Ducati Hypermotard 939 Testbericht

Die Ducati Hypermotard 939 ist ein Motorrad, das aufregende Supermoto-Elemente mit Alltagstauglichkeit verbinden möchte.

Das Motorrad

Das Design der Hypermotard 939 ist филигран und ähnelt stark dem Basismodell. Die Änderungen umfassen einen etwas höheren Lenker, ein kleines Windschild, eine geringere Sitzhöhe von 81 Zentimetern und Aufnahmen für Koffer. Von 2013 bis 2017 war sie für 12.590 Euro erhältlich.

Die Technik, einschließlich des hochgelobten Testastretta-Motors, wurde weitgehend von der Hypermotard übernommen. Ducati orientierte sich bei der Entwicklung an den Rennmaschinen der Supermoto-Rennserie, wollte aber gleichzeitig ein touristisch ausgelegtes Modell schaffen.

Wie fährt sich die Ducati Hyperstrada?

Die Ducati Hyperstrada hat auch als Tourer nichts von ihrer Wendigkeit verloren. Sie lässt sich mit vollgepackten Koffern agil durch Kehren bewegen. Die Sitzposition ist angriffslustig, mit weit vorne sitzendem Fahrer, hochgezogenen Ellenbogen und nach vorne geneigtem Kopf. Der Motor mit 110 PS stürmt sofort durch das Drehzahlband und entfaltet ab 6000 Umdrehungen seine volle Kraft.

Das Fahrverhalten ist kurvenfreundlich und präzise. Die Duc giert nach Kurven und lässt sich punktgenau hineinstechen und kontrolliert herausbeschleunigen. Allerdings sollte der Fahrer jederzeit wissen, was er tut, da die Hyperstrada in engen Kurvenradien dazu neigt, mit dem Vorderrad zur Kurveninnenseite zu kippen.

Der Fahrkomfort ist vorne gut, in der Mitte mittelmäßig und hinten dürftig. Die nicht einstellbare Vordergabel fängt Stöße gut ab, aber die Sitzbank ist für den Fahrer etwas zu kurz und nur mittelmäßig gepolstert.

Fazit: Gelingt der Kompromiss?

Ja, der Kompromiss gelingt, aus einem der wendigsten Motorräder überhaupt ein tourentaugliches Motorrad zu schaffen, ohne dessen Kernkompetenzen einzuschränken. Dennoch sollte man die Hyperstrada nicht mit einem typischen Tourer verwechseln. Der Windschutz ist trotz Scheibe eingeschränkt, und die Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h ist eher theoretisch. Die ideale Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 130 km/h.

Die Hyperstrada ist ein alltagstaugliches Funbike, mit dem man auch länger von zu Hause wegbleiben kann und viel Spaß hat. Sie ist eine Ducati durch und durch und funktioniert umso besser, je schneller es vorangeht. Wer ein Motorrad für gemütliche Ausfahrten sucht, sollte sich nach einer anderen Marke umsehen.

Kritikpunkte

Die Verarbeitungsqualität ist unterdurchschnittlich, und es gibt einige unverständliche Entscheidungen. Die Koffer sind nicht wasserdicht, und Schrauben können nach kurzer Zeit rosten. Die hintere Bremse kann Probleme bereiten und muss regelmäßig entlüftet werden.

Alternativen

Die Ducati Hypermotard 939 tritt gegen Modelle wie die Yamaha MT-09 und die Aprilia Dorsoduro 900 an. Diese Motorräder versuchen ebenfalls, Spaß und Vernunft zu vereinen.

Vergleich mit Aprilia Dorsoduro 900 und Yamaha MT-09

Die Aprilia Dorsoduro 900 bietet 95 PS, während die Ducati Hypermotard 939 110 PS leistet. Die Yamaha MT-09 verfügt über 115 PS. Die Yamaha überzeugt mit einem drehfreudigen Motor und gutem Ansprechverhalten. Das Fahrwerk der MT-09 ist jedoch eher weich abgestimmt, was bei engagierter Fahrweise zu Instabilitäten führen kann. Die Ducati liegt straffer auf der Straße und bietet mehr Vertrauen in Kurven.

Die Dorsoduro benötigt stärkere Lenkimpulse und ist weniger handlich als die Yamaha und die Ducati. In puncto Bremsen überzeugen alle drei Modelle, wobei die Yamaha mit ihren einteiligen Vierkolbensätteln besonders bissig zupackt.

Beim Verbrauch liegt die Yamaha mit 4,4 Litern auf 100 Kilometern vorn, gefolgt von der Aprilia (4,7 Liter) und der Ducati (5,0 Liter). Der kleine Tank der Dorsoduro (11,5 Liter) sorgt jedoch für eine geringe Reichweite.

Ducati Hypermotard 939 SP

Die SP-Version der Hypermotard 939 bietet eine hochwertigere Ausstattung mit Öhlins-Federelementen, Karbonteilen und einerRadial-Bremspumpe. Sie ist leichter als das Standardmodell und bietet ein aggressiveres Mapping. Die SP bügelt gezielt die Schwächen der Basis-Hypermotard aus und ist besonders auf der Rennstrecke zu Hause.

Unterschiede der Ducati Hypermotard 939 SP zum Standardmodell:

  • Aggressiveres Mapping (Wet, Sport, Race)
  • Federelemente von Öhlins, voll einstellbar mit 15/25 mm (v/h) längerem Federweg
  • Geschmiedete Räder von Marchesini
  • Radial-Bremspumpe
  • Pirelli Supercorsa SP
  • Gewicht (201 kg) um drei Kilogramm niedriger
  • ABS-Abstimmung mit drei statt zwei Stufen
  • Aufwendigere Lackierung
  • Karbon-Abdeckungen
  • Zylinderkopfdeckel aus Magnesium
  • Sitzbankkontur flacher
  • Sitzhöhe um 20 auf 890 mm erhöht
  • Lenker konifiziert

Technische Daten Ducati Hypermotard 939

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Motor in L-Konfiguration, 937 ccm Hubraum, dohc, 4 Ventile pro Zylinder, 84 kW/114 PS bei 9.000/min., 98 Nm bei 7.500/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kette.

Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen, 43 mm USD-Telegabel vorne, voll einstellbar, 170 mm Federweg; Leichtmetallguss-Einarmschwinge hinten, Zentralfederbein, voll einstellbar, 150 mm Federweg; Leichtmetallgussräder; Reifen 120/70 R 17 (vorne) und 180/55 R 17 (hinten).

Fazit

Die Ducati Hypermotard 939 ist ein Motorrad mit Ecken und Kanten, das aber Fahrspaß und Emotionen bietet. Wer ein alltagstaugliches Funbike mit Supermoto-Genen sucht, sollte die Hypermotard 939 in die engere Wahl ziehen.

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