Ducati Monster 821: Eine umfassende Analyse und Test des sportlichen Naked-Bikes

Im Jahre 1992 präsentierte Ducati die erste Monster auf der Kölner IFMA und begründete damit einen echten Motorrad-Kult. Heute, 25 Jahre später, erfährt die Monster 821 eine umfassende Aufwertung. Dabei soll die 821 genau die Tugenden, die schon die erste Monster 900 so einzigartig gemacht haben verkörpern: Die perfekte Kombination aus satter Performance, leichter Beherrschbarkeit und kultiger Ausstrahlung.

Eine umfangreiche Serienausstattung, niedrige Betriebskosten und das riesige Zubehörangebot machen die Monster 821 zum erstklassigen Alltagsmotorrad, oben drauf gibt’s dieses einmalige sportliche Naked-Bike-Feeling, das allen Ducati Monster Modellen innewohnt.

Design und Ausstattung

Jetzt bekommt die Monster 821 die optischen Beigaben und den Funktionsumfang spendiert, den Ducati mit der Monster 1200 des Modeljahrs 2017 eingeführt hat: einen stromlinienförmigen, agilen Look mit komplett überarbeiteter Tank- und Heckpartie, eine brandneue Auspuffanlage und den neuen Scheinwerfer im modernen, gleichwohl zeitlos-klassischen Styling. Auch das farbige TFT-Display feiert in der Mittelklasse-Monster sein Debüt und bietet eine Gang- sowie Tankanzeige, dazu findet sich im Zubehörprogramm der Ducati Quick Shift up/down Schaltautomat.

Aus ihm strahlen neben der Halogen-Glühlampe für das Abblendlicht auch bläuliche Tagfahrlicht-LEDs. Über dem Scheinwerfer prangt ein TFT-Farbdisplay. Es löst das monochrome Vorgänger-Instrument ab und liefert die volle Bandbreite an wichtigen Infos wie den eingelegten Gang, den Durchschnittsverbrauch und die Restreichweite. Die Ablesbarkeit bleibt dank kräftigen Kontrasts selbst bei direkter Sonneneinstrahlung erhalten.

Motor und Leistung

Der nach Euro 4 homologierte flüssigkeitsgekühlte Testastretta 11° Motor liefert eine Höchstleistung von 109 PS (80 kW) bei 9.250/min. Dank des maximalen Drehmoments von 86 Nm, das bei 7.750/min anliegt, soll die 821 mit einem faszinierenden Fahrerlebnis, das leichtes Handling und unvergleichlichen Fahrspaß kombiniert, begeistern. Am Grundkonzept der 821 hat Ducati dagegen nichts geändert: Im unveränderten Rahmen arbeitet weiterhin der flüssigkeitsgekühlte Testastretta 11-Grad-Motor, der 109 PS und ein maximales Drehmoment von 86 Nm liefert.

Die Kupplung geht schön leicht, könnte nur einen etwas präziseren Druckpunkt haben. Dafür besitzt sie einen Anti-Hopping-Mechanismus. Selbst nach kühler, feuchter Nacht springt der Twin problemlos an, hat sich nach wenigen Hundert Metern freigeräuspert und läuft in den unteren Gängen ab knapp über 2000/min rund.

Fahrassistenzsysteme und Fahrmodi

Die Monster 821 verfügt außerdem über das Ducati Safety Pack, bestehend aus einem Bosch ABS und der Ducati Traction Control, beides mehrfach einstellbar. Über die Power Modes ist auch die maximale Leistung und das Ansprechverhalten des Motors variierbar. In den Riding Modes sind ABS, DTC und die Power Modes kombiniert und einfach zu justieren; sie ermöglichen dem Fahrer, seine 821 in drei verschiedene Motorräder zu verwandeln, jedes einzelne mit einem besonderen Charakter.

Intuitiv und mit nur einem Druck auf den Blinkerschalter an der linken Lenkerarmatur kann man eines der drei vorkonfigurierten, jedoch individualisierbaren Mappings auswählen. Sport, Touring (jeweils volle Leistung) und Urban (Leistung auf 75 PS reduziert) stehen zur Wahl, justieren die achtstufige Traktionskontrolle, das dreistufige ABS und den Power-Mode des Motors gleich mit. Noch erfreulicher ist es, dass der V2 in allen Modi gefühlvoll anspricht, im Sport-Modus Gasbefehle lediglich schneller, aber eben nicht härter umsetzt.

Fahrwerk und Bremsen

Die Serienausstattung der Monster 821 wird durch Top-Bremsen von Brembo komplettiert, so verzögern vorne zwei 320 mm große Scheiben mit radial angeschlagenen M4.32 Monobloc-Festsattelzangen. Zu einer besseren Straßenlage trägt das optimierte Fahrwerk mit überarbeiteten Federelementen bei, vorn agiert eine 43 mm Telegabel, hinten ein einstellbares Federbein.

