Ducati Monster 1200 R Auspuff Test: Ein umfassender Überblick

Die Ducati Monster 1200 R ist ein leistungsstarkes Naked Bike, das mit einem hervorragenden Fahrwerk, einem harmonisch und angenehm fahrbaren Performance-Motor und hilfreicher Elektronik für den gelegentlichen Ausflug auf die Rennstrecke taugt. Mit 160 PS nimmt die neue Rote den Geist der jungen Power-Elite von Aprilia, BMW und KTM auf.

Leistung und Drehmoment

Den Muskelzuwachs erreichte Ducati mit neuen, elliptischen 56 mm Drosselklappen, mächtigen Krümmern mit 58 mm Durchmesser und einer höheren Verdichtung von 13:1. Das Resultat sind 160 PS bei 9.250 U/min und ein Drehmoment von 131,4 Nm bei 7.750 U/min.

Schon bei 3000 Touren stehen über 100 Nm Drehmoment an. Einen Power-Punch im höheren Drehzahlbereich wird man von der Monster nicht bekommen.

Fahrwerk und Handling

Um mehr Schräglagenfreiheit zu erreichen, wurde das Fahrzeug um 15 mm angehoben, die Federwege der Gabel und des Federbeins betragen jetzt 130 bzw. 159 mm (S-Version 152 mm). Ein 50°-Winkel soll möglich sein. Die zwei halbschwimmend gelagerten Bremsscheiben mit 330 mm Durchmesser und radial montierten Brembo M50 Monobloc-4-Kolben-Bremssättel vorne hat die Monster R von der Panigale geerbt, ebenso den breiten Hinterreifen im Format 200/55-17 und die feinen, geschmiedeten Alufelgen von Marzocchi.

Das 3-stufige, abschaltbare ABS hat auf der Rennstrecke im Sport-Modus kaum gestört, weiters lässt sich die Elektronik mit 3 Riding Modes, 3 Power Mode und der 8-stufigen Ducati Traction Control genau auf die Strecken-/Straßenverhätnisse und die Präferenzen des Fahrers abstimmen.

Sound und Auspuffanlagen

Auch ein neuer Endtopf wurde montiert. Der Klang ist deshalb gut, weil es eine Ducati ist, denn unter den gnadenlosen EURO-Normen hat jeder Hersteller zu leiden. Die Termignoni-Komplettanlage mit Carbonmantel natürlich ausschließlich auf der Rennstrecke erlaubt konnten wir nur optisch und leider nicht akustisch genießen.

Zur Optik fällt das neu designte Heck ein, das die R stärker von den beiden Schwestern abheben soll. Neben der rot-weißen Version gibt es noch eine dunkle Seite, die sich Thrilling Black nennt. Mit einer überschaubaren Auswahl an feinen Zubehörteilen lassen sich weitere Akzente setzen, die aus dem Edelrenner endgültig ein prezioso pezzo unico machen, ein wertvolles Einzelstück.

Alternativen und Konkurrenz

Noch bevor das Testvideo zur Monster 1200 R veröffentlicht wurde, interessierte nur eins: Wie fährt sie im Vergleich zur KTM 1290 Super Duke R…und zur Aprilia Tuono 1100 Factory…und sogar zur BMW S 1000 R?

Die Factory Tuono von Aprilia bin ich leider noch nicht gefahren, am Pannoniaring durfte ich stattdessen die V4 1100 RR testen. Laut Aprilia leistet der 1100er 175 PS, die Monster liegt 15 PS darunter und das spürt man oben auch. Dafür liefert der V2 mit 131,4 Nm ein um 11,4 Nm satteres Drehmoment, was einen großen Vorteil aus den Ecken bringt. Die S 1000 R von BMW ist zwar elektronisch noch ausgereifter und liegt mit der Monster leistungs- und gewichtsmäßig gleichauf, aber der deutsche Reihenvierer kommt trotz vorsätzlicher Räudigkeit nicht an den exotischen Charakter eines italienisches V-Motors ran.

Im Gegensatz zur Super Duke ist sie aber nicht nervös, sondern sowohl motorisch wie auch geometrisch ruhiger abgestimmt. Sicher ist im Sattel eines Naked Bikes mehr los als auf einem Supersportler und den Lenkungsdämpfer möchte man nicht missen - auch wenn er beim Zündschlüssel-Hantieren im Weg ist -, doch die Monster hebt sich meist ebenso sanft wie sie sich wieder senkt, die Front ist sofort wieder auf Kurs, Korrekturen über den Lenker ein Leichtes. Man könnte es so formulieren: Ich war bestimmt wesentlich schneller, als ich mich gefühlt habe.

Zusammenfassung der technischen Daten

Merkmal Wert
Leistung 160 PS bei 9.250 U/min
Drehmoment 131,4 Nm bei 7.750 U/min
Drosselklappen 56 mm
Federweg vorne 130 mm
Federweg hinten 159 mm
Gewicht 207 kg vollgetankt

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