Dreirad-Motorroller mit Autoführerschein: Welche Führerscheinklasse ist erforderlich?

Optisch erinnern Trikes an motorisierte Dreiräder. Rechtlich werden Trikes als Fahrzeuge mit einer einspurigen Achse vorne und einer mehrspurigen Achse hinten definiert. Sie sind entweder klassisch mit Verbrennungsmotoren oder auch in der Elektro-Variante erhältlich. Doch welche Führerscheinklasse benötigt man für diese Fahrzeuge? Genügt der Autoführerschein? Und gibt es eine Helmpflicht oder Gurtpflicht?

Welchen Führerschein braucht man?

Die erforderliche Fahrerlaubnis richtet sich nach der Leistung des Trikes:

  • Eine Fahrerlaubnis der Klasse AM genügt für Trikes mit nicht mehr als zwei Sitzplätzen, einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h, einer Nenndauerleistung/Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW, einer maximalen Leermasse von 270 Kilo und einem Fremdzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ oder einem Selbstzündungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 500 cm³ oder einer anderen Antriebsform.
  • Für Trikes mit einer Leistung von bis zu 15 kW ist die Klasse A1 erforderlich.
  • Für stärkere Trikes mit einer Leistung von mehr als 15 kW benötigt man die Klasse A.

Beim Umtausch in die Scheckkarte erkennt man dies anhand der Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A.

Die ab dem 19.1.2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194). Sofern das Kraftfahrzeug allerdings eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, gilt diese Berechtigung nur, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.

Der Yamaha Tricity 300

Der Yamaha Tricity 300 ist ein Dreirad-Roller, der auch von einem Teil der Autoführerschein-Inhabern gefahren werden kann. Wer den Pkw-Führerschein der Klasse B oder Klasse 3 vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf nämlich alle dreirädrigen Kraftfahrzeuge fahren, auch mit Anhänger. Beim Umtausch in die Scheckkarte wird dies durch die Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A ausgedrückt. Es handelt sich um Schlüsselzahlen der Europäischen Union, das heißt die Fahrberechtigung gilt in allen EU-Ländern.

Die ab dem 19. Januar 2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194). Sofern das Kraftfahrzeug eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, ist zu beachten, dass die Fahrberechtigung für Dreiräder nur gilt, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist. Die dafür geforderte Spurweite von 46 Zentimetern übertrifft der Tricity um einen Zentimeter, auch das vorgeschriebene Fußpedal, das alle Bremsen gleichzeitig betätigt, ist an Bord.

Der Lenker liegt vielleicht eine Spur zu tief für das mit 79,5 Zentimetern Höhe recht niedrige Polster, das Trittbrett dagegen für Langbeinige etwas zu hoch, auch wenn der Kniewinkel grundsätzlich in Ordnung geht. Gestartet wird mittels schlüssellosem Transponder-System: Mit dem Sender in der Tasche lassen sich über einen Drehknauf das Lenkschloss, die Zündung und über darunterliegende Tasten die Sitzbank und der Tankverschluss öffnen.

Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder mit 292 Kubikzentimetern Hubraum zählt zu den modernsten Aggregaten des Segments mit einteiliger geschmiedeter Kurbelwelle und Semi-Trockensumpfschmierung. So stehen dem Tricity-Treiber ebenfalls 28 PS und ein Drehmoment von 29 Newtonmetern zur Verfügung, die mit dem Gewicht von 239 Kilogramm akzeptabel zurechtkommen. Ein Sprintkönig ist der Tricity aber nicht, er erfreut eher mit seiner gleichmäßigen Leistung, die ihn maximal bis auf 126 km/h beschleunigt.

