Dreirad-Rollator für die Wohnung: Test und Vergleich

Schwache Beine sind kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Ein Rollator unterstützt einen dabei, trotzdem entspannt und sicher durchs Leben zu gehen. Laufen im Alltag - sowohl drinnen wie draußen - kann mit einem Rollator von einer Anstrengung in eine angenehmere, gesundheitsfördernde Betätigung verwandelt werden.

Verschiedene Arten von Rollatoren

Rollatoren sind in verschiedenen Bauweisen erhältlich und vielfältig einsetzbar. Je nach Umfeld, persönlichen Vorlieben, Ansprüchen und eventuellen Vorerkrankungen sind einige Modelle sinnvoller als andere.

  • Standard-Rollatoren: Dies sind robuste, widerstandsfähige und meist günstige Einsteigermodelle. Standard-Rollatoren lassen sich allerdings meist nicht zusammenfalten und sind deshalb für Reisen eher ungeeignet. Dafür sind sie in der Regel günstiger und erfüllen lediglich die Mindestanforderungen der Krankenkassen.
  • Leichtgewichtrollatoren: Auch als Premium-Rollatoren bekannt, sind sie geeignet für Personen, die schwerwiegend körperlich beeinträchtigt sind. Sie bestehen meist aus leichteren Materialen, wie beispielsweise Aluminium oder Carbon. Belasten kann man Leichtgewichtrollatoren je nach Modell mit bis zu 130 bis 150 Kilogramm.
  • Outdoor-Gehwagen: Wie der Name schon verrät, sind sie überwiegend für Draußen geeignet. Sicherheit ist auch hier entscheidend, die Räder müssen für verschiedene Untergründe wie Kopfsteinpflaster, Gras, Sand, Kies, Promenaden und Gehwege geeignet sein und sollen dort möglichst viel Laufruhe bieten. Hindernisse müssen mit geringem Kraftaufwand gut überwindbar sein.
  • Indoor-Rollatoren: Im Gegensatz zu Outdoor-Rollatoren erfüllen spezielle Indoor-Modelle in Innenbereichen ihren Zweck. Die Wendigkeit der Rollen und Räder ist hier besonders entscheidend - man möchte ja möglichst gut um Ecken kommen. Zusätzlich sollen sie natürlich schmal genug sein, damit man problemlos durch Türen gehen kann. Die meisten Indoor-Modelle sind deshalb besonders schlank gebaut.
  • Arthritis-Rollatoren: Diese sind besonders auf die Bedürfnisse von Arthritis-Patienten ausgerichtet. Beispielsweise sind sie mit Unterarmauflagen und vertikalen Griffen versehen, deren Handbremsen leicht zu betätigen sind.

Warum ein Dreirad-Rollator für die Wohnung?

Egal ob Wohnraumrollator, Indoor Rollator, Zimmerrollator oder Stubenrollator: Sie alle meinen eine spezielle Art von Rollatoren, die ausschließlich für den Innenbereich geeignet sind. Durch ihr geringes Gewicht und die besonders schmale Bauform lassen sich Wohnraumrollatoren überall dort nutzen, wo der Standardrollator nicht mehr hinkommt. Schmale Türen und enge Durchgänge? Das stellt für Indoor Rollatoren kein Problem dar.

Viele Rollatoren für die Wohnung kommen serienmäßig mit einem Tablett und einer Tasche. Das macht sie zu nützlichen Helfern für die Wohnung. Sei es im Bad, in der Küche, am Esstisch oder neben dem Bett. Unebene Böden und Hindernisse sind dagegen nicht für Indoor Rollatoren geeignet. Wer also nach einer Gehhilfe für draußen sucht, sollte hier besser nach einem Standard-Rollator oder Outdoor Rollator Ausschau halten.

Im Gegensatz zu manchem vierrädrigen Rollator kann der Dreirad Rollator beim Preis überzeugen. Dreirad Rollatoren liegen preislich gewöhnlich weit unter 100 Euro.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Falls die Entscheidung letztendlich doch auf einen Rollator als Gehhilfe fällt, dann sollte Sie sich auf jeden Fall über das zu Ihnen passende Maximalgewicht, das Zubehör sowie die Reifengröße informieren. Ein guter Rollator sollte nicht zu schwer sein, möglichst leichter als sieben Kilogramm - zumindest wenn er oft transportiert oder angehoben wird. Schwere Rollatoren können allerdings ebenfalls sinnvoll sein, da sie für einen besseren Straßenkontakt sowie ein besseres Handling sorgen.

