Ducati Diavel: Drehmoment und technische Daten im Überblick

Die Ducati Diavel war schon immer eine Pretiose im exklusiven Programm des italienischen Motorradherstellers Ducati. So recht wusste bei der Premiere der Diavel 2011 eigentlich niemand, in welche Schublade man sie stecken sollte.

Die niedrige Sitzposition und der lange Radstand wiesen ihr eine Rolle als Cruiser zu, während ihr ultrastarker, damals 162 PS leistender, 1,2 Liter-Zweizylinder mit einem Drehzahllimit von fast 10.000 U/min eher auf einen Hypersportler hindeutete. Die aufrechte Sitzposition wiederum entsprach am ehesten einem Naked-Bike.

Jetzt ist die dritte Generation der Ducati Diavel bei den Händlern - mit einem gewaltigen V4-Motor. Dass ein Motorrad mit so gegensätzlichen Hauptmerkmalen wie die Diavel beim Start nicht gleich zum Stückzahltreiber wurde, war sicherlich auch für die Verantwortlichen in Bologna, der Heimat von Ducati, keine Überraschung.

Selbst im Bigbike-Traumland Deutschland kamen über zwölf Jahre nur knapp 4000 Einheiten zusammen, weltweit waren es immerhin 45.000. So wundert es auch nicht, dass es mittlerweile China-Bikes der Achthunderterklasse gibt, die bei der Diavel optische Anleihen nehmen.

Ducati Diavel V4 (2024)

Nachdem die Italiener ihrem noch recht neuen V4-Motor nicht nur durch den Einbau in ihr Superbike Panigale, sondern auch durch die Installation in ihre Reiseenduro Multistrada huldigen, lag es nahe, auch die Diavel mit dem V4-Antrieb auf ein neues Level zu bringen.

Auffallend ist beim neuen Antrieb, dass der mit höherer Literleistung daherkommende V4 in allen Drehzahlbereichen kultivierter und geschmeidiger zu Werke geht und die überaus füllige Leistung sich gefühlvoll dosieren lässt. Die neue Diavel V4 klingt übrigens bestens; an ihrem Sound kann sich aber nicht nur der Fahrer erfreuen, auch Passanten reagieren positiv.

Erst recht, wenn das Bike ohne Last mit weniger als 4000 U/min dahinschnurrt. Die im niedrigen Drehzahlbereich aktive Stilllegung der hinteren Zylinderbank hat ein besonders tiefes Grollen zur Folge. Dieser Kniff verringert zudem die Wärmeabstrahlung im Stand und bei Langsamfahrt; des Fahrers Oberschenkel dürften es an heißen Tagen danken.

Design und Technik

Doch die Diavel fasziniert nicht nur durch Technik: Schon im Stand strahlt sie Gediegenheit, Unkonventionalität und Stil aus. Während ihre Silhouette seit jeher alle wesentlichen Elemente von Naked-Bike, Sportbike und Cruiser in sich vereinigt, wirken die Details jetzt noch intensiver.

Zum Beispiel der nun vierflutige Endschalldämpfer auf der rechten Seite, das freischwebende Heck, der exzentrische Frontscheinwerfer, vor allem aber die aus 112 LEDs bestehende Kombination aus Rück- und Bremslicht.

"Diese Leuchteneinheit nennen wir LED-Matrix. Es ist das teuerste Rücklicht, das wir je verbaut haben", sagt Stefano Tarabusi. Der Diavel-Produktmanager nennt keinen Betrag, ergänzt aber: "Es liegt auf dem Preisniveau des Frontscheinwerfers." Und der bietet alle LED-Schikanen inklusive eines neu gestalteten Tagfahrlichts.

Technische Entwicklung

Die technische Entwicklung der Diavel innerhalb der letzten fünf Jahre hat es in sich: Zwar stieg die Maximalleistung lediglich um in der Praxis unbedeutende 7 kW/9 PS, doch sank das fahrfertige Gewicht trotz des von 17 auf 20 Liter Fassungsvermögen gewachsenen Tanks von 244 auf 236 Kilogramm.

Die Potenz des nun 124 kW/168 PS starken V4-Motors zeigt sich auch darin, dass das maximale Drehmoment von nun 126 Nm bereits bei 3250 U/min unterhalb der Nenndrehzahl abgegeben wird. Beim früheren Zweizylindermotor betrug die Drehzahldifferenz trotz der verwendeten variablen Ventilsteuerung nur 2000 U/min - für dasselbe Drehmoment waren also höhere Drehzahlen nötig.

Dafür gibt es nun statt eines schnöden, allerdings stets herrlich anzusehenden Gitterrohrrahmens eine aus Aluminium gefertigte Monocoque-Konstruktion - nach dem Motor Hauptursache der kräftigen Gewichtsreduzierung, denn an Reifen, Bremsen und Radführungen ließ sich nichts sparen.

Sparen lässt sich mit einer Diavel natürlich sowieso gar nicht, auch wenn die 16 Ventile des Triebwerks nur alle 60.000 Kilometer einen Service brauchen. Aber der charakteristische, 24 Zentimeter breite Hinterreifen, der Motoröl-Service und vieles andere gehen ins Geld.

