroVelo 5: Auf dem Weg in die Ardennen

Bei Sankt Vith heißt es Abschied nehmen von der Vennbahn. Ein bisschen Wehmut kommt schon auf, aber das verfliegt rasch. Denn auch in Richtung Ardennen führt die Route entweder über kleine verkehrsarme Straßen oder über die sogenannten RAVel. RAVel steht für „Réseau Autonome de Voies Lentes“ und bedeutet übersetzt so viel wie „Autonomes Netz für langsam fließenden Verkehr“.

Alles, was motorisiert ist, hat auf den RAVeL nichts zu suchen und deshalb ist es ein genauso entspanntes Dahinrollen wie auf der Vennbahn - so ein bisschen wie Yoga auf zwei Rädern. Aber ehrlich gesagt haben wir den Abstecher auch deshalb gemacht, weil die Brasserie Lupulus nun mal nicht an der Vennbahn liegt, sondern in Courtil - auf dem Weg nach Bastogne, wo wir auf den EuroVelo 5 stoßen.

Wir rollen weiter in Richtung Houffalize, ins wunderschöne Tal der Ourthe. Ein Biber schiebt sich langsam durch den Fluss, ein Bussard dreht am Himmel seine Runden. Im Schatten der Kirche und hübschen Natursteinhäuser sitzen die Menschen und tun das, was sie in der Wallonie besonders gut können: es sich bei einem Spezialbier oder einem leckeren Abendessen so richtig gutgehen lassen. Dabei lag hier vor knapp 80 Jahren fast alles in Schutt und Asche.

Auch Houffalize wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, als die Allliierten die Ardennenoffensive der deutschen Wehrmacht zurückschlugen. Aber fast überall in den Ardennen wurden anschließend die zerstörten Häuser originalgetreu wieder aufgebaut. Bastogne steht wie kein anderer Ort in der Wallonie für Krieg, für unermessliches Leid und den Tod vieler Menschen; allein 20.000 US-Soldaten verloren bei der „Battle of the Bulge“ im Winter 1944/45 ihr Leben. Heute erinnern das Bastogne War Museum und das angegliederte Mardasson Memorial an die Schrecken des Krieges.

Radsportfreunde verbinden mit dem Ort eher das Radrennen Lüttich-Bastogne-Lüttich, eines der sogenannten fünf Monumente des Radsports. „La Doyenne“, ist das älteste noch ausgetragene Radrennen der Welt und unzählige Legenden ranken sich um den Eintagesklassiker. So wie die Geschichte über den ersten Sieger Leon Houa im Jahr 1892, der die letzten 10 Kilometer in Richtung Lüttich quasi einbeinig absolvieren musste, nachdem ihm ein Pedal abgebrochen war.

Die Abfahrten genießen wir gemeinsam, zum Beispiel die hinunter nach La Roche-en-Ardenne. Die malerische Kleinstadt mit der alles überragenden Burgruine gilt als Perle der Ardennen. Kaum zu glauben, dass auch in diesem Bilderbuchstädchen einst kaum ein Stein auf dem anderen geblieben war.

Als wir früh am nächsten Morgen aufbrechen, wabern dichte Nebelschwaden über der Ourthe. Stare geben ihr Morgenkonzert, ein Fischreiher segelt über das Tal. Ein paar Angler sitzen schweigend am Ufer. Für einen von ihnen scheint es auch noch zu früh zu sein, er ist einfach vorne übergekippt und schläft. Die Sonne schickt die ersten Strahlen durch den Morgennebel und in der Altstadt von Marche-en-Famenne strahlt sie bereits aus einem wolkenlosen Himmel.

Nach einem steten Auf- und Ab rollen wir schließlich hinunter nach Dinant an die Maas und von dort aus weiter entlang des Ufers in Richtung Namur. Unsere Reise auf der Vennbahn und dem EuroVelo endet in Namur. Mit dem Zug nach Lüttich und ab dort auf dem EuroVelo 3 geht es zurück nach Aachen.

Flamingoroute: Ein Hauch von Exotik im Münsterland

Flamingos in Deutschland - auf den ersten Blick scheint einem der Name dieser erlebnisreichen Radtour merkwürdig vorzukommen, doch spätestens im Zwillbrocker Venn wirst du die Namensgebung verstehen. Ja, es gibt sie wirklich im Münsterland: die nördlichste Flamingo-Brutkolonie in Europa. Die mehr als 50 Flamingos im Zwillbrocker Venn machen die Radtour auf der Flamingoroute zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Doch nicht nur die rosa Vögel sind ein Highlight.

Jeder der zahlreichen Naturräume entlang der Route hat so seine Besonderheiten. Erlebe die traumhaften Landschaften der Regionen mit all ihren einzigartigen Facetten und genieße die Ruhe in der unberührten Natur. Auf 473 ausgeschilderten Kilometern erlebst du eine erfrischende, abenteuerliche und zugleich exotische und geheimnisvolle Tour mit dem Fahrrad. Die Rundtour ist ein wahres Erlebnis durch die unglaubliche Vielfalt der Naturräume und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Viele der Schutzgebiete sind Heimat für ganz besondere Pflanzen und Tiere. Die Landschaft ist geprägt durch Feuchtwiesen, Moor- und Heidelandschaften sowie flachen Seen. Moor und Heide soweit das Auge reicht, mit vielen botanischen Besonderheiten wie dem Weißen Schnabelried, dem Lungenenzian und der Moorlilie.

Eifel-Ardennen-Radweg: Grenzenlos entspannt radeln

Der Eifel-Ardennen-Radweg führt von Prüm bis St.Vith (Ostbelgien). Entspanntes Radfahren auf einer alten Bahntrasse. Auf dieser Radtour auf dem Eifel-Ardennen-Radweg durchqueren wir ganz entspannt Landesgrenzen und Zeitepochen. Die deutsch-belgische Grenzregion erlebte in den letzten Jahrhunderten eine wechselhafte geopolitische Geschichte, die man auf der Strecke zwischen dem belgischen St. Vith und dem deutschen Städtchen Prüm hautnah erleben kann.

Die Tour führt über eine ehemalige Bahntrasse, die zu Kaiserzeiten gebaut wurde. Sie ist noch heute ein Symbol der engen Verbundenheit dieser Region im Herzen Europas. Grenzenlos verbindet der heutige Radweg auch geografisch das Gebirgsplateau der Ardennen mit der Eifel - im Naturpark Hohes-Venn-Eifel. Auch konditionell bringt die Tour den Radfahrer nicht an seine Grenzen: Ohne große Anstrengungen lassen sich die 36 km steigungsarm bewältigen.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde der Marktflecken Bleialf im Zusammenhang mit einem Bergwerk urkundlich erwähnt. Im Frühling und Sommer entdeckt man mit ein wenig Glück am Wegesrand u.a. eine bunte Vielfalt wilder Orchideen.

Übersicht der Radwege

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die wichtigsten Informationen zu den vorgestellten Radwegen:

Radweg Länge Region Besonderheiten
RurUfer-Radweg Variabel Belgien, Deutschland, Niederlande Abwechslungsreiche Landschaften, historische Städte
Vennbahn 125 km Aachen - Troisvierges Bahntrassenradweg, Hohes Venn
EuroVelo 5 Ca. 400 km (in Belgien) England - Rom RAVeL-Wege, Ardennen
Flamingoroute 473 km Enschede - Borken Zwillbrocker Venn, Flamingos
Eifel-Ardennen-Radweg 36 km Prüm - St. Vith Bahntrassenradweg, deutsch-belgische Grenze

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