Zusätzlich sollte ein guter Rollator stabil, belastbar und gut verarbeitet sein - kippen darf er auf gar keinen Fall. Die Handbremsen dürfen auch nicht allzu schwer zu betätigen sein und müssen zuverlässig funktionieren.

Die meisten Rollatoren sind mit Sitzflächen, Ablageflächen sowie Körben oder Taschen ausgestattet. Obendrein haben einige Rollatoren Stockhalterungen sowie eine Ankipphilfe, die etwa beim Überqueren einer Bordsteinkante hilft. Feststellbremsen sind auch ein wichtiges Kriterium und in der Regel bei allen Rollatoren vorhanden.

Stichwort Höheneinstellung: Einen Rollator muss man auf die Körpergröße des Benutzers anpassen. Das schont den Rücken und führt auf Dauer nicht zu Rückenschmerzen oder ähnlichen körperlichen Belastungen. Hochwertige Rollatoren sind meist in zwei bis drei verschiedenen Größen erhältlich, die für unterschiedlich große Personen ausgelegt sind.

So stellen Sie den Rollator richtig ein:

  1. Stellen Sie sich möglichst aufrecht zwischen die hinteren Räder.
  2. Der Gehwagen steht dabei in Laufrichtung vor einem.
  3. Die Arme hängen währenddessen locker nach unten.
  4. Anschließend werden die beiden Handgriffe so eingestellt, dass sie sich in etwa auf der Höhe der Handgelenke befinden.
  5. Man sollte die Griffe problemlos fest mit den Händen greifen können.

Außerdem sollte man beim Laufen mit dem Gehwagen immer sicher geradeaus schauen. Wenn man nicht aufrecht hinter dem Rollator, sondern nach vorn gebeugt steht, geht man ein deutlich erhöhtes Sturzrisiko ein. Es ist wichtig, sich zwischen den beiden Hinterrädern zu befinden und den Gehwagen nicht allzu weit von sich wegzuschieben.

Vor dem Kauf ist es wichtig, darauf zu achten, für welchen Untergrund die Räder gedacht sind - vor allem bei Indoor- und Outdoor-Modellen. Große Reifen sind oftmals von Vorteil, vor allem bei der Überwindung von Unebenheiten im Boden. Luftgefüllte Räder sind gut, um holprige Terrains - beispielsweise Sand oder Kies - besser zu bewältigen.

Empfehlungen und Testergebnisse

Wir haben bisher 18 Rollatoren getestet.

Unsere Top-Empfehlungen:

  • Besco Medical Spring: Der gefederte Besco Medical Spring hat uns mit seinem sehr guten Gesamtpaket überzeugt: Er bringt neben seinem geringen Gewicht auch eine große, gepolsterte Sitzfläche, einen weichen Rückengurt, große Lenkreifen, eine gut zu bedienende Ankipphilfe, gute Bremseigenschaften sowie Reflektoren mit.
  • Antar AT51113: Der Antar-Rollator ist speziell für Personen mit Arthritis geeignet. Beim Antar AT51113 handelt es sich um einen speziellen Arthritis-Rollator, der mit seinen Unterarmstützen und vertikalen Handgriffen viel Halt und Unterstützung bietet.
  • Topro Olympos ATR: Der Topro Olympos All-Terrain-Rollator begleitet auf Schritt und Tritt über Stock und Stein. Der Topro Olympos ATR ist ein Outdoor- beziehungsweise All-Terrain-Rollator, der mit jeglichen Untergründen gut zurechtkommt. Positive Merkmale wie das exzellente Bremsverhalten, die ergonomischen Griffe und die hohe Wendigkeit machen ihn zu einem zuverlässigen Begleiter auf allen Wegen.
  • Dietz Taima M-GT: Der stabile Dietz Taima M-GT ist mit 5,5 Kilogramm ein Leichtgewicht, das kein Vermögen kostet. Obendrein sorgen die rutschfesten Griffe für eine sichere Haptik und die Reflektoren für zusätzliche Sichtbarkeit im Alltag.
  • Dietz Fakto+: Der Dietz Fakto+ ist unser Favorit unter den Standard-Rollatoren. Er ist stabil gebaut, mit Reflektoren, einer Sitzfläche sowie einem großen, robusten Korb ausgestattet. Daneben bremst er auch sehr gut - sowohl auf Parkett wie auf Kopfsteinpflaster.

