Viele Ducati-Fahrer kennen das Problem: Luft im Kupplungssystem, oft verbunden mit einer mäßig bis kaum funktionierenden Hinterradbremse. Einige berichten, dass ein paar Mal im Jahr Entlüften zum Standard gehört, obwohl dies nicht ideal ist.
Symptome und Probleme
Einige Fahrer beschreiben das Ansprechverhalten der Kupplung als unbefriedigend. Es fühlt sich an, als wäre Luft im System, obwohl dies ausgeschlossen wurde. Beim Anfahren, besonders bei kaltem Motor, greift die Kupplung recht früh. Bei leichtem Gasgeben heult der Motor kurz auf, und erst bei etwa der Hälfte des Hebelwegs greift die Kupplung normal. Der Zeitpunkt des Motorschlusses scheint nicht zu passen.
Ein weiteres Problem ist, dass das Anfahren zur echten Gefühlssache wird. Auch nach dem Tausch des Nehmerzylinders und einer Entlüftungsorgie kann diese Gefühlssache beim Anfahren bestehen bleiben.
Die Kupplung greift recht spät, lässt sich aber super dosieren. Es gibt auch den Springbock-Effekt: Erst passiert etwas, dann geht die Drehzahl hoch, und erst dann kann man normal anfahren. Dies ähnelt dem Gefühl, wenn Luft im System wäre.
Mögliche Ursachen
- Undichter Kupplungsnehmerzylinder: Dies ist ein bekannter Ducati-Schwachpunkt.
- Mitdrehende Druckstange: Ursache hierfür ist Fettmangel im Nadellager auf der Kupplungsseite. Dieses sollte ca. alle 10.000 km geschmiert werden.
- Verlegung der Bremsleitung: Die dusselige Verlegung der Bremsleitung kann dazu führen, dass sich hartnäckig Luft im System hält.
Lösungsansätze
1. Reparatur des Nehmerzylinders
Bei einem undichten Nehmerzylinder kann man den Kolben herausnehmen, säubern und vorsichtig mit feinem Schmirgelleinen nachschleifen. Danach kann er wieder eingebaut werden. In vielen Fällen ist er dann wieder dicht.
Es gibt auch Revisions-Kits von Brembo, mit denen man die vorhandene Pumpe auseinandernehmen und prüfen kann.
2. Austausch des Nehmerzylinders
Wenn eine Reparatur nicht möglich ist oder nicht den gewünschten Erfolg bringt, sollte der Nehmerzylinder ausgetauscht werden. Es gibt auch Nehmerzylinder mit 30% weniger Handkraft, was besonders im Stadtverkehr angenehm ist. Der Kupplungsnehmerzylinder befindet sich direkt am Getriebe und ist Bestandteil der „hydraulischen“ Kupplung beim Motorrad.
Durch einen größeren Nehmerzylinder kann die auftretende Kraft verstärkt werden. Dies kann man sich zunutze machen, wenn man den Nehmerzylinder austauschen muss.
3. Entlüften des Kupplungssystems
Viele Ducati-Fahrer müssen regelmäßig ihr Kupplungssystem entlüften. Manchmal ist dies jedoch nur eine kurzfristige Lösung, wenn andere Probleme vorliegen.
4. Schmierung des Nadellagers
Um eine mitdrehende Druckstange zu vermeiden, sollte das Nadellager auf der Kupplungsseite ca. alle 10.000 km geschmiert werden.
Zusätzliche Tipps
- Mikroschalter prüfen: Sicherstellen, dass der Mikroschalter zum richtigen Zeitpunkt betätigt wird.
- Zubehör-Hebel prüfen: Bei Zubehör-Hebeln kann es zu Problemen kommen.
- Motoröl: Das vom Hersteller empfohlene Motoröl Shell Advance 15 W 50 verwenden.
- Bremsflüssigkeit: Die Motul 5.1 Bremsflüssigkeit im System verwenden.
Upgrade-Möglichkeiten
Beim Austausch des Nehmerzylinders kann man die Gelegenheit nutzen, um ein Upgrade durchzuführen. Es gibt eloxierte Nehmerzylinder in verschiedenen Farben, die der Ducati einen individuellen Touch verleihen und für ein optisches Highlight sorgen. Außerdem kann man den Kupplungshebel mit spürbar weniger Kraftaufwand und präziser bedienen.
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