Dreirad Roller Modelle im Vergleich: Eine umfassende Übersicht

Flexible, leistungsstarke und praktische 3-Rad-Roller erleben einen europaweiten Boom. Das Konzept des Dreirads begeistert nicht nur passionierte Roller-Piloten, sondern auch Autofahrer, Umsteiger und Einsteiger. Interessant sind Three-Wheeler für Scooter-Fans, die besonderen Wert auf Fahrkomfort und Sicherheit legen, vor allem bei Spritztouren in der Herbst- und Winterzeit. Angesichts hoher Spritpreise, Mautgebühren in der City und mangelnder Kapazitäten im öffentlichen Personennahverkehr erweisen sich Roller auf drei Rädern als äußerst effizient.

Vielen Autofahrern fällt es schwer, auf einen wendigen und sparsamen Roller umzusteigen. Modelle mit drei Rädern und breiter Vorderachse sollen diesen Schritt in mehrfacher Weise erleichtern. Seit einigen Jahren versuchen Rollhersteller, von Staus geplagte Autofahrer in Deutschland zum Umstieg auf einen Scooter zu bewegen. Helfen sollen dabei in besonderer Weise dreirädrige Modelle, die man dank ihrer breiten Vorderachse auch mit Führerschein Klasse B, also dem Pkw-Führerschein fahren darf. Darüber hinaus verspricht diese Gattung Fahrzeug, dank aufwendiger Fahrwerkstechnik, einen sicheren Kurvenspaß. Mittlerweile stehen einige Modelle in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen zur Wahl.

Die wichtigsten Modelle im Überblick

Piaggio MP3

Der Urvater dieser illustren Dreiradbande ist ein Italiener: MP3 heißt der bereits 2006 erstmals angebotene Roller von Piaggio. Einst ist er als 125er angetreten, zwischenzeitlich sogar mit Hybridantrieb. Über Jahre ist der MP3 gereift und vor allem stärker geworden. Mittlerweile gibt es ihn als 300er und 500er mit einer Leitungsspanne von 26 PS bis maximal 44 PS. Die Preise variieren zwischen knapp über 7000 bis etwas oberhalb von 11.000 Euro. Technisch haben die Modelle einige aufzuweisen, wie zum Beispiel einen Rückwärtsgang für das 275 Kilogramm schwere Topmodell 500 hpe Sport Advanced. Ihrem Kern, dem besonderen Fahrvergnügen dank der drei Räder, die die Piaggio-Modelle unverändert treu geblieben.

Entsprechend ist es nach wie vor ein großes Vergnügen, in kräftiger Schräglage mit einem MP3 um Ecken zu wetzen, vor denen die Fahrer von Einspur-Rollern Manschetten haben. Der Piaggio MP3 500 bildet mit 44 PS die Leistungsspitze.

QV3 von Quadro

Ganz ähnlich sieht das bei dem entfernt mit dem MP3 verwandten QV3 der Schweizer Marke Quadro Vehicles aus. Hinter Quadro steckt der Zweiradtechnik-Zulieferer Marabese Design, der einst an der Entwicklung der Parallelogramm-Aufhängung der Vorderachse des ersten MP3 beteiligt war. Für die Quadro-Dreiräder hat Marabese später ein technisch feineres, hydraulisches Pendant zum MP3-System entwickelt und sich mit dem taiwanesischen Rollerhersteller Aeon zusammengetan, um 2012 zunächst das Modell 350D auf den Markt zu bringen. Mittlerweile heißt der Dreirad-Scooter QV3. Der mit 220 Kilogramm leichteste Vertreter in seiner Hubraumklasse wird von einem 29 PS starken Einzylinder angetrieben.

Auch ihn zeichnet ein agiles und stabiles Verhalten in Kurven aus, welches selbst bei Schräglagen von 40 Grad noch sichere Haftung garantiert, da die Hydraulik die Räder auf die Straße presst. Clever: Beim Ampelstopp bleibt der QV3 aufrecht stehen, selbst wenn der Fahrer seine Füße auf den Trittbrettern belässt. Derzeit kostet das Dreirad von Quadro rund 7000 statt sonst 7600 Euro. Eine interessante Alternative zu den Platzhirschen ist der derzeit gut 7000 Euro günstige QV3 von Quadro.

Peugeot Metropolis

Ein weiterer Klassiker der Dreirad-Szene ist der Metropolis des mittlerweile zu Mahindra gehörenden Zweiradherstellers Peugeot Motorcycles. Der rund 260 Kilogramm schwere "Franzose" wird von einem Einzylinder mit 400 Kubikzentimeter Hubraum und 36 PS angetrieben. Wie seine ähnlich starken Mitbewerber ist auch der Metropolis mit 135 km/h Topspeed absolut autobahntauglich. Wie ein moderner Pkw strotzt der Peugeot-Scooter zudem vor innovativen Ausstattungsdetails, die vom schlüssellosen Smart Key über eine elektrisch betätigte Feststellbremse bis zum kompletten Cockpit mit Reifendruckkontrollsystem reichen.

Wie seine Mitbewerber ist auch er ausgesprochen Agilität, was sich Peugeot mit mindestens 9700 Euro ordentlich bezahlen lässt. Der Peugeot Metropolis ist mit 9700 Euro einer der teuersten Dreirad-Scooter.

Yamaha Tricity

Ein noch junger Herausforderer dieser drei Europäer ist der aus Japan stammende Tricity, den Yamaha 2014 in einer vergleichsweise bescheidenen 125er-Version ins Rennen geschickt hat. Roller und Motor wurden 2017 überarbeitet und die Leistung auf 12,2 PS angehoben, was zumindest im Stadtverkehr souveränes Mitschwimmen erlaubt. Zumal der Tricity 125 mit knapp über 160 Kilogramm ziemlich leicht ist. Zudem ist er mit einem Preis von etwa 4750 Euro recht günstig.