Das hohe Gewicht kommt durch die Yamaha-eigene Neigetechnik Leaning Multi Wheel (LMW) an der Front zustande. Hier führen Tandem-Telegabeln die beiden Räder unabhängig voneinander. Während die hinteren Gabelholme die Führungsarbeit übernehmen, besorgen die vorderen die Dämpfung. Die Gabeln sind wie üblich über ein quer zur Fahrtrichtung angeordnetes Parallelogramm-Gestänge miteinander verbunden. Das zeigt Wirkung: Weil diese Strebe kürzer als der Abstand zwischen den Schwenkachsen der beiden Doppelgabeln ist, entstehen beim Lenken ungleich lange Hebelarme. Trotz der Fahrzeugmasse macht der Tricity keinen unbeweglichen Eindruck. Angenehm präzise folgt er der vorgegebenen Linie und lässt sich auch von Bodenunebenheiten nicht von dieser abbringen - die Telegabeln dämpfen und federn so manche Unannehmlichkeit weg. Die mit 14 Zoll vergleichsweise großen Räder sorgen für viel Fahrstabilität und guten Abrollkomfort, die Fahrwerksabstimmung bietet insgesamt ein hohes Komfortniveau.

Erstmals bei Yamaha lassen sich die beiden Vorderräder arretieren. Das "Standing Assist-System", über eine Taste an der Vorderseite der linken Lenkerarmatur aktiviert, blockiert das Parallelogramm-Gestänge und hält den Roller beim Anhalten aufrecht - sofern die Geschwindigkeit unter zehn km/h gesunken ist. Allerdings bleibt die Feder- und Dämpfungsfunktion der beiden Doppelgabeln erhalten, dadurch kann die Front flexibel auf Bodenunebenheiten reagieren. Das erhöht den Komfort, die Sicherheit und macht das Rangieren leichter. Befinden sich die Räder nicht in perfekter Nulllage, vermittelt das System allerdings ein nicht sonderlich stabiles Gefühl. Zum Wiederanfahren sollte man nicht zu zögerlich Gas geben, damit sich ausreichend stabilisierende Kreiselkräfte für eine sichere Geradeausfahrt ergeben.

Die beiden Bremshebel am Lenker lassen sich wesentlich virtuoser bedienen, auch wenn sie für eine gute Wirkung kräftig gezogen werden wollen.

Zu so viel technischer Raffinesse gesellen sich gute Tourentugenden in Gestalt eines riesigen Staufachs unterm Sitz sowie bestem Wind- und Wetterschutz hinter der etwas zu hohen Scheibe. Alles kommt in hochwertiger Verarbeitung, und doch ist der Preis von fast 9400 Euro für Yamahas Tricity im Autofahrerland alles andere als günstig.

Yamaha Tricity 300: Technische Daten

Motor/Getriebe Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Einzylinder, 292 cm³ Hubraum, 20,6 kW/28 PS bei 7250 U/min 29 Nm bei 5750 U/min; vier Ventile/Zylinder, ohc, Einspritzung, CVT-Automatik, Fliehkraftkupplung, Riemen-Sekundärantrieb
Fahrleistungen und Verbrauch Höchstgeschwindigkeit 126 km/h, 3,7 l/100 km
Fahrwerk Stahlrohrrahmen; zwei 330-mm-Doppel-Telegabeln vorn (nicht einstellbar), 100 mm Federweg; Triebsatzschwinge hinten, zwei Federbeine (Vorspannung einstellbar), 84 mm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 2x120/70-14 (vorn) und 140/70-14 (hinten).

Der Piaggio MP3

Der Piaggio MP3 gilt als Begründer der Dreirad-Roller-Klasse. Mit 2023 bringen die Italiener in Form des MP3 530 hpe Exclusive die luxuriöseste Variante auf den Markt. Sie bilden ein Nischenprodukt, das unter tagtäglichen Pendlern sehr geschätzt wird: Dreiradroller. Der Begründer und Meister dieser Klasse ist der Piaggio MP3. Mit 2023 schickt ihn der italienische Hersteller in die nächste Runde und stattet das 530 Exclusive Modell mit unglaublicher Ausstattung aus.

Ein sicheres Pendlerfahrzeug mit gutem Wind- und Wetterschutz, auf dem man den Stau komfortabel bezwingen kann - das ist der Piaggio MP3. Nicht nur Motorrad- und Rollerfahrer will man mit ihm ansprechen, sondern auch Autofahrer, die schneller und effizienter durch die Stadt gelangen wollen. Deshalb darf man den Piaggio MP3 530 Exclusive auch mit dem B-Führerschein bewegen. Möglich wird das unter anderem auch durch das Fußbremspedal, das sowohl Vorder- als auch Hinterradbremse aktiviert.

