Viele sind Feuer und Flamme, sich eine Ducati ins Haus zu holen. Für Interessenten mit einem Budget von etwa 4000€ sticht die Ducati 620 i.E. hervor. Doch ist die Duc 620 i.E. eigentlich ein gutes Bike und was ist beim Kauf zu beachten?
Ist die Ducati Monster 620 das richtige Motorrad?
Die Qualität von Ducati ist seit den 90iger Jahren in Ordnung. Allerdings kann man dennoch einen "Fetzenflieger" bekommen, was vom/von den Vorbesitzer(n) abhängt. Ducati wird oft hoch gelobt, was die Kaufentscheidung bestätigt.
Ob eine 600er oder 900er die richtige Wahl ist, hängt vom Geschmack, den Erwartungen und dem Geldbeutel ab. Das Wichtigste bei jeder Duc: Der Motor muss absolut trocken sein und die Wartungsintervalle müssen eingehalten werden.
Die Ducatis benötigen ihre Inspektionen alle 10.000 km. Wenn die 620 i.E., dann die mit 6 Gängen, da es wohl auch eine mit 5 gibt. Ansonsten sind sie wirklich pflegeleicht. Schade ist nur, dass sie luftgekühlt sind.
Worauf beim Kauf achten?
- Allgemeinen Pflegezustand prüfen
- Kundendienste bestätigen lassen
- Bremsflüssigkeit prüfen: Hell = KD's eingehalten, Dunkel = nicht eingehalten
- Leerlauf im Stand fast nicht einlegbar, wenn der Motor aus ist aber schon = verzogene Metallscheibe der Kupplung (gute Verhandlungsbasis)
Fahrberichte und Eindrücke
Die kleine 620er macht alles mit. Ein wunderbares Anfänger-Motorrad.
Die "Monster" ist ein Naked- Bike. Eigentlich DAS Naked-Bike, die Neuerfindung des nackten Motorrades nach der Softchopper- und Joghurtbecher-Ära. Seit 1994 fast unverändert.
Die 620er Monster ist klein und leicht. Sitzhöhe 76 mm, Gewicht 195 kg vollgetankt. Verbrauch ca. 4l Super auf 100km/h. (Die 1000er braucht unwesentlich mehr).
Die Technik der Ducati Monster 620
V2-Zylinder-4Takt- 2-Ventil Motor, quer eingebaut, wobei der erste Zylinder waagerecht und der zweite senkrecht steht (also eigentlich L2 oder L-Twin). 2 Ventile, Hubraum 620 cm³, Leistung 60 PS, luftgekühlt, 6-Gang-Getriebe, Sekundärantrieb Kette, Ölbadkupplung. Elektronische Einspritzung, Wegfahrsperre. Gitterrohrrahmen, Showa-Upside-Down-Gabel.
Fahrverhalten
Als 2-Zylinder im kalten Zustand etwas ruppig, aber gutmütig, lässt sich nur mit Gewalt abwürgen. Ab 3000 Umdrehungen kräftig Druck, sehr agil, im warmen Zustand seidenweich und fast ohne Einbruch bis rauf auf 7000 Touren - danach wird’s aber mangels Leistung Quälerei.
Das Fahrwerk ist herrlich steif, wirkt selbst bei schnellen Lastwechseln niemals schwammig, die Brembo-Bremsen sind zuverlässig. Auf der Landstraße ein richtiger Flitzer, wenn sie warm ist, auf der Autobahn macht`s ab 160 km/h keinen Spaß mehr. Aber dafür ist sie auch nicht gebaut.
Kosten und Wartung
Die kleine 620er wurde mit fast 10.000 km auf der Uhr gekauft. Ein Satz Reifen gab es für 220 Euro bei 17.000 km. Bei gut 21.000 gab es die große Inspektion: Einstellung der desmodromischen Ventile, Justierung aller beweglichen Teile, neuer Kettensatz von DID - zusammen knapp 1000 Euro.
Ducati Monster 620 i.e./620s i.e. im Detail
Pünktlich zum hunderttausendsten Monster-Jubiläum hat Ducati dem kleinsten Nackedei mit elektronischer Einspritzung und Hubraumplus auf die Sprünge geholfen. Statt M 600 heißt die Eintrittskarte in die Ducati-Welt von nun an M 620 i.e. 3,5 Millimeter mehr Hub hieven den weiterhin luftgekühlten Zweiventiler von 583 auf 618 cm3, der Zusatz »i.e.« weist auf die zweite wesentliche Novität hin.
Ab 2000/min beginnt dessen 90-Grad-V2 verwertbare Leistung zu liefern, ab 3000/min läuft er rund. Dann verschwinden die niederfrequenten Vibrationen, die zuvor das neu gestaltete Instrumentenboard in heftige Schwingungen versetzten, und der Twin flitzt köstlich trompetend weiter in Richtung der 10000-Touren-Marke obenraus jedoch mit etwas nachlassendem Elan. Auch nach der Überarbeitung hat das Triebwerk seinen spröden Charme bewahrt, ohne durch Ruckeln und Zuckeln zu nerven. Prädikat: voll einsteigertauglich.
Neben dem V2-typischen Konzert dürfen sich Piloten am für Monster-Verhältnisse geradezu opulenten Informationsangebot des elektronischen Cockpits erfreuen: Tacho, Drehzahlmesser, zwei Tageskilometerzähler, Zeituhr, Öltemperatur- sowie Serviceintervallanzeige und Wegfahrsperre.
Die 43er-Upside-down Gabel agiert auch mit geänderter Abstimmung straff und taucht selbst bei heftigen Spätbremsmanövern nicht allzu flott weg. Das neue Sachs-Federbein hinten, wie bisher in Federbasis und Zugstufendämpfung einstellbar, gibt sich deutlich komfortabler. Unnachgiebig stabil hingegen hält der Stahl-Gitterrohrrahmen die ganze Chose zusammen. Obwohl schon bisher nicht gerade als Weichteil verschrien, soll das aktuelle Geflecht eine um 30 Prozent höhere Steifigkeit mitbringen.
Wie gehabt lässt sich die kleine Monster von leichter Hand, jedoch nicht überhandlich ums Eck führen, der neu geformte Rohrlenker, das leicht modifizierte Verhältnis zwischen Lenker, Fußrasten und Sitzbank inklusive Heckteil à la S4 fällt nur eingefleischten Monster-Kennern auf. Allerdings werden die ambitionierten unter ihnen vermutlich ohnehin zum »S«-Modell greifen.
Besondere Kennzeichen: Seitendeckel und Fersenschützer aus Kohlefaser, Aluminiumschwinge, Lenkerverkleidung sowie an das Topmodell S4 angelehnte Fahrwerksabstimmung. Schräglagenfreiheit und Agilität profitieren vom per längeneinstellbarer Schubstange anzuhebenden Heck, die serienmäßig um etwa 20 Millimeter höhere Sitzbank für die Standard-620 optional lässt »S«-Piloten relaxter agieren.
Auspuffanlagen und Sound
Viele Ducati-Fahrer suchen nach dem perfekten Sound für ihre Maschine. Besonders beliebt sind Termignoni Auspuffanlagen, die für ihren tiefen, kernigen und lauten Klang bekannt sind. Welches Modell den gewünschten Sound hat, muss individuell geprüft werden, da auch neuere Modelle wie die 696 einen bösen, tiefen und lauten Sound bieten können.
Fazit
Die Ducati Monster 620 ist ein agiles und leicht zu handhabendes Naked-Bike, das sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Fahrer eignet. Mit der richtigen Auspuffanlage lässt sich zudem ein beeindruckender Sound erzielen.
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