Die Neigetechnik ist clever, allerdings bietet der kleine Tricity im Gegensatz zu seinen zuvor genannten Mitbewerbern keine Fahrwerksarretierung, weshalb der Pilot beim Ampelstopp noch wie bei Einspur-Rollern klassisch die Füße auf den Boden setzen muss. Wesentlich erwachsener, stärker und komfortabler ist der gänzlich neue Tricity 300. Neben 28 PS Motorleistung bietet er außerdem ein Standing-Assist-System, weshalb man hier im Gegensatz zum 125er-Bruder, an der Ampel die Füße auf dem Trittbrett lassen kann. Clever-Technik und gehobenes Leistungsniveau haben auch bei Yamaha ihren Preis: 8400 Euro kostet der ab Juli verfügbare, große Tricity. Mit dem Tricity 300 hat Yamaha einen auch autobahntauglichen Dreirad-Roller im Portfolio.

Doohan iTank und iTango

Anders als die zuvor genannten Vertreter mit Verbrennungsmotor werden die Dreirad-Roller iTank und iTango des chinesischen Herstellers Doohan rein elektrisch angetrieben. Dank Neigetechnik sollen die Stromer ein ähnliches Schräglagengefühl wie klassische Zweiräder erlauben, mit allerdings erhöhter Stabilität und kurzen Bremswegen. Einstiegsmodell ist der iTango, den es in 25-km/h- und 45-km/h-Versionen gibt. In beiden Fällen sind die Roller mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die Reichweiten von bis zu 70 Kilometer erlauben.

Bessere Fahrleistungen ermöglicht der iTank, der in einer auf 45 km/h beschränkten Variante sowie in Kombination mit einer 5,7 PS starken Bosch-Maschine 70 km/h erreicht. Knapp 4000 Euro kostet die Topversion des iTank, 1000 Euro günstiger ist die 45-km/h-Version. Diese werden teilweise schon für rund 2000 Euro angeboten. Schon für etwa 2000 Euro kann man den rein elektrisch angetrieben iTango von Doohan bekommen.

Dreirad-Roller und der B-Führerschein

Dreirad-Roller sind hauptsächlich für diejenigen interessant, die einen einfachen Autoführerschein der Klasse B haben. Autofahrer und -fahrerinnen könnten ihren Autoführerschein zwar ohne Prüfung um die Schlüsselzahl B196 erweitern und dürften dann 125er-Leichtkraftroller und 125er-Bikes fahren. Doch wenn sie auf Dreirad-Roller zurückgreifen, benötigen sie weder die Führerscheinerweiterung noch sind sie limitiert auf 125 Kubik Hubraum oder 15 PS Leistung.

Eine abermalige Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung zum 28. Dezember 2016 ermöglichte in Deutschland aufs Neue allen Besitzern eines Autoführerscheins den Zugang zum Dreirad-Roller. Einschränkung: Wer die Prüfung nach dem 19.

Sicherheit und Fahrgefühl

Nasses Herbstlaub, Kies, Ölflecken, eisiger Reif frühmorgens und ähnliche Rutschgefahren auf unseren Straßen - sie alle verlieren ihre Schrecken, wenn der motorisierte Zweiradfahrer aufs Dreirad umsteigt.

Die technische Voraussetzung am Quadro QV 3 ist die zweirädrige Vorderrad-Konstruktion, das "hydraulisch-pneumatische Neigesystem HTS" (HTS = Hydraulic Tilting System). Hersteller Quadro verspricht "Fahrsicherheit, Fahrkomfort und Fahrspaß".

Wichtiger noch ist das Thema Sicherheit: Die zweirädrige Vorderachse liegt ungewöhnlich satt auf der Straße und bewegt sich nahezu unbeirrbar durch enge Kurven oder um Ecken. Zumindest für Roller-Neulinge ist das ein atemberaubender Wert.

Denn ist der QV 3 erst einmal in Schräglage, dann lässt er höheres Kurventempo zu und bietet höhere Sicherheitsreserven.

Aber auch für Roller- und Motoradfahrer, die besonderen Wert auf Sicherheit legen, ist das Konzept vor allem für Herbst- und Winterfahrten interessant - 2 Vorderräder sorgen einfach für mehr Haftung, selbst auf Schienen, Laub und nassem Kopfsteinpflaster. Der Nachteil: Durch die Fahrzeugbreite lässt es sich nicht ganz so leichtfüßig durch enge Zwischenräume zirkeln.

Roller-Neuzulassungen in Deutschland

Die Roller-Neuzulassungen rutschen im März ins Minus. Und in der Statistik der großen Roller mischen unter den Top 20 gleich 5 Dreirad-Roller mit.

Auffällig im Ranking der großen Roller: Die Dreirad-Roller mischen ordentlich mit. Unter den beliebtesten 20 Modellen versammeln sich gleich 5 Roller mit zwei Vorderrädern.

Die 5 Dreirad-Roller, die im März 2024 in der Zulassungsstatistik mitmischen sind: Piaggio MP3 300 (Platz 6, 84 Zulassungen), Piaggio MP3 530 Exclusive (Platz 9, 72 Zulassungen), Yamaha Tricity 300 (Platz 13, 50 Zulassungen), Peugeot Metropolis 400 (Platz 18, 31 Zulassungen) und Kymco CV3 (Platz 20, 26 Zulassungen).

Tabelle: Top 20 der großen Roller vom März 2024

Platz Modell Zulassungen
6 Piaggio MP3 300 84
9 Piaggio MP3 530 Exclusive 72
13 Yamaha Tricity 300 50
18 Peugeot Metropolis 400 31
20 Kymco CV3 26

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