Im Stadtverkehr findet man so manche Gefahrenbereiche: Kopfsteinpflaster, rutschige Bodenmarkierungen, oder Straßenbahnschienen. Während diese auf klassischen Zweiradrollern zu Stresssituationen führen können, ist das auf einem Dreirad, wie dem MP3, nicht der Fall. Denn in der Front verbaut Piaggio ein ausgeklügeltes Parallelogramm, das zwei 13 Zoll Felgen aufnimmt. Somit bietet der Roller vorne doppelte Stabilität, ohne breiter als ein Standard-Roller zu sein. Der Lenker ist auch hier der breiteste Punkt des Fahrzeugs. Für den Stillstand kann die Aufhängung auch gesperrt werden, wodurch der Roller im Stand nicht umkippt. Der einzige Wermutstropfen ist das erhöhte Gewicht von 280 Kilogramm fahrbereit. Während der Fahrt wenig spürbar, macht es sich beim Rangieren aber bemerkbar.

Auf dem Papier wirkt die Sitzhöhe des MP3 530 mit 790 mm erst einmal nicht sehr hoch. Doch aufgrund des Aufbaus fällt der Schrittbogen relativ lang aus, wodurch kleinere Piloten Schwierigkeiten beim Rangieren haben könnten. Um diesem Problem entgegenzuwirken, verbaut Piaggio serienmäßig einen Rückwärtsgang MIT Rückfahrkamera! Über einen Schalter am Dashboard wechselt man in den Retourgang, der mit dem Elektrostarter bedient wird. Doch das war es noch nicht mit der Ausstattung: Hinzu kommen ein Keyless System, Connectivity, eine USB-Steckdose im Handschuhfach, Tempomat, Reifendruckkontrolle und sogar ein Toter-Winkel-Warner. Viele Spielereien, doch einen Autofahrer könnten solche Features locken.

Wie bereits erwähnt, verfügt der Piaggio MP3 530 Exclusive über ein praktisches Handschuhfach mit USB-Steckdose, das sich über dem Display befindet. Doch unter der komfortablen Sitzbank befindet sich ein Staufach, das einem solch ausladenden Roller gerecht wird. Dank einer praktischen Leuchte findet man sich auch bei Dunkelheit zurecht. Das Lebendgewicht von 280 Kilogramm ohne Fahrer muss auch effizient bewegt werden. Dazu verbaut Piaggio einen 530 ccm großen hpe (high performance engine) Einzylinder mit 44 PS und 50 Nm Drehmoment. Dieser sorgt für solide Beschleunigung und bringt den Dreiradroller ganz entspannt auf Autobahntempo. Natürlich braucht nicht geschalten werden, per Variomatik wird das Hinterrad angetrieben. Eine gewisse Vibration ist im Fahrzeug zwar spürbar, aber nichts was während der Fahrt negativ auffällt. Wer komfortabel und unkompliziert pendeln möchte, ist am MP3 genau richtig. Die Bedienung unterscheidet sich nicht von einem normalen Maxiscooter, nur das Fahrgefühl ist etwas träger. Schließlich bringt der Benefit an mehr Sicherheit auch mehr Gewicht mit, was während der Kurvenfahrt spürbar wird. Auch das Gefühl für die Vorderräder ist nicht sehr transparent, aber dank der hochwertigen Bereifung in Form des Michelin City Grip mangelt es nicht an Vertrauen in Grip. Bei Schlechtwetter oder kühlen Bedingungen erfreut man sich an der wuchtig designten Front und dem großen Windschild, die beide guten Schutz bieten. Im Zubehör bietet Piaggio zudem noch eine höhere und eine niedrigere Scheibe an. Doch letzten Endes heißt es am MP3 530 aufsteigen und losfahren. Ein zugänglicher Roller mit dem gewissen Plus an Sicherheit.

