Ducati überrascht immer wieder mit Innovationen, die man von den "Roten" kaum erwartet hätte. Umso schöner ist es, dass Ducati den großen Supermotos die Treue hält. Die neue Hypermotard 950 und ihre noch edlere SP-Schwester sind einerseits moderner, schlagen aber auch optisch die Brücke zur Ur-Hypermotard.
Nur ein Hersteller hielt von Anfang an diesem Segment die Treue und viele Fans hielten wiederum der Ducati Hypermotard die Treue. Zu Beginn 2007 noch mit dem luftgekühlten 1100er-Triebwerk, natürlich in 90°-V-Bauweise, wie es sich für jede Zweizylinder-Ducati gehört. Der Erfolg gab den Italienern Recht, es wurde eine Hypermotard 796 mit 804 Kubik nachgereicht, ab 2013 wuchsen die beiden Versionen zusammen, es gab nur noch eine Motorisierung für die Hypermotard 821 mit ebenso viel Hubraum wie der Name verspricht aus einem wassergekühlten Testastretta-11°-V2.
Dieser Motor dafür ab da in drei Versionen als Hypermotard 821 und Hypermotard 821 SP mit besserem Fahrwerk und einigen anderen edleren Gimmicks. Die dritte Version Hyperstrada als Touring-Variante mit hoher Scheibe kam wohl nicht so gut an und wurde daher auch nicht verlängert. Die beiden anderen Versionen aber sehr wohl, ab 2016 wurden sie durch eine ordentliche Hubraumspritze zu Hypermotard 939 und Hypermotard 939 SP und nun steht die brandneue Hypermotard 950 in den Startlöchern.
Motor und Leistung
Der neue Name mogelt allerdings noch mehr als bei der Vorgängerin, die um läppische 2 Kubik hochgestapelt hat (einfach, weil 939 besser flutscht als 937), am Hubraum hat sich nämlich nichts verändert und auch Leistung und Drehmoment sind nur geringfügig gesteigert. 114 PS bei 9000 Umdrehungen statt 110 PS bei gleicher Drehzahl und 96 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 7250 Umdrehungen statt 95 Newtonmeter bei 7500 Touren sind ja nicht unbedingt gewaltige Umbrüche.
Das musste aber auch gar nicht sein, mit diesen 4 PS mehr und einer sehr gelungenen Abstimmung der Elektronik macht die Hyper nach wie vor das, was sie am besten kann: Seit jeher steht sie für Spaß und Action das bringt das Supermoto-Konzept in Verbindung mit dem kräftigen V2-Motor nun mal zwangsläufig mit sich. Bei einer Supermoto sollte natürlich auch das Beschleunigungsvermögen nach der Kurve stimmen - die Vorgabe kann die Ducati locker einlösen. Der Motor wurde einer dezenten Kraftkur unterzogen, die Verdichtung stieg von 12,6:1 auf 13,3:1, der Drosselklappendurchmesser auf 53 Millimeter, die Krümmer sind dicker und die Steuerzeiten wurden geändert, was insgesamt vier PS mehr Leistung erbrachte, das Drehmoment wuchs um ein Nm auf 96.
Eine Höchstleistung von 114 PS hört sich heutzutage zwar nicht wirklich spektakulär an, doch der flüssigkeitsgekühlte Zweizylinder sprintet hurtig los und dreht rasant bis an den fünfstelligen Bereich. Der Motor erstaunt durch die fast völlige Abwesenheit von Vibrationen. Gut, ein bisschen kribbelt es gelegentlich, aber das gehört bei einem 90-Grad-V2 aus Bologna einfach dazu. Im Vergleich zu vielen Vorgänger-Motoren legt der 950er feinste Manieren an den Tag. Der elektronische Gasgriff setzt Befehle exakt um: im Touring-Modus schön geschmeidig, im Sport-Modus ultradirekt.
Fahrwerk und Bremsen
Dass Ducati dieses Segment sehr ernst nimmt und keineswegs fallen lässt, erkennt man nicht nur an der schlichten Fortsetzung der Hypermotard, sondern an der aufwändigen Neuauflage. Genau genommen wurde an allen Ecken und Enden ein bisschen gefeilt, insgesamt kommt dabei ein völlig neues Motorrad heraus. Das gesamte Chassis wurde neu konstruiert und zusammen mit neuen Felgen, neuer Bremsanlage und leichterer Marzocchi-Gabel werden insgesamt ganze 4 Kilo Gewicht gegenüber der Vorgängerin eingespart.
Die Elektronik umfasst nun eine Sechs-Achsen-IMU und spielt daher sprichwörtlich "alle Stückeln", die ein modernes Motorrad spielen muss. Damit einher gehen elektronische Helferlein wie das Bosch Kurven-ABS, die DTC Evo (Ducati Traction Control) und die Ducati Wheelie Control (DWC). Die Hypermotard 950 wiegt mit vollem Tank nur 202 Kilogramm und legt im Handling eine außerordentliche Leichtigkeit an den Tag. Sie speckte im Vergleich zur Vorgängerin insgesamt vier Kilogramm ab, davon wurden allein am Motor 1,5 Kilogramm gespart, unter anderem durch Magnesiumdeckel.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Hypermotard 950 2020 vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 245 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Die Hypermotard 950 2024 vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 245 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange von Brembo verbaut.
