Um ein Ducati-Händler zu werden, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Es geht nicht nur um Leidenschaft für die Marke, sondern auch um fundierte Kenntnisse des Marktes, eine solide Geschäftsplanung und die Fähigkeit, die hohen Standards von Ducati zu erfüllen.
Vertragswerkstatt oder Fachwerkstätte?
Ein wichtiger Aspekt ist die Frage, ob man eine Vertragswerkstatt oder eine freie Fachwerkstätte betreiben möchte. Wenn man das Service bei einer Fachwerkstätte machen lässt, stellt sich die Frage, ob die Garantie trotzdem erhalten bleibt oder ob Ducati Probleme macht, weil das Service nicht bei einem Vertragshändler durchgeführt wurde.
Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers, die er an Bedingungen knüpfen darf. Damit die herkömmliche Garantie von Ducati ihre Gültigkeit behält, sind drei Inspektionen erforderlich:
- bei 1.000 km (bzw. nach sechs Monaten)
- 12.000 km (bzw. nach 12 Monaten)
- 24.000 km (bzw. nach 24 Monaten)
Diese Inspektionen müssen bei einem offiziellen Ducati-Händler durchgeführt werden. Für Hypermotard, Hypermotard SP und Hyperstrada ab Modelljahr 2013 gelten folgende Inspektionsintervalle:
- bei 1.000 km (bzw. nach sechs Monaten)
- 15.000 km (bzw. nach 12 Monaten)
- 30.000 km (bzw. nach 24 Monaten)
Die Garantie erlischt, wenn das Motorrad von anderen repariert oder gewartet wird, wie auch beim Einbau von Nicht-Originalersatzteilen.
Die EU-Kommission hat 2010 die Bindung der Garantie an eine Vertragswerkstatt für unzulässig erklärt. Allerdings muss eine Werkstatt, die keine Vertragswerkstatt ist, nach den Vorgaben des Herstellers arbeiten.
Überlegungen zur Gründung eines Ducati-Handels in Griechenland
Einige Leute haben überlegt, einen Ducati-Handel in Griechenland zu eröffnen. Dabei sind jedoch einige Argumente zu berücksichtigen:
- Die Straßen in Griechenland können rutschig sein, was das Fahren mit bestimmten Motorradtypen erschwert.
- Motorräder werden dort aufgrund des Wetters deutlich mehr gefahren als hier.
- Es gibt eine begrenzte Anzahl von Ducati-Vertretungen in Griechenland.
Trotzdem gibt es auch positive Aspekte:
- Ducati hat auch Tourenmotorräder und Scrambler im Angebot.
- Es gibt viele seltene und Oldtimer-Modelle in Griechenland.
Kosten und Auflagen
Die genauen Kosten und Auflagen für die Eröffnung eines Ducati-Handels sind nicht einfach zu bestimmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Lizenz zu erwerben, ähnlich wie bei McDonald's.
Die Hersteller steuern das mit unterschiedlichen Händlerkategorien. Je größer der Händler und je wichtiger, desto höher sind die Anforderungen. Franchisegebühren fallen in der Regel bei filialisierenden Ketten wie McDonald's oder Subway an.
Businessplan und Eigenkapital
Für die Gründung eines Ducati-Handels ist ein sauberer Businessplan und Eigenkapital oder eine potentielle Fremdfinanzierung erforderlich. Wenn man kein Experte im Kfz-Handwerk ist und keine Erfahrung mit Ducati-Betrieben hat, wird Ducati möglicherweise nicht das Risiko eingehen, Service und Verkauf seiner Produkte zu übertragen.
Zusätzlich sind muttersprachliche Kenntnisse sowie Grundkenntnisse von Steuerrecht und Geschäftsgebaren im jeweiligen Land erforderlich.
Geografische Lage und Kundenkreis
Die geografische Lage ist ein entscheidender Faktor. Wie groß ist das Einzugsgebiet in Bezug auf Kaufkraftindex und Kilometer? Oft ist die Vernetzung und der derzeitige Kundenbestand ein ausschlaggebender Faktor.
Ein Hersteller hat in erster Linie einen Ruf zu verlieren und wenig zu gewinnen. Lagerbestände bestimmter Bauteile (Jahresendbestellung beläuft sich über 50.000 EUR) und ein komplettes Werkzeugsortiment sind ebenfalls erforderlich.
Erfahrungen bestehender Händler
Einige Ducati-Händler haben ihre Vertretung aufgegeben oder weitere Marken hinzugefügt, da die Vorgaben an das Corporate Design (CD) zu teuer umzusetzen sind. Es werden konkrete Vorgaben an Größe, Umfang des Fuhrparks, Lager etc. gemacht. Zudem machen Vorgaben an Betriebsausstattung und vor allem strenge Richtlinien zu Qualifizierungsmaßnahmen eine "spontane Betriebsgründung" unmöglich.
Marktchancen in Griechenland
Die Marktchancen definieren sich nicht unerheblich über den Kundenkreis. Wetter und "freies" Fahren sprechen zwar für Griechenland, aber ein Superbike macht dort schlicht keinen Sinn. Eine Multi ist schlicht zu teuer im Unterhalt. Die potentielle Käuferschicht ist schlicht zu gering.
Es gibt zwar Leute mit Geld im Großraum Athen, aber es gibt nur sehr wenige über 40, die Motorrad fahren wie hier (also Touren am Sonntag, Moped Urlaub usw.). Die jungen Leute können froh sein, wenn es für eine 600er reicht.
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