Maxiscooter zählen zu Premiumfahrzeugen - egal bei welchem Hersteller und egal mit wie vielen Rädern. Deshalb überrascht auch der Preis des Piaggio MP3 530 Exclusive nicht, vor allem wenn man die lange Austattungsliste betrachtet. In Österreich beginnen die Preise bei 13.799 Euro, in Deutschland bei 13.499 und in der Schweiz ab 14'495 Franken. Ausstattung, Windschutz und Sicherheit - der neue Piaggio MP3 530 Exclusive bietet alles. Mit dem 2023er Update haben die Italiener den Dreiradroller auf das nächste Level gehoben und bieten ein sehr gut abgerundetes Paket in dieser Klasse.

Dreirad-Roller mit B-Führerschein: Eine Alternative zum Auto?

Dreirad-Roller erweisen sich als großartige Alternative zu Autos, um den täglichen Weg zur Arbeit zur erledigen. Insbesondere, da die meisten dieser Fahrzeuge inzwischen - zumindest in Österreich und Deutschland - auch mit dem B-Führerschein und ohne jeglichem Zusatz gefahren werden dürfen. Zwar wiegen sie meist mehr als ihre zweirädrigen Pendants, doch dank der doppelten Bereifung in der Front bieten sie ein Plus an Sicherheit auf schlechten, beziehungsweise rutschigen Straßen.

Im Vergleich zu anderen Kategorien konnte der Sieger in dieser Klasse klar bestimmt werden: Der Peugeot Metropolis 400. Er erhielt einstimmig den 1. Der Yamaha Tricity 300 macht das Podium der besten Dreirad-Roller komplett.

Mit der neuen Exclusive Version hat Piaggio deutlich nachgelegt und in Sachen Ausstattung das Non plus ultra in dieser Fahrzeugklasse geschaffen: Rückfahrkamera und Retourgang haben wir auf noch keinem anderen Roller gesehen! Zudem überzeugt er mit seinem großartigen Wind- und Wetterschutz, sowie einem riesen Staufach unter der Sitzbank. Über die Jahre gab es verschiedenste Baureihen in mehreren Motorstärken, doch das Highlight ist bestimmt der aktuelle 530er Motor.

Die Idee, sich an Autofahrer zu richten, macht wohl kauf ein Dreirad-Roller besser als der Peugeot Metropolis. Bereits in der Optik ist das zu erkennen: Lichtelemente und Armaturen ähneln jenen der Peugeot Autosparte stark. In Sachen Stauraum kann er zudem punkten: Dank einer praktischen Durchreiche vom Heck bis unter den Fahrersitz können auch längere Gegenstände transportiert werden.

Während der Fahrt überzeugt der kräftige Motor und das gute Gefühl für die Vorderräder. Angeboten wird er in verschiedenen Varianten.

Nationale Sonderregelungen in Deutschland

Denn anders als in Rest-Europa dürfen hierzulande leistungsstarke Dreirad-Roller nicht nur mit dem Motorradführerschein gefahren werden. Vielmehr haben auch alle Pkw-Führerscheinbesitzer unbeschränkten Zugang zum Dreirad-Kosmos, ganz gleich, mit welcher Motorleistung das jeweilige Fahrzeug versehen ist.

Inhaber der Fahrerlaubnis der Klasse B, die mindestens 21 Jahre alt sind, dürfen im Inland dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Motorleistung von mehr als 15 kW / 24 PS führen. Dazu zählen beispielsweise die beliebten Piaggio MP3-Modelle oder Peugeots Metropolis, die mit 39 respektive 36 PS antreten. Lediglich wer die Fahrlizenz-B-Prüfung erst nach dem 19. Januar 2013 abgelegt hat, muss mindestens 21 Jahre alt sein um den mp3 500 zu bewegen. Wer jünger ist, darf dreirädrige Kraftfahrzeuge bis maximal 15 kW bedienen.

Dieses gilt aber ausschließlich in Deutschland - wer mit seinem starken Dreirad ins Ausland fährt, braucht den Motorradführerschein der Klasse A.

