Die Ducati Monster 620 i.e. wurde ab dem Modelljahr 2002 als Nachfolgerin der Monster 600 in das Modellprogramm aufgenommen. Sie ist das erste Einstiegsmodell der Monster-Reihe mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung und ersetzt die bis dahin mit Vergasern ausgestattete Monster 600. Die Produktion der Monster 620 i.e. lief bis einschließlich 2006. Offiziell wird sie 2006 durch die leistungsstärkere Monster 695 abgelöst.
Modellgeschichte der Ducati Monster 620 i.e. (2002-2006)
Baujahr 2002 - Einführung der Monster 620 i.e.
Im Modelljahr 2002 führt Ducati die Monster 620 i.e. ein. Der luftgekühlte 90°-V2-Zweiventilmotor mit Desmodromik erhält eine elektronische Einspritzanlage von Magneti Marelli. Das Modell verfügt über einen Gitterrohrrahmen aus Stahl, eine Marzocchi-Telegabel vorne und ein Sachs-Zentralfederbein hinten. Die Bremsanlage besteht vorne aus zwei 300-mm-Bremsscheiben mit axial montierten Zweikolben-Schwimmsätteln von Brembo. Die Sitzhöhe beträgt 770 mm. Die Sitzposition ist aufrecht mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper. Die Instrumentierung besteht aus zwei analogen Rundinstrumenten für Geschwindigkeit und Drehzahl.
Baujahr 2003 - Einführung der Monster 620 i.e. Dark
2003 ergänzt Ducati die Modellpalette um die Monster 620 i.e. Dark. Diese Version unterscheidet sich durch eine matte Lackierung, schwarze Anbauteile und den Verzicht auf ein serienmäßiges Windschild. Technisch ist sie mit der Standardversion identisch. Die Dark-Variante richtet sich an Puristen und verzichtet auf aufpreispflichtige Extras.
Baujahr 2004 - Einführung der Monster 620 i.e. S
Im Modelljahr 2004 erscheint die Monster 620 i.e. S. Sie ist serienmäßig mit einem kleinen, nicht verstellbaren Windschild ausgestattet. Die S-Version erhält eine höherwertige Showa-Telegabel, bleibt jedoch bei der gleichen Bremsanlage wie die Standardversion. Entgegen mancher Angaben kommen keine radial montierten Bremssättel zum Einsatz. Weitere Unterschiede zur Basisversion bestehen nicht.
Baujahre 2005-2006 - letzte Modelljahre
In den Modelljahren 2005 und 2006 bleibt die Monster 620 i.e. technisch unverändert. Ducati bietet weiterhin die drei Varianten Standard, Dark und S an. Die Produktion endet 2006 mit der Einführung der Monster 695, die eine überarbeitete Einspritzung und mehr Leistung bietet.
Technische Details und Unterschiede
Die Ducati Monster 620 S i.e. wird ausschließlich in den Modelljahren 2002 bis 2004 produziert. Sie stellt eine sportlich aufgewertete Variante der Monster 620 i.e. dar und ersetzt ab 2002 die vorherige Monster 600. Die Bezeichnung „i.e.“ steht für „iniezione elettronica“ und verweist auf die elektronische Benzineinspritzung, die ab 2002 serienmäßig bei allen Monster-620-Modellen zum Einsatz kommt.
Monster 620 S i.e. vs. Monster 620 - Unterschiede?
- Gabel: Die S-Version unterscheidet sich durch eine Upside-Down-Gabel mit einstellbarer Federvorspannung, während die Standardversion eine konventionelle Telegabel ohne Einstellmöglichkeiten besitzt.
- Cockpitverkleidung: Die S-Version erhält zudem eine kleine, fest montierte Cockpitverkleidung mit getöntem Windschild.
- Motor, Bremsanlage und Elektronik: Diese sind identisch.
Weitere Merkmale der Monster 620 S i.e.
- Cockpit: Das Cockpit besteht aus einem analogen Drehzahlmesser und einem digitalen Tachometer.
- Sitzposition: Die Sitzposition ist leicht nach vorne geneigt, jedoch nicht extrem sportlich.
- Soziussitz: Die Maschine ist für zwei Personen zugelassen, der Soziussitz ist serienmäßig mit Haltegriffen ausgestattet. Fahrer- und Beifahrerfußrasten sind getrennt montiert.
- Bremsanlage: Die Bremsanlage stammt von Brembo. Ein Antiblockiersystem (ABS) ist in keinem Modelljahr verfügbar, weder serienmäßig noch optional.
- Bereifung: Die Bereifung ab Werk besteht aus Pirelli Diablo, vorn in der Dimension 120/60 ZR17, hinten 160/60 ZR17. Die Felgen sind aus Leichtmetallguss gefertigt.
