Drössiger Bikes im Test: Individualität und Vielseitigkeit

Drössiger Bikes zeichnen sich seit jeher durch ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Hinter dem Namen Drössiger verbirgt sich ein kleiner Fahrradhersteller aus Eschweiler. Schon seit fast 20 Jahren widmet man sich in dem kleinen Örtchen in der Nähe von Köln dem Thema Bikes.

Aus einem Großhandel für Fahrradkomponenten und der eigenen Laufradfertigung ist Stück für Stück eine eigenständige Marke entstanden, die vom Fully bis zum Tandem ein extrem breit gefächertes Portfolio bietet.

Bei Drössiger werden die Räder nach den individuellen Farbvorstellungen der Kunden gefertigt - so bekommt man eben kein Fahrrad von der Stange.

Die Fahrräder werden nicht nur in Deutschland entwickelt, sondern auch direkt vor Ort gepulvert und montiert, wobei jeder Kunde selbst über das Design seines Drössiger Bikes entscheidet.

Custom Optionen sind selten geworden, aber bei Drössiger bekommt man nach wie vor des volle Programm. Ausstattung und Lackierung für das RIDE HARDTRAIL 29 sind frei wählbar.

Drössiger One 29 SLX im Mountainbike-Test

MOUNTAINBIKE hat das Drössiger One 29 SLX in der Praxis getestet. Voll-Spaß voraus: Mit diesem neuen 2021er Bike ist Trail-Freude garantiert.

Auch beim One 29 SLX bekommt man auf den ersten Blick viel Bike fürs Geld. Zum Beispiel eine quasi komplette Shimano-SLX-Gruppe inklusive Bremse, die ihren teureren XT- und XTR-Schwestern kaum nachsteht.

Oder sehr griffige Schwalbe-Reifen. Dazu gesellen sich ein Rock-Shox-Fahrwerk sowie hochwertige Anbauteile von Race Face, Ergon und Bikeyoke. Top!

Die aufrechte Sitzposition und das sensible Heck laden zu Genusstouren ein, weniger zu Trailaction.

Kritische Betrachtung des Gewichts und der Geometrie

Die Ernüchterung folgt beim Blick auf die Waage: 15,1 Kilo sind für ein 29"-Bike mit 160/150 mm Federweg ganz schön zünftig, vor allem die Laufräder mit stabiler WTB-Felge und Shimano-Billignaben drücken übel aufs Gewicht.

Und das merkt man, trotz recht wippfreiem Hinterbau beschleunigt das Drössiger arg zäh.

Auch die Sitzposition ist nicht ganz ideal, heute ist man steilere Sitzwinkel gewöhnt. Ähnliches gilt fürs Trail-Räubern und BergabBrettern: Die Geometrie ist wahrlich nicht schlecht, aber mit kurzem Reach und hohem Tretlager nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit.

So fühlten sich alle Testfahrer wenig balanciert ins Rad integriert.

Das Fahrwerk indes performt gut, obgleich der sensible Hinterbau seinen Hub viel schneller wegschnupft als die straffe Gabel.

Das One zeigt sich zum attraktiven Preis als (fast) rundum sehr gut ausgestattetes All-Mountain.

Drössiger E-Bikes für 2021

Mit neuen Modellreihen, neuen Motoren und individueller Optik, welche man nach eigenem Geschmack aussuchen kann. Damit kommen die Drössiger E-Bikes für 2021.

Drössiger Gravel Pit im Detail

Das Gravel Pit wird mit einem aus Aluminium gefertigten Rahmen angeboten, verknüpft mit einer Carbongabel. Bei der Laufradgröße hat sich Drössiger den 27,5-Zöllern verschrieben.

Der Schweizer Laufradspezialist DT Swiss liefert dafür mit dem 483D den passenden Satz. Das Gravel Pit ist für 2020 mit der neuen, speziell für den Gravel-Einsatz konzipierten Shimano GRX 2×11- fach-Gruppe ausgestattet.

Praxis-Works-Anbauteile finden sich bei Kurbel und Innenlager wieder.

Besonders überzeugend bewerteten unsere Testfahrer die Reifenfederung sowie den Fahrkomfort insgesamt.