Dreiradroller vs. Führerschein-Erweiterung B196

Vorneweg die 2 größten Unterschiede: Als Autofahrer oder Autofahrerin benötigt ihr für einen Dreiradroller, wie er in Deutschland angeboten wird, keinerlei zusätzliche Fahrerlaubnis. Für die Klasse der 125er-Zweiräder braucht ihr aber zumindest den Autoführerschein mit zusätzlicher Schlüsselnummer B196.

Vorteile der Dreiradroller

  • Wie bereits erwähnt, einen extra Führerschein oder eine Erweiterung braucht’s dafür nicht. Der Trick: Die Spurbreite und eine fußbetätigte Zweikreis-Bremse führen dazu, dass die Dreiradroller nicht als Motorräder definiert werden.
  • In Sachen Hubraum sind keine Grenzen gesetzt.
  • Und auch bei der Leistung gibt es fast keine Einschränkungen. Nur wer nach dem 19. Januar 2013 den Autoführerschein gemacht hat, muss mindestens 21 Jahre alt sein - aber auch nur, wenn der Dreiradroller mehr als 15 kW (20,4 PS) Leistung hat.
  • Außerdem bieten die Dreiradroller durch ihre beiden Vorderräder vor allem im Herbst und Winter ein Haftungsplus und somit mehr Sicherheit. Das kann vor allem für Pendler interessant sein, die so viel wie möglich aufs Auto verzichten möchten.

Nachteile der Dreiradroller

  • Wer vor allem deshalb vom Auto auf den Roller umsteigen möchte, um im Pendelverkehr zwischen den Autos durchzuschlängeln, sollte sich für ein zweirädriges Gefährt entscheiden. Punkt. Die Dreiradroller sind definitiv zu breit. Und schwerer sind sie auch.
  • Hinzu kommt, dass sie verhältnismäßig teuer sind. Mit 278 Kubik und circa 7.300 Euro markiert der Piaggio MP3 300 den niedrigsten Preis und kleinsten Hubraum. Bei den 125ern kann man schon einige Tausend Euro günstiger fündig werden.
  • Außerdem ist die Auswahl nicht besonders groß. Aktuell gibt es 3 Hersteller, die Dreiradroller in Deutschland anbieten, insgesamt sind es 5 Modelle.

In Deutschland erhältliche Dreiradroller

  • Peugeot Metropolis: 399 Kubik, DOHC, 4 Ventile, 26,2 kW/35,6 PS, 135 km/h, 280 kg, ab 9.355 Euro ohne NK.
  • Piaggio MP3 300/Sport: 278 Kubik, DOHC, 4 Ventile, 19 kW/25,8 PS, 120 km/h, 225 kg, 7.290/7.490 Euro inkl. NK.
  • Piaggio MP3 400/Sport: 399 Kubik, DOHC, 4 Ventile, 26 kW/35 PS, 135 km/h, 257 kg, 9.590/9.590 Euro inkl. NK.
  • Piaggio MP3 500 Sport Advanced: 493 Kubik, DOHC, 4 Ventile, 32 kW/44 PS, 145 km/h, 282 kg, 11.590 Euro inkl. NK.
  • Yamaha Tricity 300: 292 Kubik, OHC, 4 Ventile, 20,6 kW/28 PS, k. A., 239 kg, ab 8.699 Euro inkl. NK.

Nachteile der Führerschein-Erweiterung B196

Der Nachteil der B196-Option lässt sich folgendermaßen auf den Punkt bringen: Es ist eine Führerschein-Erweiterung um die Schlüsselzahl B196 notwendig. Dafür gibt es Voraussetzungen und ein paar wenige Hürden:

  • Die Anwärter müssen mindestens 25 Jahre alt sein,
  • seit mindestens 5 Jahren den Führerschein Klasse B haben
  • und es sind neun 90-minütige Doppelstunden Fahrschule zu absolvieren - 4 in der Theorie und 5 in der Praxis. Kosten: je nach Region ca. 700 - 900 Euro.

Mit dieser Führerschein-Erweiterung dürfen Autofahrer oder Autofahrerinnen dann lediglich Leichtkrafträder der 125er-Klasse pilotieren, also alles, was bis zu 125 cm³ Hubraum und maximal 11 kW (15 PS) Leistung aufweist. In Sachen Hubraum und Leistung sind also strikte Grenzen gesetzt.

