Die Kupplung eines Motorrades überträgt mittels Reibungswiderstand die Kraft des Motors auf die Antriebswelle. Dies erfolgt über das Zusammendrücken sogenannter Reibscheiben.
Die Trockenkupplung ist eine Reibungskupplung, die den Reibungswiderstand zwischen Platten nutzt, um Kräfte zu übertragen. Dabei wird ein Drehmoment übertragen, abhängig von der Fläche, dem Material und dem Anpressdruck der Scheiben. Während bei einem Auto die Größe der Kupplungsscheiben nahezu beliebig ist, reicht bei einem Motorrad im Allgemeinen der zur Verfügung stehende Raum nicht aus. Deshalb werden in Motorrädern Mehrscheiben-Kupplungen verwendet, in denen die Reibungswiderstände der Scheiben sich addieren.
Vorteile der Trockenkupplung
Aus technischer Sicht hat eine Trockenkupplung im Rennsport einige Vorteile. Deshalb kommt bei allen MotoGP-Maschinen eine Trockenkupplung zum Einsatz, auch wenn abgesehen von Ducati kein Hersteller eine Serienmaschine anbieten, die dieses Feature besitzt.
- Besserer Wirkungsgrad: Zum einen hat die Trockenkupplung einen besseren Wirkungsgrad als eine Ölbadkupplung, da der direkte Kontakt der Reibscheiben nicht durch umgebende Kühlflüssigkeit gedämpft bzw. gemindert wird. Insgesamt bietet die Trockenkupplung jedenfalls neben den genannten Annehmlichkeiten auch einen deutlich höheren Wirkungsgrad als ihre verschmierte Schwester.
- Gewichtsreduktion: "Wir können mit der Trockenkupplung das Gewicht reduzieren", schildert der Ducati-Ingenieur.
- Sauberes Öl: "Zudem ist das Öl sauberer, weil der Abrieb der Kupplung das Öl nicht verschmutzt", schildert der Ducati-Ingenieur. Also ich bleibe dabei, daß sich der Kupplungsscheiben Abrieb mit Ihr nicht mehr im Öl befindet. "Unser Motor ist ein richtiger Hochleistungs-Motor. Deshalb ist es wichtig, ihm das bestmögliche Öl bereitzustellen", erklärt Zambenedetti im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.
- Einfacher Belagwechsel: Zum anderen lässt sich der Belagwechsel schneller und einfacher durchführen. Es leuchtet sofort ein, daß dies eine Demontage der Kupplung immens vereinfacht. Natürlich reduziert die einfache händische Erreichbarkeit der extern des Ölflusses liegenden Kupplung mitunter immens die Hektik zwischen den Rennläufen, wenn mal daran geschraubt werden muß.
- Flexibilität bei der Öl-Wahl: Zudem fordern die Reibscheiben von Ölbadkupplungen stets bestimmtes Öl. Manche Ölsorten sind für Motoren zwar gut, bringen aber Kupplungslamellen zum sprichwörtlichen Durchrutschen, was der Wahl des Schmierstoffs maßgebliche Grenzen setzt. Auf die bestmögliche Schmierung des Motors muß also zugunsten des effektiven Reibungswiderstandes der Ölbadkupplung verzichtet werden. Eine Problematik, die bei der trockenen Variante entfällt.
- Bessere Trennung: Die Vorteile der Trockenkupplung ist wie schon erwähnt die bessere Trennung. Die Trockenkupplung trägt dazu bei.
Bereits in der Serie leistet die Ducati Panigale V4R mit offenem Auspuff 234 PS. Die WSBK-Version soll etwa 250 PS stark sein, vermuten Insider.
Nachteile der Trockenkupplung
- Höhere Wärmeentwicklung: Da aber die kühlende Wirkung des Ölbads entfällt, wird die Trockenkupplung wesentlich schneller heiß.
- Erhöhter Verschleiß: liegen - ebenfalls logisch nachvollziehbar - im erhöhten Verschleiß.
