Dreirad-Autos für 16-Jährige: Legal und sicher unterwegs

Am Anfang liest es sich wie ein Aprilscherz, doch die Firma Ellenrieder aus Dösingen meint es mit seinen Umrüstungen ernst. Dabei zielt das Unternehmen aus dem Allgäu vor allem auf besonders junge Kunden ab.

Der Ellenator: Ein Auto für junge Fahrer

Der Ellenator: Erfunden hat das skurrile Dreirad der Allgäuer Piaggio-Händler Wenzel Ellenrieder aus Dösingen. Er wollte ein Auto bauen, das als Dreirad gilt, aber die Ausstattung eines normalen Wagens hat. Ellenrieder nutzt für seine Umbauten einen kleinen Nebensatz im Gesetzestext aus.

Der Vater des Ellenator, Wenzl Ellenrieder, nutzt für seine Umbauten einen kleinen Nebensatz im Gesetzestext aus. Die vierrädrigen Dreiräder tragen seit dem 22. November 2014 den Namen Ellenator. Ellenrieders Werkstatt steht in Dösingen, Gemeinde Westendorf im Ostallgäu.

Als Basisfahrzeuge dienen ihm ausrangierte Kleinwagen der VW-Polo-Familie, zwei bis maximal vier Jahre alt. Neben dem Wolfsburger Modell also auch der Ibiza von Seat und der Fabia von Skoda. Auch die Motoren kommen von den Herstellern, werden von Ellenrieder jedoch auf rund ein Drittel der Ursprungsleistung gedrosselt.

Wie funktioniert der Umbau?

In erster Linie nutzt das Unternehmen vor allem den VW Polo sowie seine baugleichen Brüder wie den Seat Ibiza und Skoda Fabia. Zum lässigen Dreirad werden diese Fahrzeuge durch eine neu konstruierte Hinterachse, mit ihr rücken zwei 14 Zoll Räder bis auf einen Abstand von 46,5 Zentimeter enger zusammen.

Um das Dreirad aber legal mit einem Führerschein der Klasse A1 fahren zu dürfen, muss allerdings noch die Motorleistung via Softwareänderung auf 20 PS angepasst werden. Vorzugsweise nutzt Ellenrieder hier die Fahrzeuge mit 1.0 und 1.2er Benzinmotor die bereits werksseitig nicht allzu leistungsstark sind.

Das Stichwort innerhalb der L5e-Definition lautet "Doppelrad": "Zwei auf einer Achse montierte Räder, die als ein Rad angesehen werden und bei denen der Abstand zwischen den Mittelpunkten der Aufstandsflächen der Reifen auf der Fahrbahn 460 mm oder weniger beträgt."

Technische Details und Fahrverhalten

Auch, weil der kleine Vierzylinderbenziner des Dreirads mit 15 kW/20 PS auskommt. Nach dem Umbau ist der Ellenator aber noch immer bis zu 90 Stundenkilometer schnell, darf aber nur noch 300 kg Zuladung erhalten. Das reicht immerhin für eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und den Transport von bis zu 300 Kilogramm Zuladung.

Der Abstand zwischen den Mittelpunkten der Aufstandsflächen der Ellenator-Reifen auf der Fahrbahn beträgt 460 mm oder weniger. Gleichzeitig wirken die geschlossenen hinteren Radkästen regelrecht aerodynamisch optimiert.

Sieben Airbags, ABS, ESP - alles auf Pkw-Niveau. Ein gefährlich lahmes Hindernis für andere Verkehrsteilnehmer ist er mit bis zu 90 km/h nicht einmal auf der Landstraße.

Sicherheit und Führerschein

Der große Vorteil ihrer Dreiräder ist nämlich, dass sie bereits ab einem Alter von 16 Jahren gefahren werden dürfen. Ein Führerschein der Klasse A1 genügt. Alle Sicherheitsfeatures des Basisfahrzeugs sind ebenfalls vorhanden. Zu ihnen zählen beispielsweise das ABS oder die serienmäßigen Airbags. Schon ab 16 darf man mit dem „kleinen“ A1-Motorradführerschein ans Steuer des Ellenators - dank einer 2013 eingeführten Gesetzesänderung.

Die Jugendlichen, die das Auto fahren, machen ihren Führerschein auf zwei Rädern. Jeder Ellenator-Kunde bekommt von ihm einen Fahrschul-Gutschein über 100 Euro, um Erfahrung zu sammeln. In der Werkstatt steht ein Fahrschul-Ellenator. Er wirbt mit „Fahren ab 16“ auf der Motorhaube.