Erfreut zur Kenntnis nehme ich ebenfalls die oberhalb des Lenkers angebrachten Spacer, mit deren Umplatzierung unter den Vorbau die sportliche Sitzposition komfortabler, also etwas aufrechter, ausfallen kann.

Wie der Plus-Namenszusatz impliziert, rollt das Gravel Pit auf den 48 Millimeter breiten und 27,5 Zoll großen Gravelking SK Pneus von Panaracer verhältnismäßig weich und beschleunigt auch auf wechselndem Untergrund bei abruptem Antritt bei 270 Millimeter tiefem Tretlager recht satt.

Rahmenseitig durchdacht konstruiert: Die abgesenkte Kettenstrebe an der Antriebsseite, die möglich macht, dass der breite Reifen in einem verhältnismäßige kurzen Hinterbau untergebracht ist und sich so enge Kurvenmanöver souverän meistern lassen.

Auch einem Kettenschlagen, beispielsweise auf deftigeren Wurzelabfahrten, wird so vorgebeugt.

Zugleich lässt es sich über das ergonomische Ritchey-Cockpit spielerisch durch enge Kehren steuern, toll unterstützt vom steil stehenden 72-Grad-Lenkwinkel.

Mit der Shimano GRX RX810 Schaltung bedient sich Drössiger der knackig und direkt schaltenden Gravelgruppe mit 22 Gängen.

Das bergtaugliche Übersetzungsspektrum bietet eine Entfaltung von 2,5 Meter im leichtesten bis zu 9,49 Meter im höchsten Gang. Auch Steigungen von bis 14 Prozent lassen sich gut meistern.

Bei zügigen Bergabfahrten kann man hingegen beherzt in die Kurbel treten und sich die ansprechenden Kraftübertragungseigenschaften des steifen Alu-Rahmens zu Nutze machen, um ordentlich Vortrieb zu produzieren.

In matschigen Passagen kommen die Panaracer-Pneus erwartungsgemäß mit ihrem feinstolligen Profil schnell an ihre Grenzen bzw. ins Rutschen. Hier werden dem Gravelbike an sich die Grenzen aufgezeigt.

Solange das Gelände aber trocken bleibt, bauen die Schulterstollen der Pneus fetten Grip auf. In der Ebene macht man mit dem Gravel Pit Plus auch auf leichter Schneedecke im Winter prima Tempo, auch weil es sich dank effektiver Reifenfederung und nicht super hartem Aluchassis schön komfortabel fährt.

Auf Robustheit getrimmte Laufräder mit WTBs ST i23 TCS 2.0 Felgen werden von 32 Speichen gezogen. Gemeinsam mit Shimanos RS470 Naben tragen sie zur guten Spurtreue und dem satten Aufliegen bei.

Die hydraulischen Scheibenbremsen der GRX Gruppe verrichteten nach etwas Einfahrzeit einen tadellosen Job. Ihre punktgenaue Verzögerung überzeugte auch bei Nässe oder sogar Schnee.

Auch wenn ich die ganz große Bikepacking-Tour mit dem Gravel Pit Plus nicht in Angriff genommen habe, so erzeugt allein die Anzahl an Befestigungsösen am Alu-Rahmen schon gewaltig Fernweh. Zwei Flaschenhalter im Rahmendreieck - auf Unter- sowie Sattelrohr. Eine weitere Möglichkeit unterhalb des Unterrohrs (zwei Ösen).

Wahlweise können dort auch Schutzbleche an separaten Gewinden angeschraubt werden. Ebenso ist das im Heck möglich, wo zusätzlich Gepäckträger-Ösen vorhanden sind.

Auch beim abschließenden Rundum-Check hatte unsere Werkstattleitung keinen ungewöhnlichen Materialverschleiß zu beanstanden.

Die durchdachte und durchweg hochwertige Ausstattung macht den Anschaffungspreis von 2.099 Euro attraktiv. Sie interessieren sich für das Drössiger Gravel Pit Plus?

Wir durften das Bike eine Woche lang durch den Süden Spaniens scheuchen und sind schon alleine des Namens wegen ziemlich begeistert. Denn einfacher fiel die Suche nach dem Song zum Bike nie. Okay. Jetzt aber zur Sache und ab aufs Rad.