Farbvarianten und Zubehör

Die Monster 821 ist in drei Farbvarianten erhältlich: Ducati Rot, Schwarz (Dark Stealth) und im klassischen Ducati Gelb, das im Laufe der Zeit so manchen Monster-Liebhaber in seinen Bann gezogen hat. Als Zubehör gibt es unter anderem einen Quick-Shifter, edle Karbonteile, passende Racing-Accessoires wie einen Termignoni-Auspuff; die Monster-Rechnung kann also noch erheblich teurer werden. Sogar eine passende Bekleidungslinie bietet Ducati zu dem Modell. Das muss man wissen: Zum Jubiläum hat Ducati eine lange verschollene Monster-Farbe aus dem Regal geholt, die 821 gibt es in drei Farben: Rot, Mattschwarz - und wieder in Gelb.

Fahrbericht und Fahreigenschaften

Also raus auf die Straße. Die Monster 821 schlägt sich gut, die Ergonomie von Lenker und Sitzposition passt auf Anhieb, der Sitz ist leicht verstellbar. Der Motor kommt ohne Mühen mit dem Stadtverkehr zurecht; das Ruckeln und Gepötter älterer Monstermotoren ist verschwunden. Wenn der Testastretta-Motor dann im Hinterland von Rimini beschleunigen und frei atmen darf, gibt er sich als typisches Monster-Aggregat zu erkennen: Er arbeitet ausgesprochen bissig und packt vor allem im Sportmodus sofort zu.

Gut getan hat die Feinjustierung und Besinnung auf die Urmerkmale dem Fahrzeug allemal: Auf Anfrage ruppig und im Grenzfall nervös - dieses Verhalten schätzten die M900-Fans. Um gleichzeitig genug Sicherheit zu bieten, hat Ducati die nötigen Bauteile an Bord: Das Chassis garantiert dank Aluschwinge, Brembo-Bremselementen, Upside-Down-Gabel und griffigen Pirelli-Pneus genügend Stabilität. Auch an das subjektive Wohlgefühl hat Ducati bei der Monster Jahrgang 2018 gedacht, denn die Hitzeschutzbleche an der verschnörkelten Auspuffanlage sind inzwischen wirksam.

Mit der guten, entspannten, aber dennoch aktiven Sitzposition, dem angenehm breiten Lenker, dem neutralen Lenkverhalten und dem tollen Kompromiss aus agilem Handling und Stabilität bietet die Mid-Size-Monster beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Motorrad-Saison.

Dennoch gibt es auch Kritikpunkte. Kritisiert wird auch der in der Griffweite einstellbare Bremshebel, der einen exakteren Druckpunkt haben dürfte. Die nicht einstellbare 43-Millimeter-Upside-down-Gabel dürfte dennoch etwas mehr Druckstufendämpfung besitzen, außerdem auf Querfugen feiner ansprechen. Das Federbein wiederum dämpft satt, kann in der Federbasis und der Zugstufe feinjustiert werden.

Sound

Schon im Leerlauf ballert die Duc derart herzhaft vor sich hin, dass man unwillkürlich nachschauen möchte, ob sie im Werk nicht vielleicht die Schalldämpfereinsätze vergessen haben. Wie sonst könnte so ein Klangteppich die Zulassungshürde nehmen?

Technische Daten

Hier sind einige technische Details der Ducati Monster 821:

  • Motor: Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor
  • Hubraum: 821 cm³
  • Nennleistung: 79,0 kW (107 PS) bei 9250/min
  • Max. Drehmoment: 89 Nm bei 7750/min
  • Radstand: 1480 mm
  • Gewicht vollgetankt: 206 kg
  • Tankinhalt: 16,5 Liter

Die Ducati Monster 821 wurde bis 2020 gebaut und ist nur noch gebraucht erhältlich. Welche Stärken und Schwächen das sportliche Mittelklasse-Naked-Bike hat, zeigt der Fahrbericht aus der Zeitschrift MOTORRAD 24/2017.

Vergleich mit Konkurrenten

Konkurrenten der Monster 821 sind die Kawasaki Z900, die Triumph Street Triple S oder die KTM 790 Duke.

Probleme mit der Schräglagenfreiheit

Anfang diesen Jahres habe ich mir eine Monster 821 Bj. 2017 gekauft. In Rechtskurven kommt nicht die Fußraste auf den Boden, sondern die Auspuffklappe. In Linkskurven ist es noch ein wenig schlimmer, da berührt zuerst der Schalthebel den Boden.

Parameter Wert
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 3,3 sek
Verbrauch Landstraße 4,5 l/100 km
Gewicht vollgetankt 209 kg

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0