Design und Ergonomie
Besonders erfreulich ist, dass auch die Optik von diesen Änderungen profitiert, vor allem an der Front mit dem typischen Adlerschnabel (hat in dieser kantigen Form ja wirklich nichts mehr mit einem Entenschnabel zu tun) macht der passend aggressiv gestylte Scheinwerfer mit Tagfahrlicht (DRL) einiges her und die neu gezeichnete, im Taillenbereich schmälere Sitzbank hat sogar den Vorteil, dass nun auch kleinere Piloten bei gleicher Sitzhöhe besser die Füße auf den Boden bekommen. Die Sitzposition der Ducati Hypermotard ist tatsächlich spürbar entspannter.
Endlich hat die Hypermotard 950 wieder zwei Schalldämpfer, und zwar beide unter der Sitzbank. Der einzelne Schalldämpfer neben dem Hinterrad des Vorgängermodells traf bei den Fans auf keine große Gegenliebe. An einer Supermoto gehört der Schalldämpfer nach oben - basta! Dabei verhilft er dem Motor genau zum richtigen Ton: sonor, aber nicht zu grollend, akustisch stets präsent, aber nie aufdringlich. Hinter dem bösen Blick verbirgt sich ein LED-Tagfahrlicht, die kleine Lampenmaske gewährt keinen Windschutz, das würde der Idee der Supermotos zuwiderlaufen.
Im Cockpit informiert den Fahrer ein 4,3 Zoll großes TFT-Display, das sogar bei direkter Sonneneinstrahlung noch einwandfrei ablesbar ist und über den sich das Menü sich intuitiv bedienen lässt - das war bei Ducati nicht immer so. Erfreulich ist die Neugestaltung der Sitzbank, sie ist flacher als an der Vorgängerin und vorn schmaler. So lässt es sich wieder leichter nach vorn rutschen, um das Gewicht zu verlagern.
Hypermotard 950 vs. Hypermotard 950 SP
Während also schon die normale Hypermotard 950 mit ihrem (fast) voll verstellbaren Fahrwerk (vorne voll verstellbare 45er Marzocchi-Gabel, hinten Sachs-Federbein in Federvorspannung und Zugstufe justierbar), hydraulischer Kupplung, Brembo-Bremsen mit radialen Monoblock-Bremssätteln und TFT-Farbdisplay (von der Panigale V4 inspiriertes Design) ordentlich auftrumpfen kann, setzt die neue Hypermotard 950 SP noch eins drauf: Edles Öhlins-Fahrwerk mit mehr Federweg (+15 mm vorne, +25 mm hinten), leichtere, geschmiedete Marchesini-Felgen, Ducati Quick Shift (DQS) rauf/runter in Serie (bei der normalen Hyper 950 nur gegen Aufpreis) und mehr Carbon statt Plastik, was zusammen mit der cooleren Corse-Lackierung zwangsläufig zu einer besseren Optik führt.
Ob diese Vorteile wirklich einen Mehrpreis von rund 4000(!) Euro wert sind muss jeder für sich entscheiden. Ich jedenfalls finde (aus rein rationaler Sicht) nicht, denn die herkömmliche Hyper 950 kann auf engen, kurvigen Landstraßen - wo diese Maschine vermutlich vorrangig bewegt wird - voll und ganz überzeugen. Den Vorteil der leichteren Marchesini-Felgen, des sensibleren Öhlins-Fahrwerks und des serienmäßigen Quickshifters DQS (Ducati Quick Shift) kann man dort wohl am besten herausfahren.
Wobei selbst Öhlins nicht immer die bessere Wahl ist, die Ducati-Schrauber stellten uns das Fahrwerk besonders straff hin, vermutlich in der Überzeugung, dass ein Fahrwerk auf der Rennstrecke immer knochenhart sein soll. Natürlich keine Sorge, ein voll verstellbares Öhlins-Fahrwerk kann es klarerweise auch sanfter, aber es zeigt doch, dass das Beste nicht immer notwendig ist.
Technische Daten im Überblick
Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten der Ducati Hypermotard 950:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 937 cm³ |
| Leistung | 114 PS (84 kW) bei 9000 U/min |
| Drehmoment | 96 Nm bei 7250 U/min |
| Getriebe | 6-Gang |
| Radstand | 1493 mm |
| Sitzhöhe | 870 mm (Hypermotard 950), 890 mm (Hypermotard 950 SP) |
| Gewicht fahrbereit | 204 kg (Hypermotard 950), 198 kg (Hypermotard 950 SP) |
| Tankinhalt | 14,5 Liter |
Die Hypermotard 950 vereint die Agilität und Dynamik eines Supermoto mit der Kraft eines V2-Motors. Die Ducati Hypermotard 950 wird von einem 937 ccm großen V2-Motor angetrieben, der ein maximales Drehmoment von 96 Nm bei 7.500 U/min liefert. Die Ducati Hypermotard 950 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h. Die Ducati Hypermotard 950 ist mit einem hochwertigen Fahrwerk ausgestattet, das eine Upside-Down-Gabel vorne und ein Umlenkungs-Federbein hinten umfasst. Die Ducati Hypermotard 950 hat einen Kraftstoffverbrauch von 5,3 Litern auf 100 Kilometer. Die Ducati Hypermotard 950 ist mit einem ABS-System sowie einer Traktionskontrolle ausgestattet, die dem Fahrer zusätzliche Sicherheit bieten. Die Sitzhöhe der Ducati Hypermotard 950 beträgt 870 mm, was sie für eine Vielzahl von Fahrern zugänglich macht. Mit einem Gewicht von 205 kg bietet die Ducati Hypermotard 950 eine ausgewogene Kombination aus Stabilität und Agilität. Die Ducati Hypermotard 950 hat in Österreich einen Neupreis von 18.295 Euro. Ja, die Ducati Hypermotard 950 ist mit einer Ganganzeige ausgestattet.
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