Ducati Diavel 1260: Technische Daten und Modellübersicht

Ducati schickt die zweite Generation des Power-Cruisers Diavel an den Start. Optisch und konzeptionell bleibt sich der Crossover aus Cruiser, Naked-Bike und Superbike treu: endlos langer Tank, mächtiges freistehendes 240er-Hinterrad, tiefe Sitzposition.

Modelljahre und Neuerungen

Baujahr 2019-2020 - Einführung der Ducati Diavel 1260

Die Ducati Diavel 1260 wurde im November 2018 auf der EICMA vorgestellt und ist ab Modelljahr 2019 erhältlich. Sie ersetzt die Diavel 1200 und basiert auf dem 1262 cm³ großen Testastretta DVT-Motor mit variabler Ventilsteuerung, der zuvor in der XDiavel eingesetzt wird. Die Diavel 1260 erhält ein neues Fahrwerkslayout mit überarbeiteter Geometrie, bleibt aber dem Gitterrohrrahmen treu, der nun am Zylinderkopf befestigt ist. Die einseitige Aluminium-Schwinge wird neu konstruiert.

Die Sitzposition bleibt aufrecht mit breitem Lenker und einer niedrigen Sitzhöhe von 780 mm. Die Soziustauglichkeit wird durch eine großzügige Sitzbank und einklappbare Soziusgriffe verbessert. Serienmäßig ist ein 3,5-Zoll-TFT-LC-Display verbaut, das für das Ducati Multimedia System (DMS) vorbereitet ist. Drei Fahrmodi (Sport, Touring, Urban) lassen sich über das Menü anpassen.

Ab Werk ist die Diavel 1260 mit Pirelli Diablo Rosso III-Reifen ausgestattet. Die Bremsanlage stammt von Brembo, vorne mit M4.32-Monoblock-Bremssätteln. Zur Serienausstattung gehören Kurven-ABS (Bosch Cornering ABS EVO), Ducati Traction Control (DTC), Ducati Wheelie Control (DWC) und Ducati Power Launch (DPL). Ein Keyless-System ist ebenfalls serienmäßig.

Baujahr 2021-2022 - Euro-5-Anpassung

Ab Modelljahr 2021 erfüllt die Ducati Diavel 1260 die Euro-5-Abgasnorm. Die Motorleistung bleibt laut Ducati unverändert. Die Abgasanlage wird überarbeitet, um die neuen Emissionsgrenzwerte zu erfüllen. Technisch bleibt das Modell ansonsten unverändert. Die Modellvarianten Diavel 1260 und Diavel 1260 S bleiben bestehen. Die S-Version bietet ein elektronisch einstellbares Öhlins-Fahrwerk, einen Quickshifter (Ducati Quick Shift Up/Down) und geschmiedete Leichtmetallräder.

Baujahr 2023-2024 - Farbvarianten und Ausstattung

Für 2023 erweitert Ducati die Farbpalette der Diavel 1260. Die technische Ausstattung bleibt unverändert. Die Diavel 1260 S ist weiterhin mit dem Ducati Quick Shift System, Öhlins-Fahrwerk und leichten Felgen ausgestattet. Die Garantie beträgt 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung. Die Wartungsintervalle liegen bei 15.000 km oder 12 Monaten, die Ventilspielkontrolle ist alle 30.000 km vorgesehen.

Technische Details

Motor und Leistung

Angetrieben wird das neue Diavel-Duo 1260 und 1260 S von einem alten Bekannten: Der 1262 Kubikzentimeter große Testastretta-DVT-Motor mit variablen Steuerzeiten kommt auch in der Multistrada und in der X-Diavel zum Einsatz. Mächtige und schon im Stand präsente 159 PS (117 kW) leistet der desmodromische L-Twin in der neuen Diavel 1260, macht sieben PS mehr als in der leicht entschleunigten X-Diavel, die mit ihrem Zahnriemen vor allem auf US-Biker setzt.

129 Newtonmeter bei 7500 Umdrehungen pro Minute weist das Datenblatt als Performance-Peak aus. Festgetackert in der tief ausgeschnittenen Sitzmulde fühlt es sich für den Fahrer eher an wie 1290 Nm. Parallel dazu schmettern die beiden ultrakurzen Endtöpfe eine steroide Hymne, die irgendwo zwischen Feuerwerk und Flugzeugstart liegt.

Fahrwerk und Bremsen

Komplett überarbeitet hat Ducati dafür laut Stefano Tarabusi das Fahrwerk: „Design und Konzept des Chassis sind komplett neu“, sagt der Product Manager der Diavel. Die ausgezeichneten Brembo-M50-Bremssättel der 1260 S haben ihr Handwerk im Moto GP gelernt und sind jederzeit Herr der Lage. Der 1260 gönnt Ducati ebenfalls radial verschraubte Brembo-Monobloc-Bremssättel, 4-Kolben-Bremszangen und zwei 320er-Bremsscheiben, greift aber nicht ganz nach oben im Teileregal.