Kosten und Verfügbarkeit

Die Preise für den Ellenator sind abhängig vom Wert des umgebauten Basisfahrzeugs, sie starten bei 10.490 Euro. Einen bereits fertig umgebauten Ellenator gibt es ab einem Basispreis von 10.490.- Euro. Wer ein passendes Basisfahrzeug mitbringt, bekommt den Umbau inkl. TÜV-Abnahmen für rund 5.500 Euro. Wer ein geeignetes Grundauto besitzt, kann allein den Umbau in Auftrag geben, die Kosten belaufen sich dann auf rund 5.000 Euro. Darin enthalten ist eine fünfjährige Garantie auf den Umbau.

Die gesamte Umrüstung dauert ca. Der 5.580 Euro teure Umbau des Fiat 500 mit 1,2 Liter großem Saugbenziner beinhaltet nicht nur das nach innen Verlegen der Hinterräder.

Alternativen zum Ellenator

Es kommt aber auf die passende Führerscheinklasse wie etwa AM, A1, 1b, 3 oder B sowie das passende Gefährt an. Wir zeigen ein Fiat-500-Dreirad mit vier Rädern und andere Ersatz-Autos.

Ein Fahrzeug, das bereits von 15 Jahre jungen Fahrern mit dem Führerschein der Klasse AM geführt werden darf, ist der Renault Twizy 45. Der fahrende Mix aus Pkw und Roller wird von einem fünf PS starken Elektromotor angetrieben und ist bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnell. Der Grundpreis beträgt 6.950 Euro zuzüglich der Batteriemiete, die mit monatlich zwischen 50 und 164 Euro zu Buche schlägt.

Ebenfalls aus Frankreich stammt das Leichtfahrzeug Aixam City. Mithilfe seines acht PS starken Zwei-Zylinder-Dieselmotors schafft es 45 Kilometer pro Stunde. Der, wie der Twizy 45, mit der Führerscheinklasse AM fahrbare Aixam kostet ab 11.290 Euro.

Aus dem Hause Microcar kommt der MGO für Führerschein-Frühstarter infrage. Hier sorgen 5,5 PS für eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde.

AM und A1 Führerschein

Der AM-Führerschein ist eine Fahrerlaubnis der Klasse M, die dem Inhaber gestattet, bestimmte Fahrzeuge zu fahren, die eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Seine Kosten belaufen sich auf etwa 600 bis 900 Euro. Um ihn zu erwerben, musst du mindestens 15 Jahre alt sein und eine theoretische sowie praktische Prüfung bestehen. Besitzer dieses Führerscheins dürfen Leichtkraftfahrzeuge, Mopedautos und Microcars sowie E-Autos ab 16 Jahren fahren.

Jugendliche ab 16 Jahren können dann den sogenannte A1-Führerschein erwerben. Mit diesem ist es möglich, leichte Motorräder mit einem Hubraum von bis zu 125 ccm zu fahren. Außerdem berechtigt er zum Führen des Ellenators, einem umgebauten Fiat 500. Erlaubt sind Zweiräder bis 11 kW (15 PS) und Autos bis 15 kW (20 PS).

Fiat 500 Ellenator

Beim Ellenator handelt es sich um einen umgebauten Fiat 500, der nominell als Dreirad eingestuft ist. Während der normale Fiat 500 zwischen 70 und 118 PS haben kann, ist der Ellenator auf 20 PS gedrosselt, sodass er von 16-Jährigen gefahren werden darf. Mit dem Fahrzeug lassen sich bis zu vier Personen befördern. Wie auch das Original hat der Ellenator Airbags sowie ABS und ESP. Außerdem verfügt er über ein Navigationssystem, ein Radio und eine Klimaanlage.

Aixam

Von Aixam gibt es eine Reihe von Mopedautos, die Jugendliche fahren dürfen. Alle Modelle haben eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h bei einer Nennleistung von sechs Kilowatt. Die Neupreise bewegen sich zwischen 18.000 und 21.000 Euro. Wie auch beim Opel Rocks-e ist für die Benutzung ein Führerschein der Klasse M nötig, sodass Minderjährige den Aixam schon ab 15 Jahren fahren dürfen. Platz bietet das Gefährt für zwei Personen. Alle Modelle verfügen über ein LED-Tagfahrlicht, ein Tablet Radio, Sicherheitsgurte und einige weitere Ausstattungselemente.

