Therapiedreiräder: Mehr Mobilität und Lebensqualität

Kinder, die durch einen Unfall oder eine Behinderung nicht auf einem normalen Fahrrad fahren können, gewinnen durch Therapiedreiräder ein Stück mehr Mobilität und Lebensqualität. Fahrradfahren ist mit einem Dreirad auch für solche Kinder wieder machbar, die aufgrund ihres Gewichtes vor bestimmte Herausforderungen gestellt werden. Therapiedreiräder bieten eine tolle Möglichkeit, sich selbst mobil fortbewegen zu können und geben so ein Stück Freiheit zurück.

Was ist ein Therapiedreirad?

Ein Therapiedreirad ist ein Bike, auf dem das Kind sehr bequem Platz nehmen kann. Um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, ist der Einstieg sehr tief angesetzt. Aufgrund der drei Räder steht es von alleine. So besteht sowohl beim Auf- und Absteigen als auch während der Fahrt keine Gefahr, dass das Dreirad kippen könnte. Stabilität und Sicherheit sind bei diesem Typen besonders wichtig und stehen daher auch an erster Stelle. Dabei geht es nicht nur um die Standfestigkeit des Dreirads an sich.

Auch der Oberkörper des Kindes kann während der Fahrt durch den Sitz stabilisiert werden. So muss es sich während der Fahrt nicht auf seine Balance konzentrieren und fällt nicht herunter. Das Kind bekommt ein besonders sicheres Fahrgefühl vermittelt und kann ohne Bedenken durch die Gegend radeln und die Fahrt genießen.

Vorteile von Therapiedreirädern

  • Mehr Mobilität und Lebensqualität
  • Sicheres Fahrgefühl
  • Stabilität und Standfestigkeit
  • Förderung sozialer Kontakte

Finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse

Ein Therapiedreirad bringt also viele Vorteile mit sich, aber natürlich auch zusätzliche Kosten. Ein Therapiedreirad ist in der Regel jedoch eine Investition. Daher fragen sich viele, ob es eine Möglichkeit gibt, von der Krankenkasse finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die Antwort ist: Ja, aber es ist nicht ganz einfach! Tatsächlich kann es eine große Herausforderung sein, die Krankenkasse von einer Bezuschussung eines Therapiedreirads zu überzeugen. Hier können Stiftungen oder Berufsgenossenschaften helfen.

Tatsächlich ist es so, dass es im Sozialgesetzbuch einen Paragraphen dazu gibt (Laut § 33 Abs 1 SGB V). Dieser besagt, dass Versicherten ein Anspruch auf Hörhilfen, Körperersatzstücke sowie orthopädische und anderweitige Hilfsmittel zusteht. Mit all diesen Hilfsmitteln soll der kontinuierliche Erfolg einer Krankenbehandlung beibehalten, einer möglichen Behinderung vorgebeugt oder eine bestehende Behinderung ausgeglichen werden.

Dazu gibt es auch eine Liste, hier ist es jedoch nicht entscheidend, ob sich das gewünschte Hilfsmittel auf dieser befindet. Es ist vielmehr ein Leitfaden zur Hilfestellung als eine streng festgelegte Regel. Des Weiteren muss bei diesen Hilfsmitteln darauf geachtet werden, dass sie zum einen natürlich zweckmäßig, ausreichend und wirtschaftlich sind. Zum anderen sollen sie jedoch auch nicht über das Notwendige hinausgehen.

Therapiedreiräder für Kinder und Jugendliche

Im Falle eines Therapiedreirads für große Kinder werden andere Maßstäbe angesetzt. Ist das Kind, eine Jugendliche oder ein Jugendlicher nicht älter als 15 Jahre und somit noch in der Entwicklungsphase, ist die Krankenkasse Kostenträger. Die Eltern müssen aber einen Selbstkostenanteil zahlen.

Kindern mit Behinderung wird durch ein Dreirad die Möglichkeit gegeben, an der klassischen Lebensgestaltung von Kindern in ihrem Alter teilhaben zu können. Hier werden also auch soziale Lernprozesse mit bedacht, die zu den Grundbedürfnissen gehören. Es ist gerade in diesem Alter wichtig für die Entwicklung, soziale Kontakte aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Einer sozialen Isolation wird so entgegengewirkt.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

Damit die Krankenkasse die Anschaffung eines Therapiedreirads unterstützt, müssen aber einige Bedingungen erfüllt sein: Zunächst einmal muss natürlich eine medizinische Begründung vorliegen. Sie müssen der Krankenkasse schildern, welchen Nutzen das Therapiedreirad für Ihr Kind haben wird. Anhand von Videos oder Fotos können Sie den Unterschied in der Bewegung mit und ohne Therapierad dokumentieren und verdeutlichen.