Die wertigeren Teile und Fahrwerks-Komponenten sind eingepreist im 2900-Euro-Aufschlag für die S-Version: Die Diavel 1260 verfügt über eine voll einstellbare 50-mm-Upside-down-Gabel. Am linken Gabelrohr justiert man die Druckstufendämpfung und Federvorspannung, am rechten die Zugstufendämpfung. Beim Monofederbein sind Federvorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar. Der Diavel 1260 S spendiert Ducati vorn und hinten voll einstellbare Öhlins-Dämpfungselemente.

Elektronik und Assistenzsysteme

Das elektronische Rundum-sorglos-Paket der Diavel 1260 S beinhaltet mit Ausnahme der so genannten Slide Control alles, was Ducati auch seinem Superbike Panigale V4 mit auf den Weg gibt. Die Assistenten des Ducati-Safety-Pack tragen alle den Namenszusatz Evo, was so viel bedeutet wie: weiterentwickelt auf den neuesten Stand der Technik. Traktionskontrolle (DTC) für optimale Kraftübertragung, Power Launch für blitzschnelle Starts, Wheelie Control zur Domestizierung des Vorderrads, Bosch-Kurven-ABS und Brembo-Bremssystem für bestmögliche Verzögerung.

Wartung

Servicetermine fallen künftig seltener an fürs neue Diavel-Duo: Die routinemäßige Wartung steht bei der 1260 erst bei 15 000 Kilometern an (oder 12 Monate), zuvor war sie bereits bei 9000 Kilometern fällig. Für die Überprüfung des Ventilspiels können sich die Ducatisti künftig 30 000 statt 18 000 Kilometer Zeit lassen.

Diavel 1260 S im Detail

Baujahr 2019-2020 - Einführung der Ducati Diavel 1260 S

Die Ducati Diavel 1260 S wird erstmals im Modelljahr 2019 vorgestellt und basiert auf dem neuen Testastretta DVT 1262-Motor mit variabler Ventilsteuerung. Sie ersetzt die bisherige Diavel-Baureihe und positioniert sich als sportlicher Power-Cruiser mit gehobener Ausstattung. Die S-Version unterscheidet sich von der Standardvariante durch ein elektronisch einstellbares Öhlins-Fahrwerk, geschmiedete Marchesini-Leichtmetallräder, einen Quickshifter (Up/Down) und eine leistungsstärkere Bremsanlage mit Brembo M50-Monoblock-Sätteln.

Ab Werk ist die Diavel 1260 S mit einem 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay ausgestattet, das über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügt. In Verbindung mit der Ducati Link App lassen sich Fahrdaten auslesen und Smartphone-Funktionen wie Musiksteuerung oder Anrufannahme nutzen. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorne gestreckten Beinen, was dem Power-Cruiser-Charakter entspricht. Der Soziusplatz ist sportlich-kompakt gehalten, die Fußrasten des Beifahrers sind einklappbar. Eine abnehmbare Soziusabdeckung ist serienmäßig montiert.

Baujahr 2021 - Euro-5-Umstellung

Ab Modelljahr 2021 erfüllt die Ducati Diavel 1260 S die Euro-5-Abgasnorm. Dafür wird die Abgasanlage überarbeitet, ohne die Spitzenleistung zu verändern. Das Standgeräusch beträgt laut Zulassungsbescheinigung 95 dB(A), was für Fahrten in Regionen mit Lärmbeschränkungen - etwa in Tirol - relevant ist.

Die Reifenausstattung bleibt unverändert: Ab Werk sind Pirelli Diablo Rosso III montiert, in den Dimensionen 120/70 ZR17 vorn und 240/45 ZR17 hinten. Der breite Hinterreifen ist ein markantes Merkmal der Diavel-Baureihe.

Baujahr 2022-2023 - Modellpflege ohne technische Änderungen

In den Folgejahren bleibt die technische Ausstattung der Diavel 1260 S weitgehend unverändert. Ducati bietet weiterhin optionales Zubehör wie Seitenkoffer, ein Tanktaschensystem und einen nicht verstellbaren Windschild an. Der Windschild ist nicht serienmäßig.

Die Reichweite ergibt sich aus dem 17-Liter-Tank und dem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 5,5 l/100 km. Daraus resultiert eine theoretische Reichweite von rund 309 Kilometern. Die Werksgarantie beträgt 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung. Über das Programm "Ever Red" kann eine Garantieverlängerung abgeschlossen werden.

Technische Daten im Vergleich

Die Ducati Diavel 1260 S steht der Ducati XDiavel S mit ähnlichen technischen Daten gegenüber.