Ligier Group

Die Ligier Group stellt zahlreiche Leichtfahrzeuge her. Beliebt ist zum Beispiel der Ligier Myli, den es in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten gibt. Der günstigste davon ist der G.OOD mit einem Neupreis von knapp 13.000 Euro. Er hat eine Reichweite von 63 Kilometern. Auf etwa doppelt so viel kommt die größte Variante des Myli. Der R-EBEL kostet neu reichlich 18.000 Euro. Ebenfalls für Minderjährige zum Fahren freigegeben sind die Baureihen Ligier JS50, die bei einem Neupreis von 13.700 Euro beginnt und der Ligier JS60. Letzterer ist wie ein SUV konzipiert und hat ein Design, das von Porsche inspiriert ist. Ihn gibt es in den Ausstattungsvarianten Chic und Sport Ultimate.

Fahrzeuge ohne Führerschein

Ob wegen einer nicht bestandenen MPU oder etwa einer allgemeinen Aversion gegen Prüfungen: Manche Menschen entscheiden sich dazu, keinen Führerschein (mehr) haben zu wollen. Doch gibt es in Deutschland überhaupt Autos, die ohne Führerschein geführt werden können? In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Fahrzeuge ohne Fahrerlaubnis gefahren werden dürfen.

Grundsätzlich sind die Begriffe „Führerschein“ und „Fahrerlaubnis“ voneinander abzutrennen. Mit dem Schein ist lediglich das Dokument gemeint, während die Erlaubnis die allgemeine Berechtigung zum Führen bestimmter Kfz darstellt.

Spezifische Infos über führerscheinfreie Fahrzeuge

Bei Mofas handelt es sich um führerscheinfreie Fahrzeuge. Allerdings wird für diese eine Prüfbescheinigung benötigt. Welche Fahrzeuge sind noch führerscheinfrei? Bestimmte landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge wie Zugmaschinen, Stapler, Flurförderzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen sind führerscheinfrei.

Mofas sind zwar führerscheinfreie Fahrzeuge, daraus ergibt sich allerdings nicht, dass sie gefahren werden dürfen, ohne dass die betroffene Person im Vorfeld gewisse Kenntnisse erworben hat. Bedenken Sie: Ein Mindestalter von 15 Jahren ist Voraussetzung. Gilt ein Auto als Mobilitätshilfe oder Krankenfahrstuhl, ist es führerscheinfrei.

Allerdings müssen diese Maschinen von ihrer Bauart her eindeutig für den land- oder forstwirtschaftlichen Zweck bestimmt sein.

Konsequenzen bei Fahren ohne Fahrerlaubnis

Nehmen Sie mit einem Fahrzeug am Straßenverkehr teil, ohne die entsprechende Fahrerlaubnis zu besitzen, drohen unangenehme Folgen.

Zusammenfassung

Es gibt einige Autos, die Jugendliche mit 16 Jahren fahren dürfen. Dazu gehören zum Beispiel Mopedautos, die mit einem AM-Führerschein bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h erhältlich sind. Hersteller solcher Fahrzeuge sind beispielsweise Opel, Renault, Aixam, Ligier und einige weitere.

In Deutschland öffnet sich für Jugendliche ab 16 Jahren eine spannende Möglichkeit: das Fahren eines Autos bzw. Leichtfahrzeugs mit bis zu 45 km/h. Autos ab 16 bieten Mobilität und Unabhängigkeit.

Die Zeiten, in denen sich Jugendliche auf ihren 18. Geburtstag freuten, weil sie dann allein mit dem Auto fahren durften, gehören seit der Einführung des Begleiteten Fahrens mit 17 Jahren der Vergangenheit an. Aber mit der passenden Führerscheinklasse (AM, A1, 1b, 3 oder B) und dem dazugehörigen passenden Fahrzeug dürfen sich Jugendliche sogar noch ein Jahr früher hinter das Steuer eines vierrädrigen Gefährts setzen. In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und das Land Mecklenburg-Vorpommern wurde das Mindestalter für die Klasse AM sogar von 16 auf 15 Jahre abgesenkt.

Eine dieser speziellen Fahrzeugklassen trägt den Namen L5e. Sie umfasst dreirädrige Kraftfahrzeuge mit drei symmetrisch angeordneten Rädern, mit Hubraum über 50 Kubikzentimeter und/oder einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 Kilometer pro Stunde. Zudem darf die Masse in fahrbereitem Zustand nicht höher als 1.000 Kilogramm liegen.

Zu diesen Dreirädern zählen seit ein paar Jahren mehrere hundert in Dösingen umgebaute Fiat 500.

Überblick über Fahrzeuge und Führerscheine
Fahrzeugtyp Führerscheinklasse Mindestalter Höchstgeschwindigkeit
Ellenator (umbauter Fiat 500) A1 16 Jahre 90 km/h
Renault Twizy 45 AM 15 Jahre 45 km/h
Aixam City AM 15 Jahre 45 km/h
Microcar MGO AM 15 Jahre 45 km/h
Mofa Prüfbescheinigung 15 Jahre -

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