Vorteile der Führerschein-Erweiterung B196

Die Vorteile für Autofahrer oder Autofahrerinnen sind bei der Führerschein-Erweiterung um Schlüsselzahl B196:

  • Sie dürfen ein Kraftrad pilotieren, was Fahrdynamik in Schräglage, wendiges Kurvenverhalten, einfaches Handling sowie Durchschlängeln im Verkehr, insbesondere im Stau, umfasst. Hinzu kommt die deutlich leichtere oder oft ganz entfallende Parkplatzsuche.
  • Die Auswahl an Fahrzeugen ist riesig. Ob schickes Retro-Bike oder praktischer Alltagsroller - der Neufahrzeug-, aber auch der Gebrauchtmarkt bieten eine große Auswahl.

Schräglage fahren ohne Motorradführerschein?

Schräglage fahren ohne Motorradführerschein, ohne Erweiterung des Autoführerscheins und ohne Lesitungsgrenze? Das geht. Und ist dank der Dreirad-Roller nicht einmal begrenzt auf 125 Kubik Hubraum.

Dreirad-Roller sind vor allem für Autofahrer interessant, da hierfür der Autoführerschein Klasse B ohne Erweiterung ausreichend ist. Aber auch für Roller- und Motoradfahrer, die besonderen Wert auf Sicherheit legen, könnte das Konzept vor allem für Herbst und Winterfahrten eine Überlegung wert sein.

Die Geschichte der Dreirad-Roller und der Führerscheinregelung

Den Dreh, wie aus den bis dato Motorradführerschein-pflichtigen Piaggio MP3 -Roller, Fahrzeuge für die Führerscheinklasse B werden, entdeckte 2006 ein unabhängiger Roller-Spezialist: Die Firma Pedalo aus Sassenberg bei Münster. Hinten größerer Blinkerabstand und vorn mittels eingebauter Distanzstücke eine Verbreiterung des Abstands zwischen den beiden Vorderrädern (Spur) von bislang 42 auf 46 Zentimeter - das reichte aus, um so umgebaute Piaggio MP3 per Ausnahmegenehmigung in der Fahrzeugklasse L5e (anstatt L3e) zuzulassen und damit führerscheinrechtlich als Mehrspurfahrzeug, sprich Auto, einzustufen.

Doch das schmeckte dem Gesetzgeber nicht, weshalb die Genehmigung 2007 widerrufen wurde. Zwingend notwendig war ab dann zusätzlich eine Fuß-betätigte Zweikreis-Bremse, die auf alle Räder des Fahrzeugs gleichzeitig wirkt. Doch deren technische Umsetzung bekam Pedalo nicht hin. Piaggio konstruierte aber daraufhin die Fahrzeuge selbst so, dass sie den damals aktuellen gesetzlichen Bestimmungen zur Eingruppierung als Zweispurfahrzeug genügten. Der italienische Hersteller ließ das Fußbremspedal also direkt in die Serienproduktion einfließen.

Seit Januar 2016 wieder erlaubt

Zum 19. Januar 2013 änderte der Gesetzgeber im Zuge der "Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie" die Bestimmungen so, dass die Dreirad-Roller dem Motorradführerschein zugeordnet wurden. Wer seinen Autoführerschein nach jenem Stichtag erwarb, benötigte für diese Fahrzeuge dann zusätzlich den Motorradführerschein. Es gehe um die "Wahrung der Verkehrssicherheit", hieß es seinerzeit auf Anfrage aus dem Bundesverkehrsministerium. Es sei "wissenschaftlich unbestritten, dass allein die langjährige Erfahrung, einen Pkw sicher zu führen, nicht ausreicht, um ein Zweirad (wie auch die vergleichbaren Dreiräder) sicher zu führen."

Eine abermalige Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung zum 28. Dezember 2016 ermöglichte in Deutschland aufs Neue allen Besitzern eines Autoführerscheins den Zugang zum Dreirad-Roller. Einschränkung: Wer die Prüfung nach dem 19.

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