Ducati hat mit der Hypermotard 698 Mono ein unfassbar gutes Erstlingswerk rausgezimmert! Das Bike nimmt alle Qualitäten, die man in einer straßenzugelassenen Supermoto sucht und hebt sie auf einen topmodernen und ausgereiften Level.
Optisch ist die Single-Duc natürlich ganz nah dran an der 114 PS starken „großen Schwester“ Hypermotard 950. Fast gerade Sitzbank vom Heck bis zur Mitte des Tanks, hohes Frontschutzblech, tragend eingebauter Motor, aggressive Front im Raubvogelschnabel-Style - die Hypermotards versprühen aus jedem Blickwinkel den gewünschten Attacke-Modus.
Die grundsätzliche Idee der Italiener ist, mit einer leistungsstarken, gut ausgestatteten und aggressiv ausschauenden Supermoto der Konkurrenz von KTM, Husqvarna und GasGas Marktanteile abzunehmen und Fahrer möglichst früh emotional an die Marke zu binden.
Technische Daten im Überblick
Bevor wir uns den Fahreindrücken widmen, werfen wir einen Blick auf die technischen Daten der Ducati Hypermotard 698 Mono:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Gesamtgewicht | 355 kg |
| Länge | 2165 mm |
| Breite | 920 mm |
| Höhe | 1240 mm |
| Sitzhöhe | 889/904 mm |
| Tankvolumen | 12.0 Liter |
| Verbrauch | 4,8 Liter/100 km |
| Höchstgeschwindigkeit | 205 km/h |
| Motorbauart | 1-Zylinder |
| Hubraum | 659 cm³ |
| Max. Leistung | 57 kW |
| Max. Drehmoment | 63.0 Nm |
Motor und Leistung
Mit dem stärksten serienmäßigen Einzylinder der Welt und einem umfangreichen Elektronikpaket will sie sportlich ambitionierte Fahrer überzeugen. Der 659 ccm Superquadro Mono leistet 77,5 PS bei 9.750 Umdrehungen und ein Drehmoment von 63 Nm bei 8.000 U/min.
Ducati erklärt den neuen „Superquadro Mono“ mit breiter Brust zum „fortschrittlichsten und leistungsstärksten Einzylinder-Straßenmotor, der je gebaut wurde“.
Der neue Einzylinder stammt vom Zweizylinder-Motor der Panigale 1299 ab, von dem er die Titan-Einlassventile und Stahl-Auslassventile übernimmt sowie den Kolben samt Bohrung (116 mm), den Brennraum und die desmodromische Ventilsteuerung. Damit greift er auf die gleiche Technologie zur Steuerung der Ventile zurück, die Ducati auch in der MotoGP verwendet.
Während Einzylinder mit solch hoher Kubatur oft wie ruppige und eher landwirtschaftliche Aggregate wirken können, versprüht der Ducati Einzylinder Eleganz und sportliche Potenz. Ab rund 3.000 Umdrehungen geht er sanft ans Gas und dreht kraftvoll zu seiner Höchstdrehzahl von 10.250 Umdrehungen.
70% des maximalen Drehmoments liegen ab 3.000 U/min bzw. 80% ab 4.500 U/min an. Das bedeutet, dass man im Sattel keinen Punch vermisst und die Hypermotard 698 Mono kraftvoll aus der Kurve drückt.
Fahrhilfen und Elektronik
Das Elektronik-Paket ist laut Ducati „das kompletteste des Segments“. Zahlreiche Fahrhilfen stammen aus der Panigale V4 und wurden speziell für die Hypermotard 698 Mono weiterentwickelt.
Dazu gehören neben dem Kurven-ABS unter anderem die Ducati Wheelie Control (vierstufig), die Ducati Traction Control, der Ducati Power Launch, die Engine Brake Control und der Ducati Quick Shift (DQS) Up/Down.
Auf der Landstraße können die System aber auch überzeugen, denn im richtigen Setting (je nach Können & Erfahrung einstellbar) ermöglicht es leichte Drifts, hält die Hypermotard 698 Mono dabei gleichzeitig sicher, sodass man eigentlich wenig falsch machen kann.
Fahrverhalten und Handling
Mit absoluter Präzision lässt sich die Ducati durch die Kurven wedeln und gibt dabei klares Feedback zum Untergrund. Das für Supermotos typische nervöse Fahrverhalten bringt auch die Hypermotard 698 Mono mit, gibt dabei aber niemals das Gefühl der Instabilität.
Bedeutet, dass der Spaß der Kurvenhatz erst durch das orangene Leuchten der Reserveleuchte gebremst wird. Mit vollem Tank und Barcelona im Rücken, verbrachten wir die meiste Zeit auf den kurvigen Landstraßen rund um die Großstadt - dort, wo die Hypermotard in ihr Element kommt.
Komfort und Alltagstauglichkeit
Dennoch bietet die Ducati Supermoto genügend Sitzkomfort, um den Pendleralltag zu bewältigen, vor allem da sich der Hitzestau zwischen den Beinen in Grenzen hält. Ergonomisch zeigt sich die Hypermotard 698 Mono bequem.
Eher genervt hat uns aber der Fakt, dass die neue Ducati Hypermotard 698 Mono über keine Tankanzeige verfügt. Auch eine Anzeige der Restreichweite wird vergebens gesucht.
Alternativen im Vergleich
Die Klasse der performanten Supermotos mit Straßenzulassung wurde von der KTM Gruppe regiert - bis jetzt! Denn bereits beim ersten Test auf der Kart-Rennstrecke konnte die neue SuMo aus Italien bereits auf ganzer Länge überzeugen.
Mit der Ducati Hypermotard 698 Mono kann Ducati der große Wurf im Supermoto-Segment gelingen. Vergleichbare Modelle von KTM und Husqvarna sind entweder nicht so gut ausgestattet oder schwerer und definitiv nicht so leistungsstark.
Preis und Verfügbarkeit
Ab Januar 2024 soll die 698 Mono bei den Ducati-Vertragshändlern in zwei Looks aufschlagen: im klassischen Ducati Red mit pulverbeschichtetem Rahmen und als RVE mit spezieller Grafik, schwarzem Rahmen und serienmäßigem DQS (Schaltautomat).
Der Preis für die Hypermotard 698 Mono liegt in Deutschland bei 12.390 Euro, die RVE-Variante bei 13.390 Euro. In der Schweiz kostet die Hypermotard 698 Mono 13'290 CHF, die RVE 14'290 CHF.
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