Weitere Empfehlungen und Testergebnisse:

Die Stiftung Warentest hat 2019 zwölf Rollatoren getestet. Die besten Gesamtnoten (jeweils 2,0) bekamen hier der Russka Vital Carbon und der Topro Troja 2G Premium, die wir nicht getestet haben. Unser Favorit bei den Standard-Rollatoren, der Dietz Fakto+, erhielt von Stiftung Warentest die Note 3,6, was an der nur »ausreichenden« Handhabung lag. Unsere leichte Empfehlung Dietz Taima M-GT erhielt von der Stiftung Warentest das Gesamturteil befriedigend (2,6), wobei die Handhabung und die Haltbarkeit jeweils mit dem Urteil »gut« (2,3 und 1,6) bewertet wurden.

Wohnungsrollatoren im Vergleich

Hier ist eine Tabelle mit einigen der besten Wohnungsrollatoren, basierend auf verschiedenen Tests und Vergleichen:

Modell Belastbarkeit Eigengewicht mit Tasche Gesamtbreite Sitzhöhe Material Ausstattung
CQ Home Indoor Rollator 110 kg 5,2 kg 54 cm keine Alu Tablett, Tasche
Saljol Wohnraum Rollator Page 150 kg ca. 10 kg 56 cm variiert je nach Größe Umlaufendes Rohr Optional: gepolsterter Sitz, Korb, Rückenrolle
Trust Care Let's Go 100 kg k.A. 54 cm keine Aluminium Tablett, Tasche
Trust Care Let's Dream 100 kg 7,3 kg 55 cm keine Aluminium Tablett, Tasche
Topro Hestia 110 kg k.A. 55,5 cm keine k.A. Tablett, Optional: Stockhalter, Antirutschmatte

Dreiradrollatoren im Vergleich

ModellMax. BelastbarkeitGeringes GewichtHöheSitzhöheBreiteBreite (zusammengeklappt)MaterialFarbeHandbremseSitzKorb/Tasche
Antar Delta-Gehrad135 kg6,3 kg82-99 cm50 cmkeine Herstellerangabe20 cmkeine HerstellerangabeRot/SchwarzJaJaJa
Helavo 3-Rad-Rollator H1080136 kg5,5 kg83,5-93,5 cmkeine63 cm23 cmAluminiumSchwarzJaNeinNein
Antar AT51004135 kg6 kg82-99 cm50 cm61,5 cm26 cmAluminiumRot/SchwarzJaJaJa
Days Rollator-3-Räder125 kg5 kg83-93 cmkeine68 cmkeine HerstellerangabeAluminiumBlau/ SchwarzJaNeinJa
Fabacare Premium 3-Rad Rollator125 kg5,8 kg82-92 cmkeine68 cm27 cmStahlGrau/SchwarzJaNeinJa
Weinberger 02217115 kg4,2 kg82,5-92,5 cmkeine68 cm25 cmAluminiumSilber/SchwarzJaNeinJa
Nrs Healthcare P23063keine Herstellerangabe5 kg82-92 cmkeine68 cmkeine HerstellerangabeAluminiumSilberJaNeinJa

Viele neue Rollatoren sehen schick aus, sind farben­froh und werben mit viel Komfort. Die Qualitäts­unterschiede sind groß.

Alternativen zum Rollator

Viele, die beim Laufen im Alltag etwas mehr Unterstützung brauchen, entscheiden sich vermutlich für einen Rollator. Eine Alternative sind beispielsweise Gehstöcke, aber die bieten beim Aufstehen und Gehen weniger Unterstützung und Halt. Auf einen Rollator kann man sich vollständig stützen und - falls nötig - auch jederzeit dessen Feststellbremsen anziehen.

Darüber hinaus sollten Sie stets Rücksprache mit Ihrer Arztpraxis halten. Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose und das Post-Polio-Syndrom treten oft zusammen mit eingeschränkten Gehfähigkeiten auf, was bedeutet, dass Gehen mit dem Rollator auf Dauer zu anstrengend sein kann. Rollatoren erleichtern zwar das Laufen, allerdings kann es dazu kommen, dass die krankheitsbedingte Überlastungsgrenze schnell überschritten wird.

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