  • Motor: Beide Modelle verfügen über einen 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.262 Kubik.
  • Drehmoment: Die Diavel 1260 S bietet 129 Nm bei 7.500 U/min, während die XDiavel S 127 Nm bei 5.000 U/min liefert.
  • Fahrwerk: Die Diavel 1260 S setzt vorne auf eine Öhlins Upside-Down-Gabel und hinten auf ein Öhlins Monofederbein. Die XDiavel S verwendet eine Upside-Down-Gabel vorne und ein Monofederbein hinten.
  • Bremsen: Beide Modelle sind mit Brembo Bremsanlagen ausgestattet, vorne mit Doppelscheiben und Vierkolben-Zangen.
  • Bereifung: Beide Modelle verwenden Reifen der Größe 120/70-17 vorne und 240/45-17 hinten.
  • Abmessungen: Der Radstand der Diavel 1260 S beträgt 1.600 mm, die Sitzhöhe 780 mm. Die XDiavel S hat einen Radstand von 1.615 mm und eine Sitzhöhe von 755 mm.
  • Gewicht: Die Diavel 1260 S wiegt 247 kg fahrfertig, die XDiavel S 249 kg.
  • Tankvolumen: Die Diavel 1260 S hat einen 17-Liter-Tank, die XDiavel S einen 18-Liter-Tank.

Preis und Verfügbarkeit

Die Preise starten bei 19 990 Euro für die Diavel 1260 in Sandstone Grey mit schwarzem Rahmen. Die S gibt es ab 22 890 Euro zusätzlich in Thrilling Black & Dark Stealth mit rotem Rahmen, obendrauf kommen jeweils 345 Euro Liefernebenkosten.

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Modell kW/PS Hubraum Drehmoment Leergewicht Preis (ca.)
Ducati Diavel 1260 S (2020) 117 kW/159 PS 1.262 cm³ 129 Nm k.A. 22.510 €
Ducati Diavel 1260 (2019) 117 kW/159 PS 1.262 cm³ 129 Nm k.A. 19.900 €
Ducati Diavel V4 (2024) 124 kW/168 PS 1.158 cm³ 126 Nm 237 kg 27.090 €
Ducati Diavel Carbon (2015) 119 kW/161 PS 1.198 cm³ 131 Nm 234 kg 21.490 €
Ducati Diavel (2015) 119 kW/162 PS 1.198 cm³ 128 Nm 239 kg k.A.

Fahrberichte und Fahreindrücke

Ducatis Power-Cruiser zieht einem in jedem Gang die Arme lang und länger, wenn man es darauf anlegt. Bis circa 5000 Touren geschieht das bereits auf sehr beeindruckende Art, danach kennt das Drehmoment kein Halten mehr.

Auf den erfreulich kurvigen Passagen im Hinterland von Marbella, wo Ducati anno 2011 bereits die erste Diavel-Generation präsentierte, bewegt man die 1260 S vornehmlich im mittleren Drehzahlbereich. Auch das reicht, um bei jedem Gangwechsel in seinen Helm zu jauchzen. Die hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Servounterstützung und Anti-Hopping-Funktion benötigt man auf der S-Version nur zum Anfahren und Anhalten: Ducati bestückt sein Diavel-Flaggschiff serienmäßig mit dem hauseigenen Kupplungsautomat namens „Ducati Quick Shift up/down Evo“.

Rauf rasten die Gänge präzise und sanft ein. Beim Herunterschalten bewährt sich der Quickshifter vor allem bei höheren Geschwindigkeiten, die sich auf der nackten Diavel - ähnlich wie bei Premium-Limousinen und Edel-SUV - meist sehr viel niedriger anfühlen.

Für wen ist die Diavel 1260 geeignet?

Die Diavel 1260 richtet sich aufgrund ihrer Leistung, des Gewichts und der Fahrdynamik nicht an Fahranfänger. Eine A2-konforme Version wird von Ducati nicht angeboten.

Häufig gestellte Fragen

  • Hat die Diavel 1260 ABS? Ja, serienmäßig ist Bosch Cornering ABS EVO verbaut, das auch in Schräglage wirkt.
  • Diavel 1260 vs. Diavel 1200 - Unterschiede? Die Diavel 1260 verfügt über einen neuen Motor mit DVT-Technologie, ein überarbeitetes Fahrwerk, ein modernes TFT-LC-Display und ein erweitertes Elektronikpaket. Die Ergonomie und Fahrwerksgeometrie wurden ebenfalls angepasst.
  • Ducati Diavel 1260 Tankinhalt und Reichweite? Der Tank fasst 17 Liter. Bei einem realistischen Verbrauch von 5,5 l/100 km liegt die Reichweite bei etwa 300 km.
  • Darf man mit der Diavel 1260 nach Tirol fahren? Das Standgeräusch der Diavel 1260 beträgt laut Zulassungsdokumenten 95 dB(A).
  • Ist die Ducati Diavel 1260 S für Anfänger geeignet? Die Diavel 1260 S richtet sich aufgrund ihrer Leistung, des Gewichts und der Fahrdynamik nicht an Fahranfänger. Sie erfordert Erfahrung im Umgang mit leistungsstarken Motorrädern.
  • Diavel 1260 S vs. Diavel 1260 - Unterschiede? Die S-Version bietet ein elektronisches Öhlins-Fahrwerk, leichtere Felgen, eine leistungsstärkere Bremsanlage, Quickshifter (Up/Down) und ein spezielles Tagfahrlicht (DRL).
  • Ducati Diavel 1260 S Tankinhalt und Reichweite? Der Tank fasst 17 Liter.

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