Ducati Scrambler Desert Sled: Technische Daten und Modellgeschichte

Die Ducati Scrambler Desert Sled ist ein Motorrad, das den Geist der kalifornischen Wüstenrennen der 1960er- und 1970er-Jahre wieder aufleben lässt. Sie kombiniert Retro-Design mit moderner Technik und ist sowohl für die Straße als auch für leichtes Gelände geeignet.

Modellgeschichte

Baujahr 2017-2018 - Einführung der Ducati Scrambler Desert Sled

Die Ducati Scrambler Desert Sled wurde erstmals im Rahmen der EICMA 2016 vorgestellt und ist ab Modelljahr 2017 erhältlich. Ducati positioniert das Modell als Hommage an die kalifornischen Wüstenrenner der 1960er- und 1970er-Jahre. Sie basiert auf der Scrambler Icon, unterscheidet sich jedoch durch ein verstärktes Fahrwerk, längere Federwege und eine auf den Offroad-Einsatz ausgelegte Ausstattung. Der Gitterrohrrahmen wird für die Desert Sled überarbeitet und erhält eine verstärkte Schwingenaufnahme. Die Sitzposition ist aufrecht, mit breitem Lenker und mittig positionierten Fußrasten.

Serienmäßig sind Pirelli Scorpion Rally STR-Reifen auf Speichenrädern montiert (vorn 19 Zoll, hinten 17 Zoll). Das Modell verfügt über ein abschaltbares Bosch-ABS. Das Fahrwerk besteht aus einer voll einstellbaren 46-mm-Kayaba-Upside-down-Gabel und einem einstellbaren Kayaba-Monofederbein. Die Federwege betragen vorn und hinten jeweils 200 mm. Die Sitzhöhe beträgt serienmäßig 860 mm, eine niedrigere Sitzbank mit 840 mm ist als Zubehör erhältlich.

Baujahr 2019-2022 - Elektronik-Update und neue Ergonomie

Ab Modelljahr 2019 erhält die Scrambler Desert Sled ein umfassendes Update. Das neue LC-Display zeigt nun auch Ganganzeige und Tankfüllstand an. Zusätzlich wird ein Kurven-ABS (Bosch Cornering ABS) eingeführt. Die Schalter am Lenker werden ergonomisch optimiert. Die Beleuchtung wird überarbeitet: Der LED-Rundscheinwerfer erhält ein integriertes Tagfahrlicht (DRL).

Die Sitzbank wird neu geformt, um den Langstreckenkomfort zu verbessern. Die Soziustauglichkeit bleibt erhalten, mit stabilen Haltegriffen und ausreichend dimensionierter Sitzfläche. Bei einem kombinierten Verbrauch von 5,4 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von rund 250 km laut Herstellerangabe. Die Bereifung bleibt unverändert bei Pirelli Scorpion Rally STR. Der Tankinhalt beträgt 13,5 Liter.

Baujahr 2023-2024 - Euro-5-Homologation und neue Elektronik

Für das Modelljahr 2023 wird die Ducati Scrambler Desert Sled im Zuge der Überarbeitung der gesamten Scrambler-Baureihe an die Euro-5-Norm angepasst. Das Design bleibt weitgehend erhalten, das Gewicht wird leicht reduziert. Die Bedienelemente am Lenker werden erneut überarbeitet. Die Elektronik wird modernisiert: Das neue 4,3-Zoll-LC-Display bietet eine Bluetooth-Schnittstelle zur optionalen Integration des Ducati Multimedia Systems (DMS).

Das Fahrwerk bleibt unverändert, ebenso die Bereifung mit Pirelli Scorpion Rally STR. Ein Windschild ist nicht serienmäßig montiert und nicht verstellbar. Das Standgeräusch des Modelljahres 2023 beträgt laut Zulassungsdokumenten 89 dB(A), womit das Modell nicht von den Tiroler Fahrverboten betroffen ist. Ducati bietet über das Originalzubehörprogramm verschiedene Schutzteile und Gepäcklösungen für den Offroad-Einsatz an.

Baujahr 2021 - Ducati Scrambler Desert Sled Fasthouse

Die Ducati Scrambler Desert Sled Fasthouse wird im März 2021 offiziell vorgestellt und ist ein limitiertes Sondermodell der Scrambler-Baureihe. Sie entsteht in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Bekleidungsmarke Fasthouse und ist inspiriert vom Sieg des Fasthouse/Ducati-Teams bei der Mint 400, einem bekannten Offroad-Rennen in den USA. Technisch basiert die Fasthouse-Edition auf der regulären Scrambler Desert Sled. Sie übernimmt das Fahrwerk mit 200 mm Federweg vorne und hinten, die 19-Zoll-Vorderrad- und 17-Zoll-Hinterradkombination sowie die Pirelli Scorpion Rally STR-Bereifung. Die Sitzhöhe beträgt 860 mm. Die aufrechte Sitzposition mit breitem Lenker und mittelhoch montierten Fußrasten ist auf den Offroad-Einsatz ausgelegt. Die Maschine ist für zwei Personen zugelassen, mit Soziusfußrasten und flacher Sitzbank. Serienmäßige Haltegriffe für den Beifahrer sind nicht vorhanden.