Wir durften das Gravel Pit in einer Ausstattung mit Shimanos GRX-Schaltgruppe in 1x11-Variante und 28-Zoll-Laufrädern mit Mavic-Felgen zum Schottertanz bitten.

Da die Konfiguration so ab Werk nicht erhältlich ist, konzentrieren wir uns hier vor allem auf das Rahmenset selbst. Das kam übrigens in der Farbgebung „Telemagenta“ für den Rahmen und „Cyan“ sowie „Hot Green“ für die Design-Elemente. Welche Farbe darf es denn sein?

So haben wir auch das Drössiger Gravel Pit im Rahmen des Gravel Collective Test Camps unter der Sonne Murcias ausgeführt. Dabei haben mehrere Testfahrer das Bike eine Woche lang auf maximal abwechslungsreichem Terrain bewegt.

Bei unseren Fahrten legte das Gravelbike aus NRW ein durchaus agiles Handling an den Tag, was sich auf die kurze Kettenstrebe, den steilen Lenkwinkel und den insgesamt eher kurzen Radstand zurückführen lässt.

Trotzdem attestiert unsere Test-Crew dem Bike eine ordentliche Laufruhe und vor allem guten Komfort. Oder um es mit Marcs Worten zu sagen: „Das Teil fährt sich einfach super angenehm.“

Dabei wird die theoretisch rechts sportlich gestreckte Geometrie des Rahmens durch den hohen Vorbau und den etwas nach oben gezogenen Lenker ausgeglichen aus.

Für dämpfenden Flex im Heck sorgen unter anderem die tief ansetzenden Sitzstreben, während der abgeflachte Oberlenker bei der Crew auf unterschiedliche Resonanz traf. Die einen freuten sich über das Griffgefühl, die anderen mochten es nicht.

Einfache Alternative: Statt Shimanos GRX-Kurbel dreht sich im Gravel Pit Tretlager die Alba von Praxis Works mit ihren 40 Zähnen. Solides Cockpit: Der nach oben gezogene Lenker mit moderat ausgestelltem Unterlenker liegt gut in der Hand.

Kilogramm über dem Schnitt der bislang von uns getesteten Bikes.

Wer sich das Gravel Pit genau anguckt erkennt schnell, wo die Reise mit diesem Bike hingeht. Oder besser gesagt: Wo sie hingehen kann. Weit weg nämlich. Das Rahmen-Gabel-Set verfügt über zahlreiche Anschraubpunkte im Rahmendreieck, auf dem Oberrohr, unter dem Unterrohr, im Heck und vorne an der Gabel.

Fazit zum Drössiger Gravel Pit

Mit dem Gravel Pit stellt Drössiger ein zuverlässiges, vielseitiges und individuell lackierbares Gravelbike auf die Laufräder, das zum fairen Preis so ziemlich alles mitmacht. Egal ob es um die ausgedehnte Feierabendrunde, den Overnighter am Wochenende oder epische Abenteuer mit Zelt, Schlafsack und mehr geht: das Gravel Pit ist dabei. Dank der vielen Anschraubpunkte lässt es sich auch problemlos in einen flotten Commuter für den Weg zur Arbeit verwandeln.

Feature Description
Rahmen Aluminium
Gabel Carbon
Laufradgröße 27.5 Zoll
Schaltung Shimano GRX 2x11
Bremsen hydraulische Scheibenbremsen der GRX Gruppe
Preis 2.099 Euro

Weitere Modelle von Drössiger

Das XRA Steps ist das erste E-MTB Fully von Drössiger. Mit 650B+ Reifen und 150 mm Federweg bietet es ordentlich Reserven und dürfte viel Sicherheit vermitteln.

Das Drössiger XEA Raff 1 lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Das Bike wurde für 2017 stark in Richtung Gravity angepasst.

Kannst du dich noch an den Erlkönig unserer First Ride Ausgabe erinnern? Nun steht das absolut gelungene und einzige Farbdesign für das neue CarbOne AllMountain-Fully von Drössiger fest.

Drössiger zählt klar zu den Pionieren in der Bewegung mit B+ Reifen.

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