- Tankinhalt: Der Tankinhalt beträgt 14 Liter. Bei einem vom Hersteller angegebenen Durchschnittsverbrauch von 5,0 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 280 Kilometern.
- Garantie: Die offizielle Ducati-Werksgarantie beträgt 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung.
Eignung für Anfänger und ABS
Ist die Ducati Monster 620 i.e. für Anfänger geeignet?
Ja, Ducati positioniert die Monster 620 i.e. ab Werk als Einstiegsmodell. Die moderate Leistung, das gutmütige Fahrverhalten und die niedrige Sitzhöhe von 770 mm machen sie für Einsteiger geeignet.
Hat die Monster 620 i.e. ABS?
Nein, die Ducati Monster 620 i.e. wird in keinem Modelljahr mit ABS angeboten. Auch optional ist kein ABS verfügbar.
Hat die Ducati Monster 620 S i.e. ABS?
Nein, die Ducati Monster 620 S i.e. verfügt in keinem Baujahr über ein Antiblockiersystem, weder serienmäßig noch optional.
Tankinhalt und Reichweite
Ducati Monster 620 i.e. Tankinhalt und Reichweite?
Der Tank fasst 14 Liter. Bei einem vom Hersteller angegebenen Durchschnittsverbrauch von rund 5 Litern pro 100 km ergibt sich eine Reichweite von etwa 280 km, abhängig von Fahrweise und Einsatzbedingungen.
Ducati Monster 620 S i.e. Tankinhalt und Reichweite?
Der Tank fasst 14 Liter. Bei einem offiziellen Verbrauch von 5,0 l/100 km ergibt sich eine Reichweite von etwa 280 Kilometern.
Fahreigenschaften und Alltagstauglichkeit
Kann man mit der Monster 620 i.e. zu zweit fahren?
Ja, die Ducati Monster 620 i.e. ist serienmäßig mit Soziussitz und Soziusfußrasten ausgestattet.
Fahrverhalten im Detail
Als 2-Zylinder im kalten Zustand etwas ruppig, aber gutmütig, läßt sich nur mit Gewalt abwürgen. Ab 3000 Umdrehungen kräftig Druck, sehr agil, im warmen Zustand (so nach 50 km) seidenweich und fast ohne Einbruch bis rauf auf 7000 Touren - danach wird’s aber mangels Leistung Quälerei. Das Fahrwerk ist herrlich steif, wirkt selbst bei schnellen Lastwechseln niemals schwammig, die Brembo-Bremsen sind zuverlässig.
Auf der Landstraße ein richtiger Flitzer, wenn sie warm ist, auf der Autobahn macht`s ab 160 km/h keinen Spaß mehr. Aber dafür ist sie auch nicht gebaut.
Vor- und Nachteile der Ducati Monster 620 S i.e.
Plus
- Serienmäßige Wegfahrsperre
- Airbox, Batterie und Sicherungen unter dem hochklappbaren Tank sehr gut zugänglich
- Gute Kaltstarteigenschaften auch bei kalter Witterung
- Leichte Luftdruckkontrolle dank gekröpfter (vorne) und außermittig platzierter Ventile (hinten)
- S-Variante mit Aluminium- statt Stahlschwinge
Minus
- Gabel nicht einstellbar
- Handbrems- und Kupplungshebel nicht einstellbar
- Keinerlei Staumöglichkeit unter der Sitzbank
- Sehr geringer Lenkeinschlag
- Nur mittelmäßiges Licht
- Mit warmen Motor nur mäßiges Startverhalten
Messwerte Ducati Monster 620 S i.e.
Hier eine Zusammenfassung der Messwerte der Ducati Monster 620 S i.e. aus einem Test:
| Messung | Wert |
|---|---|
| Bremsweg aus 100 km/h | 40,9 Meter |
| Mittlere Verzögerung | 9,4 m/s² |
| Handling-Parcours I (schneller Salom) | 21,5 sek |
| Vmax am Messpunkt (schneller Salom) | 109,5 km/h |
| Handling-Parcour II (langsamer Slalom) | 28,6 sek |
| Vmax am Messpunkt (langsamer Slalom) | 54,0 km/h |
| Kreisbahn d 46Meter | 10,7 sek |
| Vmax am Messpunkt (Kreisbahn) | 51,3 km/h |
Fazit
Die Ducati Monster 620 i.e. ist ein echtes Original mit vielen neuen Features. Der neue 620 i.e. Motor vereint mehr Leistung, Haltbarkeit und Fahrspaß zum absoluten Monster-Erlebnis. So unkompliziert sich der luftgekühlte Desmo-L-Twin gibt, so einfach ist auch der Umgang mit der 620 i.e. Der Zweizylinder ist unglaublich zuverlässig und die weiche und gleichmäßige Leistungsabgabe erlaubt es dem Piloten, die 620 i.e. sehr locker zu bewegen.
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