Unterstützung können Sie natürlich auch von Ihrem Arzt bekommen. Lassen Sie sich von ihm ein ausführliches ärztliches Attest ausstellen. Aus diesem sollte die Diagnose und die Notwendigkeit sowie der Nutzen eines konkreten Therapiedreirads inklusive der Hilfsmittelnummer hervorgehen. Ist Ihr Kind auf weiteres Zubehör am Therapiedreirad angewiesen, sollte auch dieses genannt werden.

Antragstellung bei der Krankenkasse

Aber wie genau sollten Sie bei der Antragsstellung vorgehen? Zunächst sollten Sie sich mit einem Experten treffen und die Bedürfnisse Ihres Kindes schildern. Dieser kann Ihnen ein passende Modelle heraussuchen, damit Ihr Kind eine Probefahrt machen kann und die beste Lösung gefunden werden kann. Am besten machen Sie während der Fahrt ein Video und Fotos. Der Händler kann Ihnen einen Kostenvoranschlag ausstellen. Bildmaterial, Kostenvoranschlag und ein ausführliches Attest können nun dem Antrag beigefügt werden.

Für diesen verfassen Sie außerdem noch ein persönliches Anschreiben, in dem Sie erklären, wieso ein Dreirad für Ihr Kind notwendig ist. Wenn Sie möchten, können Sie auch persönlich bei Ihrer Krankenkasse vorsprechen.

Tipps für die Antragstellung

  • Medizinische Begründung: Die richtige medizinische Begründung des Antrags ist essenziell. Es muss eine nachvollziehbare Indikation vorliegen, also ein medizinische Grund.
  • Bildmaterial: Dokumentieren Sie den Unterschied in der Bewegung mit und ohne Therapierad. Machen Sie Bilder und Videos und fügen Sie diese Bilder später Ihrem Antrag zu, um darzustellen welchen unmittelbaren Nutzen das Therapierad hat.
  • Details: Lassen Sie den behandelnde Arzt das Rezept möglichst detailliert verfassen, weisen Sie ihn wenn nötig darauf hin.

Checkliste für den Antrag

  • Eine Probefahrt
  • Ärztliche Verordnung (Rezept)
  • Kostenvoranschlag eines Händlers
  • Erprobungsbericht
  • Stellungnahme vom Arzt oder Ergotherapeut
  • Fotos / Video von der Testfahrt
  • Ein persönliches Anschreiben

Dreiräder für Erwachsene

Mit einem Dreirad können körperlich beeinträchtigte Menschen mobil und aktiv bleiben. Damit bleiben Menschen mobil, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder wegen Parkinson nicht mehr mit einem normalen Fahrrad unterwegs sein können - schlicht, weil sie nicht mehr in der Lage sind, das Gleichgewicht zu halten. Mit einem Gefährt auf drei Rädern bleiben die Menschen hingegen mobil.

Mehr noch: "Wer nach einem Schlaganfall auf einer Seite gelähmt ist, für den können wir beim Dreirad Gangschaltung, Klingel und die Bedienung des Motors auf der stärkeren Seite anbringen", sagt Florian Willms.

Vorteile von Dreirädern für Erwachsene

  • Stabilität und Sicherheit
  • Ermöglichen Mobilität bei Gleichgewichtsproblemen
  • Anpassung an individuelle Bedürfnisse möglich

Spezielle Dreirad-Modelle

pfautec steht für Qualität „made in Germany“. Das heißt bei uns, keine Kompromisse, wenn es um die Sicherheit geht. Die bewährten, therapiegeeigneten Fahrräder/Spezial-Dreiräder für Erwachsene werden von der Konstruktion bis zur vollständigen Montage komplett im eigenen Haus produziert.

Tandem-Dreiräder

Der Hauptvorteil des Tandem-Copilot 3 im Vergleich zum anderen Copilot ist seine zusätzliche Stabilität. Dank des dritten Rades können beide Fahrer sitzen bleiben, auch wenn das dreirädrige Tandem steht. Auch das Auf- und Absteigen ist einfach, da dieses Tandem sehr stabil ist. Um beim Auf- und Absteigen mehr Platz zu haben, kann der vordere Teil heruntergeklappt werden.

ADFC: Engagiert für Radfahrer*innen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen.

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