- Geräuschentwicklung: Die Folge ist das charakteristische "Rasseln" (Eingekuppelt, aber getrennt = Scheiben drehen und schlagen aneinander) und "Klingeln" (Leerlauf, Scheiben vibrieren). Das klappern der Trockenkupplung kann einem Matorradnormalo echt Angst machen! Bei einem offenem Deckel kann der Dreck (Kupplungsabrieb) auch direkt raus, es sammelt sich nix an. Aber es sieht geil aus, gibt den Blick frei zur Technik und Du wirst besser gehört :-). Mann sollte aber auch noch erwähnen, dass ein offener Kupplungsdeckel die Geräusche erhöht. Und wie immer ist das natürlich nicht erlaubt;-) Genau wie laute Tüten. Ich sehe aber viele Ducatistis die beides haben. Aber das Geräusch und die Reaktionen der Zuhörer (ich glaub da ist was kaputt.....) ist/sind prima.
- Erhöhte Verschmutzung und Korrosion: Ein Nachteil der offenen Kupplung ist die erhöhte Verschmutzung und Korrosion.
Trockenkupplung im Wandel der Zeit
(Motorsport-Total.com) - Trockenkupplungen hatten in der Superbike-WM bei Ducati lange Zeit Tradition. Von der 851/888 über die 916/996/998-Reihe, die 999 bis zur 1098/1198 wurde das Zweizylinder-Bollern stets von einem charakteristischen Rasselgeräusch untermalt. Zoom Doch mit dem Wechsel zur 1199 Panigale wendete sich Ducati von der technisch interessanten Lösung ab. Bei der 2019 eingeführten Panigale V4R kehrte die Trockenkupplung zur Freude der Ducatisti zurück.
Anti-Hopping-Kupplung
Ausgangspunkt der Entwicklung der Rutschkupplung ist die Beobachtung des die Bremswirkung mit unwilligem Stempeln („Hopping“) quittierenden Hinterrades beim Herunterschalten aus höheren Geschwindigkeiten. Logisch! - kommt sie aus dem Rennsport, wo hohes Anbremsen vor der Kurve bei gleichzeitigem Runterschalten State oft the Art ist! Das Hinterrad blockiert und gibt entweder nur kurz Laut von sich (die harmlose Variante) oder offenbart ein deutliches Interesse, den Fahrer zu überholen (die bedenklichere Variante …).
Heute ist im modernen Motorradrennsport - und in einigen Serien-Superbikes - die Anti-Hopping-Kupplung weit verbreitet, auch wenn es immer noch Profi-Rennfahrer geben soll, denen der angebremste Slide vertrauter und berechenbarer vorkommt, als die technische und von ihm nicht steuerbare Einflußnahme. Diese findet in den meisten Systemen bei Erreichen eines eingestellten Drehmoments statt: die Kupplung trennt kurz den Kraftfluß.
Die dafür gebräuchlichste Möglichkeit ist, unterhalb der Reibscheiben gegeneinander gelagerte, kreisförmig angeordnete ”Rampen” zu verbauen. Treffen zu hohe Kräfte auf die Kupplung, schiebt es die Rampen gegeneinander, sie rutschen übereinander und diese Volumenszunahme, die innerhalb der Kupplung mehr Platz braucht, spreizt Kupplungskorb von Druckplatte: Die Reibscheiben bekommen Spiel und der Kraftfluß wird unterbrochen.
Einstellverfahren ist bei den meisten Systemen der Rampenwinkel und/oder die Härte der Federn, die die Kupplung zusammendrücken. Je steiler die Winkel sind, desto später öffnet die Kupplung. Wenn demnach auch die 45°-Rampen am gebräuchlichsten sind, verfügen die meisten Rennteams über verschiedene Kupplungen mit unterschiedlichen Winkeln, um für alle verschiedenen Bedingungen, die Einfluß auf die Traktion haben, gewappnet zu sein. Hier gilt die Regel: je schlechter die Traktion (z.B. Auch bei Motorrädern, die aufgrund ihrer Motorkonzeption per sé höhere Kraftverhältnisse aufbauen (beispielsweise großvolumige 2-Zylinder), sind flachere Rampen durchaus gebräuchlich.
Die Federn ergänzen dieses System: je härter die Feder, desto langsamer die Öffnung. Neben dem Sicherheitsaspekt ermöglicht die Slipper-Clutch dann auch bessere Rundenzeiten. Entscheidend für gute Zeiten ist die Einfahrgeschwindigkeit in die Kurve. Die Bremswirkung - und auf dem Wege der Traktionsverlust - wird durch die Rutschkupplung reduziert und ein „runderes“ Ein- und Durchfahren der Kurve wird möglich.
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