Insofern ist es nur gerecht, wenn der Diavel-Käufer durch enormen Fahrspaß entschädigt wird: Ja, sie kann Sport. Und sie kann Komfort. Aber am allerbesten kann sie auffallen. Vor allem in dieser Disziplin bleibt sie unter den Serienmotorrädern ungeschlagen.

Technische Daten im Vergleich

Im Folgenden werden die technischen Daten verschiedener Ducati Diavel Modelle verglichen:

  • Ducati Diavel V4 (2024): 124 kW/168 PS, 1.158 cm³ Hubraum, 126 Nm Drehmoment, 237 kg Leergewicht
  • Ducati Diavel 1260 S (2020): 117 kW/159 PS, 1.262 cm³ Hubraum, 129 Nm Drehmoment
  • Ducati Diavel 1260 (2019): 117 kW/159 PS, 1.262 cm³ Hubraum, 129 Nm Drehmoment
  • Ducati Diavel (2015): 119 kW/162 PS, 1.198 cm³ Hubraum, 128 Nm Drehmoment, 239 kg Leergewicht
  • Ducati Diavel Carbon (2015): 119 kW/161 PS, 1.198 cm³ Hubraum, 131 Nm Drehmoment, 234 kg Leergewicht

Vergleich: Diavel 1200 vs. Diavel V4

Der Ducati Diavel 1200 mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.198 Kubik steht die Ducati Diavel V4 mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 4-Zylinder-Motor mit 1.158 Kubik gegenüber.

Die Diavel V4 bietet mit 168 PS bei 10.750 Umdrehungen eine vergleichbare Leistung im Vergleich zur Diavel 1200 mit 152 PS bei 9.000 U / min. Das maximale Drehmoment der Diavel V4 von 126 Newtonmeter bei 7.500 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 123 Nm Drehmoment bei 8.000 Umdrehungen bei der Diavel 1200.

Bei der Diavel 1200 federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Marzocchi mit 50 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Marzocchi. Die Diavel V4 setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down mit 50 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Sachs.

Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Diavel 1200 vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 265 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Die Diavel V4 vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 330 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo verbaut.

Bei der Bereifung setzt Diavel 1200 auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 240 / 45 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Diavel V4 Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 240/45-17 hinten.

Der Radstand der Ducati Diavel 1200 misst 1.580 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 770 Millimeter. Die Ducati Diavel V4 ist von Radachse zu Radachse 1.593 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 790 Millimeter.

Mit einem fahrfertigen Gewicht von 239 kg ist die Diavel 1200 ähnlich schwer wie die Diavel V4 mit 236 kg. In den Tank der Diavel 1200 passen 17 Liter Sprit. Bei der Diavel V4 sind es 20 Liter Tankvolumen.

Vergleich: Diavel 1260 S vs. XDiavel S

Der Ducati Diavel 1260 S mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.262 Kubik steht die Ducati XDiavel S mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit gleichem Hubraum gegenüber.

Das maximale Drehmoment der Diavel 1260 S von 129 Newtonmeter bei 7.500 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 127 Nm Drehmoment bei 5.000 Umdrehungen bei der XDiavel S.

Bei der Diavel 1260 S federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Öhlins mit 48 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Öhlins. Die XDiavel S setzt vorne auf eine Telegabel Upside-Down mit 50 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Federvorspannung, Zugstufe verstellbares Monofederbein.

Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Diavel 1260 S vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 265 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo. Die XDiavel S vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo verbaut.

Bei der Bereifung setzt Diavel 1260 S auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 240 / 45 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der XDiavel S Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 240/45-17 hinten.

Der Radstand der Ducati Diavel 1260 S misst 1.600 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 780 Millimeter. Die Ducati XDiavel S ist von Radachse zu Radachse 1.615 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 755 Millimeter.

Mit einem fahrfertigen Gewicht von 249 kg ist die XDiavel S ähnlich schwer wie die Diavel 1260 S mit 247 kg. In den Tank der Diavel 1260 S passen 17 Liter Sprit. Bei der XDiavel S sind es 18 Liter Tankvolumen.

Technische Daten der Ducati Diavel V4 im Detail

Hier sind detaillierte technische Daten der Ducati Diavel V4:

Kategorie Herstellerangabe
Leergewicht in kg 236
Leistung in kW 124
Drehzahl der max. Leistung 10750
Max. Drehmoment 126.0
Drehzahl der max. Drehmoment 7500
Kühlsystem Flüssigkeitskühlung
Abgasreinigungssystem Geregelter Katalysator
Eingehaltene Abgasnorm Euro 5
Vergaser/ Einspritzanlage Einspritzanlage
Treibstoffart Super
Starter E-Starter
Standgeräusch in db(A) 100
Fahrgeräusch in db(A) 76
Getriebeart Schaltung
Anzahl der Getriebegänge 6
Sekundärantrieb Kette
Rahmenbauart Gitterrohrrahmen/Stahl
Radstand in mm 1593
Nachlauf in mm 112
Vorderradführung Up-Side-Down-Telegabel
Federweg vorne in mm 120
Standrohrdurchmesser in mm 50
Hinterradführung Einarmschwinge
Federweg hinten in mm 145
Reifendimension vorne 120/70 ZR 17
Reifendimension hinten 240/45 ZR 17
Bremsenbauart vorne Scheibe
Anzahl Bremsen vorne 2
Bremsendurchm.vorn in mm 330
Bremsenbauart hinten Scheibe

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