Die Sonderedition unterscheidet sich optisch durch eine spezielle Lackierung in Schwarz und Grau mit roten Akzenten sowie durch das Fasthouse-Logo auf Tank und Sitzbank. Zusätzlich trägt jedes Exemplar eine nummerierte Plakette am Rahmen. Technisch bleibt die Fasthouse-Version identisch zur Standard-Desert Sled.

Zur Ausstattung gehört ein rundes LC-Display, das Geschwindigkeit, Drehzahl, Uhrzeit und weitere Basisinformationen anzeigt. Eine Tankanzeige ist nicht vorhanden, lediglich eine Reserveleuchte. Ein Windschild ist nicht verbaut. Ducati liefert das Modell serienmäßig mit einem abschaltbaren Zweikanal-ABS von Bosch aus. Der Tankinhalt beträgt 13,5 Liter. Ducati gibt den kombinierten Kraftstoffverbrauch mit 5,4 l/100 km an (gemäß WMTC-Zyklus). Daraus ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 250 Kilometern unter Idealbedingungen. Ducati gewährt auf das Modell eine zweijährige Werksgarantie ohne Kilometerbegrenzung, inklusive Ducati Card Assistance (Mobilitätsservice). Das Standgeräusch der Ducati Scrambler Desert Sled Fasthouse beträgt laut EU-Typgenehmigung 93 dB(A). Damit liegt das Modell unter dem in Tirol geltenden Grenzwert von 95 dB(A) für das sektorale Fahrverbot auf bestimmten Strecken.

Technische Daten im Überblick

Hier ist eine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten der Ducati Scrambler Desert Sled:

Merkmal Details
Motor 803 cm³ L-Twin, luftgekühlt
Leistung 73 PS (54 kW)
Drehmoment 67 Nm
Getriebe 6-Gang
Federweg vorne 200 mm
Federweg hinten 200 mm
Reifen vorne 120/70-19
Reifen hinten 170/60-17
Tankinhalt 13,5 Liter
Sitzhöhe 860 mm (optional 840 mm)
Trockengewicht 191 kg

Fahreigenschaften

Die Ducati Scrambler Desert Sled ist ein Motorrad, das sowohl auf der Straße als auch im Gelände Spaß macht. Dank des stabilen Fahrwerks und der grobstolligen Reifen bietet sie auch auf unbefestigten Wegen guten Grip und Spurtreue. Der Motor ist durchzugsstark und bietet ausreichend Leistung für zügige Überlandfahrten. Die Sitzposition ist aufrecht und komfortabel, was auch längere Touren angenehm macht.

Die Desert Sled lässt sich perfekt dirigieren, folgt willig jeder eingeschlagenen Richtungsänderung und bügelt alles weg, was die Fahrt stören könnte. Auch auf unbefestigtem Untergrund kommt man so souverän und mit viel Spaß vorwärts, wobei man sich vor Übermut und wilden Drifts hüten sollte: Die Ducati Scrambler bringt immerhin 205 Kilogramm auf die Waage, die notfalls wieder eingefangen werden müssen.

Die neuen, auf der Desert Sled erstmals aufgezogenen Pirelli Scorpion Rally STR-Reifen haben mit der Nässe keinerlei Grip-Probleme. Die Bremsen sind trotz der einfachen 330 mm-Scheibe vorne, die für Ducati-Racing-Verhältnisse zahnlos scheint und fast soft daherkommt, ist doch völlig ausreichend dimensioniert.

Ist die Ducati Scrambler Desert Sled für Anfänger geeignet?

Die hohe Sitzhöhe, das Gewicht und die Offroad-orientierte Ergonomie machen die Desert Sled Fasthouse eher für erfahrene Fahrer geeignet. Für Einsteiger mit geringer Körpergröße oder wenig Offroad-Erfahrung ist sie weniger empfehlenswert. Eine A2-konforme Version wird ab Werk nicht angeboten.

Scrambler Desert Sled vs. Scrambler Icon - Unterschiede?

Die Desert Sled besitzt ein verstärktes Fahrwerk, längere Federwege, Speichenräder mit 19-Zoll-Vorderrad, eine höhere Sitzposition und ist für den Offroad-Einsatz konzipiert. Die Icon ist straßenorientierter.

Hat die Scrambler Desert Sled Fasthouse ABS?

Ja, serienmäßig ist ein abschaltbares Zweikanal-ABS von Bosch verbaut. Ab 2019 ist ein Kurven-ABS (Bosch Cornering ABS) verbaut.

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